Taschenlampen-Tests.de






         

6. August 2014

Willkommen auf Taschenlampen-Tests.de!

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Intention dieser unabhängigen Seite ist es, Taschenlampen zu testen und dabei ihre Stärken und Schwächen herauszustellen. Weiterhin finden sich Beamshots, Tipps sowie interessante Links für alle, die Interesse und Spaß an diesem umfangreichen Thema haben. Und unter der Rubrik “Maiks Mods” stellt Tüftler Maik Langner Taschenlampen-Umbauten vor, die es so in keinem Geschäft zu kaufen gibt.
Viel Spaß beim Stöbern!
Walter (Lichtinsdunkel)

13. Dezember 2015

Manker Quinlan T01

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 21:01

Manker Quinlan T01 001
Die Manker Quinlan T01 ist ein schnuckeliges, kleines Lämpchen, das mit einer AA-Batterie/einem AA-Akku oder einem LiIon-14500-Akku betrieben werden kann.


Verpackung/Lieferumfang:
In einer stabilen Pappschachtel ist exakt ein Gegenstand enthalten: die Lampe. Keine Bedienungsanleitung, kein weitreichendes Zubehör. Okay, genau genommen sind zwei Gegenstände im der stabilen Pappschachtel enthalten: die Lampe und ein bereits vormontierter Trageclip.

Manker Quinlan T01 002
Mehr gibts nicht.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 84,5 mm
Reflektoröffnung: 24 mm
Durchmesser Kopf: 29 mm
Durchmesser Tail: 20 mm
Gewicht: 66 g
Gewicht mit Akku: 92 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: nein.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Stromversorgung: 1x AA (Akku oder Batterie), 1x LiIon 14500.

Manker Quinlan T01 003
Die Materialstärke des Lämpchens.

 

Manker Quinlan T01 004
Ein O-Ring sorgt für die Wasserdichtigkeit.

 

Manker Quinlan T01 005
Innenansicht Tailcap.

 

Manker Quinlan T01 006
Der Trageclip ist werksseitig bereits vormontiert.

 

Manker Quinlan T01 007
Der Clip umschließt das Gehäuse zu etwa zwei Dritteln und sitzt bombenfest. Allerdings ist er aufgrund seiner Konstruktion zwangsläufig beweglich/drehbar, was mir persönlich nicht sehr gut gefällt. Und das aus einem simplen Grund: Da die Lampe mittels eines Seitenschalters bedient wird, den man (ebenfalls konstruktionsbedingt) nicht immer auf Anhieb findet, richte ich den Clip gerne auf den Schalter aus, da der Schalter dadurch schneller zu ertasten ist. Mit einem Clip, der sich verdreht, ist das leider nicht möglich.


Leuchteinheit:
Verbaut wurde eine Cree XP-L-Hi-LED, die in einem SMO-Reflektor sitzt. Die Glasscheibe davor ist vermutlich entspiegelt, antireflex-beschichtet und gehärtet. Angaben darüber macht der Hersteller nicht.

Manker Quinlan T01 008
Frontansicht.


Bedienung:

Die Bedienung erfolgt ausschließlich über den Seitenschalter, der über einen konkreten und satten Druckpunkt verfügt. Ein unbeabsichtigtes Einschalten im Rucksack oder in der Tasche dürfte damit so gut wie ausgeschlossen sein. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Tailcap für einen Lock-out leicht lösen.

Manker Quinlan T01 009
Die komplette Bedienung erfolgt über den Seitenschalter.

Eine Bedienungsanleitung ist bei dieser Lampe eigentlich Pflicht, da die Bedienung prinzipiell zwar nicht schwierig ist, sich aber, gerade was die Programmierung angeht, nicht von selbst erschließt. Derzeit gibt es meines Wissens nur ein Schaubild, das man sich aus dem Internetz herunterladen kann. Hier sollte der Hersteller vielleicht mal nachbessern.

Manker Quinlan T01 010

Die Lampe verfügt über zwei Modi (General-Mode und Pro-Mode) mit jeweils vier Leuchtstufen und mehreren Blinkmodi. Im General-Mode wird die Lampe durch einen langen Druck eingeschaltet. Durch kurzes Drücken gelangt man nacheinander in die Leuchtstufen Low, Mid, High und Turbo, beim nächsten Drücken landet man wieder im Low. Die Lampe verfügt über Memory und schaltet in der Stufe wieder ein, in der sie ausgeschaltet wurde. Durch einen Doppelklick, egal aus welcher Leuchtstufe heraus, gelangt man in die Blinkmodi, beginnend mit Strobe. Durch kurzes Drücken folgt SOS, anschließend Beacon, danach wieder SOS. Ein Doppelklick schaltet in die zuletzt aktivierte Leuchtstufe zurück.

Manker Quinlan T01 011

Im Pro-Mode ist die Bedienung nahezu identisch.
Unterschiede: 1. Die Lampe kann in Low, Mid und High in jeweils drei Helligkeitsabstufungen programmiert werden.
2. Im Pro-Modus kann Turbo als Dauerlicht aktiviert werden (im normalen Turbo-Modus regelt die Lampe zeitgesteuert nach zwei Minuten herunter).
3. Die Lampe verfügt über eine Ladestandsanzeige.
Die Grundbedienung ist, wie gesagt, nahezu identisch mit der Bedienung im General-Mode, was das Ein- und Ausschalten und den Wechsel der Modi bei den Leucht- und Blinkstufen betrifft. Die Blinkstufen werden auch hier in der Reihenfolge Strobe-SOS-Beacon aktiviert. Drückt man nun den Schalter erneut, gelangt man in den Dauer-Turbo, durch erneutes Drücken in die Ladestandsanzeige, die uns Folgendes signalisiert:
4x blinken = 100% Akkuladung
3x blinken = 75% Akkuladung
2x blinken = 50% Akkuladung
1x blinken = 25% Akkuladung
kein Blinken: Lampe geht bald aus

Manker Quinlan T01 012

Um die Lampe in Low, Mid oder High zu programmieren, muss die Lampe im Pro-Mode eingeschaltet werden (wie man dorthin gelangt, steht im nächsten Abschnitt). Anschließend wechselt man in die Blinkstufen und schaltet diese einmal komplett durch, also: Strobe, SOS, Beacon, Dauer-Turbo, Ladestandsanzeige. Beim nächsten Druck auf den Schalter rampt die Lampe im Low-Modus durch die drei Helligkeitsabstufungen. Ist die gewünschte Helligkeit erreicht, drückt man den Schalter erneut, und diese Stufe ist programmiert. Die Lampe springt dann direkt in Mid, wo man nach dem gleichen Prozedere verfährt. Anschließend macht man das Ganze noch im High-Modus, und schon sind die gewünschten Abstufungen programmiert. Im Turbo-Modus steht nur eine Leuchtstufe zur Verfügung.

