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27. September 2013

Brontelight RA04

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Sie ist nicht wirklich hell, sie ist nicht wirklich klein, sie hat nicht die neueste LED – warum, zum Kuckuck also, sollte sich jemand ausgerechnet die Brontelight RA04 kaufen?


Verpackung/Lieferumfang:
In einer Papp/Plastikverpackung sind die Lampe, ein Schlüsselring mit Kettchen und eine englischsprachige Bedienungsanleitung enthalten.

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Verpackung und Inhalt.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 89 mm
Reflektoröffnung: 17,9 mm
Durchmesser Kopf: 22,2 mm
Durchmesser Tail: 29,5 mm
Gewicht: 43 g
Gewicht mit Akku: 69 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Schlitz im Tail.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Insgesamt macht die Lampe einen durchaus robusten Eindruck, Nichts quietscht, alles läuft, und auch die Beschichtung erweist sich beim direkten Kontakt mit harten Gegenständen als kratzfest.

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Das Gewinde läuft stramm und sauber.

 

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Am Material wurde nicht gespart.

 

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Lampenkopf mit Elektronik.

 

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Karabiner-Ring mit Schlüsselkettchen.

 

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Das Befestigen des Schlüsselkettchens an der Lampe ist ein wenig fummelig. Wenn die Lampe einige Zeit am Schlüsselkettchen getragen wird, zeigen sich deutliche Abriebspuren an der Anodisierung. Was daran liegt, dass die Lampe nicht frei am Schlüsselring hängt, sondern bei jeder Bewegung an ihm scheuert. Eine solche Dauerbelastung macht auch die beste Anodisierung nicht klaglos mit.


Leuchteinheit:
Hier kommt eine Cree-XP-G-R5-LED zum Einsatz, die in einem leicht texturierten OP-Reflektor sitzt. Die Frontscheibe besteht aus Glas, über dessen Beschaffenheit und Vergütung der Hersteller keine Angaben macht.

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Bronte RA04 von vorne.


Bedienung:

Das Wichtigste zuerst: Man sollte auf keinen Fall die Bedienungsanleitung lesen. Denn in selbiger steht, dass die Lampe mit einen Tailcap-Clicky eingeschaltet wird. Allerdings hat die Lampe keinen Tailcap-Clicky; sie wird einzig und alleine über Festziehen und Lösen des Lampenkopfs bedient. Auch den, laut Bedienungsanleitung vorhandenen, Strobe gibt es nicht, was ich persönlich sehr begrüße.
Tatsächlich hat die Lampe drei Modi: Low (angegeben mit 3 Lumen für 80 Stunden), Mid (angegeben mit 30 Lumen für 4,5 Stunden) und High (angegeben mit 90 Lumen für 2 Stunden). Durch Festziehen und Lösen des Lampenkopfs werden diese drei Stufen nacheinenader in der Reihenfolge von dunkel nach hell angewählt. Die zuletzt angewählte Stufe wird gespeichert – allerdings nur, wenn zwischen dem Wechsel der Modi mehr als fünf Sekunden vergehen, ansonsten schaltet die Lampe immer eine Stufe weiter. Diese fünf Sekunden Verzögerung dürften in den meisten Praxissituationen keine Relevanz haben. Wer jedoch innerhalb von fünf Sekunden nach dem Ausschalten wieder in die zuletzt gewählte Leuchtstufe zurück möchte, muss einmal komplett durchs UI. Das gibt zumindest Abzüge in der B-Note, denn ideal sieht anders aus.

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Hier steht es klar und deutlich: „Push the rear button to light.“

 

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But there is no fucking rear button. It’s just a dummy!


Stromversorgung/Laufzeittest:
Befeuert wird die Lampe entweder mit einer 1,5-Volt-Batterie oder einem 1,2-Volt-Akku im AA-Format. Getestet wurde mit beiden Stromversorgern, wobei die Lampe jeweils in der hellsten Stufe betrieben wurde und durch einen Venitilator gekühlt.

