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14. Juni 2015

Ansmann Agent 5

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 11:19

Ansmann Agent 5 001

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Für mich ist es zweifellos ein großes Ereignis, nach mehr als einem halben Jahr mal wieder eine Taschenlampe zu testen. Ganz ehrlich? Die dämlichen Funzeln haben mich in letzter Zeit nicht die Bohne interessiert, da die Entwicklung auf diesem Sektor doch ein wenig stagniert. Wer will schon wissen, ob Lampe AB, die ähnlich hell ist wie Lampe XY, durch einen Dreh-, Seiten-, Reverse-, Forward-, Oral- oder Analschalter bedient wird? Leuchten tun die Dinger alle irgendwie, unabhängig davon, ob eine, zwei oder drei Milliarden LEDs verbaut wurden. Und im Wald verhungern wird niemand, egal, welche Funzel er bei sich hat. Es sei denn, er hat überhaupt keine Funzel dabei. In diesem Fall hat derjenige das Verhungern aber auch mehr als verdient, denn ein Mann ohne Taschenlampe ist wie…

Ich sehe schon, dass ich mich in entschuldigenden Erklärungen verliere, warum ich seit Monaten keine Taschenlampe mehr getestet habe. Ergo teste ich einfach mal wieder eine, und zwar die Ansmann Agent 5.
Dass ich ausgerechnet diese Lampe auserkoren habe, hat einen bestimmten Grund. Eigentlich habe ich sie gar nicht auserkoren; ehrlich gesagt, kannte ich sie nicht einmal. Aber die Firma Ansmann hat bei mir angefragt, ob ich die Agent 5 nicht mal einem kritischen Test unterziehen wolle. Man würde mir gerne ein Testexemplar zukommen lassen.
Und nochmal ganz ehrlich: Auch wenn Ansmann nicht gerade als Hersteller hochwertiger Taschenlampen bekannt ist, ist es mir dennoch eine große Ehre, als popeliger Hobby-Lampentester von einem derart renommierten Unternehmen für einen Taschenlampen-Test angefragt zu werden. Ergo konnte ich nicht „Nein“ sagen.
Da ich nicht bestechlich bin, könnte sich besagte Anfrage für Ansmann allerdings als gravierender Fehler in der Firmenhistorie herausstellen.
Oder etwa doch nicht?
Lest selbst!

 

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Die Ansmann Agent 5


Verpackung/Lieferumfang:
In einer Plastik-Umverpackung sind neben einer, bereits mit vier AAA-Batterien bestückten, Agenten-Lampe vier zusätzliche Batterien und ein Lanyard enthalten.

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Lieferumfang der Agent 5.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 132 mm
Linsenöffnung: 25 mm
Durchmesser Kopf: 36 mm
Durchmesser Tail: 30 mm
Gewicht mit Batterien: 186 g
Anodisierung: gut und gleichmäßig ausgeführt, allerdings kein HA-III.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nur mit Clip.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Loch im Tail.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Stromversorgung: 4x AAA.

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Zackig, zackig! Mit dieser Krone kann die Lampe auch als Glasbrecher fungieren.

 

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Die Materialstärke ist eher gering, aber völlig ausreichend.

 

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Die Gewinde zum Lampenkopf und an der Tailcap sind durch O-Ringe abgedichtet. Beide Gewinde weisen beim Zuschrauben Spiel auf und greifen erst im letzten Drittel satt.

 

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Der Clip wird auf die Tailcap gesetzt und arretiert sich beim Zuschrauben. Verloren gehen kann dieser Clip garantiert nicht.


Leuchteinheit:
Auch am attraktivsten Lampentester im gesamten Universum nagt mit der Zeit der Zahn der Zeit. Die Haare fallen aus, die Vergesslichkeit nimmt zu und die Sehstärke schwindet. Was im Klartext bedeutet: Lichtinsdunkel, der Held unzähliger Lampenabenteuer und -reviews wird hässlich, doof und blind. Aber immerhin hat er Winnetou, der kürzlich in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist, überlebt. Daher sei es ihm auch erlaubt, nun wieder von sich in der ersten Person sprechen zu können. Hugh!

Sofern mich meine blinden Augen nicht täuschen, handelt es sich bei der verbauten LED um eine Cree XP-E. Diese LED ist in der heutigen Zeit etwa so aktuell wie ein mittelalterlicher Ritter in einem Karl-May-Western. Davor sitzt eine Linse, die das Licht bündelt.

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Die Lichtquelle des Agenten.

 

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Eine spezielle Linse bündelt das Licht und sorgt für mehr Reichweite.

 

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Und das Ganze nochmal von innen.


