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27. November 2013

Stirnlampen-Vergleich 2013

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Nachdem ich die Möglichkeit hatte, fürs Gear-Magazin sechs aktuelle Stirnlampen zu testen und zu vergleichen, darf dieser Meilenstein der Stirnlampen-Historie natürlich auch auf meiner fabulösen Seite nicht fehlen. In etwas abgeändeter Form zum Test im Magazin möchte ich euch folgende Lampen zu Gemüt führen:

Stirnlampen-Vergleich 2013 Aufmacher
Ansmann Headlight HD3
Fenix HP25
Led Lenser SEO 7R
Lupine Piko X4
Petzl Ultra Rush
Spark SD73-NW
Suprabeam V3r

Wer nachzählt, wird feststellen, dass es sieben Lampen sind. Dazugesellt hat sich die Ansmann Headlight HD3, die ursprünglich auch für den Test im Gear-Magazin vorgesehen war. Allerdings entschied man sich seitens des Magazins letztlich dagegen, da es nicht wirklich fair ist, eine Lampe, die gerade mal ein Drittel der nächst teureren Lampe und weniger als zehnmal soviel wie die teuerste Lampe im Test kostet, mit der Konkurrenz zu vergleichen. Als unfairer Lampentester habe ich sie trotzdem mit reingenommen.
Alle Lampen, die mit AA-Batterien oder NiMh-Akkus betrieben werden können, wurden beim Test mit Akkus betrieben, da herkömmliche Alkali-Batterien aufgrund ihres hohen Innenwiderstands von der Leistung her schnell einbrechen und bei Hochleistungstaschenlampen nur als Notlösung anzusehen sind. Eine Ausnahme bildete die Ansmann Future, die die maximale Leistung nur beim Batteriebetrieb erreicht und daher mit Batterien getestet wurde. Alle Lampen, die mit einem Akkupack ausgeliefert wurden, wurden beim Test mit diesem betrieben.
Bei den Zielscheiben-Beamshots wurden alle Lampen in der hellsten Stufe eingeschaltet (Ausnahme: Lupine Piko X4 und Petzl Ultra Rush, die in einer mittleren Stufe eingeschaltet wurden, da dies ansonsten zu einer Überbelichtung geführt hätte).

 

Ansmann Headlight HD3
Stirnlampen-Vergleich 2013 001
Material:
Kunststoff/Aluminium
Gewicht mit Batterien und Stirnband: 126 g
Stromversorgung: 3x AAA-Batterie/Akku
Maximale Helligkeit: 100 Lumen
Minimale Helligkeit: k.A.
LED-Modell: Cree XP-E
IP-Klassifizierung: IP54
Zubehör: Stirnband mit Überkopfband, 3 AAA-Batterien
Preis: 24,99 Euro

Die preisliche Untergrenze aller Lampen im Test setzt die Ansmann Headlight HD3, die für weniger als 25 Euro erhältlich ist. Was kann man für dieses Geld erwarten? Zunächst mal eine Leuchtstufe, die der Hersteller mit 100 Lumen bei einer Leuchtdauer von zehn Stunden angibt. Dass man nicht allen Herstellerangaben trauen kann, zeigt die angegebene Reichweite von 500 Metern. Aber wenn man eine Null weglässt, passt’s schon.
Bevor es ans Leuchten geht, muss die Lampe zunächst aus ihrer Blisterverpackung befreit werden, was mit der unweigerlichen Zerstörung letzterer einhergeht. Aufpassen muss man zudem, dass man sich an den scharfen Kanten der Verpackung nicht verletzt.
Ein- und ausgeschaltet wird die Lampe mit einem Reverse-Clicky, einem Schalter also, der erst beim Loslassen schaltet. Man merkt, dass es sich bei der Ansmann HD3 um eine „Low-Budget“-Lampe handelt. Gehäuse, Reflektor und Frontscheibe bestehen aus Kunststoff, wie auch der Verstellmechanismus zur Neigung des Lampenkopfs, der nicht den Eindruck macht, für die Ewigkeit ausgelegt zu sein. Beim Deckel des Batteriefachs muss man keine Angst haben, dass er abbricht, denn er ist nur mit einem kleinen Ring hängend am Gehäuse befestigt, aber dank einer Führung und eines Schnappverschlusses hält er im zugeklappten Zustand dennoch sicher. Leichte Stöße und Schläge sollten der Lampe nichts ausmachen, und wenn sie herunterfällt, dürfte sie ebenfalls noch munter weiterleuchten.
Gespeist wird die Lampe von drei AAA-Batterien, die im Lieferumfang enthalten sind. Die angegebene Leuchtdauer von zehn Stunden bei angeblich konstanter Leistung macht angesichts der Stromversorger stutzig. Im Test zeigte sich dann, dass die Lampe ungeregelt ist, ergo mit zunehmender Laufzeit immer dunkler wird und sich die angegebenen zehn Stunden darauf beziehen, bis die Lampe nur noch funzelt.
Fazit: Die Lampe kann nicht mit der Konkurrenz mithalten. Wer nur gelegentlich mit Stirnlampe unterwegs ist oder sie als Ergänzungslampe nutzt und dabei keine hohen Anforderungen stellt, kann damit dennoch glücklich werden.

