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15. Januar 2013

Eden TDL 20

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Orientierung ist out – Desorientierung ist in. Mit der Eden TDL 20.

Bevor ich ins Detail gehe, zitiere ich einfach mal aus der Beschreibung der Lampe:
„Taktische Taschenlampe, die in Zusammenarbeit mit der Polizei entwickelt wurde. Die Eden TDL 20 taktische Taschenlampe hat eine einzigartige Eigenschaft: unabhängig vom Stand, in dem sie ausgeschaltet wurde, geht sie immer im Strobe-Modus an. Das ist ein großer Vorteil für Polizisten, die das Stroboskop verwenden, um „Amokläufer“ zu desorientieren, sodass sie leichter überwältigt werden können. Es passiert nicht mehr, dass sich die Taschenlampe in einer Stresssituation im verkehrten Stand befindet. Für den „normalen“ Gebrauch verfügt die TDL 20 auch über 3 Leuchtstufen, in denen die Lampe kontinuierlich brennt.“

Dass die Lampe noch wenig bekannt ist, hat einen ganz einfachen Grund. Die Kato-Deutschland-GmbH betreibt den Webshop www.EdenWebshops.de der sich auf Ferngläser, Taschenlampen, Küchenmesser und Taschenmesser konzentriert. Vertrieben werden Produkte namhafter Hersteller sowie Produkte der eigenen Hausmarke Eden Quality, die seit etwas mehr als einem Jahr erhältlich ist. Zu dieser hauseigenen Produktpalette zählt auch die TDL 20, die in China gefertigt wird und optisch ein wenig an die etwas älteren Modelle der Fenix TK-Serie erinnert.

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Damit dies nicht wieder eines dieser gähnend langweiligen Reviews wird, bringen wir etwas Action ins Spiel und stellen die Lampe im Rahmen eines Banküberfalls vor, der sich so tatsächlich zugetragen hat. Ich schwöre!


Verpackung/Lieferumfang:

Die Lampe kommt in einer Pappschachtel. Dabei sind ein Lanyard und zwei CR123-Batterien zum Betrieb.

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Wie man unschwer erkennen kann, ist der Bankräuber Legastheniker, aber äußerst brutal und zu allem bereit.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 133,5 mm
Reflektoröffnung: 25 mm
Durchmesser Kopf: 32 mm
Durchmesser Tail: 25,5 mm
Gewicht: 111 g
Gewicht mit Akku: 155 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Löcher für Lanyard: Schlitze in der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Die TDL 20 macht einen robusten Eindruck. Die Anodisirung ist sehr kratzfest, das Tailcap-Gewinde läuft in den ersten Gewindegängen mit leichtem Spiel und zum Ende hin komplett spielfrei.

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Wir haben einfach mal offen gemacht dem Lampe. Der Gewinde läuft insgesamt ordentlich.

 

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Während der Bankräuber dem Angestellten die Pistole an den Kopf drückt, nehmen wir uns die Zeit, die Materialstärke des Bodys (der Lampe, nicht des Bankräubers) zu begutachten.

 

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Derweil der gefährliche Kriminelle die Pistole im Pistolengriff hält, dient dieser Combat-Ring aus Metall dazu, die Lampe besser im Zigarrengriff halten zu können. Wie man sieht, kann er auch entfernt werden.

 

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„Entfernt“ ist ein gutes Stichwort. Denn entfernt sind die Sirenen von Polizeiautos zu hören. Der Angestellte schreit laut auf, weil der Räuber ihm gerade ins Bein geschossen hat. Nicht aus Wut darüber, dass die Polizei naht, sondern deshalb, weil ihm die Lampe ohne Combat-Ring nicht so gut gefällt.


Leuchteinheit:

Zur Verwendung kommt eine Cree XP-E-R5-LED, die in einem leicht texturierten OP-Reflektor sitzt. Die Frontlinse besteht aus gehärtetem ultraklaren, anti-reflex-beschichteten Glas.

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Dem Räuber schwant Übles. Wie in jedem guten Taschenlampen-Kriminalromen wird an dieser Stelle natürlich nichts vorweggenommen. Wir machen erstmal einen Laufzeittest, um die Spannung zu steigern.


