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24. Februar 2013

Nitecore MH40

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 12:10

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Mit der MH40 bietet Nitecore einen „All-inklusive-Thrower“. Die Lampe trägt den Beinamen „Thor“. Thor ist bekannt als Gott des Donners, und wie die Lampe donnert, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.


Verpackung/Lieferumfang:
In einer Pappverpackung mit Plastik-Innenleben sind die Lampe, zwei 18650-Akkus zum Betrieb, ein Netzladegerät, Ersatz-O-Ringe, ein Ersatz-Tailcapgummi, ein Combat-Ring, ein Holster, ein Lanyard, ein Trageclip, eine Bedienungsanleitung und eine Garantiekarte enthalten.

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Lieferumfang der Nitecore MH40.

 

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Lampe im Holster.

 

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Der Trageclip wirkt an der langen Lampe ein wenig verloren.

 

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Ein montierbarer Ring, der die Haltung der Lampe im Zigarrengriff erleichtert, liegt der Verpackung bei. Warum dieser allerdings aus Kunstoff gefertigt wurde, erschließt sich mir nicht. Der Bedienung tut das zwar keinen Abbruch, aber bei einer hochpreisigen Lampe erwarte zumindest ich, dass das Ding aus Alu ist.

 

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Lampe mit montiertem Ring.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:

Länge: 243 mm
Reflektoröffnung: 51 mm
Durchmesser Kopf: 60 mm
Durchmesser Tail: 25,5 mm
Gewicht: 312 g
Gewicht mit Akkus: 402 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: nur auf geraden Flächen und auch dann nur, wenn man die Lampe nicht anpustet.
Rollschutz: nein.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Schlitze in der Tailcap, Loch im Combat-Ring.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Die MH40 macht einen gut verarbeiteten Eindruck. Das Gewinde zur Tailcap weist nur in den ersten Windungen minimales Spiel auf und läuft rund und weich. Auch das Gewinde vom Lampenkörper zum Lampenkopf läuft rund und mit ein wenig Schmierung noch runder.

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Gewinde zur Tailcap.

 

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Materialstärke Batterierohr.

 

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Gewinde zum Lampenkopf.

 

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Lampenkopf von innen.


Leuchteinheit:

Eine Cree-XM-L-U2-LED sitzt in einem tiefen SMO-Reflektor. Die Frontscheibe ist eine gehärtete, ultraklare Mineralglaslinse mit Anti-Reflex-Beschichtung.

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Frontansicht.


Stromversorgung/Laufzeittest:

Betrieben werden kann die Lampe wahlweise mit zwei 18650-Akkus, vier CR123A-Batterien oder vier 16340-LiIon-Akkus. Geladen werden können mit dem mitgelieferten Ladegerät nur 18650-Akkus, die zum Laden in der Lampe verbleiben.
Zum Laden muss eine Art Überwurfmutter zwischen Lampenkopf und Batterierohr losgeschraubt werden. Zum Vorschein kommt dann die Ladebuchse. Ein rote LED in der Lampe blinkt beim Aufladen etwa einmal pro Sekunde. Sind die Akkus komplett geladen, leuchtet die LED dauerhaft, tritt beim Laden ein Fehler auf, blinkt die LED schnell. Beim Testmodell wurden nach dem Umschalten der roten LED auf Dauerlicht jeweils 4,12 Volt pro Zelle gemessen. Nachgepumt wird nicht, wenn die Akkus länger geladen werden. Zum Laden muss die Lampe eingeschaltet werden (sie leuchtet dann natürlich nicht). Wenn die Lampe zum Laden nicht eingeschaltet wird, zeigt die rote LED durch schnelles Blinken eine Fehlermeldung an.

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Zwei Akkus mit einer Kapazität von 2.300mAh zählen ebenfalls zum Lieferumfang.

 

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Eine Art Überwurfmutter sitzt über der Ladebuchse.

 

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Taschenlampen-Tests nimmt kein Blatt vor den Mund und zeigt skrupellos auch nackte Tatsachen. Das Bild zeigt die entblätterte Lampe ohne Überwurfmutter.

 

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Aber zum Glück muss die Lampe zum Laden nicht komplett ausgezogen werden. Es reicht, die Mutter loszuschrauben.

 

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Eine rote LED informiert über den Ladezustand.

 

Zum Test trat die Lampe mit den mitgelieferten Akkus in der hellsten Leuchtstufe an und wurde während des Testslaufs durch einen Ventilator gekühlt. Da das mitgelieferte Ladegerät die Akkus nicht komplett vollgeladen hat, habe ich sie in einem externen Lader zum Test auf jeweils 4,21 Volt aufgeladen.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 49.600 Lux
nach 5 Minuten: 48.000 Lux
nach 10 Minuten: 48.000 Lux
nach 20 Minuten: 48.000 Lux
nach 30 Minuten: 48.400 Lux
nach 40 Minuten: 48.400 Lux
nach 50 Minuten: 48.400 Lux
nach 60 Minuten: 48.400 Lux
nach 70 Minuten: 48.400 Lux
Eine Minute später ging die Lampe aus. Die Akkus wurden entnommen und gemessen. Bei einem Akku wurden noch 3,3 Volt Leerlaufspannung angezeigt, beim anderen 0 Volt – hier hatte die Schutzschaltung ausgelöst. Unmittelbar nach dem Reset wurden 3,4 Volt angezeigt.

