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6. Oktober 2013

Skyray King

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Okay, der Fotohintergrund ist billig, das gebe ich zu. Aber die ganze Lampe ist billig. Es besucht das Testlabor: die billige Skyray King. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Die goldene Beschichtung mag man oder nicht. Ich mag sie nicht und finde, dass die Lampe nicht nur billig ist, sondern auch so aussieht. Aber genug gemeckert. Schließlich geht es hier nicht um einen Schönheitspreis.


Verpackung/Lieferumfang:
Ausgeliefert wird die billige Skyray King mit der billig wirkenden Beschichtung in einer weißen Pappschachtel. Weiterhin liegen der billigen Verpackung ein Lanyard, ein Ersatz-O-Ring und eine Bedienungsanleitung bei, die in chinesischer Sprache verfasst wurde. Das entsprechend billige Bild habe ich nicht gemacht, da ich die billige Verpackung nicht mehr gefunden habe. Wahrscheinlich habe ich sie weggeschmissen, was mehr als recht und billig ist.

Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 135 mm
Durchmesser Frontscheibe: 51 mm
Durchmesser Kopf: 59 mm
Durchmesser Tail: 52 mm
Gewicht: 326 g
Gewicht mit Akkus: 516 g
Anodisierung: gut und gleichmäßig ausgeführt, aber nicht sonderlich kratzfest.
Tailstand: ja
Rollschutz: nein.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Schlitze im Lampenkörper.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Das Gewinde zum Lampenkopf greift beim Zuschrauben erst im letzten Drittel ordentlich. Vorher weist es soviel Spiel auf, das man das Gefühl hat, den Lampenkörper genausogut auch direkt in den Kopf schieben zu können. Ansonsten wirkt die Gesamtverarbeitung recht ordentlich.

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Betrachten wir die Skyray King zunächst mal von vorne nach hinten. Der Kopf mit Schriftzug.

 

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Die Kühlrippen.

 

Skyray King 004
Die Streben am Body sind die einzige Möglichkeit, ein Lanyard zu befestigen.

 

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Und das königliche Ärschken.

 

Skyray King 006
Das Gewinde ist sehr spielfreudig.

 

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Lampenkopf von hinten betrachtet.

 

Skyray King 008
Und nochmal als zweiteiliges Puzzle.


Leuchteinheit:
Verbaut wurden drei Cree-XM-L-T6-LEDs, die jeweils einen eigenen SMO-Verbund-Reflektor spendiert bekommen haben. Die Frontscheibe besteht aus Glas, über dessen Beschaffenheit ich nix weiß.

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Frontansicht.

 

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Das Frontglas weist eine ordentliche Materialstärke auf. Hier kann sich mach teurerer Konkurrent eine Scheibe abschneiden.

 

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Auch an eine Dichtung im Lampenkopf wurde gedacht.


Bedienung:
Billig. Wenn man den leichtgängigen Reverse-Clicky drückt, schaltet die Lampe immer in der hellen Stufe ein, die mit 2.000 Lumen angegeben ist. Drückt man den Schalter erneut, schaltet die Lampe in die dunkle Stufe. Eine Lumenangabe der dunklen Stufe ist mir nicht bekannt, aber es reicht so eben noch, um eine Karte halbwegs blendfrei lesen zu können. Beim nächsten Druck auf den Schalter geht die Lampe aus. Man muss also jedesmal über die dunkle Stufe gehen, wenn man die Lampe aus der hellsten Stufe ausschalten will. Damit kann man vielleicht noch leben, aber wenn man die Lampe im dunkelsten Modus betreibt und will sie in ebendiesem wieder einschalten, muss man die Lampe ausschalten, wieder in der hellsten Stufe einschalten und dann noch einmal auf den Schalter drücken. Nervig.
Skyray hat der Lampe auch einen Stroboskop-Modus verpasst, der genauso unsinnig wie nicht störend ist. Unsinnig, weil er nicht direkt aktiviert werden kann, nicht störend, weil er nicht aus Versehen aktiviert werden kann. Aktiviert wird das Geblinke, indem man bei eingeschalteter Lampe (egal, in welcher Leuchtstufe) den Taster etwa zwei Sekunden gedrückt hält. Drückt man den Taster erneut, schaltet die Lampe in die hellste Stufe.

