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24. Juli 2014

Geocaching-Special: Die beste Nachtcache-Lampe

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Welche ist eigentlich die beste Lampe für einen Nachtcache?
Bevor wir uns auf die Suche (nicht nach dem Cache, sondern nach der Lampe) begeben, sollte zunächst klar sein, ob wir eine „One-and-only-Lampe“ bevorzugen, die wahlweise eine Handlampe oder eine Stirnlampe sein kann, oder zwei Lampen, von denen eine zur Reflektorsuche und Fernausleuchtung und die andere für den Nahbereich eingesetzt werden soll.

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Die TK35 von Fenix…

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…und die Led-Lenser-Lampen der P- oder M-Serie (im Bild die M7RX) sind unter Cachern sehr beliebt.

 

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Modelle wie diese (gemeint ist nicht der Hase) findet man regelmäßig beim Discounter. Zum Anfixen ausreichend – aber wer regelmäßig auf Nachtcache-Suche geht, wird sich damit nicht zufrieden geben.

Zunächst möchte ich mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufräumen. Gerade bei uns Cachern sind fokussierbare Lampen sehr beliebt und werden von vielen Cachern, die es einfach nicht besser wissen, als das Non-Plus-Ultra angesehen.
Das ist allerdings völliger Blödsinn. Man kann fokussierbare Lampen mögen oder nicht, das ist letztlich Geschmackssache. Fakt hingegen ist: Eine gute Lampe mit festem Fokus ist jeder fokusierbaren Lampe überlegen, da sie sowohl den Nah- als auch den Fernbereich ausleuchtet, während eine fokussierbare Lampe immer nur eines von beidem zufriedenstellend kann.
Wer sich noch nicht vom Mythos „Ich brauche unbedingt eine fokussierbare Lampe“ hat anstecken lassen, sollte davon auch weiterhin Abstand nehmen. Allen anderen sei gesagt: Dieser Mythos ist absoluter Bullshit! Konstruktionsbedingt kann eine fokussierbare Lampe nicht das leisten, was eine Lampe mit gutem Fixfokus problemlos schafft.
Ausgenommen davon sind extreme Fluter und Lampen, die ausschließlich auf Reichweite getrimmt sind. Sie können zwar bei einem „Zwei-Lampen-Konzept“ ihre Vorteile ausspielen, sind aber als Einzel-Lampen einer fokussierbaren Lampe unterlegen, wenn es um die Vielseitigkeit geht.

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Fokussierbare Lampe in defokussierter Einstellung. Nur der unmittelbare Nahbereich ist ausgeleuchtet. Bereits ab wenigen Metern Entfernung ist nur noch ein schwarzes Loch zu sehen.

 

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Fokussierbare Lampe in fokussierter Einstellung. Tunnelblick – ein Punkt wird hell angestrahlt, um ihn herum bleibt es dunkel.

 

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Lampe mit gutem Fixfokus. Sowohl der Nah- als auch der Fernbereich werden ausgeleuchtet.

Wer vorrangig mit einer einzigen Lampe unterwegs ist, sollte – unabhängig davon, ob Stirn- oder Handlampe – sicherstellen, dass die Lampe sowohl über genügend Reichweite verfügt, um auch weiter entfernte Reflektoren aufzuspüren, als auch über einen dunklen Modus, der zur Ausleuchtung des Wegs und zum Lesen von Hinweisen an Stationen geeignet ist.

Eine feine „Ich-kann-alles-Lampe“, die allerdings das Budget der meisten Cacher sprengen dürfte, ist die Betty TL2 bzw. TL2S (mit kurzem Akkupack) von Lupine. Durch eine spezielle Optik ist sie in erster Linie ein sehr heller Fluter, durch die immense Power von sechs Cree-XM-L-LEDs, die relativ hoch angesteuert werden, macht sie allerdings auch ordentlich Meter. Kein auch noch so weit entfernter Reflektor dürfte vor ihr verborgen bleiben, während in einer dunklen Stufe eine gleichmäßige und sichere Wegausleuchtung garantiert ist. Beim Lesen von Karten oder Hinweisen oder an Stationen mag sie für mache zu hell sein, denn die dunkelste Stufe ist nicht wirklich das, was man gemeinhin unter „dunkel“ versteht. Das ist aber auch die einzige Schwäche dieser Lampe, die im Bedarfsfall die Nacht zum Tag macht. Sicherlich ist nicht jeder bereit, für eine Lupine Betty mehr als 700 Euro auszugeben, aber wer diese Lampe einmal in den Händen hatte, wird nichts anderes mehr wollen.

