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5. Januar 2013

Lampe des Jahres 2012

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2012 war aus meiner Sicht ein sensationelles Jahr. Sensationell deshalb, weil nicht schon wieder eine noch hellere und noch tollere LED auf den Markt gekommen ist. Was dazu geführt hat, dass viele Hersteller einfach mehrere XM-L-LEDs in immer größere Gehäuse gepackt haben, um den Markt zumindest mit noch helleren und noch tolleren Lampen totzusch(m)eißen.

Der 26650-Akku, vor einem Jahr noch ein Exot, ist mittlerweile die Standardstromquelle bei vielen neuen Lampen, die zwar noch größtenteils von den Lampenbekloppten gekauft werden, aber innerhalb der nächsten Jahre wohl auch vermehrt Einzug in die Wohnzimmer der Normalnutzer halten werden.

Eine Reihe neuer Hersteller wollte nicht nur ein Stück vom großen Lampenkuchen abhaben, sondern knabbert bereits kräftig daran. Was gleichzeitig zwei Entwicklungen mit sich gebracht hat: Erstens: Keiner kann es sich mehr leisten, irgendwelchen Schrott zu produzieren, sofern er sich auch langfristig erfolgreich auf dem Markt halten möchte, was nicht nur die Flashaholics erfreuen dürfte. Und zweitens: Der Markt wird immer unüberschaubarer, da nicht nur die neuen Hersteller, sondern auch die etablierten ihr Produktportfolio regelmäßig um Lampen gleichen Typs und verschiedenen LEDs, Lampen gleichen Typs und LEDs, aber verschiedenen Stromversorgern oder aber Lampen gleichen Typs und LEDs sowie gleichen Stromversorgern aber noch einer LED mehr, erweitern. Und wem das alles nicht reicht, kann sogar die gleichen Lampen von verschiedenen Herstellern erwerben, wie das bei einigen Lampen von JetBeam und Niteye der Fall ist.

Was es mir, liebe Freunde dieser fabulösen Seite (nein, nicht „Freunde und Freundinnen“ oder „Leser und Leserinnen“. Diese furchtbare Unsitte, an alles ein „innen“ anzuhängen – „Bürger und Bürgerinnen“, „Würger und Würgerinnen“ – kommt bei mir nicht in die Tüte. Frauen sind, auch im Zuge der Emanzipation, weiterhin „Bürger“, denn dies ist der Oberbegriff).
Was es also mir, liebe Fans und Fanninnen dieser fabulösen Seite, nicht einfacher macht, die Lampe des Jahres zu küren. Waren es im Vorjahr schon etliche Lampen, die ich noch nie in der Hand hatte, war es diesmal sogar nur ein Bruchteil von dem, was alles neu auf den Markt gekommen ist, das ich testen konnte.
Was wiederum zur Folge hat, das etliche Lampen, die vielleicht ebenfalls unter die „Top 5“ hätten kommen können, noch nie durch meine Fingerchen gewandert sind. Dementsprechend ist diese Lampen-Hitparade lediglich das Ergebnis einer subjektiven Einschätzung der Lampen, die tatsächlich durch meine Fingerchen gewandert sind.

 

 

 

 

 

 

Platz 5: Peak Eiger 10180 Small Mule
Peak Eiger 10180 Small Mule 002
Länge: 41 mm
Durchmesser Kopf: 13,5 mm
Durchmesser Tail: 13,5 mm
Gewicht: 19 g
Gewicht mit Akku: 22 g
Tailstand: ja
Rollschutz: nein
LED: Cree XP-G2
Stromversorgung: 1x 10180 LiIon

Nie war der Begriff „Hosentaschenfluter“ passender als bei der winzigen Peak Eiger. Kleiner als ein Streichholz, liefert sie ein absolut gleichmäßiges Licht, mit dem man ganze Räume ausleuchten kann. Die perfekte Lampe für den Nahbereich hat es locker in meine Top-5 des Jahres geschafft.

 

 

 

Platz 4: Powertac Warrior
PowerTac Warrior 001
Länge: 154 mm
Reflektoröffnung: 29 mm
Durchmesser Kopf: 36,5 mm
Durchmesser Tail breiteste Stelle: 33 mm
Gewicht: 165 g
Gewicht mit Akku: 211 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt
Tailstand: ja
Rollschutz: ja
LED: Cree XM-L
Stromversorgung: 1x 18650, 2x CR123

Manchmal sind es besondere Ereignisse, die einer Lampe ihren Platz in der Bestenliste bescheren. Denn das Bedienkonzept der Powertac Warrior, bei dem Strobe ins reguläre UI integriert ist, ist alles andere als hitverdächtig und führt eigentlich zur Disqualifikation. Doch bei dieser Lampe war es ein solch besonderes Ereignis, das mich hat über diese Schwäche hinwegsehen lassen.
Bei einem Beamshooting ließ sich die Lampe plötzlich nicht mehr einschalten. Grund, wie ich erst später bemerkte, war, dass sich der Drehring in der Endkappe gelockert hatte, sodass der Schalter keinen Kontakt mehr herstellte. Jedenfalls lief das Mistding bei der Fotosession nicht, und nachdem ich die Lampe zum fünften Mal vergeblich versucht hatte einzuschalten, habe ich sie mit Schmackes auf die Wiese gepfeffert und dabei zufällig einen metallenen Wäschepfosten getroffen, was bei der Lampe sichtbare Kampfspuren hinterlassen hat. Der Funktion indes tat das keinen Abbruch. Nachdem der Fehler lokalisiert war, funktionierte die Powertac Warrior wieder wie am ersten Tag. Dieser schöne Beweis der Robustheit hat ein inniges Verhältnis zwischen der Lampe und mir geschaffen. Nicht vorenthalten möchte ich euch das Firmenvideo zur Lampe. Wer seine Lampen liebt, sollte es sich allerdings nicht anschauen.

