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12. April 2013

Maglite 3D-Cell

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Heute schaut mal wieder ein echter Klassiker im Taschenlampen-Tests-Labor vorbei: die Maglite 3D-Cell.


Die Ursprünge der Lampe führen uns zurück ins Jahr 1979. Das Sexsymbol damaliger Tage war Debbie Harry von Blondie, die ich in meinen Teenie-Träumen fast täglich aus aussichtslosen Situationen gerettet und danach flachgelegt habe. The Jam veröffentlichten das Album „Setting Sons“ und schafften mit der Single „The Eton Rifles“ den internationalen Durchbruch. Fortuna Düsseldorf wurde zum zweiten Mal hintereinander, zum zweiten Mal überhaupt und zum letzten Mal in der bisherigen Vereinsgeschichte DFB-Pokalsieger, und ein gewisser Anthony Maglica, gebürtig in New York, aufgewachsen im ehemaligen Jugoslawien, brachte die D-Cell-Maglite 24 Jahre nach der Gründung seiner Firma „Mag Instrument, Inc.“ in verschiedenen Ausführungen auf den Markt.

 

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Oh, meine über alles geliebte Debbie! Die Erinnerungen an dich sind verblasst, aber ich liebe dich heute noch genauso wie damals, und nichts wird uns in meinen Träumen je auseinanderbringen oder zwischen uns sein. Aber was ist mit den Jahren aus uns geworden? Du hast deine Millionen gut angelegt, und ich betreibe bloß eine verschissene Taschenlampen-Seite, die niemanden wirklich interessiert. Edit: Besser raus damit, meine intimsten Gefühle gehen schließlich den gemeinen Taschenlampen-Tests-Leser nichts an. Gottseidank arbeitet die Editierfunktion ausgezeichnet, und zum Glück wird deshalb niemand dieses Bild und meine Zeilen dazu je sehen, das wäre mir letztlich doch zu peinlich…


Verpackung/Lieferumfang:

Die Verpackung hat sich im Laufe der Jahre mehrfach verändert, der Lieferumfang nicht. Aktuell sind in einer Papp/Plastikverpackung die Lampe und eine Ersatzbirne enthalten.

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Das Ersatzbirnchen ist immer dabei.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:

Länge: 312 mm
Reflektoröffnung: 47 mm
Durchmesser Kopf: 57 mm
Durchmesser Tail: 42 mm
Gewicht: 506 g
Gewicht mit Batterien: 932 g
Anodisierung: kein HA III, allerdings halbwegs resistent gegen Kratzer.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: nein.
wasserdicht: spritzwassergeschützt.
Was soll man zu einer Lampe sagen, die seit gefühlten Tausend Jahren auf dem Markt ist, zu einer der meistverkauften Lampen überhaupt zählen dürfte und sich im Einsatz seit ewig und drei Tagen bewährt hat? Okay, dass eine Plastiklinse nicht „State of the art“ ist, genausowenig wie ein Plastikreflektor, dass die Anodisierung nicht mit den besten Lampen mithalten kann und dass ein Xenon-Birnchen… Und Stop! Immerhin testen wir hier einen Klassiker, der sich sicherlich nicht mit aktuellen Lampen messen kann. Maglite ist auf dem besten Weg, Tradition Tradition sein zu lassen und ebenfalls brauchbare Lampen zu bauen. Und auch die 3D ist schon lange in einer LED-Variante auf dem Markt. Aber da dies hier eine echte „Traditionslampe“ ist, macht der Vergleich mit aktuellen Lampen wenig Sinn. Vergessen wir also alles, was wir über moderne Lampen wissen und widmen uns ganz und gar der originalen 3D-Cell.

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Die Materialstärke hat sich bewährt.

 

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Der Kopf der Mag.


Leuchteinheit:

Ein Xenon-Birnchen werkelt in einem SMO-Reflektor aus Kunstoff. Ebenfalls aus Kunstoff wurde die Frontlinse gefertigt. Darüber gemeckert habe ich ja schon, also weiter im Programm.

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Maggie von vorne.

 

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Über Jahrzehnte war die Mag mit dem Birnchen eine wirklich helle Taschenlampe.

 

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Die Einzelteile des Lampenkopfs.