Bedienung:
Ein großer Forward-Clicky ist das einzige Bedienelement der Agent 5. Er ist auch mit Handschuhen gut zu ertasten und zu bedienen. Antippen sorgt für Momentlicht; auch Morsesignale können problemlos gesendet werden, ohne dass die Gefahr des Schalter-Durchdrückens besteht, denn der entsprechende Weg zwischen Antippen und Durchdrücken ist auf jeden Fall groß genug.
Drückt man den Schalter komplett durch, liefert die Lampe Dauerlicht in der hellsten Stufe, die mit 220 Lumen angegeben ist. Wenn man den Schalter bei eingeschalteter Lampe antippt, gelangt man in einen Modus, in dem die Lampe 20 Prozent der Maximalleistung abgibt. Beim nächsten Antippen landet man im Strobe-Modus, in dem eventuell nervende Aggressoren mit 100 Prozent Leuchtkraft abgeschreckt werden. Der nächste Klick aktiviert wieder den Dauerlicht-Modus mit 220 Lumen. Und so weiter.

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Der Schalter kann auch mit Handschuhen problemlos bedient werden.

 

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Innenansicht.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Als Stromversorger kommen vier AAA-Batterien zum Einsatz. Der Vorteil dieser Stromversorgung liegt auf der Hand: Die Dinger sind 24 Stunden rund um die Uhr überall erhältlich: Supermarkt, Discounter, Tankstelle, Kiosk (sofern man in einem Bundesland wohnt, in dem es Kioske gibt; in manchen Regionen heißen die Kioske „Spätkauf“) – alles kein Problem. Der Nachteil der Stromversorgung einer Hochleistungs-Taschenlampe mittels AAA-Zellen liegt allerdings nicht minder auf der Hand und ist, zumindest meiner Meinung nach, deutlich gravierender: Diese Zellen sind extrem schwachbrüstig, brechen in der Leistung schnell ein und stehen daher exemplarisch für kurze Laufzeiten. Mal ganz abgesehen davon, ist mir in meiner langjährigen Karriere als Lampenpfuschexperte noch nie eine Taschenlampe begegnet, die mit vier AAA-Zellen geregelt läuft (zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, aber das will ja nix heißen, da ich hässlich, doof und blind bin).

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Das Batteriemagazin.


Laufzeitdiagramm:

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Wie die Laufzeitmessungen zeigen, ist eine Regelung nicht vorhanden; die Lampe läuft im Direktbetrieb und wird mit zunehmender Abnahme der Leistung der Stromversorger zunehmend dunkler. Damit gibt sie zwar „ehrlich“ Laut, wann spätestens die Stromversorger gewechselt werden sollten, aber schön ist anders – zumal die Konkurrenz das wesentlich besser kann.

Resümee:
Die Ansmann Agent 5 ist gewiss keine schlechte Taschenlampe. Aber sie muss sich nunmal an dem messen, was aktuell auf dem Lampensektor erhältlich ist. Bereits das, was ich vor meiner, mir selbst auferlegten, Testpause unter den Fittichen hatte, war dieser Lampe in den meisten Belangen überlegen, und das hat sich seitdem sicherlich nicht zum Vorteil des Agenten 5 verändert.
Die einzige Chance der Ansmann Agent 5 besteht meiner bescheidenen Meinung darin, über den Preis zu kommen, was sie nicht wirklich schafft. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei rund 60 Euro. Meine Wenigkeit würde etwa die Hälfte davon als angemessen ansehen, um im Haifischbecken der etablierten Hersteller nicht gefressen zu werden. Im Internetz ist die Lampe teilweise für einen Preis von rund 40 Euro erhältlich, womit sie vielleicht für den ein- oder anderen Spezialagenten interessant sein könnte. Weitere Infos gibt es bei Ansmann selbst.

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Größenvergleich. Warum eigentlich immer Lampen mit Lampen vergleichen, die sowieso keine Sau kennt? Der Größenvergleich mit diesem Gegenstand, der hoffentlich immer in jedem Haushalt vorhanden sein sollte, sagt doch viel mehr aus! Für alle, die es ganz genau wissen möchten: Der Vergleichsgegenstand ist aus drei Lagen zusammengesetzt.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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Kontroll-Shot

 

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Die Ansmann Agent 5 in voller Pracht. Das Lichtbild ist recht „tunnelig“ – hurra, ich habe schon wieder einen neuen Begriff erfunden! Sonderlich effektiv ist diese Art der Lichtbündelung nicht; die Agent 5 macht weder Meter, noch leuchtet sie den Nahbereich gut aus. Die Reichweite heißt bei Ansmann „Leuchtweite“ und ist mit zirka 700 Metern angegeben. Das ist leider hoffnungslos übertrieben. Aus den Luxmessungen ergibt sich umgerechnet eine Reichweite von etwa 237 Metern – gerade mal ein Drittel des vom Hersteller Versprochenen.

 

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Der Agent im Low-Modus.

 

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Wer möchte, kann den Lampenkopf auch aufdrehen und damit den Abstand zwischen LED und Linse vergrößern. Dadurch ergibt sich dieses Lichtbild.

 

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Aber da dies seitens des Herstellers nicht vorgesehen ist, bleiben wir zum Vergleich bei der „offiziellen“ Ausleuchtung mit komplett festgedrehtem Lampenkopf. Also nochmal: Ansmann Agent 5

 

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Armytek Predator

 

Ansmann Agent 5 022
Der Klassiker: Fenix LD20 (Q5)

 

Ansmann Agent 5 023
Led Lenser M7RX (halb fokussiert)

 

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