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14. Oktober 2014

Niwalker Nova MM15

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Die Niwalker Nova MiniMax15 wirkt auf den ersten Blick wie eine Kreuzung aus einem Fotoobjektiv, einer Mülltonne und einer Blechdose. Abstoßend wirkt sie, zumindest auf mich, dennoch nicht – ganz im Gegenteil. Und sie ist hell, sehr hell.


Verpackung/Lieferumfang:
In einem stabilen Pappkarton sind die Lampe, ein Tragegriff nebst Schrauben zur Befestigung, ein Ersatz-O-Ring, ein Holster, ein Lanyard und eine Bedienungsanleitung enthalten.

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Das Holster fehlt auf dem Bild, weil der Alzheimer-Patient Lichtinsdunkel vergessen hat, es dazuzulegen. Aber wir kommen gleich noch dazu.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 114,5 mm
Durchmesser Kopf: 64 mm
Durchmesser Tail: 53 mm
Gewicht: 338 g
Gewicht mit Akkus: 534 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Öse am Body.
wasserdicht: ja, durch Praxistest bestätigt.
Stromversorgung: 4x 18650

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Der Poppes der Nova MM15.

 

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Der Tragegriff, zwei Schräubchen zur Befestigung desselben am Lampenkörper und ein Inbusschlüssel sind im Lieferumfang enthalten. Man sollte sich allerdings gut überlegen, ob man den Griff nutzen möchte oder nicht, denn das Anbringen ist ein Geduldsspiel, da man mit dem Inbusschlüssel nach jeder Vierteldrehung gegen Griff oder Lampe stößt und das Werkzeug ständig wieder neu ansetzten muss. Ich habe den Griff nur fürs Foto montiert und anschließend wieder abmontiert. Damit habe ich im Hellen angefangen und im Dunkeln aufgehört.

 

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Dafür sitzt der Griff wenigstens bombenfest. Sinn macht er allerdings nur, wenn man die Lampe nicht in einer taktischen Haltung bedient, ansonsten stört er mehr, als er nützt.

 

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Auf der Gegenseite findet sich ein Gewinde zur Stativmontage.

 

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Tattaaa! Hier ist es endlich, das versprochene Holster.

 

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Die Lampe passt sowohl mit dem Poppes zuerst („Bezel up“, wie wir Fachleute sagen), oder dem Köpfchen zuerst („Bezel down“) ins Holster. Mit einem Gewicht von mehr als 530 Gramm ist die Lampe, zumindest mir persönlich, zum Transport am Gürtel allerdings zu schwer. Bei einem Nachtcache, bei dem ich sie dabei hatte, habe ich sie nach kurzer Zeit abgenommen und lieber in den Rucksack gesteckt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass man ständig das Gewicht von einer Dose Katzenfutter plus 100 Gramm zusätzlich am Gürtel hängen hat.


Leuchteinheit:
Zwei Cree-MP-G2-LEDs verrichten ihre Arbeit in einem OP-Reflektor. Davor sitzt eine Frontscheibe aus gehärtetem, ultraklarem, anti-reflex-beschichtetem Glas.

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Frontansicht.


Bedienung:
Die MM15 wird komplett über einen Seitenschalter bedient. Ein- und ausgeschaltet wird sie durch einen Druck auf selbigen. Wird der Schalter bei eingeschalteter Lampe gedrückt gehalten, werden nacheinander die Leuchtstufen Mode 1 (angegeben mit 6 Lumen für 100 Stunden); Mode 2 (angegeben mit 180 Lumen für 30 Stunden); Mode 3 (angegeben mit 450 Lumen für 12 Stunden); Mode 4 (angegeben mit 880 Lumen für 8,2 Stunden) und Mode 5 (angegeben mit 1950 Lumen für 3,3 Stunden) aktiviert. Die Lampe hat Memory und speichert die zuletzt aktivierte Leuchtstufe. Durch einen Doppelklick, egal aus welcher Leuchtstufe heraus, gelangt man in den Turbo-Modus, der mit 5233 ANSI-Lumen angegeben ist.
Die versprochenen 5.233 Lumen liefert die Lampe sicherlich nicht. In einem Test in einer Privatkugel (nein, keine echte Ulbrichtkugel, aber ein Selbstbau von Photon aus dem Taschenlampen-Forum), mit dem bislang meiner Kentnis nach immer Ergebnisse erzielt wurden, die denen von Lampen mit bekannten Messwerten aus sündhaft teuren Ulbrichtkugeln sehr nahe kamen, haben wir 3.700 Lumen gemessen – auch kein schlechter Wert, aber halt keine 5.233 Lumen. Und schon gar nicht ANSI. Für diese Aussage verbürge ich mich!
Durch einen Doppelklick im Turbo-Modus wird Geblinke in der Reihenfolge Strobe-SOS-langsames Blinken aktiviert. Ein einfacher Klick aus jedem dieser Modi schaltet in die zuletzt aktivierte Stufe zurück. Strobe ist auch direkt anwählbar, indem bei ausgeschalteter Lampe ein Doppelklick ausgeführt wird.

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Die komplette Bedienung erfolgt über den Seitenschalter.