Stirnlampen-Vergleich 2013 002
Bereits nach wenigen Minuten hat die Lampe einiges ihrer maximalen Leistung eingebüßt, was sich über die gesamte Laufzeit fortsetzt. Bei einem alternativen Test mit Akkus zeigte die Lampe das gleiche Verhalten. Eine Abschaltung gibt es nicht, allerdings wird man die Lampe ohnehin ausschließlich mit Batterien betreiben, da mit Akkus nicht die maximale Helligkeit erreicht wird.

Stirnlampen-Vergleich 2013 003

 


Fenix HP25
Stirnlampen-Vergleich 2013 004
Material: Kunststoff/Aluminium
Gewicht mit Batterien und Stirnband: 280 g
Stromversorgung: 4x AA-Batterie/Akku
Maximale Helligkeit: 360 Lumen
Minimale Helligkeit: 4 Lumen
LED-Modell: Cree XP-E
IP-Klassifizierung: IPX-6
Zubehör: Stirnband mit Überkopfband, 4 AA-Batterien, Bedienungsanleitung
Preis: 69,95 Euro

Fenix bietet mit der HP25 einen guten Allrounder, der sowohl weites Flutlicht im Nahbereich liefern, als auch eine gute Reichweite erzielen kann. Möglich wird das durch zwei nebeneinander angeordnete Cree-XP-E-LEDs, von denen die linke (von vorn betrachtet) in einem glatten Reflektor sitzt und die rechte ohne Reflektor, dafür aber mit einer speziellen Optik, daherkommt. Während die LED im Reflektor für Reichweite sorgt, leuchtet ihr Kollege den gesamten Nahbereich gleichmäßig aus.
Beide LEDs können separat geschaltet werden und wahlweise einzeln oder zusammen betrieben werden. Gedrückthalten des Schalters schaltet die Lampe ein und aus, durch Drücken des Schalters werden die Leuchtstufen gewechselt. Für die rechte LED stehen vier, für die linke drei Leuchtstufen zur Verfügung. Das ergibt eine Menge sinnvoll nutzbarer Kombinationen. Die Lampe hat eine Memory-Funktion und startet immer in der Leuchtstufe, die vor dem letzten Ausschalten aktiviert war. Darüber hinaus verfügt sie noch über einen SOS-Modus.
Lampengehäuse und Batteriefach bestehen aus einem bruchsicheren Kunstoff, der Schläge und Stöße locker wegsteckt – vielleicht nicht ganz so robust wie ein Aluminiumgehäuse, dafür wird Gewicht eingespart. Der Tragekomfort ist recht angenehm, auch wenn die Lampe mit einem Gesamtgewicht von mehr als 250 Gramm nicht gerade zu den leichtesten Vertretern ihrer Art zählt.
Der Neigungswinkel wird über eine Kunstoffverzahnung verändert. In der Praxis hat sich diese Art der Verstellung bei anderen Fenix-Lampen als äußerst langlebig erwiesen.
Gespeist wird die HP25 von vier AA-Zellen, wobei sowohl der Batterie- als auch der Akkubetrieb möglich ist. Angegeben ist die Lampe vom Hersteller mit 180 Lumen pro LED, macht zusammen also 360, bei einer Laufzeit von etwas mehr als zwei Stunden. Im dunkelsten Modus soll die Lampe laut Fenix acht Tage durchhalten.
Fazit: Durch zwei separat schaltbare LEDs und unterschiedliche Optiken ist die Fenix HP25 extrem vielseitig. Alltagssituationen, in denen die Möglichkeiten dieser Lampe nicht ausreichen, müssen erst noch erfunden werden.

