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27. Januar 2013

Olight SR95S UT

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Olight SR95S UT 001
Manchmal sind die ersten Eindrücke die besten. Der erste Eindruck beim Leuchten mit der Olight SR95S UT war „Ist schon Irrsinn, was die Lampe macht“. Inwieweit der bestätigt wurde, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

Olight SR95S UT 002
Was die Lampe auf den ersten Blick an Metern macht, hat mich spontan erstmal umgehauen. Von der Küchentür auf die 200 Meter entfernten Baumwipfel geleuchtet, waren diese deutlich und scharf zu erkennen. Beim Vergleich mit meinen stärksten Lampen bestätigte sich der erste Eindruck: Wo diese Lampen aufhören, fängt die Olight SR95S UT an. Obwohl es 2 Uhr nachts und bitterkalt war, überkam mich der starke Drang, Schuhe und Mantel anzuziehen und um die Ecke aufs freie Feld zu gehen. Während die Vergleichslampen in mehreren Hundert Metern Entfernung noch einen schwachen Schein hinterließen, wurde von der Olight alles erhellt – das habe ich noch von keiner LED-Serienlampe gesehen. Nicht umsonst steht das „UT“ für „Ultra-Thrower“.


Verpackung/Lieferumfang:

Die Lampe kommt in einem stabilen Alukoffer, in dem sich darüber hinaus noch zwei Ersatz-O-Ringe, ein Ladegerät für das interne Akkupack und ein Tragegurt finden.

Olight SR95S UT 003

Olight SR95S UT 004


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:

Länge: 325 mm
Reflektoröffnung: 80 mm
Durchmesser Kopf: 90 mm
Durchmesser Tail: 52,5 mm
Gewicht: 1206 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Tragegurt: ja, zwei stabile Metallringe an Griffstück und Lampenkopf.
wasserdicht: laut Olight nach Norm IPX-6 (gegen starkes Strahlwasser) geschützt.
Die Lampe ist robust verarbeitet und bietet eine hohe Qualität. Hier habe ich nichts gefunden, über das sich zu meckern lohnt.

Olight SR95S UT 005
Lampenkopf mit Kühlrippen.

 

Olight SR95S UT 006
Einziger kleiner Schönheitsfehler beim Testmodell: Die Feder für den Plus-Kontakt sitzt nicht mittig. Kontakt macht sie, und das ist das Entscheidende.

 

Olight SR95S UT 007
Das Gegenstück am Batterierohr.

 

Olight SR95S UT 008
Für die Jackentasche ist die Olight etwas zu groß.

 

Olight SR95S UT 009
Wer länger mit der Lampe unterwegs ist, wird den Tragegurt zu schätzen wissen. Er wird mit zwei Karabinern vorne und hinten an stabilen Metallringen befestigt.


Leuchteinheit:

Verbaut wurde eine SBT-70-LED von Luminus. Das Besondere an dieser LED ist der „fehlende“ Dome – für maximale Reichweite, was die Lampe ja schon vor Beginn des eigentlichen Tests ausgiebig unter Beweis gestellt hat. Darüber hinaus ist die LED nicht eckig, sondern rund. Der Reflektor ist ein SMO aus Aluminium, die Frontlinse besteht aus gehärtetem ultraklarem Glas mit Anti-Reflex-Beschichtung.

Olight SR95S UT 010
Blick in den Monsterkopf.


Stromversorgung/Laufzeittest:

Die SR95S UT wird mit einem separaten Akkupack betrieben, das gleichzeitig als Griffstück dient. Das Innenleben besteht aus sechs 18650-Zellen mit einer angegebenen Gesamtkapazität von 7800mAh.
Zum Test wurde die Lampe in der hellsten Stufe betrieben und durch einen Ventilator gekühlt. Gemessen wurde auf vier Meter und der Wert anschließend umgerechnet, da eine exakte Messung auf einen Meter nicht möglich ist.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 276.800 Lux
nach 5 Minuten: 264.000 Lux
nach 10 Minuten: 259.200 Lux
nach 20 Minuten: 259.200 Lux
nach 30 Minuten: 259.200 Lux
nach 40 Minuten: 259.200 Lux
nach 50 Minuten: 259.200 Lux
nach 60 Minuten: 259.200 Lux
nach 70 Minuten: 256.000 Lux
nach 80 Minuten: 254.400 Lux
nach 90 Minuten: 252.800 Lux
Nach 91 Minuten schaltete die Lampe ab.

