Taschenlampen-Tests.de






         

13. Dezember 2015

Manker Quinlan T01

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 20:01

Manker Quinlan T01 001
Die Manker Quinlan T01 ist ein schnuckeliges, kleines Lämpchen, das mit einer AA-Batterie/einem AA-Akku oder einem LiIon-14500-Akku betrieben werden kann.


Verpackung/Lieferumfang:
In einer stabilen Pappschachtel ist exakt ein Gegenstand enthalten: die Lampe. Keine Bedienungsanleitung, kein weitreichendes Zubehör. Okay, genau genommen sind zwei Gegenstände im der stabilen Pappschachtel enthalten: die Lampe und ein bereits vormontierter Trageclip.

Manker Quinlan T01 002
Mehr gibts nicht.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 84,5 mm
Reflektoröffnung: 24 mm
Durchmesser Kopf: 29 mm
Durchmesser Tail: 20 mm
Gewicht: 66 g
Gewicht mit Akku: 92 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: nein.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Stromversorgung: 1x AA (Akku oder Batterie), 1x LiIon 14500.

Manker Quinlan T01 003
Die Materialstärke des Lämpchens.

 

Manker Quinlan T01 004
Ein O-Ring sorgt für die Wasserdichtigkeit.

 

Manker Quinlan T01 005
Innenansicht Tailcap.

 

Manker Quinlan T01 006
Der Trageclip ist werksseitig bereits vormontiert.

 

Manker Quinlan T01 007
Der Clip umschließt das Gehäuse zu etwa zwei Dritteln und sitzt bombenfest. Allerdings ist er aufgrund seiner Konstruktion zwangsläufig beweglich/drehbar, was mir persönlich nicht sehr gut gefällt. Und das aus einem simplen Grund: Da die Lampe mittels eines Seitenschalters bedient wird, den man (ebenfalls konstruktionsbedingt) nicht immer auf Anhieb findet, richte ich den Clip gerne auf den Schalter aus, da der Schalter dadurch schneller zu ertasten ist. Mit einem Clip, der sich verdreht, ist das leider nicht möglich.


Leuchteinheit:
Verbaut wurde eine Cree XP-L-Hi-LED, die in einem SMO-Reflektor sitzt. Die Glasscheibe davor ist vermutlich entspiegelt, antireflex-beschichtet und gehärtet. Angaben darüber macht der Hersteller nicht.

Manker Quinlan T01 008
Frontansicht.


Bedienung:

Die Bedienung erfolgt ausschließlich über den Seitenschalter, der über einen konkreten und satten Druckpunkt verfügt. Ein unbeabsichtigtes Einschalten im Rucksack oder in der Tasche dürfte damit so gut wie ausgeschlossen sein. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Tailcap für einen Lock-out leicht lösen.

Manker Quinlan T01 009
Die komplette Bedienung erfolgt über den Seitenschalter.

Eine Bedienungsanleitung ist bei dieser Lampe eigentlich Pflicht, da die Bedienung prinzipiell zwar nicht schwierig ist, sich aber, gerade was die Programmierung angeht, nicht von selbst erschließt. Derzeit gibt es meines Wissens nur ein Schaubild, das man sich aus dem Internetz herunterladen kann. Hier sollte der Hersteller vielleicht mal nachbessern.

Manker Quinlan T01 010

Die Lampe verfügt über zwei Modi (General-Mode und Pro-Mode) mit jeweils vier Leuchtstufen und mehreren Blinkmodi. Im General-Mode wird die Lampe durch einen langen Druck eingeschaltet. Durch kurzes Drücken gelangt man nacheinander in die Leuchtstufen Low, Mid, High und Turbo, beim nächsten Drücken landet man wieder im Low. Die Lampe verfügt über Memory und schaltet in der Stufe wieder ein, in der sie ausgeschaltet wurde. Durch einen Doppelklick, egal aus welcher Leuchtstufe heraus, gelangt man in die Blinkmodi, beginnend mit Strobe. Durch kurzes Drücken folgt SOS, anschließend Beacon, danach wieder SOS. Ein Doppelklick schaltet in die zuletzt aktivierte Leuchtstufe zurück.

