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4. November 2012

Niteye MSA20

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Das Bedienkonzept der Niteye MSA20 ist durchaus als ungewöhnlich zu bezeichnen. Aber wenn man damit ein bisschen herumspielt, ist es schlichtweg genial.


Verpackung/Lieferumfang:
In einem stabilen Pappkarton sind die Lampe, ein Trageclip, zwei Ersatz-O-Ringe, eine Bedienungsanleitung und eine Garantiekarte enthalten.

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Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 154 mm
Reflektoröffnung: 17 mm
Durchmesser Kopf: 24 mm
Durchmesser Tail: 24 mm
Gewicht: 98 g
Gewicht mit Akkus: 152 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nur mit montiertem Tageclip.
Löcher für Lanyard: im Tageclip.
wasserdicht: durch Praxistest geprüft.
Die Lampe macht einen soliden und robusten Eindruck. Man merkt, dass man mit der MSA20 „etwas in der Hand“ hat. Alle beweglichen Teile wirken sehr gut aufeinander abgestimmt und sind nicht minder gut verarbeitet.

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Innenansicht Lampenkopf.

 

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Solide Wandstärke des Batterierohrs.

 

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Lediglich bei den allerersten Windungen weist das Tailcap-Gewinde leichtes Spiel auf. Beim weiteren Zudrehen läuft es rund, stramm und gleichmäßig.

 

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Die Tailcap macht mit 30 Gramm rund ein Drittel des Gesamtgewichts der Lampe aus.

 

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Mit halbrunden Clips stehe ich auf Kriegsfuß, denn sie lösen sich gerne von der Lampe. Bei der MSA20 war das auch der Fall. Erst nach einer ausgedehnten Biegebehandlung war der Clip willig, die Lampe nicht mehr herzugeben.

 

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Beclipste MSA20.


Leuchteinheit:

Zum Einsatz kommt eine Cree XM-L-U2-LED. Der Reflektor ist ein OP aus Aluminium, die Frontlinse besteht aus Glas, über dessen Vergütung der Hersteller keine Angaben macht.

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Stromversorgung/Laufzeittest:

Betrieben werden kann die MSA20 mit zwei AA-Batterien oder zwei AA-Akkus. Beim Test lief die Lampe mit maximaler Leistung. Als Stromversorger kamen zunächst zwei Sanyo-Eneloop-Akkus mit einer Kapazität von 2.000mAh ins Batterierohr. Gekühlt wurde die Lampe durch einen Ventilator.

Laufzeitmessung Sanyo Eneloop:
Beim Einschalten: 1.820 Lux
nach 5 Minuten: 1.800 Lux
nach 10 Minuten: 1.780 Lux
nach 20 Minuten: 1.770 Lux
nach 30 Minuten: 1.760 Lux
nach 40 Minuten: 1.760 Lux
nach 50 Minuten: 1.740 Lux
nach 60 Minuten: 1.740 Lux
nach 70 Minuten: 1.740 Lux
nach 80 Minuten: 1.720 Lux
nach 90 Minuten: 1.690 Lux
Nach 98 Minuten wurde die Lampe schnell dunkler, die Werte sanken bis auf unter 1.000 Lux. Die Akkus wurden entnommen und mit 1,03 und 1,06 Volt gemessen.

Laufzeitmessung AA-Alkaline:
Beim Einschalten: 1.820 Lux
nach 5 Minuten: 1.780 Lux
nach 10 Minuten: 1.730 Lux
nach 15 Minuten: 1.680 Lux
nach 20 Minuten: 1.600 Lux
Nach 30 Minuten und angezeigten 1.400 Lux begann die Lampe, in schnellen Intervallen zu blinken. Blinkenderweise wurde die Lampe dabei immer dunkler. Nach 40 Minuten und 40 Blinklux habe ich die Batterien von der Lampe erlöst.

