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3. Dezember 2012

Südlicht Investigator S4

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Die Investigator S4 von Südlicht ist nicht wirklich Up-to-date, aber für Nicht-Lampenfreaks eine gute Alternative zur Halogenbirnchen-Lampe.

 

Bevor es richtig losgeht, zunächst ein paar Informationen zu Südlicht, da diese Firma den meisten weitestgehend unbekannt sein dürfte. Sitz der noch jungen Firma, die mit der hier getesteten Investigator S4 Ende zu Beginn dieses Jahres die erste Lampe herausgebracht hat, ist das Baden-Württembergische Wertheim. Global gesehen wird die Lampe nicht unweit des Firmensitzes gefertigt, nämlich in China, nach Vorgaben von Südlicht.

 

Verpackung/Lieferumfang:
In einer dünnen Kunstoffverpackung mit Sichtfenster sind die Lampe, vier AAA-Batterien zum Betrieb, ein Lanyard und eine Bedienungsanleitung in deutscher und englischer Sprache enthalten.

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Lieferumfang der Investigator S4.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 142 mm
Reflektoröffnung: 32 mm
Durchmesser Kopf: 40,5 mm
Durchmesser Tail: 34,5 mm
Gewicht: 168 g
Gewicht mit Akkus: 216 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: ja, Schlitze in der Tailcap.
wasserdicht: laut Hersteller nach IP 67 wasser- und staubdicht. In der Praxis zeigte die Lampe, das sie mehr kann. Den Unterwassertest überstand sie unbeschadet.
Rein äußerlich macht die Investigator S4 keinen schlechten Eindruck. Die Gewinde laufen ordentlich, und mit ein wenig Fett sogar noch ordentlicher.

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Kleiner Schönheitsfehler. Der innere Rand des Bodys wurde nicht durchgängig/minderwertig anodisiert. Der Funktion tut’s keinen Abbruch.

 

 

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Ein Außengewinde an der Tailcap ist eher ungewöhnlich, aber warum nicht?

 

 

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Die Kühlrippen wirken auf mich leicht martialisch. Sicherlich Geschmackssache, ich finde es jedenfalls gar nicht schlecht.

 

 

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Innenansicht Lampenkopf.


Leuchteinheit:
Eine Cree-XP-G-LED sitzt in einem SMO-Reflektor aus Aluminium. Die Frontlinse besteht aus Kunstoff und trübt den ansonsten ganz guten Gesamteindruck. Hier wurde an der falschen Stelle gespart, da eine Kunstofflinse wesentlich schneller verkratzt als eine Glaslinse.

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Die Investigator S4 von vorne.

 

 

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Und nochmal ohne Lampenkopf.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben wird die Lampe mit 4 AAA-Batterien/Akkus, die in ein Magazin eingesetzt werden. Zum Test wurde das Magazin sowohl mit Akkus als auch mit Batterien bestückt.

Laufzeitmessung Akkus (Sanyo Eneloop, 750mAh):
Beim Einschalten: 11.400 Lux
nach 5 Minuten: 9.300 Lux
nach 10 Minuten: 9.000 Lux
nach 20 Minuten: 9.000 Lux
nach 30 Minuten: 8.800 Lux
nach 40 Minuten: 8.400 Lux
nach 50 Minuten: 6.800 Lux
nach 60 Minuten: 3.200 Lux
Die Akkus wurden entnommen und im Leerlauf im Bereich zwischen 1,07 und 1,09 Volt gemessen. Ende des Tests.

Laufzeitmessung Batterien (Aerocell-Alkaline):
Beim Einschalten: 10.200 Lux
nach 5 Minuten: 8.100 Lux
nach 10 Minuten: 7.400 Lux
nach 20 Minuten: 6.300 Lux
nach 30 Minuten: 5.800 Lux
nach 40 Minuten: 1.000 Lux
nach 50 Minuten: 600 Lux
nach 60 Minuten: 500 Lux
Testabbruch wegen Funzelei.

