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25. Dezember 2013

Xtar WK41

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Die Xtar WK41 sieht weder spektakulär aus, noch ist sie von einem Hersteller, der gemeinhin zu den „renommierten“ zählt. Eine weitere von zahllosen EDCs mit XM-L-LED also?


Verpackung/Lieferumfang:
In einem Geschenkkarton mit Magnetverschluss sind die Lampe, ein Trageclip, ein Ersatz-O-Ring, ein Lanyard, eine Bedienungsanleitung in englischer Sprache sowie eine Garantiekarte enthalten.

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Die Geschenkverpackung.

 

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Und das ist alles drin.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 92,3 mm
Reflektoröffnung: 16 mm
Durchmesser Kopf: 21,5 mm
Durchmesser Tail: 20 mm
Gewicht: 43 g
Gewicht mit Akku: 70 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nur mit Trageclip.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Schlitze im Tail und im Trageclip.
wasserdicht: laut Hersteller nach dem IPX-8-Standard. Einen Unterwassertest habe ich nicht durchgeführt, da ich dies bei Lampen, die mir von privat für Tests zur Verfügung gestellt werden, grundsätzlich nicht mache. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Dandy Seidel, der mir die Lampe für den Test zur Verfügung gestellt hat.
Insgesamt wirkt die Lampe ordentlich verarbeitet. Einzig das Gewinde vom Lampenkörper zum Lampenkopf weist Spiel auf und greift erst im allerletzten Moment richtig satt.

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Gewinde am Lampenkörper.

 

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Materialstärke Lampenkörper.

 

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Lampenkopf von innen.

 

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Am Tail finden sich zwei Schlitze zur Lanyardbefestigung.

 

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Halbrunde Clips lösen sich unter Belastung gerne von der Lampe. Zumindest im Auslieferungszustand hielt der Clip beim Testmodell bombenfest.

 

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Lampe mit Clip.


Leuchteinheit:
Verbaut wurde eine Cree-XM-L-U2-LED in einem OP-Reflektor. Die Frontscheibe besteht aus ultraklarem, gehärtetem Glas mit Anti-Reflex-Beschichtung.

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Frontansicht.

Bedienung:
Ein-, aus- und durchgeschaltet wird die WK41 mit einem Reverse-Clicky seitlich unterhalb des Lampenkopfs. Ein kurzer Druck auf den Schalter schaltet die Lampe ein. Durch Drücken werden die Leuchtstufen in der Reihenfolge Low-Mid-High-Turbo angewählt. Die zuletzt eingestellte Leuchtstufe wird gespeichert und steht beim nächsten Einschalten als erste zur Verfügung.
Da die Lampe in einem Spannungsbereich von 0,9 bis 4,2 Volt betrieben werden kann, werden, je nach verwendetem Stromversorger, unterschiedliche Leistungen erzielt. Der Hersteller gibt die Leuchtstufen wie folgt an: Low: 3 Lumen für 120 Stunden (AA), 3 Lumen für 100 Stunden (LiIon); Mid: 30 Lumen für 8 Stunden (AA), 30 Lumen für 6 Stunden (LiIon); High: 60 Lumen für 5 Stunden (AA), 150 Lumen für 1,9 Stunden (LiIon); Turbo: 150 Lumen für 2 Stunden (AA), 300 Lumen für 1,8 Stunden (LiIon).
Mittels Doppelklick, egal in welcher Leuchtstufe, wird der Strobe-Modus aktiviert. Ein weiterer Doppelklick aktiviert „Signal“, ein langsameres Blinken, beim dritten Doppelklick landet man im SOS-Modus. Durch einen einfachen Klick gelangt man ins reguläre UI zurück, wobei die Lampe hier nicht in die zuletzt aktivierte Leuchtstufe zurückschaltet, sondern immer in die dunkelste. Durch Gedrückthalten des Schalters schaltet man die Lampe aus.
Wenn die Batterie/Akkukapazität unter 25 Prozent sinkt, leuchtet eine rote LED im Schalter; fällt die Kapazität unter 5 Prozent, beginnt die LED zu blinken.

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Die komplette Bedienung erfolgt über einen Seitenschalter.

 

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Eine rote LED warnt bei niedriger Akkukapazität.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Die WK41 ist ein Allesfresser. Verwendet werden können eine AA-Batterie, ein entsprecheder Akku sowie ein 14500-LiIon-Akku. Beim Test kamen alle Stromversorger zum Einsatz. Die Lampe wurde bei allen Messungen in der hellsten Stufe betrieben und durch einen Ventilator gekühlt. Die utopische Laufzeitangabe des Herstellers von 1,8 Stunden in der hellsten Stufe bei Verwendung eines 14500-LiIon-Akkus erklärt sich durch eine Stepdown-Regelung: Ziemlich genau alle fünf Minuten schaltet die Lampe in die zweite Stufe herunter. Um die tatsächliche Laufzeit unter Maximalbelastung bei Verwendung eines LiIon-Akkus herauszufinden, habe ich die Lampe nach jedem Herunterschalten wieder in der hellsten Stufe eingeschaltet.

