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5. Mai 2013

Hilfe bei der Lampensuche – kleiner Leitfaden

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Dieser kleine Leitfaden richtet sich speziell an diejenigen, die auf der Suche nach einer für sie geeigneten Taschenlampe sind, aber noch nicht so sehr mit der Materie vertraut. Es geht an dieser Stelle nicht darum, wissenschaftlich ins Detail zu gehen, sondern darum, die meist gestellten „Anfängerfragen“ möglichst einfach zu beantworten. Beispielsweise ließe sich allein über den Zusammenhang von Reflektorgröße, Reflektortiefe und Reichweite von Lampen eine ganze Abhandlung schreiben, die jemanden, der „nur“ auf der Suche nach einer Lampe ist, nicht nur überfordern, sondern vor allem auch langweilen würde. Von daher ist der Satz „Grob kann man sagen, dass die Reichweite unmittelbar von Größe und Tiefe des Reflektors abhängig ist“, den ich weiter unten zum Thema „Leuchtweite“ verfasst habe, genauso richtig wie falsch, aber er erklärt das Grundsätzliche zum Thema kurz und verständlich. Wie überhaupt die Verständlichkeit der Erklärungen im Vordergrund stehen soll. Falls nach dem Lesen dieses kleinen Leitfadens einige Dinge klarer sind oder am Ende gar ein gelungener Lampenkauf ins Haus steht, hat der Artikel seinen Zweck mehr als erfüllt.

Lampenauswahl 001
Das Angebot des Lampenmarkts ist gerade für Neueinsteiger verwirrend.

Vor dem Kauf muss zunächst mal die Frage nach der Stromversorgung geklärt werden. Allein diese Entscheidung kann in direktem Zusammenhang zur Größe der Lampe stehen, falls es denn eine Lampe mit richtig viel Wumms sein soll.

Die Akku-Frage
Moderne Hochleistungs-Taschenlampen werden meist mit LiIon-Akkus betrieben. Diese haben im Vergleich zu NiMh-Akkus oder AA- bzw. AAA-Zellen eine wesentlich höhere Energiedichte und haben eine Nennspannung von 3,7 Volt (AA- bzw. AAA-Akkus: 1,2 Volt; AA- bzw. AAA-Batterien: 1,5 Volt).
Damit die mit „normalen“ Akkus betriebenen Lampen eine ähnliche Leistung und Laufzeit erzielen können, müssen mehr Zellen verwendet werden, was im Klartext heißt: Die Lampen werden entsprechend größer und schwerer.
Bei nahezu allen Lampen, die mit AA- oder AAA-Zellen betrieben werden, ist die Verwendung von Alkali-Batterien nur als Notlösung anzusehen, da die Batterien einen hohen Innenwiderstand haben und in der Leistung schnell einbrechen. Wenn die Lampe mit Batterien betrieben werden soll, empfiehlt sich die Verwendung von Lithium-Batterien.
Generell sind bei häufiger Nutzung die Folgekosten beim Betrieb mit Akkus deutlich geringer.
Zu bedenken ist weiterhin, dass bei der Nutzung von LiIon-Akkus ein entsprechender Akku sowie ein passendes Ladegerät erworben werden muss, falls nicht bereits vorhanden.

Lampenauswahl 002
Größenvergleich. Von oben: 18650-LiIon-Akku, AA-Batterie, AAA-Batterie.

 

Lampenauswahl 003
Oben im Bild: Die Fenix TK45, die mit acht AA-Zellen betrieben wird, unten die Zebralight SC600, die von einem einzigen 18650-LiIon-Akku gespeist wird.

 

Lampenauswahl 004
Leuchtbild Fenix TK45.

 

Lampenauswahl 005
Leuchtbild Zebralight SC600.

Bezüglich der Leistung tun sich beide Lampen nicht wirklich viel, lediglich die Leuchtcharakteristiken unterscheiden sich etwas. Und auch, wenn die Unterschiede in Leistung und Größe nicht immer so drastisch ausfallen wie bei diesen beiden Lampen, zeigt das Beispiel dennoch gut die Überlegenheit der LiIon-Akkus gegenüber „herkömmlichen“ und hierzulande gebräuchlichen Zellen auf.


Welche LED ist die richtige?

Ein „Richtig“ oder „Falsch“ gibt es nicht. Vielmehr kommt es auf den Einsatzzweck an. Die gebräuchlichsten LEDs, die zurzeit in Taschenlampen verbaut werden, sind die XP-G und die XM-L des Herstellers Cree. Viele Lampen werden mittlerweile mit beiden LED-Typen angeboten. Grundsätzlich ist die XM-L-LED leistungsstärker und liefert durch ihre größere Oberfläche ein gleichmäßigeres Lichtbild, während die XP-G-LED eine höhere Reichweite erzielt.
Dies kann allerdings nur als grobe Faustregel gelten, denn wie weit und wie hell eine Lampe leuchtet, hängt immer auch von anderen Faktoren ab (Größe und Tiefe des Reflektors, Bestromung der Lampe).

