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15. Februar 2014

Lambda Lights Varapower Turbo V2

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Heute möchte ich euch eine schöne Custom-Lampe vorstellen: die Lambda Lights Varapower Turbo V2.

Gefertigt werden die Varapowers von Kevin (Lambda Lights) aus dem amerikanischen CPF in kleiner Stückzahl. Basis ist eine Maglite 3D, der Kopf ist eine Kombination aus einem Maglite-Kopf und einer 109-LED-Lampe von Dealextreme. Beim Testmodell wurden beim Maglite-Teil des Kopfs die Anodisierung entfernt und Kühlrippen eingefräst. Je nach Kundenwunsch sind auch andere Kombinationen (verschiedene Farben, ohne Kühlrippen, etc.) möglich, um die Lampe zu individualisieren.
Da es bereits ein wundervolles und umfangreiches Review zu dieser Lampe mit vielen technischen Daten von The_Driver aus dem Taschenlampen-Forum gibt, das mit Fakten zur Lampengeschichte, dem Custom-Charakter der Varapower Turbo V2, zahlreichen Details, Links und Hintergrundinformationen besser und ausführlicher nicht sein könnte, möchte ich mich an dieser Stelle auf die üblichen Daten und Messungen beschränken und darüberhinaus auf den praktischen Nutzwert der Lampe eingehen, die in dieser Variante nicht mehr gebaut werden wird, da es bereits einen Nachfolger gibt.

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Mitgeliefert wird ein modifizierter Standard-Maglite-Kopf, mit dem die Lampe das Licht breiter streut. Der Reflektor wurde gekürzt, und statt der Kunststoffscheibe wurde eine Glasscheibe eingesetzt. Beides sieht man nicht auf dem Bild, weil ich vergessen habe, diese Details zu fotografieren. Aber zumindest wissen jetzt alle, die bislang noch nicht wussten, wie ein Maglite-Kopf aussieht, wie ein Maglite-Kopf aussieht.


Daten zur Lampe:
Länge: 347 mm
Reflektoröffnung: 68 mm
Durchmesser Kopf: 82 mm
Durchmesser Tail: 39,5 mm
Gewicht: 762 g (+ 88 g Adapterrohr)
Gewicht mit Akkus: 1152 g
Anodisierung: gut und gleichmäßig ausgeführt, allerdings kein HA III.
Tailstand: nur auf absolut planen Flächen und wenn kein Wind weht.
Rollschutz: nein.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: nein.
wasserdicht: spritzwassergeschützt.

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Nahe Verwandte: die Varapower und die Maglite 3D, deren Batterierohr als Grundlage dient.

 

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Der Lampenkopf besteht aus einer 109-LED-Lampe von Dealextreme und dem Kopf einer Maglite. Beim Maglite-Kopf wurden die Anodisierung entfernt und Kühlrippen eingefräst.

 

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Das Gewinde des 109-LED-Kopfs weist viel Spiel auf – hier merkt man deutlich den Billigcharakter dieser China-Lampe.

 

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Das setzt sich beim Bezelring fort. Die Bezeichnung „Konservendosenblech“, die von vielen Lampenfreunden gerne für besonders dünnes Material benutzt wird, passt hier wie Arsch auf Eimer. Zur Ehrenrettung der Lampe muss allerdings hinzugefügt werden, dass jede Menge Handarbeit in ihr steckt. Dass Kevin für die Qualität der zugekauften Teile nichts kann, macht es zwar nicht besser, aber wenn er diese Teile selbst hätte fertigen müssen, hätte das den Preis für die Lampe extrem in die Höhe getrieben.


Leuchteinheit:
Verbaut wurde eine dedomte Luminus SST-90 LED, die auf einen Kupferkühlkörper gelötet wurde. Die Farbtemperatur der LED ist mit 4000K angegeben. Alternativ können auf Wunsch auch LEDs mit 4500, 5700 und 6500K verbaut werden. Diese bringen (von unten nach oben) höhere Lumenwerte, allerdings wird die Farbwiedergabe (ebenfalls von unten nach oben) immer schlechter/unnatürlicher. Verteilt wird das Licht mittels eines SST-90-Reflektors (SMO).

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Frontansicht.

 

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Die LED wurde auf einen massiven Kühlkörper aus Kupfer gelötet, was für eine optimale Wärmeableitung sorgt.

 

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Der Reflektor wird mit einem Abstandsring aus Aluminium im Lampenkopf fixiert.


Bedienung:

Eingeschaltet wird die Lampe mit einem Reverse-Clicky seitlich unterhalb des Lampenkopfs. Dieser Clicky ist gleichzeitig ein Drehschalter, mit dem die Helligkeit in insgesamt 36 Stufen geregelt werden kann. In jeder dieser Stufen rastet der Drehschalter, der mittlerweile nicht mehr hergestellt wird, sanft ein. Allerdings sind die sichtbaren Veränderungen der Helligkeit fürs Auge oft marginal bis nicht zu erkennen. In den ersten 16 Stufen ist eine deutliche Helligkeitszunahme von Stufe zu Stufe wahrnehmbar, dann passiert etwa 12 Stufen lang nichts, bevor nochmal 2 Stufen kommen, in denen die Lampe heller wird. In den letzten Stufen passiert dann wieder nichts. Eine Lumenangabe seitens des Herstellers gibt es nicht. Bei einer Messung in der Ulbrichtkugel von Zweibrüder in Solingen haben wir die Lampe mit vollen Akkus mit 2250 Lumen gemessen.