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Die „Krüppelkurve“ bei Benutzung eines 14500er-AWs hat mich ein wenig verwundert. Daher habe ich den Test wiederholt. Zunächst mit einem ungeschützten, drei Jahre alten Ultrafire-Akku, was sich als Schuss in den Ofen erwies. Denn der Akku ging bereits nach wenigen Minuten komplett in die Knie.
Der nächste Versuch erfolgte mit einem ungeschützten Akku, dessen Fabrikat und Kapazität mir unbekannt sind, weil ich diesen Akku irgendwann mal irgendwie von irgendwem „nackt“ bekommen habe. Wie man im Diagramm sehr schön erkennen kann, ist das „Krüppelkurven“-Verhältnis zwar leicht verlagert, aber dennoch ähnlich. Vermutlich liegt das daran, wie die Lampenelektronik mit der verbleibenden Akkuspannung/Kapazität umgeht. Bevor ich mich jetzt allerdings zu irgendwelchen fundierten Aussagen hinreißen lasse, die genausogut auch Quatsch sein könnten, überlasse ich die Interpretation lieber den Leuten, die davon mehr Ahnung haben.

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Die Rotlichtwarnung
Wie bereits weiter oben angesprochen, warnt eine rote LED im Schalter den Benutzer bei sinkender Akkukapazität. Xtar verspricht sogar, dass die Lampenelektronik dabei zwischen den einzelnen Akkuformaten unterscheidet. Schauen wir uns das mal näher an.
Bei Verwendung des Eneloop-Akkus begann die rote LED nach 90 Minuten zu leuchten. Die gemessene Akkuspannung im Leerlauf betrug zu diesem Zeitpunkt 1,13 Volt. Drei Minuten später begann die rote LED zu blinken. Akkuspannung: 1,08 Volt.
Beim Betrieb mit dem geschützten 14500er AW begann die rote LED nach 29 Minuten zu blinken. Leerlaufspannung: 3,68 Volt. Nach 42 Minuten begann die LED zu blinken. Zu diesem Zeitpunkt wurden 3,36 Volt im Leerlauf gemessen.
Mit dem unbekannten ungeschützten 14500-Akku setzte die erste Blinkwarnung bereits nach 22 Minuten ein; nach ebenfalls 42 Minuten begann die LED zu blinken, Akku-Leerlaufspannung: 3,36 Volt.

Fazit: Wow! Die versprochene Unterscheidung zwischen den verschiedenen Akkuformaten beherrscht die Lampe tatsächlich. Beim Betrieb mit einem AA-Akku erfolgen die Warnungen zwar recht spät, aber immer noch rechtzeitig, bevor der Akku nachhaltig geschädigt wird. Beim Betrieb mit einem LiIon-Akku erfolgt die Warnung im Verhältnis sogar noch früher, alles im grünen Bereich.
Herauszufinden, ob die Lampe eine Abschaltung hat, habe ich nicht versucht. Zwei Warnungen seitens der Lampe sollten ausreichen, damit jeder Nutzer den Akku wechselt. Wer die Warnungen ignoriert, riskiert, den Akku zu tief zu entladen, hat’s dann aber auch nicht besser verdient. Die Regelung ist mit einem NiMH-Akku recht gut, mit einem LiIon-Akku immer noch ganz ordentlich. Bei Verwendung einer Alkali-Batterie bricht die Leistung beim Dauerbetrieb auf hellster Stufe, wie nicht anders zu erwarten, schnell ein. Wer die Lampe unbedingt mit einer Batterie betreiben möchte und dabei dauerhaft die volle Leistung, sollte zu einer Lithium-Batterie greifen. Gegen falsches Einlegen des Stromversorgers ist die Lampe mit einem Verpolungsschutz ausgestattet.

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AA-Batterie, AA-Akku, LiIon-Akku – beim Futter ist die WK41 nicht wählerisch.


Beam:
Durch die Kombination XM-L-LED/OP-Reflektor ist das Lichtbild auf alle Entfernungen sehr ausgewogen und homogen.

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„Target-beamshot“ Xtar WK41.


Resümee:
Die WK41 von Xtar ist eine EDC-Lampe, die überzeugt. Zunächst mal damit, dass man zwischen verschiedenen Stromversorgern wählen kann. Das alleine ist allerdings nicht ungewöhnlich. Dass die Lampe mit allen Akkus recht ordentlich geregelt ist, schon eher. Als besonderes Schmankerl erkennt die Elektronik, welche Art Stromversorger verwendet wird und warnt den Benutzer zuverlässig bei niedriger Akkukapazität – und das alles zu einem Preis, der die Konkurenz vor Neid erblassen lassen dürfte. Denn der Kauf schlägt gerade mal mit etwas mehr als 40 Euro zu Buche (Stand: Dezember 2013). Zumindest mir ist keine Lampe in diesem Preissegment bekannt, die das kann.
Auch wenn ein Strobe-Modus, den man nicht direkt abrufen kann, keinen Sinn macht, außer zur Spielerei, kann das Geblinke zumindest nicht aus Versehen aktiviert werden – sehr gut für alle, die es nicht brauchen, was erfahrungsgemäß den Großteil der Käufer ausmacht.

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Einige AA-Lämpchen. Von links: Xtar WK41, Spark SL5, Fenix LD10, Xeno E03, Crelant V11A, Led Lenser M5.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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Kontroll-Shot

 

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Xtar WK41 AA-Akku (1,2 Volt)

 

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Xtar WK41 LiIon-Akku (4,2 Volt)

 

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Crelant V31A

 

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Niteye MSA20

 

Xtar WK41 023
Tank007 TR01

 

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Eagletac T20C2 MKII (XP-G)

 

Xtar WK41 025
Lumapower D-Mini VX (XP-G)

 

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