Manker Quinlan T01 013

Der Wechsel zwischen dem General- und dem Pro-Mode erfolgt durch Gedrückthalten des Schalters bei ausgeschalteter Lampe. Nach etwa fünf Sekunden signalisiert die Lampe durch einmaliges Blinken, dass der General-Mode aktiviert ist, beziehungsweise durch zweimaliges Blinken, dass der Pro-Mode aktiviert ist.
Nach dieser orgiastischen Bedienungs-Beschreibung sollte hoffentlich jedem klar sein, warum ich eingangs angemerkt habe, dass eine Bedienungsanleitung eigentlich Pflicht sein sollte…

Stromversorgung/Laufzeittest:
Ins Batterierohr kommen wahlweise eine AA-Batterie, ein AA-Akku oder ein 14500-LiIon-Akku. Mit einem AA als Stromversorger liefert die Lampe laut Hersteller in der hellsten Stufe 500 Lumen und mit einem 14500 LiIon 900 Lumen.

Manker Quinlan T01 014
Das geht rein: AA-Batterie, AA-Akku, 14500-LiIon-Akku. Allerdings passen nicht alle LiIon-Akkus. Zu meinem Entsetzen wollte die Lampe nicht mit meinem letzten verliebenen geschützten 14500-Akku (AW) harmonieren, sodass ich den Test mit einem ungeschützten Akku unbekannten Fabrikats durchführen musste (nein, es war nicht der abgebildete Ultrafire-Akku, sondern ein ehemals geschützter Akku, bei dem die Schuzschaltung nachträglich entfernt wurde. Bitte nicht zu Hause nachmachen! So etwas dürfen nur erfahrene, professionelle Lampentester, die innerlich bereits mit dem Leben abgeschlossen haben.)

Laufzeitdiagramm:
Manker Quinlan T01 015

Fazit 1: Beim Betrieb mit dem Eneloop-Akku (1.900 mAh) schaltete die Lampe nach einer Stunde und 30 Sekunden ab. Gemessene Akkuspannung unmittelbar nach Entnahme: 0,99 Volt.
Beim Betrieb mit der Alkali-Batterie bricht die Batterie schnell ein, und die Lampe wird mit zunehmender Laufzeit kontinuierlich dunkler. Der Betrieb mit Alkalines sollte daher allenfalls in Notsituationen erfolgen.
Beim Betrieb mit dem 14500-LiIon-Akku bricht die Leistung ebenfalls ein, da die Lampe mit diesem Stromversorger nicht geregelt läuft. Etwa eine halbe Stunde lang im Dauerbetrieb ist die Quinlan T01 dennoch heller als beim Betrieb mit dem Eneloop-Akku. Den 14500-Akku habe ich nach einer Stunde entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 3,37 Volt gemessen.

Mit dem Eneloop-Akku habe ich noch eine weitere Messung beim Betrieb im Dauer-Turbo durchgeführt.
Hier das entsprechende Diagramm:
Manker Quinlan T01 016

Fazit 2: Offenbar hat Manker für den Dauer-Turbo eine andere elektronische Lösung gewählt als beim normalen Turbo-Modus. Von einer konstanten Regelung ist im Dauer-Turbo nur bedingt etwas zu spüren, denn die Lampe baut über den gesamten Laufzeitraum in der Leistung ab. Eine Abschaltung erfolgte im Dauer-Turbo nicht. Den Akku habe ich nach 45 Minuten entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 0,88 Volt gemessen.

Fazit 3: Unabhängig davon, ob die Lampe bei meinen Messungen abgeschaltet hat (Turbo) oder nicht (Dauer-Turbo), sollte man den Akku wechseln, sobald die Leuchtleistung der Lampe merklich nachlässt. Ansonsten kann man den Akku nach wenigen Anwendungen direkt in die Tonne kloppen, da er zu tief entladen wird und zunehmend an Kapazität verliert.

Beam:
Der Hotspot ist klein und recht ausgeprägt bei reichlich Sidespill. Für die Nahbereichsausleuchtung ist die Lampe eher ungeeignet, da man durch den, im Vergleich zum Sidespill, sehr hellen Hotspot vom Streulicht eigentlich nicht wirklich viel mitbekommt.

Manker Quinlan T01 017
Mein alter Seat Marbella mit defekter Ölpumpe, den ich eigentlich schon vor einem Jahr dem Schrotti zuführen wollte, mit der Manker Quinlan T01 angeleuchtet.

 

Manker Quinlan T01 018
Mein alter Seat Marbella mit defekter Ölpumpe, den ich eigentlich schon vor einem Jahr dem Schrotti zuführen wollte, mit der Lupine Piko TL Max angeleuchtet.


Resümee:

Die Manker Quinlan T01 ist eine sehr ordentlich verarbeitete EDC-Lampe, die für ihre Größe recht hell ist, vor allem, wenn man sie mit einem 14500-LiIon-Akku befeuert. Aber auch mit einem AA-Akku ist die Leistung für alle Situationen, in denen man eine EDC-Lampe nutzt, mehr als ausreichend. Die Verwendung einer Alkaline-Batterie sollte nur in Notsituationen erfolgen, da dieser Stromversorger von der Leistung her schnell einbricht, aber das isr bei allen Hochleistungs-Taschenlampen der Fall. Die Möglichkeit, im Pro-Mode in Low, Mid und High zwischen drei Helligkeitsabstufungen wählen zu können, ist praktisch, genauso wie die Ladestandsanzeige, die grob Auskunft darüber gibt, was noch an Saft im Akku ist.
Dass die Lampe durch Gedrückthalten des Schalters ein- und ausgeschaltet wird, ist nicht mein Ding. Ich bevorzuge Lampen, die sofort „da“ sind, wenn man sie braucht, aber das ist sicherlich auch ein wenig Geschmackssache. Den Dauer-Turbo wird man nur in den seltensten Fällen benutzen, trotzdem hätte ich ihn mir lieber im normalen UI gewünscht und nicht irgendwo zwischen den Blinkstufen.
Was das Äußere betrifft, scheiden sich sicherlich die Geister. Meine Wenigkeit findet die Quinlan T01, trotz ihrer etwas klobigen Form, recht hübsch, zumal sie sich optisch vom gängigen Einheitsbrei absetzt.
Angesichts der Tatsache, dass keinerlei Zubehör mitgeliefert wird, ist der Preis von rund 70 Euro schon recht stolz. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Manker www.mankerlight.com.

Manker Quinlan T01 019
Größenvergleich. Von links: Manker Quinlan T01, Led Lenser F1, Inova X5, Surefire 6P.


Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Manker Quinlan T01 020
Manker Quinlan T01 mit Eneloop-Akku (1,2 Volt)

 

Manker Quinlan T01 021
Manker Quinlan T01 mit 14500-LiIon-Akku (4,2 Volt)

 

Manker Quinlan T01 022
MTE SSC P7

 

Manker Quinlan T01 023
Armytek Viking X

 

Manker Quinlan T01 024
Fenix TK35 (XM-L T6)

11. Oktober 2015

Tank007 F1

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 20:06

Tank007 F1 001
Die Tank007 F1 ist eine günstige UV-Lampe, die fokussierbar ist. Taugt das Teil was?


Verpackung/Lieferumfang:
Ausgeliefert wird die Lampe in einer Pappschachtel. Mitgeliefert wird eine englischsprachige Bedienungsanleitung.

Tank007 F1 002
Lampe und Bedienungsanleitung – mehr ist nicht in der Schachtel, braucht’s aber auch nicht wirklich.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 94 mm
Durchmesser Kopf: 26 mm
Durchmesser Tail: 26 mm
Gewicht: 52 g
Gewicht mit Batterie: 76 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nur mit Clip.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: Schlitz und Loch im Clip.
wasserdicht: spritzwassergeschützt.
Stromversorgung: 1x AA (Akku oder Batterie).

Tank007 F1 003
Der Clip ist werksseitig bereits vormontiert.

 

Tank007 F1 004
Die Materialstärke ist mehr als ausreichend.


Leuchteinheit:
Verbaut ist eine UV-LED, über deren Herkunft und Beschaffenheit dem Tester nichts bekannt ist. Die Wellenlänge dürfte zwischen 380 und 395 Nanometern liegen. Vor der LED sitzt eine asphärische Kunstofflinse.

Tank007 F1 005
Einen Reflektor gibt’s bei der Tank007 F1 nicht, stattdessen wird das Licht durch eine gewölbte Plastiklinse verteilt.

 

Tank007 F1 006
Die Linse.

 

Tank007 F1 007
Die UV-LED.

 

Tank007 F1 008
Der Lampenkopf ist durch zwei O-Ringe abgedichtet. Prinzipiell könnte die Lampe sogar komplett wasserdicht sein, wenn sie keinen Fokussiermechanismus hätte, denn der sorgt für Undichtigkeit. Darüberhinaus wirkt er unter Wasser wie eine Saugpumpe. Falls euch die Lampe also mal ins Wasser fallen sollte – auf keinen Fall mehr fokussieren, sondern erst gründlich trocknen.


Stromversorgung:
Ein AA-Akku oder eine AA-Batterie liefern den nötigen Strom. Auf einen Laufzeittest habe ich bei einer Lampe, die in der Regel immer nur kurzzeitig in Betrieb genommen wird, verzichtet.

Tank007 F1 009
Die möglichen Stromversorger.


Bedienung:
Mit einem Reverse-Clicky wird die Lampe ein- und ausgeschaltet. Durch Vor- und Zurückschieben des Lampenkopfs kann der Lichtstrahl fokussiert werden.

Tank007 F1 010
Bedient wird die Lampe mit einem Reverse-Clicky, einem Schalter also, der erst beim Loslassen Licht gibt.

 

Tank007 F1 011
Innenansicht Schalter.

 

Tank007 F1 012
Tank007 F1 defokussierte Einstellung.

 

Tank007 F1 013
Tank007 F1 fokussierte Einstellung. Das Fokussieren geschieht durch Vor- und Zurückschieben des Lampenkopfs. In komplett fokussierter Einstellung weist der Kopf sehr viel Spiel auf. In der Praxis ist das allerdings kein gravierender Nachteil, lediglich ins Wasser fallen sollte die Lampe nun möglichst nicht.


Praxistest:
Zur Prüfung von Geldscheinen ist die Lampe nicht geeignet. Hierfür wäre eine Wellenlänge von 365 Nanometern notwendig, was bei einer hochwertigen 365nm-LED den Preis allerdings drastisch in die Höhe treiben würde. Beim Anleuchten eines Personalausweises bleiben die typischen Merkmale, die bei 365 Nanometern sichtbar werden, ebenfalls verborgen. Zu sehen ist allerdings der Schriftzug „Personalausweis“, ein typisches Anzeichen für eine Wellenlänge ab 380 Nanometern aufwärts.
Gut geeignet ist die Lampe zum Aufspüren von UV-Hinweisen beim Geocaching. Diese Hinweise werden meist mit einem UV-Marker angebracht und sind in Wellenlängenbereichen etwa zwischen 365 und 410 Nanometern sichtbar. Die F1 produziert zwar sehr viel beigemischtes Licht, was allerdings nicht weiter stört, da man die UV-Hinweise in der Regel in unmittelbarer Nähe sucht. Was die Lampe nicht nur gut, sondern hervorragend für Geocacher macht, ist die Zoom-Funktion. Bei kompletter Fokussierung können auch Hinweise, die mehrere Meter entfernt sind, problemlos aufgespürt werden.
Die Verarbeitung geht insgesamt in Ordnung, sieht man mal vom wackeligen Lampenkopf in komplett fokussierter Einstellung ab. Probleme mit dem Schalter, wie man sie oft von den ganz billigen UV-Lampen kennt, wird man mit der F1 garantiert nicht haben.

Tank007 F1 014
Tank007 F1.

 

Tank007 F1 015
12-LED-UV-Lampe (395nm).

 

Tank007 F1 016
Nichia NCSU033A UaP5M-Drop-in (365nm). Wie man sieht, braucht es für die typischen Merkmale, die bei Geldscheinen nur unter UV-Licht sichtbar werden, eine andere Wellenlänge. Fairerweise sollte allerdings auch erwähnt werden, dass das hier verwendete Drop-in fast zehnmal soviel kostet wie die Tank007 F1. Nur das Drop-in wohlgemerkt, der Lampenkörper ist in diesem Preis noch nicht enthalten.

 

Tank007 F1 017
Tank007 F1. Wie man sieht, sieht man den Schriftzug „Personalausweis“ nicht. Ist der Tester ein Lügner? Nein, aber es ist ihm nicht gelungen, dieses, fürs Auge gut sichtbare, Merkmal im Bild festzuhalten.

 

Tank007 F1 018
12-LED-UV-Lampe (395nm). Gleiches gilt für diesen Probanden. Auch hier sieht das Auge etwas, das die Kamera nicht sieht.

 

Tank007 F1 019
Nichia NCSU033A UaP5M-Drop-in. Hier sehen Auge und Kamera das gleiche. Der Schriftzug „Personalausweis“ ist mit 365nm ohnehin nicht sichtbar, dafür aber andere wesentliche Merkmale.