Fazit: Die Lampe ist hervorragend geregelt. Nachdem die LED auf Betriebstemperatur ist, wird die maximale Leistung über die gesamte Laufzeit nahezu konstant gehalten. Ohne Kühlung wird die Lampe ziemlich warm, wobei die Wärme übers Gehäuse abgeführt wird, bei allerdings sinkenden Luxwerten. Einen Laufzeittest ohne jegliche Kühlung habe ich nicht durchgeführt, da es sich um eine Privatlampe handelte und ich sie nicht übermäßig strapazieren wollte. Die Laufzeit dürfte durch das Herunterregeln bei steigender Temperatur allerdings deutlich höher liegen als die unter „Laborbedingungen“ ermittelte. Nicht optimal ist das Abschalten ohne jegliche Vorwarnung, da man so von einer Sekunde auf die nächste im Dunkeln steht.
Ganz im Dunkeln wird man von der großen Olight allerdings nicht gelassen. Denn eine Ladestendsanzeige mit vier grünen LEDs gibt Aufschluss über die Restkapazität der Akkus. In einem zusätzlichen Test unter Vollast wurde die Anzeige in Intervallen von jeweils fünf Minuten aufgerufen. Bei vollem Akkupack leuchteten alle LEDs. Nach fünf Minuten war die erste LED aus. Die zweite LED leuchtete nach 15 Minuten nur noch mit halber Kraft. Nach 30 Minuten leuchtete auch die dritte LED nur noch mit halber Kraft. Nach 45 Minuten war Ende im Gelände mit allen LEDs. Doch – oh, Wunder – nach dem Ausschalten der Lampe leuchteten wieder zwei LEDs. Offenbar schafft die Lampe es ab einer gewissen Akkuspannung nicht mehr, den Ladestand bei eingeschalteter Lampe anzuzeigen. Also, Test fortgesetzt und die Lampe zum Ablesen der Anzeige immer kurz ausgeschaltet. Nach 50 Minuten leuchteten noch zwei LEDs, nach 55 Minuten noch eine. Nach 70 Minuten leuchtete auch die nicht mehr unmittelbar nach dem Ausschalten, sondern erst einige Sekunden nach dem Ausschalten. Nach 75 Minuten tat sich auch nach einer Minute Wartezeit nach dem Ausschalten nichts mehr; nach 91 Minuten schaltete die Lampe ab. Die Anzeige ist somit zwar alles andere als genau, aber sie stellt in der Praxis durchaus eine Hilfe dar, bevor man unverhofft tatsächlich von einer auf die andere Sekunde im Dunkeln steht.

Olight SR95S UT 011
Das Batteriemagazin ist mit einem Akkupack aus sechs 18650-Akkus bestückt und dient gleichzeitig als Griffstück.

 

Olight SR95S UT 012
Wenn man den weißen Knopf (unten) drückt, gibt eine Ladestandsanzeige Aufschluss über die Kapazität der Akkus. Die Anzeige ist nicht allzu genau, aber als grobe Orientierung durchaus zu gebrauchen.

 

Olight SR95S UT 013
Die Endkappe.

 

Olight SR95S UT 014
Endkappe von innen.

 

Olight SR95S UT 015
Gegenstück am Batteriemagazin.

 

Olight SR95S UT 016
Während des Ladevorgangs leuchtet die LED am Ladegerät zunächst rot, anschließend gelb, und wenn das Akkupack komplett geladen ist, wechselt sie auf grün.


Bedienung:

Die SR95S UT wird durch Drücken des Seitenschalters eingeschaltet. Sie verfügt über drei Leuchtstufen. Hält man den Seitenschalter gedrückt, wechselt sie in der Reihenfolge Low-Mid-High durch die Leuchtstufen. Loslassen des Schalters aktiviert die gewünschte Stufe als Dauerlicht und speichert sie. Beim nächsten Einschalten startet die Lampe also wieder in dieser Stufe. Ein Doppelklick, egal ob bei ein- oder ausgeschalteter Lampe, aktiviert den Strobe-Modus. Ein einfacher Klick schaltet die Lampe aus.
Angegeben ist die SR95S UT mit 1250 Lumen für 3 Stunden in der hellsten Stufe, 500 Lumen für 8 Stunden in der mittleren Stufe und 150 Lumen für 48 Stunden in der dunkelsten Stufe.
Gegen unbeabsichtigtes Einschalten gibt es eine Lockout-Funktion. Wenn man den Schalter bei eingeschalteter Lampe gedrückt hält, durchläuft die Lampe dreimal alle Helligkeitsstufen und geht dann aus. Zum Entsperren muss der Schalter dreimal kurz hintereinander gedrückt werden.

