Taschenlampen-Tests.de






         

14. Juni 2013

Fire-Foxes FF4

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 14:47

Fire-Foxes FF4 001
Sie ist günstig. Sie ist gut verarbeitet. Sie ist unglaublich hell. Die Fire-Foxes FF4. Aber wo ist der Haken?


Verpackung/Lieferumfang:
In einem schlichten Pappkarton finden sich die Lampe, eine Bedienungsanleitung, eine Garantiekarte, ein Echtheits-Zertifikat und eine kleine Karte, auf der eine Kurzanleitung, eine Beitrittserklärung zu den Triaden oder ein Rezept für ein besonders schmackhaft zubereitetes Haustier stehen könnte. Verifizieren kann zumindest ich das nicht, da sämtliche Unterlagen ausschließlich in chinesischer Sprache gehalten sind.

Fire-Foxes FF4 002
Auf der Verpackung steht „40W HID Flashlight“. Die 40 Watt stehen dabei für die hellste Dauerbetriebsstufe.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 158 mm
Reflektoröffnung: 59 mm
Durchmesser Kopf: 75 mm
Durchmesser Tail: 51 mm
Gewicht: 523 g
Gewicht mit Akkus: 705 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Löcher in der Teilcap.
wasserdicht: gemäß IPX-7 gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. Rein theoretisch könnte die Lampe aufgrund der gut laufenden Gewinde und der zweifachen O-Ring- Abdichtung (Gewinde zum Lampenkopf) und der einfachen (Gewinde zur Tailcap) sogar komplett wasserdicht sein, was ich allerdings nicht ausprobiert habe.
Die Gewinde sind von Werk aus nicht gefettet und machen beim Zuschrauben Geräusche, die ich nicht von einer Lampe hören möchte. Mit ein wenig gutem Fett (über das sich übrigens auch die O-Ringe freuen) kann und sollte Abhilfe geschaffen werden. In den ersten Gewindegängen weist die FF4 leichtes Spiel auf, aber zum Ende hin greifen die Gewinde satt und spielfrei.

Fire-Foxes FF4 003
Die großzügig ausgestalteten Kühlrippen hat die FF4 nicht umsonst, denn beim Betrieb wird die Lampe extrem heiß.

 

Fire-Foxes FF4 004
Materialstärke Batterierohr.

 

Fire-Foxes FF4 005
Doppelte-O-Ring-Abdichtung am Gewinde zum Lampenkopf. Werksseitig sind die Gewinde nicht gefesttet, was die Lampe durch Quietsch- und Knarzlaute quittiert. Mit dem guten Nyogel wurde hier Abhilfe geschaffen.

 

Fire-Foxes FF4 006
Minus-Kontakte und Plus-Kontakt im Lampenkopf.


Leuchteinheit:
Verbaut wurde ein HID-Brenner mit einer angegebenen Lebensdauer von 2.500 Stunden, der auf 24, 40 oder 60 Watt betrieben werden kann. Der Reflektor ist ein SMO aus Aluminium. Die Frontlinse besteht aus hitzebeständigem Glas, über dessen genaue Beschaffenheit der Hersteller keine Angaben macht.