Stromversorgung/Laufzeittest:

Wie das „3D“ in der Modellbezeichnung unschwer erkennen lässt, wird die Lampe mit drei D-Batterien betrieben. Mit ebensolchen, und zwar exakt drei Stück, trat die Lampe auch zum Test an. Interessant war dabei, dass sich das seit längerer Zeit in der Lampe befindliche Birnchen schon so an die etwas schwächer gewordenen Batterien gewöhnt hatte, dass es beim Einschalten mit neuen Batterien direkt durchgebrannt ist. Verstehen kann ich das, denn es ist in etwa vergleichbar damit, als würde man mir zum Essen nichts als einen Salat vorsetzen. Bei sovielen Vitaminen würde ich ebenfalls kollabieren.
Die Lampe bekam also ein frisches Birnchen spendiert, und los ging der Test, bei dem die Lampe auf maximale Reichweite fokussiert war.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 7.600 Lux
nach 5 Minuten: 6.200 Lux
nach 15 Minuten: 5.500 Lux
nach 30 Minuten: 4.900 Lux
nach 45 Minuten: 4.500 Lux
nach 60 Minuten: 4.200 Lux
nach 75 Minuten: 4.000 Lux
nach 90 Minuten: 3.800 Lux
nach 105 Minuten: 3.700 Lux
nach 120 Minuten: 3.500 Lux
nach 135 Minuten: 3.400 Lux
nach 150 Minuten: 3.300 Lux
nach 165 Minuten: 3.100 Lux
nach 3 Stunden: 3.100 Lux
nach 4 Stunden: 2.500 Lux
nach 5 Stunden: 2.300 Lux
nach 6 Stunden: 2.000 Lux
Und wieder einmal musste ein alternder Lampentester ins Bett. Die Lampe wird über die gesamte Laufzeit kontinuierlich dunkler, liefert aber für lange Zeit Licht. Punkt.

Fazit: Die Erkenntnis, dass die Lampe ungeregelt ist, stellt sicherlich nicht das gesamte Lampenuniversum auf den Kopf, denn das dürfte selbst Nicht-Flashaholics hinlänglich bekannt sein. Die durch den Direktbetrieb erzielte lange Laufzeit ebenfalls. Und da ich die Lampe ja nicht an aktuellen Modellen messen möchte, war’s das an dieser Stelle.

Bedienung:
Ein Forward-Clicky unterhalb des Lampenkopfs schaltet die Lampe ein. Der Clicky hat einen weichen Druckpunkt, Momentlicht und Morsen sind möglich. Die Lampe bietet eine Leuchtstufe, womit die Funktion des Clickys hinreichend erklärt wäre. Durch Hin- und Herdrehen des Lampenkopfs kann der Lichtstrahl in der Bündelung verändert werden. Sprich: Wir haben es mit einer Fokussierfunktion zu tun, die zwar in allen Einstellungen ein grauenhaftes Lichtbild liefert, aber vorhanden ist.

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Der Seitenschalter.


Beam:
Wir haben es mit einer Fokussierfunktion zu tun, die zwar in allen Einstellungen ein grauenhaftes Lichtbild liefert, aber vorhanden ist. Irgendwie bilde ich mir ein, gerade ein Déjà-vu gehabt zu haben, keine Ahnung, warum.

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„White-wall-beamshot“ Maglite 3D-Cell fokussiert.

 

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„White-wall-beamshot“ Maglite 3D-Cell defokussiert.


Resümee:

Es gab einmal eine Zeit, in der Benzin weniger als eine Mark gekostet hat, Rockstars an ihrem Erbrochenen erstickt sind und Rauchen noch gesund war. Aus dieser Zeit stammt die Maglite 3D-Cell, und für diese Zeit war es eine verdammt helle und gute Lampe. Mit aktuellen Hochleistungs-Taschenlampen ist die 3D-Cell nicht zu vergleichen, denn selbst Lampen, die ein Zehntel der dreizelligen Mag wiegen und ein Fünftel ihrer Größe haben, bringen heutzutage mitunter die zehnfache Leistung. Kein Wunder, denn die Entwicklung auf dem LED-Sektor ist in den letzten Jahren extrem vorangeschritten.
Das größte Problem der 3D-Cell liegt meiner Meinung darin, dass sie von Maglite immer noch ín der Version mit Xenon-Birnchen angeboten wird, denn das nimmt ihr den Nimbus einer wirklich hellen Lampe in einem Jahrtausend, in dem Männer ausnahmslos noch im Stehen gepinkelt haben. Neu erhältlich ist die Lampe zu Preisen, die grob zwischen 20 und 35 Euro liegen (Stand: April 2013), unter anderem auch hier.

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Größenvergleich. Von links: Fenix TK70, Maglite 3D-Cell, Spark SP6, Fenix TK45, Solarforce Skyline 1, Mini-Maglite AA, Solarforce L2P.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Mit dabei ist auch ein Umbau von Nailbender aus dem CPF, der zeigt, was mit einer dreizelligen Maglite unter anderem möglich ist.

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Maglite 3D-Cell

 

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Maglite 2D-Cell

 

Maglite 3-D-Cell 015
Maglite 6D-Cell

 

Maglite 3-D-Cell 016
Surefire G2 Nitrolon

 

Maglite 3-D-Cell 017
HDS Systems EDC High CRI

 

Maglite 3-D-Cell 018
Fenix MC10

 

Maglite 3-D-Cell 019
Maglite 3D-Cell Nailbender SST-90

 

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