Manker Quinlan T01 011

Im Pro-Mode ist die Bedienung nahezu identisch.
Unterschiede: 1. Die Lampe kann in Low, Mid und High in jeweils drei Helligkeitsabstufungen programmiert werden.
2. Im Pro-Modus kann Turbo als Dauerlicht aktiviert werden (im normalen Turbo-Modus regelt die Lampe zeitgesteuert nach zwei Minuten herunter).
3. Die Lampe verfügt über eine Ladestandsanzeige.
Die Grundbedienung ist, wie gesagt, nahezu identisch mit der Bedienung im General-Mode, was das Ein- und Ausschalten und den Wechsel der Modi bei den Leucht- und Blinkstufen betrifft. Die Blinkstufen werden auch hier in der Reihenfolge Strobe-SOS-Beacon aktiviert. Drückt man nun den Schalter erneut, gelangt man in den Dauer-Turbo, durch erneutes Drücken in die Ladestandsanzeige, die uns Folgendes signalisiert:
4x blinken = 100% Akkuladung
3x blinken = 75% Akkuladung
2x blinken = 50% Akkuladung
1x blinken = 25% Akkuladung
kein Blinken: Lampe geht bald aus

Manker Quinlan T01 012

Um die Lampe in Low, Mid oder High zu programmieren, muss die Lampe im Pro-Mode eingeschaltet werden (wie man dorthin gelangt, steht im nächsten Abschnitt). Anschließend wechselt man in die Blinkstufen und schaltet diese einmal komplett durch, also: Strobe, SOS, Beacon, Dauer-Turbo, Ladestandsanzeige. Beim nächsten Druck auf den Schalter rampt die Lampe im Low-Modus durch die drei Helligkeitsabstufungen. Ist die gewünschte Helligkeit erreicht, drückt man den Schalter erneut, und diese Stufe ist programmiert. Die Lampe springt dann direkt in Mid, wo man nach dem gleichen Prozedere verfährt. Anschließend macht man das Ganze noch im High-Modus, und schon sind die gewünschten Abstufungen programmiert. Im Turbo-Modus steht nur eine Leuchtstufe zur Verfügung.

Manker Quinlan T01 013

Der Wechsel zwischen dem General- und dem Pro-Mode erfolgt durch Gedrückthalten des Schalters bei ausgeschalteter Lampe. Nach etwa fünf Sekunden signalisiert die Lampe durch einmaliges Blinken, dass der General-Mode aktiviert ist, beziehungsweise durch zweimaliges Blinken, dass der Pro-Mode aktiviert ist.
Nach dieser orgiastischen Bedienungs-Beschreibung sollte hoffentlich jedem klar sein, warum ich eingangs angemerkt habe, dass eine Bedienungsanleitung eigentlich Pflicht sein sollte…

Stromversorgung/Laufzeittest:
Ins Batterierohr kommen wahlweise eine AA-Batterie, ein AA-Akku oder ein 14500-LiIon-Akku. Mit einem AA als Stromversorger liefert die Lampe laut Hersteller in der hellsten Stufe 500 Lumen und mit einem 14500 LiIon 900 Lumen.

Manker Quinlan T01 014
Das geht rein: AA-Batterie, AA-Akku, 14500-LiIon-Akku. Allerdings passen nicht alle LiIon-Akkus. Zu meinem Entsetzen wollte die Lampe nicht mit meinem letzten verliebenen geschützten 14500-Akku (AW) harmonieren, sodass ich den Test mit einem ungeschützten Akku unbekannten Fabrikats durchführen musste (nein, es war nicht der abgebildete Ultrafire-Akku, sondern ein ehemals geschützter Akku, bei dem die Schuzschaltung nachträglich entfernt wurde. Bitte nicht zu Hause nachmachen! So etwas dürfen nur erfahrene, professionelle Lampentester, die innerlich bereits mit dem Leben abgeschlossen haben.)

Laufzeitdiagramm:
Manker Quinlan T01 015

Fazit 1: Beim Betrieb mit dem Eneloop-Akku (1.900 mAh) schaltete die Lampe nach einer Stunde und 30 Sekunden ab. Gemessene Akkuspannung unmittelbar nach Entnahme: 0,99 Volt.
Beim Betrieb mit der Alkali-Batterie bricht die Batterie schnell ein, und die Lampe wird mit zunehmender Laufzeit kontinuierlich dunkler. Der Betrieb mit Alkalines sollte daher allenfalls in Notsituationen erfolgen.
Beim Betrieb mit dem 14500-LiIon-Akku bricht die Leistung ebenfalls ein, da die Lampe mit diesem Stromversorger nicht geregelt läuft. Etwa eine halbe Stunde lang im Dauerbetrieb ist die Quinlan T01 dennoch heller als beim Betrieb mit dem Eneloop-Akku. Den 14500-Akku habe ich nach einer Stunde entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 3,37 Volt gemessen.