Stirnlampen-Vergleich 2013 005
Während des Tests wurde die maximale Leistung über nahezu den gesamten Laufzeitraum konstant gehalten. Leider verfügt die Lampe weder über eine Blinkwarnung bei schwachen Akkus, noch über eine Abschaltung. Wer die Akkus nicht rechtzeitig wechselt, riskiert deren Tiefentladung.

Stirnlampen-Vergleich 2013 006

 


Led Lenser SEO 7R
Stirnlampen-Vergleich 2013 007

Material:
Kunststoff
Gewicht mit Akkupack und Stirnband: 93 g
Stromversorgung: separates LiPo-Akkupack, 3x AAA-Batterie/Akku
Maxímale Helligkeit: 220 Lumen
Minimale Helligkeit: k.A.
LED-Modell: Cree XM-L2
IP-Klassifizierung: IPX-6
Zubehör: Stirnband mit Überkopfband, Akku, Ladegerät 3x AAA-Batterie, Bedienungsanleitung
Preis: 89,90 Euro

Mit der SEO 7R schickt Zweibrüder das Flaggschiff der neuen SEO-Lampengeneration ins Rennen. Bedient wird die Lampe über einen Schalter, der oben am Lampengehäuse sitzt, das aus einem stoßfesten Kunststoff besteht und durchaus auch mal herunterfallen kann, ohne gleich den Geist aufzugeben.
Es stehen zwei übergeordnete Leuchtprogramme zur Verfügung – eins für die maximale Leuchtdauer, eins für die maximale Leuchtkraft. Insgesamt verfügt die SEO 7R über sechs Leuchtstufen: Hell, Dim (hier kann die Helligkeit vom Benutzer stufenlos geregelt werden), Automatic-Dim (dazu später mehr), Blinken, Rotlicht und blinkendes Rotlicht. Die Stufen Hell, Dim, Automatic-Dim und Blinken werden durch mehrmaliges Drücken des Schalters innerhalb von zwei Sekunden angewählt. Wartet man länger als zwei Sekunden, schaltet die Lampe aus. Dieses Zeitintervall ist zwar durchaus praxisorientiert, aber wer die Lampe innerhalb von zwei Sekunden ein- und ausschaltet, landet immer in der nächsten Stufe. Und wenn man die Lampe in der dunklen Stufe einschalten möchte, muss man immer erst über die hellste gehen. Das gibt Abzüge in der B-Note.
Bei der Automatic-Dim-Stufe erkennt die Lampe, ob man ein weit entferntes oder ein nahes Ziel anleuchtet und regelt die Helligkeit automatisch herunter oder hoch. Dies geschieht mit leichter Verzögerung. Der schnelle Wechsel von einem ausladenden Blick auf eine Karte zieht unweigerlich eine Selbstblendung nach sich. Hier muss man ein wenig experimentieren, bis man den Dreh raus hat.
Die Lampe ist durch Drehen des Frontrings fokussierbar, dadurch kann stufenlos zwischen Punkt- und Streulicht gewechselt werden. Die Verstellung des Neigungswinkels erfolgt über eine ausreichend stabile Kunststoff-Verzahnung.
Gespeist wird die SEO 7R von einem Lithium-Polymer-Akku, der im Lieferumfang enthalten ist und mit dem mitgelieferten Ladegerät geladen werden kann. Im Notfall können auch drei AAA-Batterien ins Batteriemagazin eingesetzt werden.
Fazit: Led Lenser bietet mit der SEO 7R eine praktische und leichte Stirnlampe, die zwar leistungsmäßig und qualitativ nicht in der obersten Liga spielt, aber aufgrund zahlreicher Möglichkeiten sicherlich ihre Freunde finden wird.

