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14. August 2013

Polarion PH 50

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 19:41

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Ich wollte schon lange eine haben. Jetzt habe ich eine. Leider nur leihweise zum Test. Obwohl – geht eine Lampe, die jemand länger als drei Wochen bei sich hat, nicht automatisch in seinen Besitz über? Aber selbst, wenn es so wäre – das könnte ich Chewbacca aus dem Taschenlampen-Forum nicht antun, der mir die Polarion PH50 freundlicherweise zum Test überlassen hat. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank dafür! Und so kommt nach dem Video-Review der leicht gefälschten PH50 nun endlich auch der Test der echten Lampe auf dieser fabulösen Seite.


Verpackung/Lieferumfang:
In einem stabilen und wasserdichten Hartschalen-Koffer sind neben der Lampe ein Akkupack zum Betrieb, ein Ladegerät und ein Tragegurt enthalten.

Polarion PH50 002
Die Qualität des Koffers lässt erahnen, dass der Inhalt ebenfalls taugt.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 309 mm
Reflektoröffnung: 73 mm
Durchmesser Kopf: 88 mm
Durchmesser Tail: 71,5 mm
Gewicht: 1417 g
Gewicht mit Akku: 1857 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja.
wasserdicht: Laut Hersteller ist die Lampe bis zu einer Wassertiefe von zwei Metern wasserdicht. Einen Tauchtest habe ich nicht durchgeführt, da ich das grundsätzlich nicht bei Lampen, mache, die mir vertrauensvoll von Privatleuten zur Verfügung gestellt werden. Allerdings sah die Lampe nach der Fotosession auf den Brettern dermaßen abgefuckt aus, dass mir Chewie das nie verziehen hätte. So musste ich sie zwangsläufig ausgiebig unter Zuhilfenahme eines Schwamms, Spüli und reichlich Wasser reinigen. Mit dem Ergebnis, dass die Lampe erst nach ausgiebiger Trocknung wieder funktionierte. Nee, Quatsch, war nur ein Scherz, um Chewbacca beim Lesen dieser Zeilen zu schocken. In Wirklichkeit hat der PH50 diese Reinigung nicht das Geringste ausgemacht.
Die Vertarbeitung kann ich in allen Belangen als absolut hochwertig bezeichnen. Das massive Gehäuse ist hervorragend anodisiert. Das Tailcap-Gewinde läuft sauber, satt und spielfrei, und der Sound beim Auf- und Zuschrauben macht einfach nur Spaß.

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Der Tragegriff ist fester Bestandteil der Lampe und kann nicht entfernt werden.

 

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Befestigungsmöglichkeit hinten für den Tragegurt.

 

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Die Schwimmflügel dienen der schnelleren und lautlosen Fortbewegung unter Wasser.

 

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Nein, ich möchte ehrlich zu meinen Lesern sein. In Wirklichkeit sind es keine Schwimmflügel, sondern lustige kleine Füßchen, mithilfe derer die Polarion auf ebenen Flächen hingelegt werden kann ohne umzufallen.

 

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Materialstärke der PH50.

 

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Der Diffusor ist als Zubehör erhältlich und macht die Lampe noch vielseitiger.

 

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Noch vielseitiger gemachte Lampe.


Leuchteinheit:

Zum Einsatz kommt ein ein 50-Watt-Brenner, der in einem SMO-Reflektor sitzt. Alternativ ist auch eine Version mit OP-Reflektor verfügbar.

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Frontansichten.


Stromversorgung/Laufzeittest:

Betrieben wird die PH50 mit einem speziellen Akkupack, einem 14,4-Volt-Stabakku mit einer Kapazität von 4.400mAh. Während des Ladevorgangs zeigen sechs LEDs den Ladestand des Akkupacks an. Wenn alle LEDs grün leuchten, ist der Akku komplett geladen. Angegeben ist die PH50 mit einem Lichtstrom von 5.000 Lumen bei einer Laufzeit von 70 Minuten.

Normalerweise folgt an dieser Stelle ein Laufzeittest mit Luxmessung. Beim selbigem wurde die Lampe durch einen Ventilator gekühlt. Allerdings hatte das Testmodell offenbar eine kleine Macke, sodass eine Veröffentlichung der Werte keine wirkliche Aussagekraft gehabt hätte. Beim Einschalten wurden 424.000 Lux angezeigt. Während des Testlaufs war der Wert nach einer Stunde um 20 Prozent gefallen. Bei einem alternativen Test, den sma aus dem Taschenlampen-Forum mit seiner PH50 durchgeführt hat, war der Wert nach derselben Zeit nur um knapp 5 Prozent gefallen. Ob bei der von mir getesteten PH50 ein Defekt im Regler vorlag oder lediglich der Akku alt und schlapp war, konnte bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Tests nicht verrifiziert werden. Ist aber auch egal, denn smas Messung zeigt, dass eine intakte PH50 über eine exzellente Regelung verfügt. Die Abschaltung erfolgte übrigens nach knapp 65 Minuten.

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Um das Akkupack zu laden, muss die Endkappe abgeschraubt werden.

 

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Endkappe Innenansicht.