Olight SR95S UT 017
Der Seitenschalter ist leichtgängig und reagiert präzise.


Beam:

Ein kleiner und greller Hotspot setzt sich mit einer kleinen Corona vom Sidespill ab. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Lampe auf alle Entfernungen extrem spotbetont. In der dunkelsten Stufe ist die Lampe auch als Lauflicht zu gebrauchen, aber das ist sicher nicht ihre Stärke, da der Spot auch in der dunkelsten Stufe schon extrem ist. Die Reichweite gibt Olight mit 1000 Metern an.

Olight SR95S UT 018
„Target-beamshot“ Olight SR95S UT.


Resümee:

Die Olight SR95S UT dürfte der Serien-Thrower mit der größten Reichweite sein, den der Markt derzeit hergibt. Obwohl extrem spotbetont, ist das Lichtbild keineswegs als unsauber zu bezeichnen. Was die Verarbeitung angeht, bietet die Lampe die bewährte Olight-Qualität. Hier gibt es nichts zu bemängeln. Auch, was die Regelung betrifft, macht die SR95S UT eine gute Figur. Das Laden ist simpel – einfach Ladegarät anschließen, warten bis die LED grün leuchtet – fertig. Erhältlich ist die Lampe zu einem Preis von 399 Euro (Stand: Januar 2013). Nicht ganz billig, aber es hört sich deutlich günstiger an, wenn wir den Preis auf die Leuchtweite umrechnen: Pro Meter sind es knapp 40 Cent.
Was mir nicht gefällt, ist das Low mit 150 Lumen, denn es ist kein Low. Ein Low ist irgendwas unter zehn Lumen, fertig, da bin ich Purist. Obwohl man die Lampe sicherlich nicht nutzen wird, um nachts den Weg vom Bett zum Töpfchen zu finden, sollte man sich bei Olight doch vielleicht Gedanken machen, dass eine Lampe in der dunkelsten Stufe auch mal richtig wenig Licht machen darf, denn das erhöht die Einsatzmöglichkeiten enorm. Von mir aus auch durch eine zusätzliche Stufe, die versteckt oder durch festes Aufstampfen auf den Boden angewählt werden kann, aber vorhanden sein sollte sie.
Nicht ideal ist auch, dass Olight der Lampe keine Blinkwarnung spendiert hat. Wenn die Akkukapazität zur Neige geht, schaltet die Lampe von einer Sekunde auf die andere ab. Die Ladestandsanzeige ist aber zumindest eine Möglichkeit, halbwegs abzuschätzen, wann die Akkus geladen werden müssen.
Zum Test zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Xandre aus dem Taschenlampen-Forum. An dieser Stelle noch mal herzlichen Dank dafür! Weitere Infos finden sich auf der Herstellerseite www.olightworld.com im Internetz. Kaufen kann man die Lampe unter anderem hier.

Olight SR95S UT 019
Von links: Led Lenser X21R, Fenix TK70, Olight SR95S UT, Spark SP6, Microfire K3500R Warrior.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von einer Sekunde bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Die Beamshot-Strecke ist diesmal zwar nur eine Notlösung, aber die Leuchtcharakteristiken der Lampen werden trotzdem sehr schön dargestellt. Bis zur Laterne links im Bild sind es knapp 80 Meter, die Hütte ist etwa 200 Meter entfernt.

Olight SR95S UT 020
Kontroll-Shot

 

Olight SR95S UT 021
Olight SR95S UT Low

 

Olight SR95S UT 022
Olight SR95S UT Mid

 

Olight SR95S UT 023
Olight SR95S UT High

 

Olight SR95S UT 024
Fenix TK70

 

Olight SR95S UT 025
Spark SP6

 

Olight SR95S UT 026
Zebralight S6330

 

Olight SR95S UT 027
Led Lenser X21R

 

Olight SR95S UT 028
Microfire K3500R Warrior

 

Olight SR95S UT 029
Crelant 7G5CS mit Kollimator-Kopf

 

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