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Lupine Betty TL2S: 4500 Lumen aus einer Lampe, die bequem in die Hand passt, sind eine echte Ansage. Auch, wenn man die maximale Leistung eher selten brauchen wird – aber wer bei einem Nachtcache schon länger keine Reflektoren mehr gefunden hat, wird mit Bettys Power schnell erfahren, ob er überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist.

Auch, wer auschließlich mit einer Stirnlampe unterwegs ist, sollte sich mal bei Lupine umschauen. Die Piko X4 (X7, X-Duo) setzt bei kleinen Abmessungen Maßstäbe in punkto Leistung. Zwar liefert die Lampe in der hellsten Einstellung „nur“ 1200 Lumen, die aber immer noch völlig ausreichend fürs Suchen von Reflektoren sind. Und in einer dunklen Stufe lässt sich auch der Weg gleichmäßig hell ausleuchten.
Um es nicht falsch zu verstehen: Dies ist keine Werbung für Lupine-Lampen, aber diese kleinen Biester aus deutscher Manufaktur sind einfach klasse und lassen den Großteil des Markts weit hinter sich. In erster Linie sind die Lampen für Biker konzipiert, liefern aber auch beim Geocaching exzellente Ergebnisse, vor allem dann, wenn es um die Kombination Allrounder/handliche Lampe geht.

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Die Lupine Piko X4.

Diejenigen, die eine Kombination aus Hand- und Stirnlampe bevorzugen, sollten darauf achten, dass die Handlampe über eine entsprechende Reichweite und die Stirnlampe über eine gleichmäßige Nahausleuchtung verfügt.
Umgekehrt geht’s natürlich auch, ist aber eher unüblich. Denn zumeist ist die Handlampe für die Reichweite zuständig und die Stirnlampe für die Nahbereichsausleuchtung.
Wer diese Lösung präferiert, kommt meist wesentlich billiger davon. Denn gute Reichweiten-Lampen sind schon für weniger als 100 Euro erhältlich, gute Fluter sogar noch deutlich günstiger.
Hier bieten die führenden Hersteller wie Armytek, Eagtac, Fenix, Foursevens, Niteye, Olight, Spark, Thrunite, Zebralight und viele andere eine breite Produktpalette.

Bei Reichweiten-Lampen sollte man in erster Linie auf einen großen Reflektordurchmesser achten. Denn: Je größer der Durchmesser des Reflektors (unabhängig von dessen Tiefe), desto höher die Reichweite (wobei man zusätzlich darauf achten sollte, ob der Reflektordurchmesser noch dem eigenen Anspruch an eine Handlampe genügt). Denn mit einem Suchscheinwerfer werden nur die Allerwenigsten von uns durch die Gegend laufen wollen.

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Hubraum ist durch nichts anderes als durch Hubraum zu ersetzen. Bei einer möglichst hohen Reichweite braucht es einen etwas größeren Reflektor.

Das genaue Gegenteil ist eine Lampe, die für die Suche im Nahbereich ausgelegt ist. Am allerallerallerallerbesten geeignet sind hierfür Lampen ohne jeglichen Reflektor, die das Licht pur und extrem weitwinklig abstrahlen. Im Nahbereich sind die ersten Meter absolut gleichmäßig ausgeleuchtet, danach kommt allerdings gar nix mehr. Nichtsdestotrotz sind Lampen, die über diese Eigenschaft verfügen, in Verbindug mit einer auf Reichweite getrimmten Lampe, die beste Allround-Kombination.

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Ein waschechter Fluter ohne Reflektor: die Spark SD73.

Ein Kompromiss sind Lampen mit Streuscheibe, die zwar den Nahbereich nicht so gleichmßig ausleuchten wie Lampen ohne Reflektor, aber immer noch ein recht ausgewogenes Lichtbild im Nahbereich liefern.

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Die Varta Sports Headlight bietet zwar nicht viel Leistung, dafür aber für kleines Geld die Möglichkeit, eine Streuscheibe vor die Linse zu klappen. Damit eignet sie sich als Ergänzungslampe gut für die Suche im Nahbereich oder das Lesen von Hinweisen. Streuscheiben gibt es übrigens für viele Lampen als optionales Zubehör; die Möglichkeiten werden dadurch beträchtlich erweitert.