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Für bessere Griffigkeit wurde in den Schalter eine Rille gefräst, die mit einem O-Ring versehen wurde.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Vier C-Zellen-Akkus sorgen für den nötigen Anschub. Alternativ können auch drei D-Zellen-Akkus verwendet werden, bei allerdings geringerer Leistung. Möglich ist auch der Batteriebetrieb, bei ebenfalls geringerer Leistung. Beim Test kamen vier C-Zellen (LSD-Akkus vom Typ „Tenergy Centura“ mit einer Kapazität von 4.000mAh) zum Einsatz. Die Lampe wird im „Direct Drive“ betrieben, die Lichtleistung ist also vom Entladungsverhalten der Akkus abhängig. Der Direktbetrieb, eigentlich ein Nachteil, ist bei der Varapower existenziell, da die LED bei durchgängig geregeltem Betrieb aufgrund der hohen Bestromung, trotz guter Wärmeableitung, schnell zu heiß werden würde. Beim Test wurde die Lampe in der hellsten Einstellung betrieben und durch einen Ventilator gekühlt.

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Fazit: Wenn die Lampe durchgängig in der hellsten Stufe betrieben wird, ist die Laufzeit, trotz Direktbetriebs, relativ kurz. Mindestens ein zweiter Akkusatz sollte zur Ausrüstung gehören. Wenn die Lampe immer nur kurzzeitig in der hellsten Stufe betrieben wird, ist durchaus auch eine längere Nachtwanderung mit einem Akkusatz drin.

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Vier hochstromfähige NiMH-Akkus kitzeln die maximale Leistung aus der LED heraus.

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 014
Da das Batterierohr der 3-D-Maglite für D-Zellen ausgelegt ist, gehört ein Reduzierrohr aus PVC zum Lieferumfang. Das Ding sieht abenteuerlich aus, erfüllt aber seinen Zweck. Zusätzlich verfügt es über eine Rille mit O-Ring. Damit wackelt im Batterierohr nichts.

 

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Reduzierrohr im Batterierohr.

 

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Für den Betrieb mit vier C-Zallen wurde die Feder gekürzt (links). Eine Originalfeder zum Betrieb mit drei D-Zellen liegt der Lampe ebenfalls bei.

 

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Doch das ist nicht die einzige Modifikation an der Tailcap. Die Eloxierung innen wurde entfernt, und in die Tailcap wurde ein Loch gebohrt. Für den Fall, dass ein Akku ausgasen sollte, kann der Überdruck durch dieses Loch entweichen.

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 018
Von außen wurde ein nachleuchtendes Plättchen aufgeklebt.


Beam:
Bei maximaler Fokussierung setzt sich ein kleiner Hotspot grell vom Sidespill ab. Die Lampe erzielt eine Reichweite von fast einem Kilometer.

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„Target-Beamshot“ Lambda Lights Varapower Turbo V2.

Resümee:
Obwohl die Lambda Lights Varapower Turbo V2 von der Ausrichtung her eher eine „Reichweiten-Lampe“ ist, kann sie bei geringerer Fokussierung auch zur Wegausleuchtung eingesetzt werden. Dadurch, und durch die Tatsache, dass die Helligkeit (wenn auch nicht perfekt) in zahlreichen Stufen geregelt werden kann, ist die Lampe sehr universell einsetzbar. Die Farbwiedergabe ist durch die SST-90-LED mit 4000 Kelvin natürlich, die Lichtfarbe fürs Auge angenehm. Nachteilig ist die relativ kurze Laufzeit auf höchster Stufe, und durch den Direktbetrieb wird die Lampe zusehends dunkler. Was die Qualität angeht, trifft hier Genie auf Trottel. Die von Kevin selbst angefertigten Teile und seine Modifikationen sind allererste Sahne, während die verbauten Teile der Dealextreme-Lampe ziemlich miserabel sind.
Die Varapower Turbo V2 ist sicherlich keine Lampe fürs nächtliche Gassi-Gehen, denn dafür ist sie auf Dauer zu schwer und zu unhandlich. Sie ist eher etwas für Liebhaber oder Sammler, und mit ihr erwirbt man ein kleines Stück Lampengeschichte, sofern man irgendwo noch eine gebrauchte Lampe ergattern kann. Der Neupreis lag bei etwa 300 Dollar zuzüglich Versand und Zoll.

Lambda Lights Varapower Turbo V2 020
Von links: Lambda Lights Varapower Turbo V2, Maglite 3-D-Cell, Led Lenser X21R, Fenix TK70, Spark SP6.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von einer Sekunde bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Lambda Lights Varapower Turbo V2 021
Kontroll-Shot

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 022
Lambda Lights Varapower Turbo V2

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 023
THE LED LASER

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 024
Fire-Foxes FF4

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 025
Fenix TK70

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 026
Led Lenser X21R

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 027
Spark SP6

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 028
Microfire K3500R Warrior III

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 029
Niteye Eye30


Und noch ein paar Bilder, die bei einem Flashy-Treffen in Wuppertal von Manu aus dem Taschenlampen-Forum aufgenommen wurden, die ich mit seiner freundlichen Genehmigung verwenden darf.

Lambda Lights Varapower Turbo V2 030
Lambda Lights Varapower Turbo V2

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 031
THE LED LASER

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 032
Fire-Foxes FF4

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 033
Olight SR51

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 034
Olight SR95S UT

 

Lambda Lights Varapower Turbo V2 035
ThruNite TN31

 

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