Stromversorgung/Laufzeittest:

Und das machen wir gleich im doppelten Sinne. Denn die Spannung, ob das Gute oder das Böse siegt, wird durch diesen langweiligen Theoriekram nach hinten hinausgezögert, und die Spannung wird real ebenfalls gesteigert, da die Lampe beim Test zuerst durch einen LiIon-Akku von AW mit einer Kapazität von 2.600mAh und einer Spannung von 4,2 Volt und anschließend mit zwei Panasonic CR123A-Batterien mit einer Spannung von 6 Volt getestet wurde. Die Lampe trat dabei in der hellsten Leuchtstufe an und wurde durch einen Ventilator gekühlt.

Laufzeitmessung AW 18650:
Beim Einschalten: 10.200 Lux
nach 5 Minuten: 9.900 Lux
nach 15 Minuten: 9.800 Lux
nach 30 Minuten: 9.700 Lux
nach 45 Minuten: 9.700 Lux
nach 60 Minuten: 9.600 Lux
nach 75 Minuten: 9.200 Lux
nach 90 Minuten: 8.800 Lux
nach 105 Minuten: 7.800 Lux
nach 120 Minuten: 2600 Lux
Der Akku wurde entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 2,99 Volt gemessen. Ende des Tests.

Laufzeitmessung 2x Panasonic CR123A:
Beim Einschalten: 9.800 Lux
nach 5 Minuten: 9.700 Lux
nach 15 Minuten: 9.700 Lux
nach 30 Minuten: 9.600 Lux
nach 45 Minuten: 9.600 Lux
nach 60 Minuten: 7.900 Lux
nach 75 Minuten: 4.400 Lux
nach 90 Minuten: 2.200 Lux
nach 105 Minuten: 1.300 Lux
nach 120 Minuten: 900 Lux
Testabbruch, da sich von diesem Gefunzel allenfalls ganz sanftmütige Bankräuber beeindruckt fühlen dürften und ihr Tun aufgrund des romantischen Leuchtens aufgeben.
Die Batterien wurden entnommen und mit 1,4 und 1,6 Volt gemessen.

Fazit: Wie nicht anders zu erwarten, liegt der Vorteil auf Seiten des Akkus und äußert sich in der längeren Laufzeit. Aber auch beim Batteriebetrieb steht die hellste Stufe für rund 45 Minuten Dauerleuchten ohne messbare Einbußen zur Verfügung (bei durchgängigem Blenden mit Strobe dürfte der Wert noch um einiges höher liegen). Die Regerlung ist mit beiden Stromversorgern nicht ideal, dafür kündigt die Lampe durch langsames Dunklerwerden den notwendigen Akku/Batteriewechsel an.
Wer Akkus zur Hand hat, sollte diese nutzen. Behörden stellen in der Regel Primärzellen zur Verfügung. Wie der Test zeigt, kommt die Lampe auch damit sehr gut klar. Und der Bankräuber, der sich länger als 45 Minuten anstroben lässt ohne dabei völlig kirre in der Birne zu werden, muss erst noch geboren werden.

Bedienung:
Die Bedienung ist schnell erklärt. Geschaltet wird die Lampe über einen Forward-Clicky, der sich recht schwammig drückt. Wie anfangs erwähnt, startet sie sowohl beim Antippen (und Halten) des Schalters (Momentlicht) wie auch beim Durchdrücken (Dauerlicht) im Strobe-Modus. Wenn man den Schalter bei strobender Lampe gedrückt hält, wechselt die Lampe in den High-Modus, der mit 280 Lumen angegeben ist. Wiederholt man diese Prozedur, folgt der mittlere Modus (angegeben mit 70 Lumen). Hält man den Schalter in dieser Stufe gedrückt, wechselt die Lampe in den dunkelsten Modus (angegeben mit 10 Lumen). Beim nächsten Gedrückthalten geht es wieder von vorne los mit Strobe. Längeres Gedrückthalten des Schalters wechselt nacheinander durch die Modi. Ein einfacher Klick schaltet die Lampe aus jedem Modus heraus aus.

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Die Ordnungshüter sind mittlerweile zur Stelle und drücken den recht schwammigen Clicky durch.

 

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Komplett desorientiert lässt der Bankräuber die Waffe fallen. Und hätte er noch etwas gesehen, hätte er vor Schreck dem Bankangestellten auch noch die Kugel aus dem Bein herausoperiert.

 

 

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So ist es doch fein! Oder habt ihr etwa gedacht, dass auf einer staatstreuen und obrigkeitshörigen Seite wie Taschenlampen-Tests das Böse siegen würde?