Fazit: Auf eine Regelung wurde verzichtet. Mit guten Akkus hat die Lampe zwar so etwas wie eine „Pseudo-Regelung“ – allerdings nur aufgrund des geringeren Innenwiderstands der Akkus. Die Art der Stromversorgung finde ich persönlich wenig gelungen. Für Schlüsselbundlampen mag das Triple-A-Format ja durchaus okay sein, aber dann hört’s auch schon auf. Eine Hochleistungs-Taschenlampe mit dieser Stromversorgung auszustatten ist vergleichbar damit, einen Ferrari mit Kuhmist anzutreiben.

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Das Batteriemagazin.

 

 

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Bei Tag ist der Akku/Batteriewechsel kein Problem. Bei Nacht kannn das allerdings in ziemliches Gefummel ausarten.


Bedienung:
Der Schalter ist als Reverse-Clicky ausgelegt. Einmaliges Drücken schaltet die Lampe in der helleren der beiden verfügbaren Stufen (angegeben mit 250 Lumen) ein, ein weiterer Druck wechselt in den dunklen Modus (angegeben mit 20%), beim nächsten Drücken wird die Lampe ausgeschaltet. Ein Doppelklick aktiviert den Strobe-Modus, egal in welchem Modus die Lampe sich befindet und ob sie ein- oder ausgeschaltet ist. Was bedeutet: Strobe kann in jeder Situation direkt angewählt werden, was die einzig sinnvolle Berechtigung für diesen Modus legitimiert.

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Die Tailcap.

 

 

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Tailcap von innen.


Beam:
Der Lichtkegel ist ziemlich spotbetont, wobei sich ein relativ kleiner Hotspot mit einer kleinen Corona weich vom Sidespill absetzt.

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„White-wall-beamshot“ Südlicht Investigator S4.


Resümee:
Die Südlicht Investigator S4 ist definitiv keine Lampe für Lampenbekloppte. Auf eine Regelung wurde komplett verzichtet, mit AAA-Zellen wurde die denkbar schlechteste Stromversorgung auf diesem Planeten gewählt (okay, Knopfzellen würden das noch toppen), und bei der Frontlinse wurde gespart.
Angesprochen werden eher diejenigen Nutzer, die ihre Taschenlampe im Elektronik-Markt oder im Baumarkt kaufen. Diese Zielgruppe möchte es möglichst einfach und zieht eine Lampe, die lange läuft und dabei immer dunkler wird, einer geregelten Lampe mit kürzerer Laufzeit vor. Darüberhinaus können zwei Sätze Batterien zum Betrieb im Supermarkt bereits für weniger als zwei Euro erworben werden.
Eine Lampe wie die Investigator S4 muss man auf jeden Fall von zwei Seiten betrachten. Aus der Sicht des Flashaholics ist sie, ausgenommen die ordentliche Gesamtverarbeitung, eine ziemliche Katastrophe. Der Normalnutzer dürfte von der Lampe begeistert sein und mit ihr viele fröhliche Stunden verbringen.
Was weder Flashaholic noch Normalnutzer freuen dürfte, ist der Akku/Batteriewechsel. Im Hellen ist das kein Problem, aber wer das Magazin bei Dunkelheit befüllen möchte, wird sich vor Wut in den Arsch beißen.
Erhältlich ist die Lampe zu einem Preis zwischen 40 und 50 Euro (Stand: Dezember 2012). Zur Verfügung gestellt wurde das Testmodell freundlicherweise von Südlicht www.südlicht.org Unter dieser Adresse sind auch weitere Infos zur Lampe zu finden.

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Größenvergleich. Von links nach rechts: Led Lenser M14, Tiablo A9, Wolf-Eyes Night-Hunter, Südlicht Investigator S4, Solarforce L2P, Zebralight SC600.

 

 

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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Kontroll-Shot

 

 

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Südlicht Investigator S4 Low

 

 

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Südlicht Investigator S4 High

 

 

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EagleTac P20A2 MKII

 

 

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Tank007 TR01

 

 

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Fenix TK15

 

 

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