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18. November 2013

Led Lenser V6

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Led Lenser V6 001
Mit der V6 von Led Lenser wird heute mal wieder ein echter Klassiker vorgestellt.


Verpackung/Lieferumfang:
Ausgeliefert wird die Lampe in einem Karton, in dem sich noch drei AAA-Batterien zum Betrieb, eine Nylontasche und eine Anleitung finden.

Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 105 mm
Durchmesser Kopf: 25 mm
Durchmesser Tail: 25 mm
Gewicht: 119 g
Gewicht mit Batterien: 152 g
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: nein.
wasserdicht: spritzwassergeschützt.
Das schwere Edelstahlgehäuse vermittelt den Eindruck, dass man mit der Led Lenser V6 eine wertige Lampe in der Hand hält. Jedoch quietscht das Gewinde vom Lampenkörper zum Lampenkopf trotz ausreichender Schmierung ein wenig, läuft wackelig und greift erst im letzten Moment des Zuschraubens richtig satt.

Led Lenser V6 002
Lampenkopf und Lampenkörper.

 

Led Lenser V6 003
Gute Materialstärke.

 

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Uwiewieuwiewieionguwieionguwie. Das ist nicht etwa eine Fremdsprache, sondern das Geräusch, das die Lampe beim Zuschrauben macht.

 

Led Lenser V6 005
Innenansicht Lampenkopf.

 

Led Lenser V6 006
Die Feder für den Minus-Kontakt.


Leuchteinheit:
Die LED wird vom Hersteller als „1x Power-Chip“ bezeichnet. Das lasse ich mal so stehen, da ich nicht die leiseste Ahnung habe, was Zweibrüder da nun genau verbaut hat. Dadurch, dass eine Art TIR-Optik verbaut wurde, kann man es auch von außen nicht sehen.

Led Lenser V6 007

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Drei Ansichten der Optik und des Power-Chips.


Bedienung:
Eingeschaltet wird die V6 mit einem Schalter seitlich unterhalb des Lampenkopfs, der als Reverse-Clicky ausgelegt ist, also erst beim Loslassen schaltet. Die Lampe verfügt über eine Leuchtstufe, die mit 110 Lumen bei einer Laufzeit von 37 Stunden angegeben ist. Was in der Praxis heißt: 37 Stunden, bis die Lampe bei einem Lümchen angekommen ist.

Led Lenser V6 010
Ein und aus.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Gefüttert wird die Lampe mit drei AAA-Batterien, die in einen Batteriekäfig aus Kunststoff eingesetzt werden. Da schon anhand der herstellerseitig angegebenen Laufzeitangabe klar ist, dass die Lampe ungeregelt ist, kann man sich einen Test im Prinzip sparen. Interessiert hat’s mich trotzdem, weil ich wissen wollte, wie schnell die Lampe im Dauerbetrieb abbaut. Beim Test wurde die V6 prophylaktisch durch einen Ventilator gekühlt.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 1.440 Lux
nach 5 Minuten: 1.070 Lux
nach 15 Minuten: 860 Lux
nach 30 Minuten: 690 Lux
nach 45 Minuten: 570 Lux
nach 60 Minuten: 490 Lux
nach 75 Minuten: 410 Lux
nach 90 Minuten: 120 Lux
nach 105 Minuten: 110 Lux
nach 120 Minuten: 90 Lux
Testende, weil Schnauze voll.
Led-Lenser-V6

Fazit: Ein wenig erschreckend ist es schon, wie schnell die V6 bei der Lichtleistung in die Knie geht. Geht man vom Wert aus, der beim Einschalten gemessen wurde, liegt der Verlust nach weniger als 30 Minuten bereits bei über 50 Prozent. Legt man den nach fünf Minuten gemessenen Wert zugrunde, sieht es auch nicht viel besser aus: Hier sind die 50 Prozent nach einer Dreiviertelstunde erreicht.
Freilich – die V6 ist schon etwas älter, und wenn man sie immer nur kurzzeitig betreibt, hat man länger was davon, und überhaupt erholen sich die Batterien ja immer auch wieder ein wenig… Nichtsdestotrotz zeigt die Messung, das eine Lampe wie die V6 nicht mehr zeitgemäß ist; was die V6 kann, schafft jede Lampe vom Discounter oder aus dem Baumarkt heute locker.

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Das Batteriemagazin ist einfach gestrickt, tut aber, was es soll.


Beam:
Bedingt durch die verbaute Optik legt die Lampe das meiste Licht in den Spot bei nur wenig Streulicht außenrum. Die Reichweite ist von Zweibrüder mit 180 Metern angegeben.

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„Target-beamshot“ Led Lenser V6.

 

Led Lenser V6 013
Süß – die Lampe leuchtet sogar zur Seite.


Resümee:
Ein wenig gemein ist es schon, eine mehr als zehn Jahre alte Lampe nach aktuellen Gesichtspunkten beurteilen zu müssen. Vergleichbar ist das in vielleicht damit, ein Auto aus den Siebzigern mit einem aktuellen zu vergleichen. Aber auch dieser Vergleich hinkt. Denn Autos aus den Siebzigern kann man zumindest zugute halten, dass heute noch etliche davon rumfahren, während aktuelle Autos keine zehn Jahre durchhalten, weil die ganze verbaute Elektronik-Scheiße a) irgendwann den Geist aufgibt, obwohl Karosse und Motor noch völlig okay sind und b) nach spätestens neun Jahren und 364 Tagen nicht mehr erhältlich sein wird.
Die Led Lenser V6 war seinerzeit zwar eine der helleren Lampen auf dem Markt, aber andere Hersteller haben damals bereits gezeigt, wie geregelte Lampen gehen. Am ehesten würde ich die Lampe mit einem Trabi vergleichen. Eigentlich braucht sowas kein Mensch, da die Technik schon bei Markteinführung überholt war, aber als Sammelobjekt dürften sich sowohl der Trabi als auch die V6 gut machen. Die Lampe wird nach wie vor angeboten, aktuell liegt der VK bei knapp 40 Euro.

Led Lenser V6 014
Von links: Maglite XL100, Inova X5, Solarforce L2m, Led Lenser V6, Billig-UV-Lampe, Spark SD6.


Resümee einer ganz anderen Art:
Bei allem Hohn und Spott, den die arme V6 über sich ergehen lassen musste, möchte ich zumindest noch erwähnen, dass sie sehr robust ist. Wer genau hinschaut, wird bei den Bildern etliche Macken und Kratzer an der Lampe entdecken, die ich trotz sorgfältigen Polierens nicht herausbekommen habe. Diese Kratzer zeugen nicht etwa von exzessiver Benutzung, sondern davon, dass die Lampe als Wurfobjekt beim Taschenlampen-Massaker von Reinstorf teilgenommen und selbiges überlebt hat. Wer also noch meint, Witze über die Robustheit von Led-Lenser-Lampen machen zu müssen, darf das gerne mit seinen eigenen Lampen ausprobieren.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Das Problem, das sich stellte: Wann soll ich die V6 ablichten? Beim Einschalten? Macht keinen Sinn, da die Lampe schneller dunkler wird als die Belichtung dauert. Nach zehn Minuten? Nach zwanzig? Nach 37 Stunden?
Letzlich habe ich mich dafür entschieden, mehrere Bilder im Viertelstunden-Rhythmus aufzunehmen, was die Einbuße der Leuchtkraft sehr schön dokumentiert. Das erste Bild wurde direkt nach dem Einschalten aufgenommen, das letzte nach 90 Minuten.

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Kontroll-Shot

 

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