 

 

 

Platz 3: Spark SP6
Spark SP6 001
Länge: 272 mm
Reflektoröffnung: 73 mm
Durchmesser Kopf: 82 mm
Durchmesser Tail: 52 mm
Gewicht: 834 g
Gewicht mit Akkus: 1118 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt
Tailstand: ja
Rollschutz: ja
LED: 5x Cree XM-L T6
Stromversorgung: 6x 18650, 12x CR123

Auch eine unvernünftige Lampe hat es in die Charts geschafft. Sechs 18650er-Akkus, die in der Lampe geladen werden ohne dass ein Balancer verbaut wurde – gemeinhin nennt man so etwas nicht „Taschenlampe“ sondern „Rohrbombe.“ Aber Männer lieben ja manchmal das Extreme, und wenn man die Akkus regelmäßig separat lädt und auf das gleiche Spannungsniveau bringt, sollte auch nichts passieren. Was vorne durch die spezielle Anordnung der LEDs aus der Lampe herauskommt, ist schon gewaltig. Die Lampe schafft eine ordentliche Reichweite bei gleichzeitig homogener Ausleuchtung, und auch das Design der SP6 ist einzigartig.

 

 

 

Platz 2: Niteye Eye 30
Niteye Eye 30 001
Länge: 146 mm
Reflektoröffnung: 25 mm pro Reflektor
Durchmesser Kopf: 66 mm
Durchmesser Tail: 52 mm
Gewicht: 420 g
Gewicht mit Akkus: 610 g
Gewicht mit Akkus und Tragegriff: 642 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt
Tailstand: ja
Rollschutz: ja
LED: 3x Cree XM-L U2
Stromversorgung: 4x 18650

Nachdem ich die Eye 30 getestet hatte, kam mir direkt der Gedanke, dass das Jahr eigentlich schon zu Ende sein könnte, da kaum noch eine Steigerung möglich sein würde. Die Eye 30 ist nicht so eine Diva wie der „Brummer“ und sieht nicht so billig aus wie die Skyray King. Den zweiten Platz belegt die Lampe nicht nur aufgrund ihrer hervorragenden Verarbeitung, ihrer kompakten Abmessungen, ihrer Leuchtleistung, des sinnvollen UIs und der hilfreichen Ladestandanzeige, sondern auch aufgrund des Komplettpakets. Angefangen vom robusten Koffer über ein Ladekabel, einen Tragegriff, der bei anderen Lampen teuer dazugekauft werden muss, bis hin zum Holster stimmt hier alles. Da kann auch die Eye 40 nicht mithalten, bei der das Komplettpaket reduziert und lediglich eine zusätzliche LED montiert wurde, um beim „Schneller-Höher-Weiter“-Wettrüsten ganz vorne dabei zu sein.
Und dennoch kam kurz vor Jahresfrist noch eine Lampe, die der Eye30 den Rang abgelaufen hat.

 

Welche
Lampe
könnte
das
denn
bloß
sein?
Mein
persönlicher
Favorit
des
Jahres
2012
stammt
von
einem
Hersteller,
der
lange
nichts
mehr
hat
von
sich
hören
lassen
und
nun
mit
einer
ganzen
Reihe
neuer
Lampen
zurückgekehrt
ist.
Aber
wir
wollen
die
Spannung
nicht
bis
ins
Unermessliche
steigern.
Die
Lampe
des
Jahres
2012:

 

Platz 1: Nitecore EA4
Nitecore EA4 001
Länge: 117,5 mm
Reflektoröffnung: 33,5 mm
Durchmesser Kopf: 40 mm
Durchmesser Tail: 41,8 mm
Gewicht: 157 g
Gewicht mit Akkus: 277 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt
Tailstand: ja
Rollschutz: nein
LED: Cree XM-L U2
Stromversorgung: 4x AA

Die EA4 hat in der Lampenwelt innerhalb kurzer Zeit eingeschlagen wie eine Bombe. Sie ist handlich, kann sowohl in einer taktischen als auch in einer nicht-taktischen Haltung wunderbar mit einer Hand bedient werden, hat ein tolles Bedienkonzept, ist in der Lage, die verbleibende Akkuspannung bis auf 0,1 Volt genau anzuzeigen und holt aus vier AA-Zellen mächtig viel Licht heraus. Was sich zeigen muss: ob der Taster zur Bedienung auch langfristig funktioniert. Falls er dies tut, hat Nitecore mit der EA4 eine Lampe geschaffen, die das Zeug zum Klassiker hat und nicht umsonst meine ganz persönliche Lampe des Jahres 2012 ist.

 

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