Ein feines Lämpchen, das von Gewicht und Größe noch gut ins Cachergepäck und in die Hand passt, ist die TK51 von Fenix. Sie arbeitet mit zwei LEDs, die jeweils in einem eigenen Reflektor sitzen – eine LED für den Nah- und eine für den Fernbereich. Beide LEDs können in jeweils vier Helligkeitsstufen betrieben werden, wobei diese Stufen miteinander kombiniert werden können. So kann man mit einer Lampe viele unterschiedliche Leuchtcharakteristiken abdecken, die von reinem Flutlicht über eine Mischung aus Flutlicht und Reichweite bis hin zu purer Reichweite variabel sind.

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Die TK51 von Fenix bietet zahlreiche Lichtbilder. Besser kann man den Anschaffungspreis von rund 150 Euro nicht in Licht anlegen.

Weitere oder andere Empfehlungen auszusprechen respektive weiter ins Detail zu gehen und an dieser Stelle die „ideale“ Lampe/Lampenkombination zu preisen, macht wenig bis gar keinen Sinn. Denn es gibt mittlerweile so viele Lampen verschiedener Hersteller, die sich nicht wirklich etwas tun und allesamt zum Nachtcachen geeignet sind, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, welche Lampen am besten zu ihm passen.

Beachten sollte man aber auf jeden Fall bei der Lampenwahl, ob die Lampe der eigenen Lampenhaltung entgegenkommt. Denn wer seine Lampe in einer „normalen“ Haltung hält und bedient, wird mit einem Tailcap-Clicky meist wenig anfangen können, da er dafür immer die zweite Hand braucht oder umgreifen muss.
Umgekehrt ist es das gleiche Spiel. Wer seine Lampe in einer taktischen Haltung bedient, benötigt immer die andere Hand zum Ein-, Aus- und Umschalten.

Meine Wenigkeit bevorzugt die taktische Haltung, und das aus zwei Gründen: Einerseits kann man den Schalter nie verfehlen, da man einfach nur hinten drücken muss. Bei Lampen mit Seitenschalter kommt es häufig vor, dass man den Schalter erst ertasten muss, bevor man die Lampe einschalten kann. Das mögen einige euch vielleicht für ein schlechtes Argument halten, aber zumindest mir geht es bei einem Nachtcache gehörig auf die Zwiebel, wenn ich die Lampe bei jedem Ein- und Auschalten immer erst in der Hand drehen muss.
Der zweite Grund ist allerdings viel entscheidender. Wer eine Lampe in einer taktischen Haltung bedient, hält sie automatisch in Augenhöhe, während Lampen, die in der „normalen“ Haltung bedient werden, in Hüfthöhe gehalten werden.
Das macht keinen Unterschied? Und ob, probiert es ruhig mal aus. Wenn die Lampe in Höhe der Augen ist, sieht man anders, und zwar besser, da die Lampe genau dahin leuchtet, wo das Auge hinschaut. Vor allem weit entfernte Reflektoren lassen sich wesentlich besser entdecken, wenn die Lampe in Augenhöhe gehalten wird.

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„Normale“ Haltung – gibt es dafür eigentlich einen Namen? Ich habe keine Ahnung. Jedenfalls führt man die Lampe in dieser Haltung in Hüfthöhe, während die Augen (hoffentlich) in Augenhöhe sind. Da wir mit den Augen sehen und nicht mit der Hüfte, können Objekte bei der Haltung der Lampe in dieser Haltung schlechter oder später gesehen/entdeckt werden, auch wenn der Unterschied manchmal nur marginal ist.

 

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Taktische Haltungen. Hier ist die Lampe auf Augenhöhe und leuchtet unmittelbar dorthin, wo unsere Augen hinschauen. Reflektoren lassen sich schneller und besser entdecken.

So weit, so gut.
Letzlich solltet ihr all das, was ihr hier als schlaue Tipps von einem „Experten“ bekommen habt, immer an eurem gesunden Verstand messen und abwägen, was davon für euch wichtig oder hilfreich sein könnte, und was nicht.
Bezüglich Taschenlampen bin ich halt Perfektionist und gönne mir diesbezüglich wirklich gutes Material. Ich kann es gut verstehen, dass manche von euch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie hier lesen, wieviel Geld man für eine Taschenlampe ausgeben kann. Aber seid beruhigt: Mir geht es umgekehrt genauso, wenn ich höre, was Leute für Autos oder Sofas ausgeben.
Und nicht zuletzt gibt es auch in Zeiten von Taschenlampen, bei denen kein Fernlicht eines Autos mehr mitkommt, immer noch die Fraktion, die Nachtcaches erfolgreich mit einer 3-D-Maglite absolviert. Denn die beste Lampe nützt nichts, wenn einem der vielzitierte Cacherinstinkt und die Ideen zur Lösung an Stationen fehlen.

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Die kennt jeder.

 

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