Mit dem Eneloop-Akku habe ich noch eine weitere Messung beim Betrieb im Dauer-Turbo durchgeführt.
Hier das entsprechende Diagramm:
Manker Quinlan T01 016

Fazit 2: Offenbar hat Manker für den Dauer-Turbo eine andere elektronische Lösung gewählt als beim normalen Turbo-Modus. Von einer konstanten Regelung ist im Dauer-Turbo nur bedingt etwas zu spüren, denn die Lampe baut über den gesamten Laufzeitraum in der Leistung ab. Eine Abschaltung erfolgte im Dauer-Turbo nicht. Den Akku habe ich nach 45 Minuten entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 0,88 Volt gemessen.

Fazit 3: Unabhängig davon, ob die Lampe bei meinen Messungen abgeschaltet hat (Turbo) oder nicht (Dauer-Turbo), sollte man den Akku wechseln, sobald die Leuchtleistung der Lampe merklich nachlässt. Ansonsten kann man den Akku nach wenigen Anwendungen direkt in die Tonne kloppen, da er zu tief entladen wird und zunehmend an Kapazität verliert.

Beam:
Der Hotspot ist klein und recht ausgeprägt bei reichlich Sidespill. Für die Nahbereichsausleuchtung ist die Lampe eher ungeeignet, da man durch den, im Vergleich zum Sidespill, sehr hellen Hotspot vom Streulicht eigentlich nicht wirklich viel mitbekommt.

Manker Quinlan T01 017
Mein alter Seat Marbella mit defekter Ölpumpe, den ich eigentlich schon vor einem Jahr dem Schrotti zuführen wollte, mit der Manker Quinlan T01 angeleuchtet.

 

Manker Quinlan T01 018
Mein alter Seat Marbella mit defekter Ölpumpe, den ich eigentlich schon vor einem Jahr dem Schrotti zuführen wollte, mit der Lupine Piko TL Max angeleuchtet.


Resümee:

Die Manker Quinlan T01 ist eine sehr ordentlich verarbeitete EDC-Lampe, die für ihre Größe recht hell ist, vor allem, wenn man sie mit einem 14500-LiIon-Akku befeuert. Aber auch mit einem AA-Akku ist die Leistung für alle Situationen, in denen man eine EDC-Lampe nutzt, mehr als ausreichend. Die Verwendung einer Alkaline-Batterie sollte nur in Notsituationen erfolgen, da dieser Stromversorger von der Leistung her schnell einbricht, aber das isr bei allen Hochleistungs-Taschenlampen der Fall. Die Möglichkeit, im Pro-Mode in Low, Mid und High zwischen drei Helligkeitsabstufungen wählen zu können, ist praktisch, genauso wie die Ladestandsanzeige, die grob Auskunft darüber gibt, was noch an Saft im Akku ist.
Dass die Lampe durch Gedrückthalten des Schalters ein- und ausgeschaltet wird, ist nicht mein Ding. Ich bevorzuge Lampen, die sofort „da“ sind, wenn man sie braucht, aber das ist sicherlich auch ein wenig Geschmackssache. Den Dauer-Turbo wird man nur in den seltensten Fällen benutzen, trotzdem hätte ich ihn mir lieber im normalen UI gewünscht und nicht irgendwo zwischen den Blinkstufen.
Was das Äußere betrifft, scheiden sich sicherlich die Geister. Meine Wenigkeit findet die Quinlan T01, trotz ihrer etwas klobigen Form, recht hübsch, zumal sie sich optisch vom gängigen Einheitsbrei absetzt.
Angesichts der Tatsache, dass keinerlei Zubehör mitgeliefert wird, ist der Preis von rund 70 Euro schon recht stolz. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Manker www.mankerlight.com.

Manker Quinlan T01 019
Größenvergleich. Von links: Manker Quinlan T01, Led Lenser F1, Inova X5, Surefire 6P.


Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Manker Quinlan T01 020
Manker Quinlan T01 mit Eneloop-Akku (1,2 Volt)

 

Manker Quinlan T01 021
Manker Quinlan T01 mit 14500-LiIon-Akku (4,2 Volt)

 

Manker Quinlan T01 022
MTE SSC P7

 

Manker Quinlan T01 023
Armytek Viking X

 

Manker Quinlan T01 024
Fenix TK35 (XM-L T6)

 

nach oben



Keine Kommentare

Noch keine Kommentare.

RSS Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Diese Kommentarfunktion ist zurzeit nicht zugelassen.

Powered by WordPress MU.