Stirnlampen-Vergleich 2013 008
Die Lampe knickt in der Leistung sehr schnell ein und hält die Leistung anschließend über einen längeren Zeitraum relativ konstant. Die Akkuwarnung erfolgt recht spät, viel „Restlichtzeit“ hat der Benutzer nicht. Die Abschaltung erfolgt in einem für den Akku noch unkritischen Bereich.

Stirnlampen-Vergleich 2013 009

 


Lupine Piko X4
Stirnlampen-Vergleich 2013 010
Material: Aluminium
Gewicht mit Akkupack und Stirnband: 218 g
Stromversorgung: separates LiIon-Akkupack
Maximale Helligkeit: 1200 Lumen
Minimale Helligkeit: 50 Lumen
LED-Modell: Cree XM-L2
IP-Klassifizierung: IP68
Zubehör: Stirnband mit Überkopfband, Akkupack, Ladegerät, Verlängerungskabel zur Befestigung des Akkupacks am Gürtel, Aufbewahrungstasche, Inbusschlüssel, Bedienungsanleitung
Preis: 286 Euro

Die deutsche Lampenschmiede Lupine ist für extrem leistungsstarke Lampen bei kleinsten Abmessungen bekannt. Das ist bei der Piko X4 nicht anders. Mit 1200 Lumen, gemessen nach ANSI-Standard, gibt es auch nachts kein Dunkel im Wald.
Ihr Licht verteilt die Piko X4 mittels zweier Cree-XM-L2-LEDs mit TIR-Optik (Total internal reflection), bei der das Licht quasi „gesammelt“ und größtenteils in den Spot konzentriert wird. Im Gegensatz zu den Lampen, bei denen die LEDs in einem Reflektor arbeiten und dabei einen hellen Spot und viel Streulicht produzieren, ist der Spot bei der TIR-Optik bedeutend größer bei nur wenig Streulicht. Das hat eine gleichmäßige Ausleuchtung zur Folge.
Angetrieben wird die X4 von einem Li-Ion-Akkupack, das mit dem im Lieferumfang enthaltenen Ladegerät geladen wird. Die verbleibende Restkapazität kann während des Betriebs optisch und akustisch jederzeit durch einen kurzen Druck auf den Taster am Akkupack angezeigt werden. Darüber hinaus können die fünf roten LEDs im Akkupack auch als Rücklicht genutzt werden. Der Nutzer kann zwischen zwei, drei oder vier Leuchtstufen wählen, kann entscheiden, ob die Lampe in der hellsten oder der dunkelsten Stufe startet, wann die Blinkwarnung bei schwachem Akku einsetzt und ob die Lampe im normalen oder im Stromspar-Modus (mit immerhin noch 940 Lumen in der hellsten Stufe) betrieben wird. Desweiteren können mehrere Blinkmodi integriert werden.
Wenn die Lampe mit dem Akku verbunden wird, führt sie einen Selbsttest durch (zu erkennen am Aufleuchten der LEDs im Schalter) und zeigt anschließend kurz die Akkuspannung an, ebenfalls durch Blinksignale der LEDs im Schalter.
Ein wenig störend ist die Tatsache, dass die Lampe beim Ausschalten zunächst in den nächsten Modus weiter schaltet, bevor sie ausgeht. Sind beispielsweise zwei Stufen eingespeichert, und die Lampe wird aus der dunklen Stufe heraus ausgeschaltet, leuchtet sie kurz mit maximaler Leuchtkraft auf, bevor sie abschaltet, und jegliche Nachtsicht ist dahin.
Fazit: Der König ist tot, es lebe der König! Die Piko X4 ist exzellent verarbeitet, bietet zahlreiche Programmiermöglichkeiten zur Individualisierung und stellt von der Leistung her die Konkurrenz buchstäblich in den Schatten.

Stirnlampen-Vergleich 2013 011
Im Praxisbetrieb regelt die Lampe in den hellsten Stufen automatisch herunter, um ein Überhitzen von LED und Elektronik zu verhindern. Wenn eine bestimmte Temperatur unterschritten ist, regelt die Lampe wieder hoch. Je mehr die Lampe gekühlt wird, etwa durch den Fahrtwind beim Fahrradfahren, desto weniger regelt sie herunter. Bei nachlassender Akkukapazität warnt die Lampe durch verschiedenfarbige LEDs und schaltet schließlich zum Schutz des Akkus ab.