Fazit: Die Lampe ist über die gesamte Laufzeit exzellent geregelt, besser geht es nicht. Und schlechter gleichzeitig auch nicht. Denn es ist schon blöd genug, wenn eine Lampe ohne jede Vorwarnung abschaltet. Wenn dabei aber auch noch ein Akku derart tief entladen wird, dass er in die Schutzschaltung getrieben wird, ist an allen Fronten Nachbesserung angesagt. Was dies angeht, wäre der Beiname „Tor“ statt „Thor“ wesentlich angebrachter.

Bedienung:
Eingeschaltet wird die MH40 mit einem Forward-Clicky mit weichem bis mittelhartem Druckpunkt. Die Lampe hat zwei Bedienebenen. Ebene 1 (von Nitecore „Turbo-Mode“ genannt), wird bei festgezogenem Lampenkopf erreicht und bietet, wie der Name bereits vermuten lässt eine Leuchtstufe – Turbo. Momentlicht und Morsen sind in dieser Ebene möglich. In Ebene 2 (bei leicht gelöstem Lampenkopf), die bei Nitecore „User-Defined-Mode“ heißt, stehen High, Mid, Low, Strobe und SOS zur Verfügung. Diese werden nacheinander durch Antippen des Schalters angewählt. Wenn die gewünschte Leuchtstufe erreicht ist, wird sie per Durchdrücken des Schalters als Dauerlicht aktiviert. Die Lampe speichert die zuletzt aktivierte Leuchtstufe, sie steht also beim nächsten Einschalten wieder als erstes zur Verfügung.
Die Leuchtstufen sind von Nitecore nach ANSI wie folgt angegeben: Turbo: 900 Lumen für 1 Stunde und 15 Minuten; High: 320 Lumen für 5 Stunden und 30 Minuten; Mid: 105 Lumen für 22 Stunden; Low: 18 Lumen für 105 Stunden.

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Endkappe mit Schalter.

 

Nitecore MH40 018
Endkappe von innen.


Beam:

Wie nicht anders zu erwarten, liegt die Stärke der MH40 in der Reichweite, die von Nitecore mit 490 Metern angegeben ist. Der Hotspot setzt sich klar definiert vom Sidespill ab, die Lampe liefert dabei relativ wenig Streulicht. Dadurch ist sie für die Ausleuchtung des Nahbereichs weniger geeignet, aber dafür wurde sie schließlich auch nicht konzipiert.

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„Target-beamshot“ Nitecore MH40.


Resümee:
Wer auf der Suche nach einem soliden und zuverlässigen Thrower ist, bei dem Akkus und Lader bereits im Lieferumfang enthalten sind, wird bei der Nitecore MH40 fündig. Die Akkus können zum Laden in der Lampe verbleiben, einfacher und unkomplizierter geht es nicht. Der Preis ist mit 139 Euro (Stand: Februar 2013) relativ hoch angesetzt. Aber wenn man bedenkt, dass zwei hochwertige Akkus und ein gutes, günstiges Ladegerät beim Bezug in Deutschland mindestens mit 40 bis 50 Euro zu Buche schlagen, geht der Preis in Ordnung.
Sehr schön finde ich, dass Nitecore nicht auf ein spezielles Akkupack setzt, sondern herkömmliche 18650-Akkus verwendet werden können. Wenn die Akkus nach einigen Jahren das Zeitliche segnen, kann man einfach andere verwenden. Wenn man die Lampe allerdings lässt, wie sie will, dürften die Akkus wesentlich schneller ruiniert sein. Eine Abschaltung gibt es nicht, und man steht nicht nur von einem Moment auf den anderen im Dunkeln, die Lampe saugt die Akkus derart aus, dass sie ohne Schutzschaltung tief entladen würden. Hier muss Nitecore dringend nachbessern!
Zur Verfügung gestellt wurde das Testmodell freundlicherweise vom KTL-Store www.ktl-store.com Weitere Infos zur Lampe finden sich auf der Herstellerseite www.nitecore.com

Nitecore MH40 020
Größenvergleich. Von links: Nitecore MH40, Ledwave XP-100 TurboLed, Taclights Behemoth, Maglite 3-D-Cell, Streamlight SL-20LP, Solarforce Skyline 1.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 1,5 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Nitecore MH40 021
Kontroll-Shot

 

Nitecore MH40 022
Nitecore MH40 Low

 

Nitecore MH40 023
Nitecore MH40 Mid

 

Nitecore MH40 024
Nitecore MH40 High

 

Nitecore MH40 025
Nitecore MH40 Turbo

 

Nitecore MH40 026
Ledwave XP-100 TurboLed

 

Nitecore MH40 027
Streamlight SL-20LP

 

Nitecore MH40 028
Solarforce Skyline 1

 

Nitecore MH40 029
Tiablo A9 Colli

 

Nitecore MH40 030
Lumintop PK30-Mod

 

Nitecore MH40 031
Led Lenser X21R fokussiert

 

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