Taschenlampen-Tests.de






         

2. September 2013

PowerTac Chameleon

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 18:17

PowerTac Chameleon 001
Nein, ihre Farbe verändert die PowerTac Chameleon nicht, wenn sie angeleuchtet wird. Den Namen trägt sie vielmehr wegen ihrer Wandelbarkeit.


Verpackung/Lieferumfang:
In einem stabilen Pappkarton sind die Lampe und ein Lanyard enthalten.

Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 143,5 mm
Durchmesser Kopf: 58 mm
Durchmesser Tail: 34 mm
Gewicht: 260 g
Gewicht mit Akku: 306 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Aufnahmen an der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Das Chameleon wirkt in allen Details robust und gut verarbeitet. Die Gewinde laufen weich, rund und spielfrei, und alles, was fest sein muss, ist es auch.

PowerTac Chameleon 002
Solide Wandstärke.

 

PowerTac Chameleon 003
Die Gewinde laufen sauber und spielfrei.

 

PowerTac Chameleon 004
Tailcap mit Ohren.

 

PowerTac Chameleon 005
Innenansicht Lampenkopf.


Leuchteinheit:
Eine weiße LED sucht man bei der PowerTac Chameleon vergeblich. Das Weißlicht wird durch eine Kombination aus roter, grüner und blauer Cree XP-E-LED erzeugt, die jeweils in einem einem eigenen OP-Reflektor untergebracht sind. Zwischen den Farb-LEDs sitzen vier kleine UV-LEDs.

PowerTac Chameleon 006
Die drei Farb- und die vier UV-LEDs.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Gespeist wird das Chameleon von einem 18650-Akku oder wahlweise von zwei CR123A-Batterien. Zum Test wurde die Lampe in der Kombination aus roter, grüner und blauer LED in der hellsten Einstellung betrieben. Der verwendete Akku war ein AW mit einer Kapazität von 2.600mAh. Zur Kühlung diente ein Ventilator.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 4.100 Lux
nach 5 Minuten: 4.100 Lux
nach 15 Minuten: 3.900 Lux
nach 30 Minuten: 4.000 Lux
nach 45 Minuten: 4.000 Lux
nach 60 Minuten: 4.200 Lux
nach 75 Minuten: 4.300 Lux
nach 90 Minuten: 4.300 Lux
nach 105 Minuten: 4.300 Lux
nach 120 Minuten: 4.300 Lux
nach 135 Minuten: 4.300 Lux
nach 150 Minuten: 4.300 Lux
nach 165 Minuten: 4.300 Lux
nach 180 Minuten: 4.300 Lux
nach 195 Minuten: 4.100 Lux
nach 210 Minuten: 3.500 Lux
nach 225 Minuten: 2.200 Lux
Der Akku wurde entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 3,38 Volt gemessen. Ende des Tests.

Fazit: Die Regelung könnte besser nicht sein. Die maximale Leistung ist bis zum Ende der sinnvoll nutzbaren Akkukapazität verfügbar. Anschließend signalisiert die Lampe durch Dunklerwerden, dass der Akku gewechselt werden muss. Dies sollte man auch tun, wenn die Leuchtkraft fürs Auge merklich nachlässt. Im Notfall steht aber noch über einen längeren Zeitraum ausreichend helles Restlicht zur Verfügung, ohne dass dabei der Akku ernsthaft geschädigt wird. Wenn nur eine LED eingeschaltet wird, ist die Laufzeit selbstverständlich endsprechend länger.

