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20. März 2013

Tank007 M20

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Heute hat mal wieder eine etwas ältere Lampe im Hosentaschenformat, die ihr Geld durchaus wert ist, den Weg ins Taschenlampen-Tests-Labor gefunden: die Tank007 M20.


Verpackung/Lieferumfang:
Ausgeliefert wird die Lampe zusammen mit einer AA-Batterie zum Betrieb, einem Ersatz-O-Ring, einem Holster und einem Lanyard.

Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 91,5 mm
Reflektoröffnung: 16 mm
Durchmesser Kopf: 22 mm
Durchmesser Tail: 25 mm
Gewicht: 60 g
Gewicht mit Batterie: 84 g
Anodisierung: gut und gleichmäßig ausgeführt, allerdings kein HA III.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Löcher für Lanyard: ja, Loch in der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Abgesehen von der Anodisierung, die nicht dem HA-III-Standard genügt, ist die Lampe solide verarbeitet. Das Gewinde läuft sauber und spielfrei, die Materialstärke des Batterierohrs ist mit „großzügig“ noch vorsichtig umschrieben.

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Das großzügig umschriebene Batterierohr.

 

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Das sauber und spielfrei laufende Gewinde.

 

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Lampenkopf Innenansicht.


Leuchteinheit:
Hinter einer Glaslinse sitzt eine Cree-XR-E-Q4-LED in einem SMO-Reflektor.

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Hinter einer Glaslinse sitzende Cree-XR-E-Q4-LED in einem OP-Reflektor.


Stromversorgung/Laufzeittest:

Möglich ist die Versorgung mit einer AA-Batterie/einem AA-Akku oder einem 14500-LiIon-Akku. Getestet wurde die Lampe in der hellsten Leuchtstufe mit einem NiMh-Akku und einem LiIon-Akku. Zugekühlt wurde durch einen Ventilator.

Laufzeitmessung AA-Akku (LSD, Sanyo Eneloop, 2.000mAh):
Beim Einschalten: 3.100 Lux
nach 5 Minuten: 3.000 Lux
nach 10 Minuten: 2.900 Lux
nach 20 Minuten: 2.900 Lux
nach 30 Minuten: 2.800 Lux
nach 40 Minuten: 2.700 Lux
nach 50 Minuten: 2.300 Lux
Nach 55 Minuten war der Wert auf 800 Lux gesunken. Der Akku wurde entnommen und mit 0,97 Volt Leerlaufspannung gemessen.

Laufzeitmessung LiIon 14500 (Trustfire protected, angegeben mit 900mAh … na ja…):
Beim Einschalten: 6.800 Lux
nach 5 Minuten: 5.900 Lux
nach 10 Minuten: 5.800 Lux
Nach 14 Minuten und angezeigten 5.000 Lux ging die Lampe aus. Der Akku wurde entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 2,85 Volt gemessen.

Fazit: Die Regelung ist mit beiden Stromversorgern nicht optimal, aber ganz okay, solange die Akkus die entsprechende Spannung liefern. Sinkt die unter einen bestimmten Wert, wird die Lampe dunkler. Dass eine Low-Budget-Lampe, die in einem Spannungsbereich von 1,2 bis 4,2 Volt betrieben werden kann, keine Abschaltung hat, durfte man erwarten. Das birgt aber natürlich die Gefahr, das die Akkus leergesaugt werden. Beim Betrieb mit einem 1,2-Volt-Akku sollte man selbigen spätestens wechseln, sobald die Lampe fürs Auge merklich dunkler wird. Beim Betrieb mit einem LiIon-Akku ist es grundsätzlich ratsam, den Akku immer brav nachzuladen, denn beim Test war die Schutzschaltung des Akkus fürs Abschalten der Lampe verantwortlich, was dem Akku nicht wirklich gut tut. Von der Benutzung ungeschützter Akkus ist bei dieser Lampe abzuraten, da die Gefahr der Tiefentladung besteht.
Beim Betrieb mit einem LiIon-Akku wird die Lampe sehr heiß, ohne Kühlung sollte sie in der hellsten Stufe nicht allzu lange betrieben werden.