Stirnlampen-Vergleich 2013 012

 


Petzl Ultra Rush
Stirnlampen-Vergleich 2013 013
Material: Kunststoff
Gewicht mit Akku und Stirnband: 370 g
Stromversorgung: separates LiIon-Akkupack
Maximale Helligkeit: 760 Lumen
Minimale Helligkeit: 65 Lumen
LED-Modell: k.A.
IP-Klassifizierung: IP67
Zubehör: Stirnband mit Überkopfband, Akkupack, Ladegerät, Aufbewahrungsbeutel
Preis: 329 Euro

Eines war bereits vor Testbeginn klar: Die Ultra Rush von Petzl ist die mächtigste aller Lampen in unserem Test. Beim Auspacken kommt unweigerlich der Gedanke auf, dass die Lampe auch Rübezahl gut zu Gesicht stehen würde. Den fünf LEDs mit jeweils eigener TIR-Optik wurde im Gehäuse großzügig Platz gelassen. Mit einem Gesamtgewicht von 370 Gramm ist die Ultra Rush auch mit Abstand die schwerste Lampe im Testfeld.
Mächtig ist auch die Leistung. In der hellsten Stufe ist die Lampe mit 760 Lumen angegeben und kann 2 Stunden in dieser Stufe betrieben werden. Dem Benutzer stehen drei weitere Leuchtstufen zur Verfügung, die von Petzl mit 65 Lumen für 38 Stunden, 300 Lumen für 7 Stunden und 420 Lumen für 5 Stunden angegeben sind.
Eingeschaltet wird die Lampe mit einem Drehschalter rechts am Lampengehäuse. Dabei werden die Leuchtstufen von dunkel nach hell angewählt. Hier offenbart sich eine kleine Schwäche der Lampe. Während das Umschalten zwischen den Leuchtstufen problemlos mit einer Hand geht, muss man beim Ein- und Ausschalten den Lampenkopf mit der anderen Hand festhalten, ansonsten verstellt man die Lampe im Neigungswinkel, da der Schalter beim Ein- und Ausschalten recht schwergängig ist. Gleichzeitig hat diese Schwergängigkeit natürlich den Vorteil, dass die Lampe sich im Rucksack nicht aus Versehen von selbst einschaltet. Der Schalter reagiert beim Betrieb präzise, weist aber in allen Einstellungen leichtes Spiel auf.
Der Neigungswinkel wird über eine stabile Kunststoffverzahnung verstellt. Insgesamt macht die Lampe einen robusten Eindruck, kann also auch schonmal herunterfallen und den ein- oder anderen Schlag abbekommen, ohne dabei Schaden zu nehmen.
Gespeist wird die Ultra Rush von einem separaten Lithium-Ionen-Akkupack, das mittels sicherer Steckverbindung mit der Lampe verbunden und hinten am Stirnband getragen wird.
Fazit: Die Petzl Ultra Rush liefert viel Licht für alle erdenklichen Situationen. Allerdings macht sich das hohe Gesamtgewicht nach einiger Zeit beim Tragen bemerkbar. Und mindestens 100 Euro weniger wären preislich eher angebracht.

Stirnlampen-Vergleich 2013 014
Für zwei Stunden liefert die Lampe nahezu gleichbleibend helles Licht, blinkt dann innerhalb weniger Minuen mehrmals und läuft für eine weitere Stunde mit Notlicht, das von Petzl mit 64 Lumen angegeben ist, bevor die Lampe abschaltet.

Stirnlampen-Vergleich 2013 015

 


Spark SD73-NW
Stirnlampen-Vergleich 2013 016
Material: Aluminium
Gewicht mit Akkus und Stirnband: 149 g
Stromversorgung: 3x AAA-Batterie/Akku
Maximale Helligkeit: 280 Lumen
Minimale Helligkeit: 0,5 Lumen
LED-Modell: Cree XM-L T5
IP-Klassifizierung: IPX8
Zubehör: Stirnband mit Überkopfband, Trageclip, Magnet, Ersatz-O-Ringe, Bedienungsanleitung
Preis: 89 Euro