Bedienung:
Bei insgesamt 17 Leuchtstufen, aufgrund derer die Lampe den Namen „Chameleon“ zu Recht trägt, ist es schwierig, die Bedienung in Worten kurz zu halten. Dazu kommt das Problem, dass ich schon als Kind schlecht darin war, Sachen kurz zu erzählen, die man auch lang erzählen kann. Was man schon allein daran sieht, dass ich den letzten Satz nicht einfach rausgeschmissen, sondern dringelassen habe. Egal, darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an.
Eingeschaltet wird das Chameleon mit einem Reverse-Clicky mit mittelharten Druckpunkt. Das zweite Bedienelement ist ein Magnet-Drehringschalter unterhalb des Lampenkopfs. Während letzterer für den Wechsel der Leuchtstufen zuständig ist, schaltet der Reverse-Clicky die Helligkeiten in den jeweiligen Stufen durch.
In der Praxis sieht das folgendermaßen aus: Drehringschalter in der rechten Anschlagsstellung (1) = rote, grüne und blaue LED; Drehringschalter eine Stellung weiter links (2) = rote LED; Drehringschalter eine weitere Stellung links (3) = grüne LED; Drehringschalter noch eine weitere Stellung links (4) = blaue LED; Drehringschalter ganz links (5) = UV-LEDs oder Kombination aus zwei farbigen LEDs.
Folgende Stufen können durch Antippen und Loslassen des Reverse-Clickys angewählt werden: (1) rote, grüne und blaue LED (High, Medium, Low und Strobe); (2) rote LED (High, Low und Strobe); (3) grüne LED (High, Low und Strobe); (4) blaue LED (High, Low und Strobe); (5) UV-LEDs, rote und grüne LED, blaue und grüne LED, rote und blaue LED.
Wer das jetzt auf Anhieb verstanden hat, ist gut. Vielleicht kann man es besser erklären, aber ich leider nicht. Letztlich ist das aber auch gehopst wie gesprungen, denn die Bedienung ist in der Paxis einfacher und eingängiger, als in der Theorie zu beschreiben.

Der Hersteller gibt folgende Lumenwerte an:
RGB: 120/60/30
Rote LED: 110/40
Grüne LED: 150/50
Blaue LED: keine Angaben
Rote + grüne LED: 135
Rote + blaue LED: 80
Grüne + blaue LED: 120
Die UV-LEDs sind mit einer Wellenlänge von 380 Nanometer angegeben.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Lampe über eine Art „Pseudo-Memory“ verfügt. Solange die Lampe nicht durch den Tailcap-Clicky komplett ausgeschaltet wird, bleiben die einmal eingestellten Leuchtstufen erhalten. So ist es beispielsweise möglich, die Lampe in Stellung (1) auf Medium, in Stellung (2) auf Blinken, in Stellung (3) auf Low, in Stellung (4) auf High und on Stellung (5) auf Rot-Grün zu betreiben oder in allen möglichen Kombinationen. Sobald die Lampe jedoch durch den Tailcap-Clicky komplett ausgeschaltet wird, startet sie in den Stellungen (1) bis (4) immer in der hellsten Einstellung, beziehungsweise in Stellung (5) immer im UV-Modus. Schade eigentlich, besser hätte mir gefallen, wenn die bevorzugten Einstellungen der einzelnen Stufen auch nach dem Ausschalten erhalten blieben, aber schließlich kann man nicht alles haben.

PowerTac Chameleon 007
Mittels Reverse-Clicky werden die Lampe ein- und die Leuchtstufen durchgeschaltet.

 

PowerTac Chameleon 008
Tailcap von innen.

 

PowerTac Chameleon 009
Mit dem Selektorring werden die einzelnen Stufen angewählt.


Beam:
Beim Weißlicht, das sich aus einer Kombination aus rotem, grünem und blauen Licht zusammensetzt, sieht man auf kurze Distanzen deutlich, dass es sich dabei um Mischlicht handelt. Auf die Entfernung verliert sich dieser Eindruck, dennoch wirkt das Licht im direkten Vergleich mit weißen LEDs deutlich „bunter“. Der Hotspot setzt sich weich vom Sidespill ab, wobei die Lampe eine passable Reichweite bei ausreichend Streulicht schafft.

PowerTac Chameleon 010
„Target-beamshot“ PowerTac Chameleon.