 

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Die Kontakte im Lampenkopf.

 

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Das Akkupack.

 

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Minuskontakt (außen) und Pluskontakt.

 

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Sechs LEDs zeigen den Ladestand des Akkupacks an.


Bedienung:
Eingeschaltet wird die PH50 mittels eines Drehrings, der unterhalb des Lampenkopfs angebracht ist. Der Ring kann dabei sowohl im als auch gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden, damit die Lampe leuchtet. Der Brenner wird beim Einschalten regelrecht „überfahren“ und das nicht zu knapp; daher dauert es nur wenige Sekunden, bis die PH50 die maximale Leuchtkraft erreicht hat.
Während des Betriebs zeigen die LEDs am Akkupack durch die durchscheinende Endkappe den Ladestand des Akkus grob an. Leuchten fünf LEDs, liegt der Ladestand bei 100 Prozent, bei vier leuchtenden LEDs bei 80 Prozent, bei drei leuchtenden LEDs bei 60 Prozent, usw.

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Eingeschaltet wird die PH50 mittels Drehring.

 

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Der Drehring ist das Ding, auf dem der Daumen des Lampenflüsterers Lichtinsdunkel liegt.

 

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Fünf LEDs zeigen unmittelbar nach dem Einschalten oder beim Einlegen des Akkupacks die Restkapazität des Akkupacks an.


Beam:
Die PH50 liefert einen deutlich spotbetonten Beam mit viel, viel Streulicht drumherum.

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„Target-beamshot“ Polarion PH50.


Resümee:
Die Polarion PH50 hat ihren legendären Ruf nicht von ungefähr. Verglichen mit allen mir bekannten serienmäßigen HIDs ist die Lampe der beste Allrounder. Verglichen mit den zahlreichen Eigen- und Umbauten, die mittlerweile von den völlig taschenlampenbekloppten Bastel-Spezialisten als Einzelanfertigungen gebaut worden sind, liegt die PH50 sowohl, was Reichweite als auch Streulicht angeht, irgendwo im vorderen Mittelfeld.
Unterm Strich jedoch ist ein Vergleich mit diesen Exoten nicht wirklich zulässig. Einerseits, weil man eine Serienlampe nicht mit Spezialanfertigungen vergleichen kann, denn im modernen Zeitalter geht „noch heller“ mittlerweile ohne Probleme. Und andererseits sprechen für die PH50 neben der Tatsache, dass die maximale Leistung schnell erreicht wird, die Dauerbetriebstfestigkeit, die Wasserdichtheit und die Zuverlässigkeit. Diese Vorteile sind mit einem Preis von rund 1.700 Euro (Stand: August 2013) allerdings auch nicht ganz billig zu haben. Aber mal ganz davon ab: Die meisten Besitzer einer PH50, die ich persönlich kenne, haben für ihr Schätzchen deutlich weniger bezahlt – alles eine Frage von Angebot und Nachfrage sowie Verhandlungsgeschick.

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Von links: Polarion PH50, Microfire K3500R Warrior, Spark SP6, Fenix TK70.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Allerdings habe ich hier ein wenig geschummelt. Bei den Vergleichsbeamshots wurde eine PF50 verwendet, die bis aufs Gehäuse baugleich mit der PH50 ist. Schlicht und einfach aus dem Grund, dass ich diese Beamshots im Archiv hatte und für aktuelle Beamshots aufgrund beruflicher Tätigkeiten und der damit verbundenen Tatsache, dass es mein Ziel ist, spätestens in einem Jahr nie wieder vor neun Uhr morgens aufstehen zu müssen, keine Zeit war. Denn ich werde langsam alt, und Aufsteh-Uhrzeiten, die deutlich vor neun Uhr morgens liegen, schaden meinem Teint und meiner Attraktivität zunehmend. Und ich möchte im Alter nicht völlig scheiße aussehen. Daher bitte ich um Verständnis.
Die Beamshots stammen aus einer Serie, bei der auch Lampen mit deutlich weniger Leistung gebeamshooted wurden (ja, auch ich kann diese Scheiß-Anglizismen benutzen, die unsere schöne Sprache zusehends versauen). Weil das bei den Big Models nicht fits, sind die Beamshots fucking heavy overlighted. Ausgerichtet sind alle Lampen auf denselben Punkt. Die eigentliche Überbelichtung liegt im Streulicht weit davor.

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Polarion PF50

 

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Polarion PF50 Diffusor

 

Polarion PH50 025
Fenix TK70

 

Polarion PH50 027
Microfire K3500R Warrior

 

Bei der folgenden zweiten Serie ist das Gegenteil der Fall – ziemlich unterbelichtet. Auch diese Bilder stammen aus meinem völlig ungeordneten Archiv. Da ich die Bilder nicht selbst geschossen habe und auch die Exif-Daten nicht vorliegen, kann ich zu Blende und Belichtung keine Angaben machen.

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Polarion PH50

 

Polarion PH50 029
Polarion PH50 Diffusor

 

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Fenix TK70

 

Polarion PH50 031
Led Lenser X21R fokussiert

 

Polarion PH50 032
Niteye Eye 30

 

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