Gezz abba: Butter bei die Fische!
Wozu soll denn nun die Fokussiermöglichkeit gut sein? Um das herauszufinden, habe ich eine UV-Markierung angebracht, die mit allen drei Testkandidaten auf eine Entfernung von etwa zehn Metern angeleuchtet wurde. Ein Foto mit der Tank007 F1 in defokussierter Einstellung habe ich Trottel natürlich vergessen, aber ihr könnt dem Lampentester eures Vertrauens glauben, dass man auf zehn Meter Entfernung rein gar nichts vom Hinweis sieht.

Tank007 F1 020
Tank007 F1 (komplett fokussiert).

 

Tank007 F1 021
12-LED-UV-Lampe (395nm). Keine Chance auf zehn Meter. Ähnlich, nur ein wenig dunkler, sieht es bei der Tank007 F1 aus (beim Foto, das ich vergessen habe).

 

Tank007 F1 022
Nichia NCSU033A UaP5M-Drop-in. Generell fällt der Unterschied zwischen dem Nichia-Drop-in und den anderen beiden Lampen bei allen Bildserien (Geldschein, Personalausweis, UV-Markierung) fürs Auge noch deutlicher zugunsten des Nichia-Drop-ins aus, was mir aber leider nicht gelungen ist, fotografisch festzuhalten.


Resümee:
Zur Geldschein- und Ausweiskontrolle eignet sich die Tank007 F1 nicht. Geocacher werden von ihr allerdings aufgrund der Zoom-Funktion begeistert sein, die das Aufspüren von UV-Hinweisen auch auf mehrere Meter Entfernung möglich macht. Der relativ hohe Anteil an beigemischtem Licht ist für günstige UV-LEDs typisch, stört in der Praxis im Dunkeln jedoch nicht. Für einen Preis von 19,99 Euro ist die Lampe fast geschenkt. Etwas Besseres wird man in dieser Preisklasse garantiert nicht finden. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Cacher’s World, wo sie auch erhältlich ist.

Tank007 F1 023
Größenvergleich. Von links: 4Sevens Quark Mini123, Tank007 F1, Led Lenser P7, Maglite Mini AA, Fenix TK35.

14. Juni 2015

Ansmann Agent 5

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 11:19

Ansmann Agent 5 001

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Für mich ist es zweifellos ein großes Ereignis, nach mehr als einem halben Jahr mal wieder eine Taschenlampe zu testen. Ganz ehrlich? Die dämlichen Funzeln haben mich in letzter Zeit nicht die Bohne interessiert, da die Entwicklung auf diesem Sektor doch ein wenig stagniert. Wer will schon wissen, ob Lampe AB, die ähnlich hell ist wie Lampe XY, durch einen Dreh-, Seiten-, Reverse-, Forward-, Oral- oder Analschalter bedient wird? Leuchten tun die Dinger alle irgendwie, unabhängig davon, ob eine, zwei oder drei Milliarden LEDs verbaut wurden. Und im Wald verhungern wird niemand, egal, welche Funzel er bei sich hat. Es sei denn, er hat überhaupt keine Funzel dabei. In diesem Fall hat derjenige das Verhungern aber auch mehr als verdient, denn ein Mann ohne Taschenlampe ist wie…

Ich sehe schon, dass ich mich in entschuldigenden Erklärungen verliere, warum ich seit Monaten keine Taschenlampe mehr getestet habe. Ergo teste ich einfach mal wieder eine, und zwar die Ansmann Agent 5.
Dass ich ausgerechnet diese Lampe auserkoren habe, hat einen bestimmten Grund. Eigentlich habe ich sie gar nicht auserkoren; ehrlich gesagt, kannte ich sie nicht einmal. Aber die Firma Ansmann hat bei mir angefragt, ob ich die Agent 5 nicht mal einem kritischen Test unterziehen wolle. Man würde mir gerne ein Testexemplar zukommen lassen.
Und nochmal ganz ehrlich: Auch wenn Ansmann nicht gerade als Hersteller hochwertiger Taschenlampen bekannt ist, ist es mir dennoch eine große Ehre, als popeliger Hobby-Lampentester von einem derart renommierten Unternehmen für einen Taschenlampen-Test angefragt zu werden. Ergo konnte ich nicht „Nein“ sagen.
Da ich nicht bestechlich bin, könnte sich besagte Anfrage für Ansmann allerdings als gravierender Fehler in der Firmenhistorie herausstellen.
Oder etwa doch nicht?
Lest selbst!

 

Ansmann Agent 5 002
Die Ansmann Agent 5


Verpackung/Lieferumfang:
In einer Plastik-Umverpackung sind neben einer, bereits mit vier AAA-Batterien bestückten, Agenten-Lampe vier zusätzliche Batterien und ein Lanyard enthalten.

Ansmann Agent 5 003
Lieferumfang der Agent 5.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 132 mm
Linsenöffnung: 25 mm
Durchmesser Kopf: 36 mm
Durchmesser Tail: 30 mm
Gewicht mit Batterien: 186 g
Anodisierung: gut und gleichmäßig ausgeführt, allerdings kein HA-III.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nur mit Clip.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Loch im Tail.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Stromversorgung: 4x AAA.

Ansmann Agent 5 004
Zackig, zackig! Mit dieser Krone kann die Lampe auch als Glasbrecher fungieren.

 

Ansmann Agent 5 005
Die Materialstärke ist eher gering, aber völlig ausreichend.

 

Ansmann Agent 5 006
Die Gewinde zum Lampenkopf und an der Tailcap sind durch O-Ringe abgedichtet. Beide Gewinde weisen beim Zuschrauben Spiel auf und greifen erst im letzten Drittel satt.

 

Ansmann Agent 5 007
Der Clip wird auf die Tailcap gesetzt und arretiert sich beim Zuschrauben. Verloren gehen kann dieser Clip garantiert nicht.


Leuchteinheit:
Auch am attraktivsten Lampentester im gesamten Universum nagt mit der Zeit der Zahn der Zeit. Die Haare fallen aus, die Vergesslichkeit nimmt zu und die Sehstärke schwindet. Was im Klartext bedeutet: Lichtinsdunkel, der Held unzähliger Lampenabenteuer und -reviews wird hässlich, doof und blind. Aber immerhin hat er Winnetou, der kürzlich in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist, überlebt. Daher sei es ihm auch erlaubt, nun wieder von sich in der ersten Person sprechen zu können. Hugh!

Sofern mich meine blinden Augen nicht täuschen, handelt es sich bei der verbauten LED um eine Cree XP-E. Diese LED ist in der heutigen Zeit etwa so aktuell wie ein mittelalterlicher Ritter in einem Karl-May-Western. Davor sitzt eine Linse, die das Licht bündelt.

Ansmann Agent 5 008
Die Lichtquelle des Agenten.

 

Ansmann Agent 5 009
Eine spezielle Linse bündelt das Licht und sorgt für mehr Reichweite.