Fire-Foxes FF4 007
Frontansicht.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben wird die FF4 mit vier 18650-Akkus, die in einen stabilen Akkuträger eingesetzt werden. Genutzt werden können aufgrund des knapp bemessenen Platzes (hinsichtlich der Länge) im Akkuträger und wegen der hohen Einschaltströme ausschließlich ungeschützte Akkus.
Beim Test kamen vier Panasonic-Akkus mit der Bezeichnung „NCR 18650B“ mit einer Kapazität von 3.400mAh zum Einsatz. Beim Laufzeittest wurde die Lampe in der hellsten Stufe (60 Watt) eingeschaltet (mit zeitbedingtem Herunterschalten auf 24 Watt nach ziemlich genau drei Minuten) und dann in der 40-Watt-Stufe weiterbetrieben. Gekühlt wurde mittels Ventilator.
Die Messung erfolgte auf vier Meter mit anschließender Umrechnung auf einen Meter. Die ermittelten Werte sind keine absoluten, sondern lediglich Annäherungswerte, denn schon minimalste Abweichungen bei der Ausrichtung der Lampe auf den Sensor ergeben Messabweichungen von 50.000 Lux und mehr. Während der Messungen schwankten die Werte minimal, blieben aber insgesamt stabil, im Gegensatz zu vielen günstigen HIDs, bei denen die Farbtemperaturen und Luxwerte häufig wechseln/springen.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 372.800 Lux (60 Watt)
nach 5 Minuten: 243.200 Lux (40 Watt)
nach 10 Minuten: 241.600 Lux
nach 15 Minuten: 236.800 Lux
nach 20 Minuten: 233.600 Lux
nach 25 Minuten: 230.400 Lux
nach 30 Minuten: 227.200 Lux
nach 35 Minuten: 222.400 Lux
nach 40 Minuten: 214.400 Lux
nach 45 Minuten: 201.600 Lux
Nach 46 Minuten und angezeigten 198.400 Lux schaltete die Lampe ab. Die Akkus wurden mit Leerlaufspannungen zwischen 3,16 und 3,18 Volt gemessen und waren knalleheiß. Laut Fire-Foxes verfügt die Lampe über einen Überhitzungsschutz und schaltet bei Erreichen einer bestimmten Temperatur auf 24 Watt zurück. Dies war beim Testlauf aufgrund der Ventilatorkühlung nicht der Fall. Hier griff – zwar sehr spät (eigentlich schon zu spät), aber immerhin – ein Unterspannungsschutz, der die Akkus vor Schlimmerem bewahrt.
Fazit: Die FF4 ist nicht perfekt, aber doch gut geregelt. In den ersten drei „60-Watt-Minuten“ sanken die Werte nur minimal. In der 40-Watt-Stufe lag der nach 40 Minuten (und damit bereits ziemlich zum Ende der Laufzeit) gemessene Leistungsverlust gegenüber dem Ausgangswert (nach fünf Minuten) bei etwas mehr als zehn Prozent. Während des Betriebs wird die Lampe vor allem in der 60-Watt-Stufe extrem heiß. Das automatische Herunterschalten macht somit in jedem Fall Sinn, denn dauerbetriebsfest ist die Lampe in dieser Stufe nicht.

Fire-Foxes FF4 008
Der Akkuträger ist robust verarbeitet. Auch die Streben wurden aus Alu gefertigt.

 

Fire-Foxes FF4 009
Die Kontakte zum Lampenkopf.

 

Fire-Foxes FF4 010
Am hinteren Ende sitzt der Einschaltknopf respektive der „Stromgeber“.

 

Fire-Foxes FF4 011
Zwei grüne LEDs zeigen die Betriebsbereitschaft an. Die LEDs sind bei zugeschraubter Lampe auch durch das Schaltergummi zu sehen, allerdings nur im Dunkeln.


Bedienung:
Einsatzklar gemacht wird die Lampe mit einem Tailcap-Clicky mit weichem bis mittelhartem, aber konkretem Druckpunkt, der die Betriebsbereitschaft durch zwei kleine LEDs signalisiert. Anschließend kann die FF4 mit einem Taster seitlich unterhalb des Lampenkopfs eingeschaltet werden, der zwar ebenfalls einen konkreten Druckpunkt hat, dessen Bedienung aber dennoch leicht schwammig ist. Die Lampe startet in der 40-Watt-Stufe (angegeben mit 4.000 Lumen). Beim Einschalten ist das Licht zunächst bläulich und wird mit zunehmender Dauer wärmer. Nach etwa 15 bis 20 Sekunden hat die FF4 fürs Auge die maximale Leistung in der 40-Watt-Stufe erreicht. Am Luxmeter wird deutlich, dass die Lampe etwa doppelt so lange braucht, bis sie tatsächlich komplett hochgefahren ist.
Durch einen Druck auf den Taster wechselt die Lampe in die 24-Watt-Stufe (angegeben mit 2.000 Lumen). Ein weiterer Druck, und man gelangt wieder in die 40-Watt-Stufe (und so weiter). Die 60-Watt-Stufe (angegeben mit 6.000 Lumen) kann nur aus der 24-Watt-Stufe heraus aktiviert werden. Dazu muss der Taster etwa zwei Sekunden lang gedrückt gehalten werden. Dies ist allerdings nur einmal bei eingeschalteter Lampe möglich. Wenn man aus der 60-Watt-Stufe zurückschaltet, lässt sie sich nicht erneut aktivieren. Will man wieder die volle Power, muss man die FF4 mit dem Tailcap-Clicky aus- und wieder einschalten. Wenn der Brenner auf Betriebstemperatur ist, kann man das, ohne dass er Schaden erleiden dürfte, direkt im Anschluss tun.
Nichtsdestotrotz hätte man das meiner Meinung nach besser lösen können. Sicherlich macht es in vielen Fällen Sinn, die Lampe vor ihrem Benutzer zu schützen, aber im Fall der FF4 setze ich einfach mal voraus, dass die Käufer einer solch speziellen Lampe wissen, was sie tun.