Fazit: Die Regelung ist zwar nicht perfekt, aber der Verlust hält sich dezent in Grenzen und liegt nach anderthalb Stunden gerade mal bei etwas mehr als fünf Prozent. Da gibt es nicht wirklich etwas zu meckern.
Der Betrieb mit Alkaline-Batterie zeigt einmal mehr, dass sie für Hochleistungstaschenlampen allenfalls als Notnagel in Frage kommen. Nichtsdestotrotz ist der Betrieb möglich, und wenn man die Lampe immer nur kurz in der hellen Stufe betreibt, kann sie durchaus auch eine Nachtwanderung durchhalten.

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Taschenlampen-Tests deckt gnadenlos auf. Während die Lampe mit Eneloops hervorragend harmoniert, sind Alkalines allenfalls als Notlösung anzusehen, da sie in der Spannung schnell einbrechen.


Bedienung:

Eingeschaltet wird die Lampe mit einem Schalter in der Tailcap. Dieser schaltet die Lampe direkt ein, Momentlicht ist nicht möglich. Die Leuchtstufen werden mit einem Magnetdrehring angewählt, der ebenfalls Bestandteil der Tailcap ist. Leute, die die Lampe in einer taktischen Haltung verwenden, haben hier also alles in einer Hand, zumal der Drehring griffig und leichtgängig genug ist, um problemlos mit den Fingern der Hand, die die Lampe hält, gedreht zu werden.
Der Drehring rastet in vier Stellungen ein. Ganz links befindet sich Strobe. Dreht man den Ring im Uhrzeigersinn weiter, gelangt man nacheinander in die „Aus“-Stellung, in „Custom-Low“ und in „High“.
„Custom-Low“ kann vom Benutzer von 8 bis 150 Lumen programmiert werden. Das geht ganz einfach: Wird der Einschaltknopf in dieser Stufe gedrückt gehalten, rampt die Lampe herunter (und beim nächsten Mal wieder hoch). Ist die gewünschte Helligkeit erreicht, einfach den Schalter loslassen, und diese Leuchtstufe wird als Dauerlicht gespeichert. Die helle Leuchtstufe ist nicht programmierbar und wird von Niteye mit 300 Lumen bei einer Laufzeit von einer Stunde angegeben.
Das eingentlich Interessante aber ist, dass die Lampe nicht nur mit dem Schalter eingeschaltet werden kann; auch der Drehring schaltet die Lampe unmittelbar ein. Was für den Strobe-Modus bedeutet, dass er aus der Aus-Stellung direkt durch Drehen des Magnetrings erreicht werden kann und die Lampe somit die einzig sinnvolle Berechtigung für das Vorhandensein von Strobe erfüllt: die Direktanwahl.
Aber auch bei der normalen Bedienung bietet die Kombination aus Einschalten durch Schalter oder wahlweise Drehring praktikable Einsatzmöglichkeiten. Wenn man zum Beispiel bei laufendem Betrieb von Custom-Low auf High wechseln möchte, dreht man einfach den Drehring eine Stufe weiter. Der Wechsel zurück funktioniert natürlich ebenso. Will man die Lampe nach dem Ausschalten in der gleichen Stufe wieder einschalten, betätigt man einfach den Schalter. Will man die Lampe hingegen nach dem Ausschalten in der anderen als der zuletzt gewählten Stufe einschalten, dreht man den Drehring in die entsprechende Richtung. Das ist ebenso genial wie einfach, vorausgesetzt, man weiß noch, in welcher Stufe man die Lampe zuletzt ausgeschaltet hat.

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Mit dem Heckschalter wird die Lampe eingeschaltet. Die „Aus“-Stufe bietet dabei eine Sicherheit gegen ungewolltes Einschalten im Rucksack oder in der Tasche. Denn in dieser Stellung geht die Lampe immer nur kurz in die Kapazitätsanzeige. Eingeschaltet werden kann sie aus dieser Stellung heraus nur mit dem Drehring.