 

Ansmann Agent 5 010
Und das Ganze nochmal von innen.


Bedienung:
Ein großer Forward-Clicky ist das einzige Bedienelement der Agent 5. Er ist auch mit Handschuhen gut zu ertasten und zu bedienen. Antippen sorgt für Momentlicht; auch Morsesignale können problemlos gesendet werden, ohne dass die Gefahr des Schalter-Durchdrückens besteht, denn der entsprechende Weg zwischen Antippen und Durchdrücken ist auf jeden Fall groß genug.
Drückt man den Schalter komplett durch, liefert die Lampe Dauerlicht in der hellsten Stufe, die mit 220 Lumen angegeben ist. Wenn man den Schalter bei eingeschalteter Lampe antippt, gelangt man in einen Modus, in dem die Lampe 20 Prozent der Maximalleistung abgibt. Beim nächsten Antippen landet man im Strobe-Modus, in dem eventuell nervende Aggressoren mit 100 Prozent Leuchtkraft abgeschreckt werden. Der nächste Klick aktiviert wieder den Dauerlicht-Modus mit 220 Lumen. Und so weiter.

Ansmann Agent 5 011
Der Schalter kann auch mit Handschuhen problemlos bedient werden.

 

Ansmann Agent 5 012
Innenansicht.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Als Stromversorger kommen vier AAA-Batterien zum Einsatz. Der Vorteil dieser Stromversorgung liegt auf der Hand: Die Dinger sind 24 Stunden rund um die Uhr überall erhältlich: Supermarkt, Discounter, Tankstelle, Kiosk (sofern man in einem Bundesland wohnt, in dem es Kioske gibt; in manchen Regionen heißen die Kioske „Spätkauf“) – alles kein Problem. Der Nachteil der Stromversorgung einer Hochleistungs-Taschenlampe mittels AAA-Zellen liegt allerdings nicht minder auf der Hand und ist, zumindest meiner Meinung nach, deutlich gravierender: Diese Zellen sind extrem schwachbrüstig, brechen in der Leistung schnell ein und stehen daher exemplarisch für kurze Laufzeiten. Mal ganz abgesehen davon, ist mir in meiner langjährigen Karriere als Lampenpfuschexperte noch nie eine Taschenlampe begegnet, die mit vier AAA-Zellen geregelt läuft (zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, aber das will ja nix heißen, da ich hässlich, doof und blind bin).

Ansmann Agent 5 013
Das Batteriemagazin.


Laufzeitdiagramm:

Ansmann Agent 5 014

Wie die Laufzeitmessungen zeigen, ist eine Regelung nicht vorhanden; die Lampe läuft im Direktbetrieb und wird mit zunehmender Abnahme der Leistung der Stromversorger zunehmend dunkler. Damit gibt sie zwar „ehrlich“ Laut, wann spätestens die Stromversorger gewechselt werden sollten, aber schön ist anders – zumal die Konkurrenz das wesentlich besser kann.

Resümee:
Die Ansmann Agent 5 ist gewiss keine schlechte Taschenlampe. Aber sie muss sich nunmal an dem messen, was aktuell auf dem Lampensektor erhältlich ist. Bereits das, was ich vor meiner, mir selbst auferlegten, Testpause unter den Fittichen hatte, war dieser Lampe in den meisten Belangen überlegen, und das hat sich seitdem sicherlich nicht zum Vorteil des Agenten 5 verändert.
Die einzige Chance der Ansmann Agent 5 besteht meiner bescheidenen Meinung darin, über den Preis zu kommen, was sie nicht wirklich schafft. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei rund 60 Euro. Meine Wenigkeit würde etwa die Hälfte davon als angemessen ansehen, um im Haifischbecken der etablierten Hersteller nicht gefressen zu werden. Im Internetz ist die Lampe teilweise für einen Preis von rund 40 Euro erhältlich, womit sie vielleicht für den ein- oder anderen Spezialagenten interessant sein könnte. Weitere Infos gibt es bei Ansmann selbst.

Ansmann Agent 5 015
Größenvergleich. Warum eigentlich immer Lampen mit Lampen vergleichen, die sowieso keine Sau kennt? Der Größenvergleich mit diesem Gegenstand, der hoffentlich immer in jedem Haushalt vorhanden sein sollte, sagt doch viel mehr aus! Für alle, die es ganz genau wissen möchten: Der Vergleichsgegenstand ist aus drei Lagen zusammengesetzt.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Ansmann Agent 5 016
Kontroll-Shot

 

Ansmann Agent 5 017
Die Ansmann Agent 5 in voller Pracht. Das Lichtbild ist recht „tunnelig“ – hurra, ich habe schon wieder einen neuen Begriff erfunden! Sonderlich effektiv ist diese Art der Lichtbündelung nicht; die Agent 5 macht weder Meter, noch leuchtet sie den Nahbereich gut aus. Die Reichweite heißt bei Ansmann „Leuchtweite“ und ist mit zirka 700 Metern angegeben. Das ist leider hoffnungslos übertrieben. Aus den Luxmessungen ergibt sich umgerechnet eine Reichweite von etwa 237 Metern – gerade mal ein Drittel des vom Hersteller Versprochenen.

 

Ansmann Agent 5 018
Der Agent im Low-Modus.

 

Ansmann Agent 5 019
Wer möchte, kann den Lampenkopf auch aufdrehen und damit den Abstand zwischen LED und Linse vergrößern. Dadurch ergibt sich dieses Lichtbild.

 

Ansmann Agent 5 020
Aber da dies seitens des Herstellers nicht vorgesehen ist, bleiben wir zum Vergleich bei der „offiziellen“ Ausleuchtung mit komplett festgedrehtem Lampenkopf. Also nochmal: Ansmann Agent 5

 

Ansmann Agent 5 021
Armytek Predator

 

Ansmann Agent 5 022
Der Klassiker: Fenix LD20 (Q5)

 

Ansmann Agent 5 023
Led Lenser M7RX (halb fokussiert)

14. Oktober 2014

Niwalker Nova MM15

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 23:00

Niwalker Nova MM15 001
Die Niwalker Nova MiniMax15 wirkt auf den ersten Blick wie eine Kreuzung aus einem Fotoobjektiv, einer Mülltonne und einer Blechdose. Abstoßend wirkt sie, zumindest auf mich, dennoch nicht – ganz im Gegenteil. Und sie ist hell, sehr hell.


Verpackung/Lieferumfang:
In einem stabilen Pappkarton sind die Lampe, ein Tragegriff nebst Schrauben zur Befestigung, ein Ersatz-O-Ring, ein Holster, ein Lanyard und eine Bedienungsanleitung enthalten.