Der Schalter selbst ist hinterleuchtet. Bei ausgeschalteter Lampe blinkt eine grüne LED etwa alle drei Sekunden, bei eingeschalteter Lampe leuchtet sie dauerhaft. Geht die Akkukapazität zur Neige, leuchtet eine rote LED. Diese Anzeige ist nicht allzu genau, bietet aber zumindest eine grobe Orientierung, ab wann ein Akkuwechsel sinnvoll ist.
Gegen versehentliches Einschalten hilft ein Lockout, der durch einen Dreifachklick aktiviert wird. Die Lampe quittiert dies durch zweifaches Blinken. Das Wiedereinlocken geschieht auf dieselbe Art und Weise.
Darüberhinaus gibt es noch die Möglichkeit, Momentlicht im Turbo zu aktivieren, indem der Schalter bei augeschalteter Lampe gedrückt gehalten wird, wobei die Momentlichtfunktion solange aktiv bleibt, wie der Schalter gedrückt gehalten wird. Wird die Lampe nun innerhalb von zwei Sekunden ausgeschaltet und der Schalter erneut gedrückt gehalten, liefert sie Dauerlicht im Turbo-Modus – ein Bug, der zuverlässig funktioniert.

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Es grünt so grün, wenn Novas Akkus voll sind.


Stromversorgung/Laufzeittest:

Vier 18650-Akkus versorgen die Lampe mit Strom. Beim Test wurde die Lampe in der hellsten Stufe eingeschaltetet und durch einen Ventilator gekühlt.

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Die Lampenelektronik erinnert mich ein wenig an mich selbst direkt nach dem Aufstehen – ziemlich chaotisch. Mit den Brillipower- und den Keeppower-Akkus schaltete die MM15 nach etwa zweieinhalb Minuten in die zweite Stufe zurück. Mit den Samsung-Akkus war dies erst nach sechs Minuten der Fall. Spricht dies nun für eine temperaturgesteuerte oder eine zeitgesteuerte Regelung? Beides passt nicht, da Kühlung und äußere Bedingungen jedesmal nahezu identisch waren.
Die Regelung nach dem Herunterschalten geht mit allen Akkus in Ordnung, ohne wirklich überzeugen zu können, da die Lampe auch in der zweiten Stufe über den gesamten Laufzeitraum zwar langsam, aber stetig dunkler wird.
Beim Abschalten, beziehungsweise Nicht-Abschalten verhielt sich die Lampenelektronik divenmäßig. Während beim Betrieb mit den Samsung-Akkus nach 151 Minuten eine Blinkwarnung erfolgte (Akkuspannungen im Leerlauf: 3,49, 3,19, 3,16, 2,98 Volt nach Entnahme), war dies beim Betrieb mit den Brillipower- und Keeppower-Akkus nicht der Fall. Die Brillis habe ich nach drei Stunden mit Leerlaufspannungen zwischen 3,28 und 3,20 Volt gemessen, die Keeppower-Akkus hatten nach drei Stunden 3,01, 2,99, 2,85 und 2,74 Volt ohne Last.
Beim Betrieb mit den Tank007-Akkus griff die Schutzschaltung eines der Akkus. Da diese Versuchsreihe über Nacht lief, habe ich keine Akku-Messwerte, da ich den gerechten Schlaf des Lampenfreunds geschlafen und die Akkus sich über Nacht soweit erholt hatten, dass eine Spanungsmessung ziemlich sinnfrei gewesen wäre.
Die Fragen, die sich mir nach den Testläufen stellen, sind folgende: Erstens: Wie ist die Lampe geregelt? Und zweitens: Ist sie überhaupt geregelt? Ein wenig habe ich das Gefühl, dass die Lampe nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt halbwegs gut geregelt und anschließend ungeregelt oder nur bedingt geregelt läuft und die Leistungsabnahme in erster Linie unmittelbar mit der Entladekurve der verwendeten Akkus zusammenhängt.
Hierzu mal ein Ausschnitt aus dem ersten Diagramm, das die Leistungsabnahme von zehn Minuten nach dem Einschalten an bis zum Testende zeigt.

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Bei einem weiteren Versuch habe ich die Lampe alle 5 Minuten (das eingestellte Intervall, in dem das Luxmeter die Werte abgegriffen hat) hochgeschaltet. Da die Lampe zwischendurch regelmäßig heruntergeschaltet hat, entspricht dieses Diagramm NICHT der tatsächlichen Laufzeit im Turbo-Modus, sondern soll vielmehr die Regelung im Turbo-Modus aufzeigen.

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Nach 82 Minuten ging die Lampe ohne Vorwarnung aus. Grund dafür war die Schutzschaltung eines der Akkus, die bei 2,83 Volt (ohne Last) gegriffen hatte. Die anderen Akkus habe ich unmittelbar nach Entnahme mit 3,10, 3,08 und 3,06 Volt im Leerlauf gemessen.

