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7. Oktober 2012

JETBeam DDC20

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 20:00

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Ein wenig fühle ich mich beim Einschalten der JETBeam DDC20 in die Zeit zurückversetzt, in der mein Vater von Opel seine erste Digitaluhr für seine tausendjährige Betriebszugehörigkeit geschenkt bekam. Ich war damals knapp den Windeln entwachsen und kann mich noch gut an die dunkle Anzeige mit den leuchtend roten Zahlen erinnern. Genau dieses Rot und genau diese Zahlen, gebildet aus lustigen digitalen Strichelchen, finden sich bei der neuesten JETBeam-Kreation im Display wieder. Ja, ihr habt richtig gelesen: Im Display, denn über ein ebensolches verfügt die DDC20 und ist damit die erste Lampe ihrer Art. Was angesichts der zurzeit unsicheren Situation bei JETBeam unter Beweis stellt: Totgesagte leben länger.


Verpackung/Lieferumfang:
Da die Lampe bei mir noch vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland, Europa, Eurasien und Wer-weiß-noch-sonstwo eintraf und ohne jegliche Dreingaben geliefert wurde, kann ich derzeit leider nichts dazu sagen.

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Wenn ich schon nicht weiß, was im Lieferumfang inbegriffen ist, bekommt ihr an dieser Stelle wenigstens den Größenvergleich mit einem Streichholz.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 130 mm
Reflektoröffnung: 17,5 mm
Breite Kopf: 26 mm
Durchmesser Tail: 23,5 mm
Gewicht: 78 g
Gewicht mit Akku: 126 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Löcher für Lanyard: ja, Schlitze und Löcher am Tail und am Clip.
wasserdicht: laut Hersteller gemäß IPX-8. Beim Unterwassertest drang allerdings Wasser ins Batterierohr ein, wie ich vermute, hinten am Tail. Ob dies ein Einzelfall ist, weiß ich nicht, aber angesichts der hohen Qualität, die ansonsten von JETBeam abgeliefert wird, hoffe ich, dass dem so ist.
Ansonsten ist der erste Eindruck hervorragend. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau angesiedelt. Das einzig schraubbare Gewinde zum Lampenkopf läuft von der ersten Umdrehung an spielfrei, die Anodisierung ist erstklassig. Die gewohnte JETBeam-Qualität findet sich auch bei der DDC20 wieder.

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Der Clip ist hochwertig und sieht edel aus. Beim Testmodell ließ sich der Ring, an dem der Clip befestigt ist, drehen, aber nicht abschrauben. Ob das so gewollt ist, oder ob der Ring eigentlich fest sein sollte weiß ich nicht. Wie dem auch sei, ich vermute, dass an dieser Stelle das Wasser beim Test eingedrungen ist.

 

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Praktisch: Die Lampe kann auf herkömmlichen Kamerastativen befestigt werden.


Leuchteinheit:
Eine Cree-XM-L-G2-LED dient als Leuchtmittel. Der Reflektor ist ein OP aus Aluminium, über die Beschaffenheit der Glas-Frontlinse macht JETBeam keine Angaben. Bei dem, was ich von JETBeam gewohnt bin, gehe ich allerdings davon aus, dass es sich nicht um popeliges Fensterglas handelt.

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Frontansicht der DDC20.


Das Digitaldisplay
Nach dem Einschalten zeigt die DDC20 zunächst die Leuchtstufen an. Dabei steht „H“ für die hellste, „E“ für die mittlere, „L“ für die dunkelste und „S“ für den Strobe-Modus. In allen Leuchtstufen (außer im Strobe-Modus) wechselt die Anzeige nach fünf Sekunden auf die Restkapazität des Akkus, die in Zahlen von 0 bis 9 angegeben ist. 9 steht für maximale, 0 für minimale Kapazität.

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Stromversorgung/Laufzeittest:
Die DDC20 kann wahlweise mit zwei CR123-Batterien, zwei 16340-LiIon-Akkus oder einem 18650-Akku befeuert werden. JETBeam gibt den Spannungsbereich, in dem die Lampe betrieben werden kann, mit 3 bis 8,4 Volt an.
Der Test erfolgte mit mehreren Akkus. Zum Einsatz kamen zwei AW-18650-Akkus mit einer Kapazität von 2.600mAh, ein geflammter Trustfire-18650-Akku mit einer Kapazität von 2.400mAh, ein ungeschützter Ultrafire-18650-Akku mit einer Kapazität von 2.400mAh und zwei AW-LiIon-16340-Akkus mit einer Kapazität von 750mAh. Die Lampe wurde bei allen Testläufen in der hellsten Stufe betrieben und durch einen Ventilator gekühlt.

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Die Akku-Probanden für den Test.