Bedienung:
Ein Wort, das ich, seitdem diese fabulöse Seite existiert, glaube ich, noch nie benutzt habe, ist „Sakrileg“. In erster Linie, weil es vom Wortursprung schlicht und einfach nicht passt. Umgangssprachlich allerdings passt es schon, und zwar wie die Faust aufs Auge zum UI der M20. Denn die Lampe verfügt über drei Leucht- und zwei Blinkmodi, die hintereinander im UI liegen. Schlimm genug, aber darüber hinaus wurde die Lampe bei dieser, an sich schon schlechten Lösung, noch mit einer Memoryfunktion ausgestattet. Was bedeutet, dass man ständig übers Geblinke gehen muss, und das macht aus einer schlechten Bedienung eine katastrophale, die dümmer kaum sein kann.
Bedient wird die Lampe mit einem Twisty, der die Leuchtstufen in der Reihenfolge Hell-Mittel-Dunkel-Strobe-SOS durchschaltet. In der hellsten Stufe ist die Lampe mit 160 Lumen für 80 Minuten angegeben, über die anderen Stufen macht der Hersteller keine Angaben.
Der Clou der Lampe liegt im magnetischen Fuß, der an nahezu jedem metallischen Gegenstand haften bleibt, da der Magnet relativ stark ist.

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Der Magnet ist relativ stark und deckt gleichzeitig gnadenlos auf, wie grottig die Anodisierung der Lampe ausgeführt wurde. Die Kratzspuren sind fast ausnahmslos dadurch entstanden, dass der Lampenfuß beim Versuch, den Durchmesser der Tailcap zu messen, ständig mitten in die Schieblehre geklatscht ist. Tja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Und damit meine ich selbstverständlich nicht den Messmeister, sondern den Magnetfuß.

 

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Neben der Lust auf Schieblehren-Klatschen hat der Magnetfuß noch ein weiteres Hobby: an jedwelchen metallischen Gegenständen zu haften, was die Einsatzmöglichkeiten der Lampe erhöht.


Beam:
Wer bislang noch nicht wusste, was „Cree-Ringe“ sind, wird vom Beam der M20 aufgeklärt. Durch die Kombination aus XR-E-LED und SMO-Reflektor ist die Ausleuchtung des Nahbereichs sehr unästhetisch. Auf die Entfernung liefert die Lampe ein spotlastiges Lichtbild mit relativ wenig Streulicht.

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„White-wall-beamshot“ der Tank007 M20.


Resümee:
Nennen wir die Dinge beim Namen: Die Bedienung ist eine Katastrophe. Leider haben manche Programmierer in China offenbar einen Heidenspaß daran, Geblinke ins UI zu integrieren, es mit Memory zu kombinieren und den Markt damit zu überschwemmen, weil sie davon ausgehen, dass es die chinesische Wasserfolter außerhalb ihres Landes nicht gibt.
Die Anodisierung genügt keinem hohen Standard, da nicht kratzfest. Eine Abschaltung bei Akku-Unterspannung gibt es nicht, hier ist also die Aufmerksamkeit des Benutzers gefordert. Ansonsten macht die M20 einen guten Job. Sie ist ordentlich verarbeitet, wasserdicht, macht für ihre Größe viel Licht und ist günstig zu erwerben. Der aktuelle Verkaufspreis in Deutschland liegt bei etwas über 20 Euro (Stand: März 2013 ), im Ausland ist die Lampe noch deutlich günstiger zu bekommen.

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Es kuscheln (von links): Lumintop L1C, Tank007 M20, Spark SL5, Fenix LD10.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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Kontroll-Shot

 

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Tank007 M20 (1,2 Volt)

 

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Spark SL5 220CW (1,2 Volt)

 

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Lumintop L1C (3 Volt)

 

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Sunwayman V10A (1,2 Volt)

 

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Tank007 M20 (4,2 Volt)

 

Tank007 M20 016
Spark SL5 220-CW (4,2 Volt)

 

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Lumintop L1C (4,2 Volt)

 

Tank007 M20 018
Sunwayman V10A (4,2 Volt)

 

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