Niwalker Nova MM15 002
Das Holster fehlt auf dem Bild, weil der Alzheimer-Patient Lichtinsdunkel vergessen hat, es dazuzulegen. Aber wir kommen gleich noch dazu.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 114,5 mm
Durchmesser Kopf: 64 mm
Durchmesser Tail: 53 mm
Gewicht: 338 g
Gewicht mit Akkus: 534 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Öse am Body.
wasserdicht: ja, durch Praxistest bestätigt.
Stromversorgung: 4x 18650

Niwalker Nova MM15 003
Der Poppes der Nova MM15.

 

Niwalker Nova MM15 004
Der Tragegriff, zwei Schräubchen zur Befestigung desselben am Lampenkörper und ein Inbusschlüssel sind im Lieferumfang enthalten. Man sollte sich allerdings gut überlegen, ob man den Griff nutzen möchte oder nicht, denn das Anbringen ist ein Geduldsspiel, da man mit dem Inbusschlüssel nach jeder Vierteldrehung gegen Griff oder Lampe stößt und das Werkzeug ständig wieder neu ansetzten muss. Ich habe den Griff nur fürs Foto montiert und anschließend wieder abmontiert. Damit habe ich im Hellen angefangen und im Dunkeln aufgehört.

 

Niwalker Nova MM15 005
Dafür sitzt der Griff wenigstens bombenfest. Sinn macht er allerdings nur, wenn man die Lampe nicht in einer taktischen Haltung bedient, ansonsten stört er mehr, als er nützt.

 

Niwalker Nova MM15 006
Auf der Gegenseite findet sich ein Gewinde zur Stativmontage.

 

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Tattaaa! Hier ist es endlich, das versprochene Holster.

 

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Die Lampe passt sowohl mit dem Poppes zuerst („Bezel up“, wie wir Fachleute sagen), oder dem Köpfchen zuerst („Bezel down“) ins Holster. Mit einem Gewicht von mehr als 530 Gramm ist die Lampe, zumindest mir persönlich, zum Transport am Gürtel allerdings zu schwer. Bei einem Nachtcache, bei dem ich sie dabei hatte, habe ich sie nach kurzer Zeit abgenommen und lieber in den Rucksack gesteckt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass man ständig das Gewicht von einer Dose Katzenfutter plus 100 Gramm zusätzlich am Gürtel hängen hat.


Leuchteinheit:
Zwei Cree-MP-G2-LEDs verrichten ihre Arbeit in einem OP-Reflektor. Davor sitzt eine Frontscheibe aus gehärtetem, ultraklarem, anti-reflex-beschichtetem Glas.

Niwalker Nova MM15 009
Frontansicht.


Bedienung:
Die MM15 wird komplett über einen Seitenschalter bedient. Ein- und ausgeschaltet wird sie durch einen Druck auf selbigen. Wird der Schalter bei eingeschalteter Lampe gedrückt gehalten, werden nacheinander die Leuchtstufen Mode 1 (angegeben mit 6 Lumen für 100 Stunden); Mode 2 (angegeben mit 180 Lumen für 30 Stunden); Mode 3 (angegeben mit 450 Lumen für 12 Stunden); Mode 4 (angegeben mit 880 Lumen für 8,2 Stunden) und Mode 5 (angegeben mit 1950 Lumen für 3,3 Stunden) aktiviert. Die Lampe hat Memory und speichert die zuletzt aktivierte Leuchtstufe. Durch einen Doppelklick, egal aus welcher Leuchtstufe heraus, gelangt man in den Turbo-Modus, der mit 5233 ANSI-Lumen angegeben ist.
Die versprochenen 5.233 Lumen liefert die Lampe sicherlich nicht. In einem Test in einer Privatkugel (nein, keine echte Ulbrichtkugel, aber ein Selbstbau von Photon aus dem Taschenlampen-Forum), mit dem bislang meiner Kentnis nach immer Ergebnisse erzielt wurden, die denen von Lampen mit bekannten Messwerten aus sündhaft teuren Ulbrichtkugeln sehr nahe kamen, haben wir 3.700 Lumen gemessen – auch kein schlechter Wert, aber halt keine 5.233 Lumen. Und schon gar nicht ANSI. Für diese Aussage verbürge ich mich!
Durch einen Doppelklick im Turbo-Modus wird Geblinke in der Reihenfolge Strobe-SOS-langsames Blinken aktiviert. Ein einfacher Klick aus jedem dieser Modi schaltet in die zuletzt aktivierte Stufe zurück. Strobe ist auch direkt anwählbar, indem bei ausgeschalteter Lampe ein Doppelklick ausgeführt wird.

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Die komplette Bedienung erfolgt über den Seitenschalter.


Der Schalter selbst ist hinterleuchtet. Bei ausgeschalteter Lampe blinkt eine grüne LED etwa alle drei Sekunden, bei eingeschalteter Lampe leuchtet sie dauerhaft. Geht die Akkukapazität zur Neige, leuchtet eine rote LED. Diese Anzeige ist nicht allzu genau, bietet aber zumindest eine grobe Orientierung, ab wann ein Akkuwechsel sinnvoll ist.
Gegen versehentliches Einschalten hilft ein Lockout, der durch einen Dreifachklick aktiviert wird. Die Lampe quittiert dies durch zweifaches Blinken. Das Wiedereinlocken geschieht auf dieselbe Art und Weise.
Darüberhinaus gibt es noch die Möglichkeit, Momentlicht im Turbo zu aktivieren, indem der Schalter bei augeschalteter Lampe gedrückt gehalten wird, wobei die Momentlichtfunktion solange aktiv bleibt, wie der Schalter gedrückt gehalten wird. Wird die Lampe nun innerhalb von zwei Sekunden ausgeschaltet und der Schalter erneut gedrückt gehalten, liefert sie Dauerlicht im Turbo-Modus – ein Bug, der zuverlässig funktioniert.

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Es grünt so grün, wenn Novas Akkus voll sind.


Stromversorgung/Laufzeittest:

Vier 18650-Akkus versorgen die Lampe mit Strom. Beim Test wurde die Lampe in der hellsten Stufe eingeschaltetet und durch einen Ventilator gekühlt.