Beam:

Der Hotspot setzt sich mit leichten Ringen vom Sidespill ab. Die Ausleuchtung ist auf die Entfernung spotbetont mit noch ausreichend Streulicht.

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„Bankrobber-disorienting-beamshot“ without bankrobber onto a white wall.


Resümee:

In Situationen, in denen ohne jegliche möglichen Bedienfehler direkt Strobe aktiviert werden muss, ist die TDL 20 die stressresistenteste Lampe, die mir bisher in die Finger hekommen ist. Zahlreiche Lampen auf dem Markt verfügen über einen Direktzugriff auf Strobe. Aber der ist entweder durch Doppelklick anwählbar, durch längers Drücken des Schalters oder über Fest- oder Losdrehen des Lampenkopfs. Und wenn der Adrenalinspiegel in einer Stressituation besonders hoch ist, können dabei durchaus Bedienfehler vorkommen. Bei der TDL 20 ist das nicht der Fall – Draufdrücken: Strobe. Eine Fehlbedienung ist ausgeschlossen, was dieser Lampe ein Alleinstellungsmerkmal beschert. Und auch, wenn 99,9 Prozent aller Nutzer mit dieser Lampe wenig anfangen können, für die restlichen 0,1 Prozent kann sie lebensrettend sein.
Die Verarbeitung ist insgesamt hochwertig, die Regelung nicht optimal aber okay und für Einsatzkräfte durchaus von Vorteil, da die Lamoe durch langsames Dunklerwerden den anstehenden Akku/Batteriewechsel ankündigt. Lediglich der schwammige Clicky irritiert ein wenig, die Funktion wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt. Erhältlich ist die Lampe für rund 75 Euro (Stand: Januar 2013). Zur Verfügung gestellt wurde das Testmodell freundlicherweise von der Kato-Deutschland-GmbH www.edenwebshops.de, wo die Lampe auch erhältlich ist und weitere Infos zu finden sind.

Edit 23. 1. 2013: Kato hat nach Veröffentlichung dieses Tests einen Kommentar verfasst, den ich an dieser Stelle gerne einfüge.

Kommentar KATO Deutschland GmbH / EdenWebshops.de:
1. Gebrauch der TDL-20
Die Eden TDL-20 ist für sicherheitsrelevante Situationen bestimmt, mit denen die Polizisten mehrere Male pro Jahr konfrontiert werden. Beispielsweise in Situationen, wobei der Einsatz von Pfefferspray in Erwägung gezogen, aber wegen der Nachteile oftmals abgelehnt wird (Pfefferspray beeinträchtigt auch Zuschauer und Polizeikräfte selbst).
In Situationen, in denen Polizisten mit Messer oder Gewehr bedroht werden, kommt die TDL-20 höchstwahrscheinlich nicht zum Einsatz; höchstens als Unterstützung neben dem Gewehr.
2. Kommentar zum Schalter
Bei der Entwicklung und Konstruktion der TDL20 ist Zuverlässigkeit die höchste Priorität. Nicht nur die Lampe selbst sollte zuverlässig sein. Der Fokus liegt vor allem auf einem zuverlässigen Einsatz in Stresssituationen.
Darum sind bei dieser Lampe einige Konstruktionsdetails anders als bei anderen Taschenlampen. In Zusammenarbeit mit Instruktoren der niederländischen Polizei, die auf eine jahrelange Spezialisierung mit dem taktischen Leuchteinsatz als Hilfsmittel zurückgreifen können, wurde eine einfach zu bedienende Lampe entwickelt mit einem speziellen Schaltmechanismus, ohne (störungsempfindlichen) konventionellen Schalter. Die Bedienung fühlt sich im Vergleich zu anderen Taschenlampen zwar anders an, ist aber sehr einfach und treffsicher.
Das ist nur ein Beispiel der Anpassungen, die diese Lampe zu einer perfekten und spezifischen Taschenlampe für die Polizei machen.

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Gegenüberstellung. Von links: Eden TDL 20, EagleTac T20C2 MKII, Spark SL6, Led Lenser P7, Xeno E03.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Eden TDL 20 014
Kontroll-Shot

 

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Eden TDL 20 Low

 

Eden TDL 20 016
Eden TDL 20 Medium

 

Eden TDL 20 017
Eden TDL 20 High

 

Eden TDL 20 018
Tank007 TR01

 

Eden TDL 20 019
Inova T4

 

Eden TDL 20 020
Niteye MSA20

 

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