Wie ein dicker Brummer wirkt die Spark SD73-NW. Das hängt damit zusammen, dass die Stromversorger nicht hinten am Stirnband in ein Batteriefach, sondern direkt vorne in die Lampe eingesetzt werden. Im Fall der SD73-NW sind das drei AAA-Batterien oder entsprechende Akkus. Dennoch sitzt die Lampe angenehm am Kopf.
Angegeben ist die SD73-NW in der hellsten Leuchtstufe mit 280 Lumen. Werden diese komplett ausgereizt, offenbart sich ein kleiner Nachteil: Die gemessene Laufzeit ist mit gerade mal 30 Minuten sehr kurz – ein Tribut an die schwachbrüstigen Stromversorger.
Es wurde kein Reflektor verbaut. Dadurch ist das Leuchtbild extrem flutig. Dank der verbauten neutralweißen XM-L-LED wird der Sichtbereich in ein deutlich wärmeres Licht getaucht als bei der Konkurrenz.
Die Lampe bietet fünf Leuchtstufen, die von 0,5 Lumen (für 35 Tage laut Hersteller) bis 280 Lumen reichen. Ein kurzer Druck auf den Taster schaltet die Lampe in der niedrigsten Stufe ein, durch Gedrückthalten des Tasters durchläuft sie die anderen Stufen. Ein Doppelklick aktiviert stets die hellste Stufe. Die Lampe verfügt über Memory und schaltet in der zuletzt aktivierten Leuchtstufe wieder ein. Ausnahme: der hellste Modus, der nicht gespeichert wird. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass die Lampe beim Leuchtstufenwechsel bei eingeschalteter Lampe nicht in die nächst höhere Stufe wechselt, sondern immer in die dunkelste Stufe zurück geht.
Im Lieferumfang enthalten ist ein Clip, mit dem sich die Lampe an Kleidung oder Rucksack befestigen lässt. Ebenfalls im schwarzen Karton, in dem die Lampe ausgeliefert wird, findet sich ein aufschraubbares Magnetplättchen in Lampenfarbe, mit dem die SD73 an metallischen Gegenständen haftet.
Fazit: Bedingt dadurch, dass kein Reflektor verbaut wurde, ist die Spark SD73 ausschließlich im Nahbereich nutzbar. Dieser allerdings wird sehr hell und gleichmäßig ausgeleuchtet. Wer Reichweite benötigt, kann den Ring mit dem Frontglas abschrauben und gegen eine Reflektoreinheit tauschen, die Spark optional anbietet.

Stirnlampen-Vergleich 2013 017
Über die gesamte Laufzeit blieb die maximale Leistung im Test nahezu konstant. Die Verluste sind zwar mit dem Luxmeter messbar, fallen aber dem Auge nicht auf. Wenn die Kapazität der Akkus merklich nachlässt, wird die Lampe dunkler und schaltet ab, bevor die Akkus in einen kritischen Bereich getrieben werden.

Stirnlampen-Vergleich 2013 018

 


Suprabeam V3r
Stirnlampen-Vergleich 2013 019
Material: Kunststoff/Aluminium
Gewicht mit Akku und Stirnband: 189 g
Stromversorgung: separater LiPo-Akku
Maximale Helligkeit: 300 Lumenn
Minimale Helligkeit: 25 Lumen
LED-Modell: Cree XP-G
IP-Klassifizierung: IPX-4
Zubehör: Stirnband mit Überkopfband, Akku, Ladegerät, Aufbewahrungstasche, Bedienungsanleitung
Preis: 170 Euro