Niwalker Nova MM15 012

Die Lampenelektronik erinnert mich ein wenig an mich selbst direkt nach dem Aufstehen – ziemlich chaotisch. Mit den Brillipower- und den Keeppower-Akkus schaltete die MM15 nach etwa zweieinhalb Minuten in die zweite Stufe zurück. Mit den Samsung-Akkus war dies erst nach sechs Minuten der Fall. Spricht dies nun für eine temperaturgesteuerte oder eine zeitgesteuerte Regelung? Beides passt nicht, da Kühlung und äußere Bedingungen jedesmal nahezu identisch waren.
Die Regelung nach dem Herunterschalten geht mit allen Akkus in Ordnung, ohne wirklich überzeugen zu können, da die Lampe auch in der zweiten Stufe über den gesamten Laufzeitraum zwar langsam, aber stetig dunkler wird.
Beim Abschalten, beziehungsweise Nicht-Abschalten verhielt sich die Lampenelektronik divenmäßig. Während beim Betrieb mit den Samsung-Akkus nach 151 Minuten eine Blinkwarnung erfolgte (Akkuspannungen im Leerlauf: 3,49, 3,19, 3,16, 2,98 Volt nach Entnahme), war dies beim Betrieb mit den Brillipower- und Keeppower-Akkus nicht der Fall. Die Brillis habe ich nach drei Stunden mit Leerlaufspannungen zwischen 3,28 und 3,20 Volt gemessen, die Keeppower-Akkus hatten nach drei Stunden 3,01, 2,99, 2,85 und 2,74 Volt ohne Last.
Beim Betrieb mit den Tank007-Akkus griff die Schutzschaltung eines der Akkus. Da diese Versuchsreihe über Nacht lief, habe ich keine Akku-Messwerte, da ich den gerechten Schlaf des Lampenfreunds geschlafen und die Akkus sich über Nacht soweit erholt hatten, dass eine Spanungsmessung ziemlich sinnfrei gewesen wäre.
Die Fragen, die sich mir nach den Testläufen stellen, sind folgende: Erstens: Wie ist die Lampe geregelt? Und zweitens: Ist sie überhaupt geregelt? Ein wenig habe ich das Gefühl, dass die Lampe nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt halbwegs gut geregelt und anschließend ungeregelt oder nur bedingt geregelt läuft und die Leistungsabnahme in erster Linie unmittelbar mit der Entladekurve der verwendeten Akkus zusammenhängt.
Hierzu mal ein Ausschnitt aus dem ersten Diagramm, das die Leistungsabnahme von zehn Minuten nach dem Einschalten an bis zum Testende zeigt.

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Bei einem weiteren Versuch habe ich die Lampe alle 5 Minuten (das eingestellte Intervall, in dem das Luxmeter die Werte abgegriffen hat) hochgeschaltet. Da die Lampe zwischendurch regelmäßig heruntergeschaltet hat, entspricht dieses Diagramm NICHT der tatsächlichen Laufzeit im Turbo-Modus, sondern soll vielmehr die Regelung im Turbo-Modus aufzeigen.

Niwalker Nova MM15 014

Nach 82 Minuten ging die Lampe ohne Vorwarnung aus. Grund dafür war die Schutzschaltung eines der Akkus, die bei 2,83 Volt (ohne Last) gegriffen hatte. Die anderen Akkus habe ich unmittelbar nach Entnahme mit 3,10, 3,08 und 3,06 Volt im Leerlauf gemessen.

Was ich in jedem Fall ausschließen kann, ist eine temperaturgesteuerte Regelung. Denn wäre das der Fall, hätte die Lampe irgendwann mal wieder hochregeln müssen, was sie nicht getan hat, obwohl die Kühlung mehr als ausreichend war und die Lampe in der zweiten Stufe mit dieser Kühlung noch nicht einmal handwarm wurde. Über alles andere mögen sich Leute den Kopf zerbrechen, die von Lampenelektronik mehr verstehen als ich.
Ebenfalls auszuschließen ist, dass die Nova MM15 über eine Abschaltung verfügt. Wenn sie unfreiwillig ausgeht, liegt das definitiv daran, das einer der Akkus in die Schtzschaltung gegangen ist. Vom Betrieb mit ungeschützten Akkus ist daher dringend abzuraten.

Niwalker Nova MM15 015
Der Akkukäfig macht mit seinen Metallstreben einen soliden Eindruck.

 

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Die Kontaktfedern im Lampenkopf.

 

Paratisäe Begleiterscheinungen:
Hierbei geht es um den Strom, den die Lampe in Standby zieht. Aufgrund mangenlder Messmöglichkeiten und Kompetenz habe ich die Lampe 48 Stunden lang im Standby laufen lassen ohne sie einzuschalten, und lediglich die Akkuspannungen im Leerlauf nach diesen 48 Stunden gemessen.
Akku 1: 4,17 Volt. Nach 2 Tagen: 4,15 Volt
Akku 2: 4,16 Volt. Nach 2 Tagen: 4,14 Volt
Akku 3: 4,20 Volt. Nach 2 Tagen: 4,17 Volt.
Akku 4: 4,18 Volt. Nach 2 Tagen: 4,16 Volt
Das Parasitenzeugs dürfte ergo vernachlässigbar sein, ohne dass man allerdings die Entladug aus den Augen lassen sollte. Allzu lange würde ich die Lampe nicht uneingeschaltet im Standby herumliegen lassen. Zumindest sollte man in solchen Fällen die Akkuspannung vor dem Einschalten messen und gegebenenfalls die Akkus nachladen.

Beam:
Das Lichtbild ist sehr gleichmäßig und ausgewogen. Die MM15 ist ein riesiger Fluter, große Reichweiten sind damit allerdings nicht drin. Die maximale Reichweite wird von Niwalker mit 280 Metern angegeben. Die aus dem Wert bei der Luxmessung errechnete Reichweite liegt bei etwa 250 Metern.

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Normalerweise steht hinten an dieser Wand eine Lampen-Zielscheibe. Wie man sehen kann, ist diese nicht an Ort und Stelle, da sie für wichtige Recordings einem Schlagzeug gewichen ist, das seitdem zwar nicht mehr bespielt wurde, da ich bei Live-Gigs kleinere Sets benutze, und das ich zu faul bin, wieder abzubauen. Es ist ja auch ein schönes Kit, und es klingt gut, was ich bildlich jedoch nicht darzustellen vermag. Was ich bildlich hingegen darstellen kann, ist die Ausleuchtung der Niwalker Nova MM15 auf dieses Set aus einem Meter Entfernung. Ganz schön gleichmäßig, oder?


Resümee:
Tja, gar nicht so einfach, über eine Lampe eine Zusammenfassung zu schreiben, zu der man ein persönliches Verhältnis aufgebaut hat. Ich mag die Niwalker Nova MM15, weil sie sich optisch vom derzeit angesagten Einheitsbrei abhebt und auch sonst einiges zu bieten hat. Zunächst natürlich eine gewaltige Nahbereichsausleuchtung, wie sie bei einer Lampe mit Reflektor(en) besser kaum sein könnte. Dazu kommen eine schöne, neutrale Farbwiedegabe und ein UI, das in meinen Augen zwar nicht ideal, aber sehr gut überschaubar und auch für Laien gut nachvollziehbar ist.
Die Lampenelektronik ist allerdings eine Wundertüte. Nach Lust und Laune wird mal früher, mal später heruntergeschaltet, was offenbar von den verwendeten Akkus abhängt. Eine MM15 habe ich übrigens während der Testläufe komplett geschrottet. Sie ging in der zweithellsten Stufe einfach aus und danach nie wieder an. Friede ihrer Asche, aber auch das passt zu meinem ganz persönlichen Eindruck der verwendeten Elektronik-Bausteinchen – wirklich die Uhr danach stellen sollte man vielleicht nicht unbedingt.
Aber wenn die Lampe läuft, was der zweite Probant, ohne zu mucken, trotz der geschilderten Macken, durchgängig tat, macht sie richtig viel Spaß für alle, die eine gepflegte und extrem helle Nahbereichsausleuchtung mögen und nicht das Weite suchen.