 

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Womit wir bei selbigem wären. Die einzelnen Stufen rasten sauber ein, dabei dreht sich der Ring leicht genug, um in einer taktischen Hasltung mit einer Hand bedient zu werden, aber auch schwer genug, um sich nicht selbständig zu verstellen.


Die Sache mit der Restkapazität
Die „Aus“-Stellung bietet eine Besonderheit: Für zwei Sekunden leuchtet die Lampe in einer Art „Moonlight-Mode“, während hinten im Tail eine LED die Restkapazität der Stromversorger anzeigt. Wenn die LED grün leuchtet, ist noch genügend Restkapazität vorhanden; leuchtet sie rot, ist kaum noch Restkapazität vorhanden. In der Praxis äußerte sich das so, das die LED beim Betrieb mit Eneloops erst dann auf Rot wechselte, als die Lampe schon beim schnellen Herunterdimmen war. Beim Batteriebetrieb wechselte die LED nach 27 Minuten auf Rot, drei Minuten später begann die Lampe zu blinken. Eine Praxisrelevanz ist dadurch in meinen Augen nicht gegeben, denn die Lampe zeigt einem zu einem Zeitpunkt an, dass die Kapazität der Stromversorger erschöpft ist, an dem man es schon längst selbst gemerkt hat. Haken wir diese „Anzeige“ also einfach als Gimmick ab.

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Beam:
Bereits auf kurze Entfernungen ist das Lichtbild recht homogen. Der Hotspot geht weich in den Spill über. Auf mittlere und etwas weitere Entfernungen liefert die Lampe eine gleichmäßige Ausleuchtung mit einer ansprechenden, aber nicht allzu hohen Reichweite und jeder Menge Streulicht.

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„White-wall-beamshot“ der MSA20.


Resümee:
Die Niteye MSA20 ist eine Lampe, die Spaß macht. Das Bedienkonzept mit einer Mischung aus Schalter und Drehring erlaubt den direkten und schnellen Zugriff auf alle Modi, wobei die Helligkeit der „Custom-Low“-Stufe vom Benutzer programmiert werden kann. Diese Programmierung ist simpel und geht in Sekundenschnelle, sodass die zweite Leuchtstufe bei Bedarf auch im Dunkeln schnell umprogrammiert werden kann. Die Gesamtverarbeitung ist astrein, und auch die Regelung kann bei einem Verlust von etwas mehr als fünf Prozent über die Laufzeit gegenüber der Ausgangshelligkeit als sehr gut bezeichnet werden. Für alle Nutzer, die nicht auf die LiIon-Technologie umsteigen wollen und dennoch eine handliche und helle Lampe suchen, ist die MSA20 eine echte Alternative. Vom Betrieb mit Alkalines ist eher abzuraten, da die Batterien unter Vollast schnell einknicken. Gute Akkus oder Lithium-Batterien sollten es schon sein. Die Kapazitätsanzeige ist allerdings nur ein Gimmick, da sie erst dann auf Rot wechselt, wenn die Kacke schon richtig am Dampfen ist. Vom Trageclip bin ich ebenfalls nicht überzeugt, denn diese Art Clip löst sich im rauhen Betrieb gerne mal von der Lampe. Erhältlich ist die MSA20 zu einem Preis von knapp 70 Euro (Stand: November 2012). Das Testmodell wurde freundlicherweise von Niteye www.niteye bzw. www.niteyelight.com zur Verfügung gestellt. Auf diesen beiden Seiten finden sich auch weitere Infos zur Lampe. Erhältlich ist die Lampe unter anderem hier

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Größenvergleich. Von oben nach unten: Niteye MSA20, EagleTac P20A2 MKII, Fenix LD20, Solarforce L2.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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Niteye MSA20

 

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Spark SL5-220CW (LiIon 14500)

 

Niteye MSA20 020
EagleTac P20A2 MKII (XP-G)

 

Niteye MSA20 021
Zebralight SC600 (High 2, 330 Lumen)

 

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