Fire-Foxes FF4 012
Durch das GITD-Tailcap-Gummi sind bei Dunkelheit die beiden LEDs zu sehen, die signalisieren, dass die FF4 nun zu allen Schandtaten bereit ist. Im Hellen sieht man nichts, wie man sieht.

 

Fire-Foxes FF4 013
Tailcap von innen.

 

Fire-Foxes FF4 014
Mit dem Seitenschalter werden die Leuchtstufen angewählt.


Beam:
Das Lichtbild ist „HID-typisch“ nicht sonderlich ästhetisch und alles andere als ausgewogen, wobei man in der Praxis mit einer solchen Lampe allerdings eher selten eine einen Meter entfernte Zielscheibe anleuchten dürfte. Die Farbtempearatur von 4.300K ist sehr angenehm fürs Auge all derer, die warmes Licht kaltem Licht vorziehen. Leider kommt die Lichtfarbe auf diesem Bild nicht wirklich gut rüber.
Die Reichweite ist vom Hersteller mit 1.600 Metern angegeben, was sicherlich ein wenig gestrunzt ist.

Fire-Foxes FF4 015
„Target-beamshot“ der FF4.


Resümee:
Wenn ein Lampentester tagelang jeden Abend mit ein- und derselben Lampe vor die Tür geht und mitten im Sommer spätestens ab 19 Uhr beginnt, das Tageslicht zu verfluchen, kann das nur zwei Gründe haben. Erstens: Entweder ist der Typ völlig bescheuert, oder zweitens: Die Lampe muss absolut beeindruckend sein. Punkt 1 kann ich nicht reinen Gewissens von der Hand weisen, Punkt 2 trifft auf jeden Fall zu.
Die Fire-Foxes FF4 bietet im kleinen Format eine Leistung, die schier unglaublich ist. Bereits in der dunkelsten Stufe ist die Lampe beeindruckend, und beim Hochschalten geht im wahrsten Sinne des Wortes mitten in der Nacht die Sonne auf.
Die Verarbeitung ist über alle Zweifel erhaben, sieht man mal von den quietschenden Gewinden aufgrund fehlender werksseitiger Schmierung ab. Um auf den eingangs erwähnten Haken zu kommen: Trotz der guten Verarbeitung wäre ich beim Punkt „Robustheit“ eher vorsichtig. Darüber, ob die Lampe ein Herunterfallen klaglos wegsteckt, möchte ich aufgrund der Tatsache, dass hier jede Menge Technik auf kleinstem Raum verbaut wurde, nicht spekulieren.
Erhältlich ist die Fire-Foxes FF4 zu einem Preis von rund 210 Dollar (Stand: Juni 2013), was angesichts dessen, was sie leistet, fast geschenkt ist.

Fire-Foxes FF4 016
Größenvergleich. Von links: Microfire K3500R Warrior, Fire-Foxes FF4, Niteye Eye30, Skyray King, Armytek Predator.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von einer Sekunde bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Fürs menschliche Auge ist die Überlegenheit der FF4 wesentlich größer als es auf den Bildern erscheint, was damit zusammenhängen dürfte, dass die Kamera kühlere Farbtöne überrepräsentiert.

Fire-Foxes FF4 017
Kontroll-Shot

 

Fire-Foxes FF4 018
Fire-Foxes FF4 24 Watt

 

Fire-Foxes FF4 019
Fire-Foxes FF4 40 Watt

 

Fire-Foxes FF4 020
Fire-Foxes FF4 60 Watt

 

Fire-Foxes FF4 021
Spark SP6

 

Fire-Foxes FF4 022
Niteye Eye30

 

Fire-Foxes FF4 023
Led Lenser X21R

 

Fire-Foxes FF4 024
Microfire K3500R Warrior III

 

Fire-Foxes FF4 025
Fenix TK70

 

Fire-Foxes FF4 026
Lambda Lights Varapower Turbo V2

 

Fire-Foxes FF4 027
THE LED LASER

 

nach oben



Keine Kommentare

Noch keine Kommentare.

RSS Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Diese Kommentarfunktion ist zurzeit nicht zugelassen.

Powered by WordPress MU.