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Von links: Niwalker Nova MM15, Lupine Betty TL2 S, Skyray King, Niteye Eye 30, Fire-Foxes FF4.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von einer Sekunde bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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Kontroll-Shot

 

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Niwalker Nova MM15

 

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Lupine Betty TL2 S

 

Niwalker Nova MM15 022
Niteye Eye 30

 

Niwalker Nova MM15 023
Crelant 7G10

 

Niwalker Nova MM15 024
Spark SP6

 

Niwalker Nova MM15 025
Led Lenser X21R.2 fokussiert

 

Niwalker Nova MM15 026
Fenix TK70

 

Niwalker Nova MM15 027
Fire-Foxes FF4

 

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31. August 2014

Taschenlampen-Sommer-Ausgrillen 2014

Gespeichert unter: Startseite — 208730 @ 12:31

Längere Zeit ist hier nichts passiert. Um wieder ein bisschen Leben in die Bude zu bringen, habe ich zumindest mal eine kleine Bildergeschichte vom Ausgrillen auf meiner Ponderosa-Ranch erstellt, damit niemand glauben könnte, ich sei vielleicht verstorben.

Kurz zur Erklärung: Zweimal im Jahr veranstalte ich bei mir ein Grillfest für Leute aus dem Taschenlampen-Forum: im Frühjahr das Taschenlampen-Sommer-Eingrillen, und im Sommer das Taschenlampen-Sommer-Ausgrillen. Dabei wird gegessen, gequatscht und natürlich geleuchtet.
Mitglieder des Forums dürften, gerade, was die Lampenbilder angeht, ähnliche Bilder bereits häufig gesehen haben, für alle anderen ist es vielleicht dennoch ganz interessant.
Aber fangen wir erstmal ganz vorne an…

 

Ausgrillen 2014 001
Die Pre-Opening-Don’t-worry-be-happy-Party fand im kleinen Kreis bereits am Vortag des Ausgrillens statt. Wie man sieht, waren zu fortgeschrittener Stunde alle Lampen schon an.

Zufälle gibt’s: Zwei Tage vor dem Ausgrillen war bei meinem Grill die Wanne aus den Beinen gerostet. Parallel dazu hatten die Gäste hinter meinem Rücken für einen nigelnagelneuen Grill zusammengeschmissen, ohne zu wissen, dass mein alter Grill das Zeitliche gesegnet hatte. Ich wusste natürlich nicht, dass ein neuer Grill im Anmarsch war, und wollte meinerseits einen kaufen. Dass es nicht dazu kam, ist einem weiteren Zufall zu verdanken: Als ich bei einem Telefongespräch mit einem der Gäste beiläufig erwähnte, dass ich einen neuen Grill kaufen musste, wurde die Stimme am anderen Ende der Leitung leicht panisch, und ich hörte die folgenden Worte: „Walter… …egal was passiert… …kauf‘ auf keinen Fall einen Grill!“. Ich ahnte also schon, worauf das hinauslief…

Ausgrillen 2014 002
Und da ist er, der nigelnagelneue schöne Grill. Besser, größer, stabiler und komfortabler als sein Vorgänger.

Traditionell wird beim Ein- und Ausgrillen der Grill natürlich mit einer Taschenlampe angezündet. Das geht nicht? Doch! Mit einer 100-Watt-Halogen-Birne, die überbestromt wird, ist das überhaupt kein Problem. Mit dieser Lampe habe ich bei einem Treffen übrigens auch schon ein Käse-Fondue zubereitet.

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Ein paar neue Sößchen und der Grillanzünder.

 

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Und ab dafür!

 

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Grill ist an.

 

Ausgrillen 2014 006
Ein paar Gäste.

 

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Und noch ein paar andere Gäste. Da das Treffen in die Urlaubszeit fiel und diesmal relativ kurzfristig angesetzt worden war, waren diesmal nicht ganz so viele Leute da wie sonst. Unseren Spaß hatten wir trotzdem.

 

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Mist, da lässt man den Grill mal eine Minute aus den Augen, und schon passiert sowas! Ist natürlich Quatsch, wir hatten eine Nebelmaschine am Start.

 

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Auch die Zeit für Nostalgie durfte nicht fehlen.

 

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Laser und Nebel passen übrigens gut zusammen.

 

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Noch ein Spielkind…

 

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Gemütliche Stimmung beim romantischen Licht der Gaslaternen.

 

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Scheiß‘ was auf Romantik!

 

Ausgrillen 2014 014
Oder doch nicht? Kann es etwas Romantischeres geben, als eine schöne Frau mit einem Küchengerät?

 

Ausgrillen 2014 015
Beim Warmleuchten.

 

Ausgrillen 2014 016

Ausgrillen 2014 017
Zu fortgeschrittener Stunde wurde der Grill nochmal angeschmissen.

Wenn Gäste und Gastgeber des Speisens überdrüssig geworden sind, gehen sie aufs freie Feld und leuchten. Manchmal werden auch sogenannte „Beamshots“ gemacht. Dabei handelt es sich um die Leuchtbilder der Lampen, um sie miteinander vergleichen zu können. Menschen außerhalb unseres kleinen Lampen-Universums halten uns deswegen für gestört, gemeingefährlich und nur bedingt zurechnungsfähig. Denen möchte ich einige Gegenfragen stellen: Wozu sammelt man Briefmarken? Was ist der Sinn des Lebens? Wieviel ist Drei mal Drei?

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Einige Eigenbauten der Gäste.

 

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Nein, das ist diesmal kein Laser, sondern eine Taschenlampe. Okay, vielleicht eine etwas größere Taschenlampe.

 

Ausgrillen 2014 020
Wir brauchen mehr Licht!

 

Ausgrillen 2014 021
Diese Geste ist durch einen jamaikanischen Sprinter ziemlich bekannt geworden. Okay, er hat vielleicht etwas weniger Hüftspeck als unser Bogenschütze…

 

Ausgrillen 2014 022
Abgeräumt wird Morgen. Gute Nacht!

 

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