Resümee:
Ein Chameleon läuft in der Natur nicht schneller als ein Gepard, schwimmt nicht schneller als ein Krokodil und springt nicht weiter als ein Hirsch. Auch die PowerTac Chameleon vermag keine Weltrekorde in allen Disziplinen aufzustellen. Dennoch ist es Lampe, die alles ziemlich gut kann. Rot-, Grün- und Blaulicht liefern sehr gute Ergebnisse, die den meisten Speziallampen ebenbürtig sind und deutlich über denen vergleichbarer Lampen mit Farbfiltern liegen. Die UV-LEDs mit einer Wellenlänge von 380 Nanometern sind zur Geldscheinprüfung oder zur Sichtbarmachung von Sicherheitsmerkmalen bei Personalausweisen nicht sonderlich gut geeignet, sehr wohl aber beispielsweise für Nachtcaches, bei denen UV-Licht benötigt wird. Der Verzicht auf eine weiße LED macht sich im Lichtbild, das sich bei der Powertac Chameleon aus rotem, grünem und blauem Licht zusammensetzt, vor allem dann bemerkbar, wenn man eine entsprechende Lampe mit weißer LED zum Vergleich hinzuzieht.
120 Lumen hören sich zwar nicht nach allzuviel Leistung an, reichen aber in der Praxis zumeist mehr als aus. Und bei allem, was darüber hinausgeht, dürfte es kaum eine vielseitigere Lampe auf dem Markt geben – auch wenn sicherlich nicht alle möglichen Kombinationen der Farb-LEDs in der Praxis sinnvoll einsetzbar sind, wie die Kombination aus roter und blauer LED, wie man weiter unten bei den Outdoor-Beamshots sehen wird. Aber auch diese Kombination kann durchaus ihren Reiz haben, beispielsweise, wenn man völlig stoned durch den Wald läuft.
Die Verarbeitung der Lampe ist wirklich gut, hier gibt es nichts zu bemängeln. Und auch die Regelung ist allererste Sahne. Mit einem Listenpreis von 199 und dem aktuellen Abverkaufpreis von 135 Euro (Stand: August 2013) beim Taschenlampen-Papst (www.taschenlampen-papst.de ), der die Lampe auch für diesen Test zur Verfügung gestellt hat, ist die Lampe nicht nur für Spezialisten einen Blick wert. Weitere Informationen finden sich unter www.powertacusa.com auf der Herstellerseite.

PowerTac Chameleon 011
Von links: Crelant 7G6CS, Led Lenser M14X, LiteXpress X-Tactical 105, PowerTac Chameleon, Nitecore EA4, Zebralight SC600.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Beim Bild der blauen LED stimmt die Ausrichtung der Lampe auf dem Stativ nicht. Daher wirkt das Licht etwas heller, als es vom menschlichen Auge wahrgenommen wird.

PowerTac Chameleon 012
Kontroll-Shot

 

PowerTac Chameleon 013
PowerTac Chameleon rote LED

 

PowerTac Chameleon 014
PowerTac Chameleon grüne LED

 

PowerTac Chameleon 015
PowerTac Chameleon blaue LED

 

PowerTac Chameleon 016
PowerTac Chameleon rote + grüne LED

 

PowerTac Chameleon 017
PowerTac Chameleon rote + blaue LED

 

PowerTac Chameleon 018
PowerTac Chameleon grüne + blaue LED

 

PowerTac Chameleon 019
PowerTac Chameleon rote, grüne + blaue LED

 

PowerTac Chameleon 020
Fenix LD10

 

PowerTac Chameleon 021
HDS Systems EDC High CRI

 

PowerTac Chameleon 022
Maglite XL100

 

PowerTac Chameleon 023
MTE C3-907

 

nach oben



Keine Kommentare

Noch keine Kommentare.

RSS Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Diese Kommentarfunktion ist zurzeit nicht zugelassen.

Powered by WordPress MU.