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Die komplette Bedienung erfolgt über den Knopf im Kopf.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Vier 18650-Akkus werden direkt in den Lampenkörper eingesetzt. Da sie parallel geschaltet sind, ist auch der Betrieb mit drei und zwei Akkus oder einem Akku möglich, bei natürlich entsprechend kürzerer Laufzeit.
Zum Test kamen vier Led-Lenser-Akkus mit einer Kapazität von 2.200 mAh zum Einsatz. Die Lampe wurde in der hellen Stufe betrieben und durch einen Ventilator gekühlt.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 14.660 Lux
nach 5 Minuten: 14.230 Lux
nach 15 Minuten: 13.920 Lux
nach 30 Minuten: 13.760 Lux
nach 45 Minuten: 13.830 Lux
nach 60 Minuten: 13.900 Lux
nach 75 Minuten: 13.970 Lux
nach 90 Minuten: 13.950 Lux
nach 105 Minuten: 13.870 Lux
nach 120 Minuten: 12.480 Lux
Nach 125 Minuten wurden noch 5.380 Lux angezeigt, nach 130 Minuten schaltete die Lampe ab. Leerlaufspannung der Akkus nach Entnahme: zwischen 3,25 und 3,05 Volt.

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Fazit: Oha, was geht denn jetzt ab? Das billige King-Ding kann nicht nur mit einer astreinen Regelung aufwarten, sondern auch noch mit einer Abschaltung, die die Akkus nicht in Bereiche treibt, die sie nicht leiden können.
Sollte dieser Test etwa mittendrin umschlagen wie die Handlung in „From dusk till dawn“? Übrigens ein Streifen, den es sich anzuschauen lohnt, wenn man auf abgedrehtes Zeug steht. Nur schade, dass George Clooney überlebt hat, sonst hätte er diese billige Espresso-Werbung nicht mehr machen können.

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Die Akkus werden direkt in den Lampenkörper eingesetzt.

 

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Theoretisch kann die Skyray King auch mit einem Akku betrieben werden. Aber wie man auf dem Bild sehen kann, funktioniert es auch mit zwei Akkus nicht, wenn diese gegenüberliegend ins Gehäuse eingesetzt werden. Grund dafür sind die großzügig dimensionierten Aussparungen für die Akkus. Ein einzelner Akku schlackert daher munter im Gehäuse herum.

 

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Doch schon, wenn zwei Akkus nebeneinander eingesetzt werden, klappt es. Grundsätzlich ist die Idee mit den großen Aussparungen gar nicht mal so doof, denn bekanntlich schwanken 18650-Akkus nicht nur in der Länge, sondern auch im Durchmesser. Und so passen in die Skyray King auch dickere Vertreter ihrer Art.

 

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Nun sind wir fast am Ziel.

 

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Vier Akkus: nicht heller, aber maximale Laufzeit.


Beam:
Auf kurze Entfernungen wirkt die Skyray King ein wenig spotlastig. Alles in allem ist die Lampe aber eher ein Dreifach-XM-L-Fluter mit einem auf die Distanz recht ausgewogenen Lichtbild als eine Reichweiten-Lampe.

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„Target-beamshot“ Skyray King.


Resümee:
Was tun, wenn man aus billig, George Clooney, gut geregelt und einer Espresso-Werbung ein Fazit basteln muss? Es einfach machen. Die Skyray King kann mit guter Leistung, Regelung und Abschaltung punkten. Das Bedienkonzept ist zwar durchdacht, allerdings von einem kranken Hirn. Vermutlich hat Quentin Tarantino den Treiber programmiert.
Davon ab, dürfte man für weniger Geld kaum mehr Lampe bekommen, denn die Skyray King kostet mit einem Straßenpreis, der derzeit grob zwischen 50 und 80 Dollar liegt, einen Bruchteil vergleichbarer Lampen der Konkurrenz (und damit meine ich jetzt nicht den üblichen China-Schrott), sondern die hochwertige Konkurrenz, auch, wenn man bei der Skyray King in einigen Punkten (Bedienung, Anodisierung, Gewinde, Lieferumfang) Abstriche machen muss.

Skyray King 020
Von links: Skyray King, Niteye Eye 30, Fenix TK35, Led Lenser M14X, Surefire 6P.

 

Es folgt noch das Schreckenskabinett der überbelichteten Beamshots. Die Bilder stammen aus dem Archiv der kurzen Beamshot-Strecke auf meiner fabulösen Seite, bei der etwa 300 kleine und große Lampen mit einer Belichtung von 2 Sekunden bei Blende 4 aufgenommen wurden, und ich hatte absolut keinen Bock, neue Bilder zu machen.

Skyray King 021
Fangen wir harmlos an. Zebralight SC600

 

Skyray King 022
Skyray King

 

Skyray King 023
Szobm ZY-2400

 

Skyray King 024
Niteye Eye 30

 

Skyray King 025
Fenix TK70

 

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