Was ich in jedem Fall ausschließen kann, ist eine temperaturgesteuerte Regelung. Denn wäre das der Fall, hätte die Lampe irgendwann mal wieder hochregeln müssen, was sie nicht getan hat, obwohl die Kühlung mehr als ausreichend war und die Lampe in der zweiten Stufe mit dieser Kühlung noch nicht einmal handwarm wurde. Über alles andere mögen sich Leute den Kopf zerbrechen, die von Lampenelektronik mehr verstehen als ich.
Ebenfalls auszuschließen ist, dass die Nova MM15 über eine Abschaltung verfügt. Wenn sie unfreiwillig ausgeht, liegt das definitiv daran, das einer der Akkus in die Schtzschaltung gegangen ist. Vom Betrieb mit ungeschützten Akkus ist daher dringend abzuraten.

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Der Akkukäfig macht mit seinen Metallstreben einen soliden Eindruck.

 

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Die Kontaktfedern im Lampenkopf.

 

Paratisäe Begleiterscheinungen:
Hierbei geht es um den Strom, den die Lampe in Standby zieht. Aufgrund mangenlder Messmöglichkeiten und Kompetenz habe ich die Lampe 48 Stunden lang im Standby laufen lassen ohne sie einzuschalten, und lediglich die Akkuspannungen im Leerlauf nach diesen 48 Stunden gemessen.
Akku 1: 4,17 Volt. Nach 2 Tagen: 4,15 Volt
Akku 2: 4,16 Volt. Nach 2 Tagen: 4,14 Volt
Akku 3: 4,20 Volt. Nach 2 Tagen: 4,17 Volt.
Akku 4: 4,18 Volt. Nach 2 Tagen: 4,16 Volt
Das Parasitenzeugs dürfte ergo vernachlässigbar sein, ohne dass man allerdings die Entladug aus den Augen lassen sollte. Allzu lange würde ich die Lampe nicht uneingeschaltet im Standby herumliegen lassen. Zumindest sollte man in solchen Fällen die Akkuspannung vor dem Einschalten messen und gegebenenfalls die Akkus nachladen.

Beam:
Das Lichtbild ist sehr gleichmäßig und ausgewogen. Die MM15 ist ein riesiger Fluter, große Reichweiten sind damit allerdings nicht drin. Die maximale Reichweite wird von Niwalker mit 280 Metern angegeben. Die aus dem Wert bei der Luxmessung errechnete Reichweite liegt bei etwa 250 Metern.

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Normalerweise steht hinten an dieser Wand eine Lampen-Zielscheibe. Wie man sehen kann, ist diese nicht an Ort und Stelle, da sie für wichtige Recordings einem Schlagzeug gewichen ist, das seitdem zwar nicht mehr bespielt wurde, da ich bei Live-Gigs kleinere Sets benutze, und das ich zu faul bin, wieder abzubauen. Es ist ja auch ein schönes Kit, und es klingt gut, was ich bildlich jedoch nicht darzustellen vermag. Was ich bildlich hingegen darstellen kann, ist die Ausleuchtung der Niwalker Nova MM15 auf dieses Set aus einem Meter Entfernung. Ganz schön gleichmäßig, oder?


Resümee:
Tja, gar nicht so einfach, über eine Lampe eine Zusammenfassung zu schreiben, zu der man ein persönliches Verhältnis aufgebaut hat. Ich mag die Niwalker Nova MM15, weil sie sich optisch vom derzeit angesagten Einheitsbrei abhebt und auch sonst einiges zu bieten hat. Zunächst natürlich eine gewaltige Nahbereichsausleuchtung, wie sie bei einer Lampe mit Reflektor(en) besser kaum sein könnte. Dazu kommen eine schöne, neutrale Farbwiedegabe und ein UI, das in meinen Augen zwar nicht ideal, aber sehr gut überschaubar und auch für Laien gut nachvollziehbar ist.
Die Lampenelektronik ist allerdings eine Wundertüte. Nach Lust und Laune wird mal früher, mal später heruntergeschaltet, was offenbar von den verwendeten Akkus abhängt. Eine MM15 habe ich übrigens während der Testläufe komplett geschrottet. Sie ging in der zweithellsten Stufe einfach aus und danach nie wieder an. Friede ihrer Asche, aber auch das passt zu meinem ganz persönlichen Eindruck der verwendeten Elektronik-Bausteinchen – wirklich die Uhr danach stellen sollte man vielleicht nicht unbedingt.
Aber wenn die Lampe läuft, was der zweite Probant, ohne zu mucken, trotz der geschilderten Macken, durchgängig tat, macht sie richtig viel Spaß für alle, die eine gepflegte und extrem helle Nahbereichsausleuchtung mögen und nicht das Weite suchen.

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Von links: Niwalker Nova MM15, Lupine Betty TL2 S, Skyray King, Niteye Eye 30, Fire-Foxes FF4.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von einer Sekunde bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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Kontroll-Shot

 

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Niwalker Nova MM15

 

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Lupine Betty TL2 S

 

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Niteye Eye 30

 

Niwalker Nova MM15 023
Crelant 7G10

 

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Spark SP6

 

Niwalker Nova MM15 025
Led Lenser X21R.2 fokussiert

 

Niwalker Nova MM15 026
Fenix TK70

 

Niwalker Nova MM15 027
Fire-Foxes FF4

 

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