Laufzeitmessung NiMh-Akku (Sanyo Eneloop, 2.000mAh):
Beim Einschalten: 1.390 Lux
nach 5 Minuten: 1.230 Lux
nach 15 Minuten: 1.000 Lux
nach 30 Minuten: 950 Lux
nach 45 Minuten: 930 Lux
nach 60 Minuten: 900 Lux
nach 75 Minuten: 880 Lux
nach 90 Minuten: 850 Lux
nach 105 Minuten: 820 Lux
nach 120 Minuten: 780 Lux
Der Akku wurde entnommen und mit 1,21 Volt Leerlaufspannung gemessen. Da die vom Hersteller angegebene Laufzeit erreicht war, habe ich den Test nicht fortgesetzt, obwohl der Akku sicherlich noch ein wenig hergegeben hätte. Aber ich wollte mir dieses Elend nicht noch länger antun.

Dass es immer noch schlimmer geht, zeigt der Test mit einer AA-Batterie. Ich hatte echt überlegt, die paar Cent für die Batterie zu sparen, weil das Ergebnis ohnehin abzusehen war. Vor allem aber galt die Überlegung der nigelnagelneuen Batterie, die ich vor der Lampe bewahren wollte. Letztendlich habe ich mich aber dazu entschieden, die arme Batterie im Dienste der Wissenschaft zu verheizen.

Laufzeitmessung AA-Batterie:
Beim Einschalten: 1.640 Lux
nach 5 Minuten: 1.280 Lux
nach 15 Minuten: 1.010 Lux
nach 30 Minuten: 790 Lux
nach 45 Minuten: 640 Lux
nach 60 Minuten: 570 Lux
nach 75 Minuten: 500 Lux
nach 90 Minuten: 450 Lux
nach 105 Minuten: 390 Lux
nach 120 Minuten: 330 Lux
Auch hier: Dienst nach Vorschrift, Testende. Die Batterie hatte zu diesem Zeitpunkt eine Leerlaufspannung von 1,21 Volt.

Fazit: Die Lampe wird vom Einschalten an kontinuierlich dunkler. Von Regelung keine Spur. 90 Lumen sind für eine Lampe dieser Baugröße nicht wirklich viel, reichen aber für die meisten Tätigkeiten aus. Nur möchte ich wenigstens diese 90 Lumen über den gesamten Laufzeitraum zur Verfügung haben und nicht ein solches Gefunzel, wie es die RA04 abliefert.

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Dass Batterien für moderne Taschenlampen zumeist nicht mehr als eine Notlösung sind, dürfte bekannt sein. Aber auch beim Akkubetrieb kackt die Lampe schnell ab.


Beam:

Das Lichtbild ist auf kurze Entfernungen spotbetont mit einem weichen Übergang zum Sidespill. Auf mittlere Entfernungen wird das Lichtbild ein wenig „runder“ bei immer noch leichter Spotbetonung.

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„Target-beamshot“ der Brontelight RA04.


Resümee:
Wäre die RA04 ein Auto, würde sie so ziemlich gegen alles, was auf der Straße rumfährt, anmuten wie ein Fahrzeug mit Holzreifen, das von einem Ochsen gezogen wird.
Wenig Leistung und dabei keine Regelung bei einer Baugröße, bei der locker das Fünffache drin ist – dass die Lampe kein Leuchtwunder ist, war von vornherein klar, aber auch als EDC macht sie insbesondere angesichts der Konkurrenz auf diesem Gebiet keine gute Figur. Was verwundert, wenn man andere Lampen von Brontelight sieht, die in allen Belangen besser sind. Auch das UI kann nicht wirklich überzeugen. Die RA04 ist eine Gurkenlampe, deren Kauf sich allenfalls über den günstigen Preis von weniger als 25 Euro (Stand: September 2013) rechtfertigt. Wen eine ungeregelte Lampe nicht stört, erhält für kleines Geld einen langjährigen Begleiter, denn robust ist die Lampe allemal.

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Von links: 4Sevens Quark Mini AA, Lumintop L1C, Brontelight RA04, Spark SL5, Xeno E03, Fenix LD10.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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Kontroll-Shot

 

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Brontelight RA04

 

Bronte RA04 016
Inova X1

 

Bronte RA04 017
Sipik A13

 

Bronte RA04 018
Maglite XL100

 

Bronte RA04 019
Fenix LD10

 

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