Laufzeitmessung:
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Im digitalen Display zeigte die Kapazitätsanzeige folgendes:
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Allen Akkus gemein war, dass die Lampe beim Umschalten auf Stufe „0“ schlagartig auf 600 Lux abfiel und die „0“ im Display zu blinken begann. Die Laufzeiten der getesteten Akkus und die Leerlaufspannung bei Entnahme im einzelnen:
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Was sagen uns diese ganzen Zahlen nun? Einerseits natürlich, dass ich ein Tabellenfetischist bin. Aber das steht hier nicht zur Debatte. Auffällig ist, dass bei den Trustfire- und Ultrafire-„Budget“-Akkus die Anzeige bereits nach 26 bzw. 17 Minuten auf Stufe 1 gefallen war und die Lampe mit beiden Akkus anschließend noch eine Stunde in dieser Stufe lief, bis das Herunterschalten auf Stufe 0 erfolgte. Mit dem Ultrafire-Akku startete die Lampe erst gar nicht in Stufe 9, sondern in Stufe 7. Bei den qualitativ hochwertigen Akkus dagegen schaltet die Anzeige im Display gleichmäßig über den gesamten Laufzeitraum herunter und gibt einen relativ guten Aufschluss darüber, wie es um die Restlaufzeit bestellt ist. Offenbar wird also hier die Akkuspannung gemessen, die bei den günstigen Akkus deutlich schneller in den Keller geht als bei den hochwertigen und im Display somit eher niedrige Werte angezeigt werden.
Allen Testläufen gemein war, dass die Lampe erst ab Stufe 1 begann, dunkler zu werden. Ebenfalls allen Testläufen gemein war, dass das Herunterschalten in Stufe 0 zu einem Zeitpunkt erfolgte, der für die Akkus unkritisch ist.
Die Lampe ist exzellent geregelt. Im Dauerbetrieb in der hellsten Stufe wird sie ohne Kühlung nach einigen Minuten zwar lecker warm, dennoch würde ich ihr im Praxisbetrieb mit Kühlung durch die Umgebungsluft und den Blutkreislauf durchaus das Siegel „Dauerbetriebsfest“ aufstempeln wollen.

Bedienung:
Eingeschaltet wird die DDC20 mit einem Schalter/Taster seitlich unterhalb des Lampenkopfs. Die Lampe verfügt über drei Helligkeitsstufen und einen Strobe-Modus. Um Dauerlicht zu aktivieren, muss der Schalter zirka 2 Sekunden gedrückt gehalten werden. Dann startet die Lampe im hellsten Modus, der mit 500 Lumen für zwei Stunden angegeben ist. Ein kurzer Click wechselt in die mittlere Leuchtstufe (angegeben mit 100 Lumen für 15 Stunden), ein weiterer kurzer Klick in die dunkle (angegeben mit 10 Lumen für 60 Stunden). Beim nächsten kurzen Klick ist man wieder in der hellsten Stufe. Ein Doppelklick aktiviert den Strobe-Modus (500 Lumen ohne Laufzeitangabe), aus dem man durch einen kurzen oder einen Doppelklick wieder in die davor aktivierte Helligkeitstufe gelangt. Das direkte Einschalten im Strobe-Modus ist nicht möglich. Drücken und Halten schaltet die Lampe aus. Eine Memory-Funktion gibt es nicht; die Lampe schaltet immer in der hellsten Stufe ein.
Momentlicht ist ebenfalls möglich. Allerdings wird bei der DDC20 der Begriff „Momentlicht“ nur allzu wörtlich genommen. Denn, wie eingangs erwähnt: Wenn man den Schalter länger als zwei Sekunden gedrückt hält, wird Dauerlicht aktiviert.

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Der Schalter (Taster).


Beam:
Bedingt durch die Kombination aus kleinem OP-Reflektor und XM-L-LED ist der Beam bereits auf kürzeste Distanzen recht ausgewogen. Der Hotspot geht dabei weich in den Spill über. Auf weitere Entfernungen liefert die DDC20 ein rundes, sauberes Lichtbild.

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„White-wall-beamshot“ der DDC20.


Resümee:
Die JETBeam DDC20 ist eine Lampe, die sich viele Nutzer gewünscht haben. Verarbeitungsqualität und Regelung bewegen sich auf höchstem Niveau. Und ganz ehrlich – ich hätte von JETBeam auch nichts anderes erwartet – mal abgesehen von der Wasserundichtigkeit beim Testmodell, die (hoffentlich) ein Einzelfall ist. Die Digitalanzeige ist ein nützliches Feature, wobei bei drei Leuchtstufen nicht wirklich wichtig ist, durch einen Buchstaben angezeigt zu bekommen, in welchem Modus sich die Lampe gerade befindet. Das schaffen selbst meine blinden Augen auch noch ohne Digitalanzeige. Aber das Anzeigen der Leuchtstufen währt ja auch immer nur kurz. Nach fünf Sekunden schaltet die Anzeige um und informiert über die Restkapazität des/der Stromversorger/s. Und auch, wenn diese Anzeige noch längst nicht perfekt ist – mit qualitativ hochwertigen Akkus funktioniert sie hervorragend. Die sollten es dann allerdings auch schon sein, denn mit Billig-Akkus ist die Anzeige nur noch die Hälfte wert. Der Preis für die DDC20 liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Tests bei 95 US-Dollar (Stand: Oktober 2012). Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Niteye www.niteyelight.com bzw. www.niteye.com

JETBeam DDC20 019
Größenvergleich. Von links: Fenix TK15, JETBeam DDC20, Spark SL6, Maglite XL100, Xeno E03, Thrunite Ti.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

JETBeam DDC20 020
Kontroll-Shot

 

JETBeam DDC20 021
JETBeam DDC20 low

 

JETBeam DDC20 022
JETBeam DDC20 mid

 

JETBeam DDC20 023
JETBeam DDC20 high

 

JETBeam DDC20 024
Powertac Warrior

 

JETBeam DDC20 025
Spark SL6-740NW

 

JETBeam DDC20 026
Lumapower D-Mini EX2

 

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