Leuchtweite
Grob kann man sagen, dass die Reichweite unmittelbar von Größe und Tiefe des Reflektors abhängig ist. Daher leuchten Lampen, die über große und tiefe Reflektoren verfügen, wesentlich weiter als Lampen mit kleinen Reflektoren. Eine gigantische Reichweite kann also nicht mit Lampen erzielt werden, die noch in die Hosentasche passen sollen.

Lampenauswahl 006
Oben: Xeno G42, unten: Fenix RC10.

 

Lampenauswahl 007
Die unterschiedlichen Reflektoren.

 

Lampenauswahl 008
Leuchtbild Fenix RC10.

 

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Leuchtbild Xeno G42.

Während die Fenix-Lampe einen größeren Bereich heller und gleichmäßiger ausleuchtet, konzentriert die Xeno G42 das meiste Licht in den hellen Spot. Noch drastischer ist der Vergleich im nächsten Beispiel, das den Vergleich zwischen der Olight M30 und der Solarforce Skyline 1 auf die Entfernung zeigt.

Lampenauswahl 010
Oben: Solarforce Skyline 1, unten: Olight M30.

 

Lampenauswahl 011
Auch hier gilt der Grundsatz „Leistung durch Hubraum“.

 

Lampenauswahl 012
Olight M30.

 

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Solarforce Skyline 1.


Fokussierbar oder nicht?

Hier scheiden sich die Geister. Während manche Leute auf fokussierbare Lampen schwören, sind sie für andere nur eine Spielerei. Fakt ist, dass eine fokussierbare Lampe entweder den Nahbereich gleichmäßig ausleuchtet oder einen hellen Punkt auf die Entfernung liefert. Eine Lampe mit einem guten Fixfokus kann beides. Sie bietet ausreichend Licht zur Wegausleuchtung und schafft gleichzeitig eine ordentliche Reichweite. Als Anschauungsbeispiele dienen hier die fokussierbare Led Lenser M14 und die Fenix TK35 mit festem Fokus.

Lampenauswahl 014
Led Lenser M14 defokussiert.

 

Lampenauswahl 015
Led Lenser M14 fokussiert.

 

Lampenauswahl 016
Fenix TK35.


Die Lumen-Frage
Darf’s ein bisschen mehr sein? Und wenn ja, wieviel? Das Helligkeitsempfinden des menschlichen Auges ist logarithmisch aufgebaut. Kurz gesagt bedeutet das: Eine Lampe muss nicht die doppelte, sondern die vierfache Lichtmenge abgeben, um vom Auge als doppelt so hell wahrgenommen zu werden. Geringe Unterschiede in der Lumenzahl werden vom Auge fast gar nicht bemerkt. Und je mehr Lumen es sind, desto weniger kann das Auge selbst größere Sprünge unterscheiden. Ob eine Lampe 1800 oder 2200 Lumen liefert, macht fürs menschliche Auge keinen signifikanten Unterschied – immer vorausgesetzt, die Leuchtcharakteristik ist ähnlich. Denn das Auge lässt sich auch gerne täuschen. Lampen, die einen gebündelten Lichtstrahl haben, werden bei gleicher oder auch bei geringerer Lumenzahl deutlich heller wahrgenommen als Lampen mit einer gleichmäßigen Ausleuchtung.

Lampenauswahl 017
Leuchtbild HDS Systems EDC Rotary (200 Lumen).

 

Lampenauswahl 018
Leuchtbild EagleTac T20C2 MKII (280 Lumen).

Welche der beiden Lampen ist denn nun heller? Der Unterschied von 80 Lumen fällt fürs Auge nicht signifikant ins Gewicht, sofern die Ausleuchtung nicht großartig unterschiedlich ist.
Anders verhält es sich bei Lampen mit völlig unterschiedlichen Leuchtcharakteristiken, wie der Spark SL5-220CW und der Solarforce Skyline 1, die wir bereits weiter oben kennengelernt haben.

Lampenauswahl 019
Spark SL5 (220 Lumen).

 

Lampenauswahl 020
Solarforce Skyline 1 (260 Lumen).

Obwohl der Unterschied zwischen beiden Lampen gerade mal 40 Lumen beträgt, täuscht die Solarforce das Auge durch ihre wesentlich größere Reichweite und wirkt dadurch subjektiv heller.

So, nun gilt es noch, einen würdigen Abschluss für diesen kleinen Leitfaden zu finden, damit er richtig rund und in sich geschlossen ist. Aber ich finde keinen.

Also, tschüss.

 

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