Die Suprabeam V3r setzt auf ein Fokussiersystem. Durch Vor- und Zurückschieben des Lampenkopfs wird der Abstand der Linse zur LED verändert, wodurch man stufenlos zwischen Punkt- und Streulicht wechseln kann. Das ist auch mit einer Hand problemlos möglich.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass sich der Einschaltknopf nicht oben, sondern unten am Lampengehäuse befindet. Noch gewöhnungsbedürftiger ist allerdings die Bedienung. Bei einem kurzen Druck auf den Schalter geht die Lampe in Stufe 1 an. Diese Stufe kann vom Benutzer frei belegt werden. Wenn der Schalter bei eingeschalteter Lampe gedrückt gehalten wird, rampt die Lampe hoch und wieder herunter. Ist die gewünschte Leuchtstufe erreicht, lässt man den Schalter los, und diese Stufe bleibt dauerhaft gespeichert.
So weit, so gut. Wenn man den Schalter innerhalb der nächsten fünf Sekunden erneut drückt, gelangt man in die Leuchtstufe „Boost“ die laut Hersteller mit 300 Lumen angegeben ist und in unserem Test nach fünf Minuten auf 170 Lumen heruntergeregelt wurde (laut Bedienungsanleitung nach 3 Minuten). Drückt man den Schalter innerhalb der nächsten fünf Sekunden ein weiteres Mal, blinkt die Lampe SOS, beim nächsten Drücken schaltet sie ab. Wenn die Lampe länger als fünf Sekunden eingeschaltet bleibt, bewirkt ein Druck auf den Schalter das direkte Ausschalten. In der Praxis bedeutet das: Man muss nach jedem Ausschalten immer fünf Sekunden warten, bevor man die Lampe wieder einschalten kann, ansonsten wechselt sie jedes Mal die Leuchtstufe – nicht gerade anwenderfreundlich.
Als Stromversorger kommt ein Lithium-Polymer-Akku (im Lieferumfang enthalten) zum Einsatz, der in einem separaten Fach hinten am Kopfband untergebracht ist. Der Schließmechanismus des Fachs wirkt nicht allzu robust. Inwieweit er tatsächlich „Road-tauglich“ ist, kann nur ein Langzeittest zeigen.
Fazit: Die Gesamtverarbeitung ist, abgesehen vom Schließmechanismus des Akkufachs, recht ordentlich, aber der Preis ein wenig erschreckend. 170 Euro sind für das, was geboten wird, erheblich zu viel.

Stirnlampen-Vergleich 2013 020
Die Regelung ist nicht sonderlich überzeugend, bleibt aber noch im vertretbaren Rahmen. Bei nachlassender Kapazität des Akkus warnt die Lampe in Abständen von einer Minute dreimal durch Blinken und wird anschließend dunkler.

Stirnlampen-Vergleich 2013 021

 

Tja, was bleibt unterm Strich? Welche Lampe sollte man kaufen? Von welcher besser die Finger lassen? Letztlich ist nicht alles, aber vieles eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Uneingeschränkter Testsieger ist die Lupine Piko X4, die eine für ihre Größe immense Leistung bringt und dabei unzählige Optionen bietet. Die Verarbeitung ist hochwertig, auch hier setzt die Lampe Maßstäbe. Der Preis ist zwar nicht gerade niedrig angesetzt, aber wer diese Lampe einmal hat, will nichts anderes mehr.
Extrem vielseitig ist die Fenix HP25 mit ihren zwei LEDs und der Möglichkeit, diese getrennt zu schalten. So hat man wahlweise Streulicht oder kann weit entfernte Objekte ausmachen – quasi eine „2-in 1-Lampe“, bei der auch der Preis stimmt.
Apropos Preis: Die Petzl Ultra Rush und die Suprabeam V3r überspannen diesbezüglich den Bogen deutlich. Beides sind keine schlechten Lampen, aber jeweils ein Hunni weniger wäre das, was sie maximal kosten dürften angesichts dessen, was sie können.
Die SEO 7R wird aufgrund ihres geringen Gewichts und der bunten (Sprachvergewaltiger würden wohl sagen „stylishen“) Aufmachung sicherlich viele Freunde finden. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Dimm-Funktion allerdings nicht ausgereift, da zu träge, und angesichts des billigen Plastiks ist der Preis hart an der Grenze, aber noch vertretbar.
Die Spark SD73-NW ist eine sehr spezielle Lampe, da sie ausschließlich den Nahbereich ausleuchtet, dies aber sehr gut und gleichmäßig und mit der angenehmsten aller Lichtfarben aller Lampen im Test. Auch die Verarbeitung stimmt.
Die Ansmann HD3 hängt der Konkurrenz ein wenig hinterher. Aber angesichts des günstigen Preises ist sie als Notfall-Lampe oder als Lampe für Leute, die nur gelegentlich eine Stirnlampe nutzen und dabei ein möglichst unkompliziertes Exemplar bevorzugen, durchaus einen Blick wert.

 

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