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12. März 2010

Raidfire Spear

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Mit der Raidfire Spear kommt heute ein Klassiker der Firma Edgetac auf den Prüfstand. Ist diese Lampe zwei Jahre nach Markteinführung noch Up-to-date?

 

Verpackung/Lieferumfang:
Die Lampe wird in einem stabilen Pappkarton mit Schnappverschluss ausgeliefert. Enthalten sind noch ein kompletter Ersatz-Clicky, ein Ersatz-Schalterkappengummi, Ersatz-O-Ringe, eine Bedienungsanleitung (englisch) in Booklet-Form und eine Garantiekarte.

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In diesem Köfferchen wird die Lampe geliefert.

 

Beschreibung der Lampe:
Länge: 160 mm
Durchmesser Reflektoröffnung: 36 mm
Durchmesser Kopf: 44,5 mm
Durchmesser Tail: 36 mm
Gewicht: 193 g
Gewicht mit Akku: 242 g
Anodisierung: HA III, Kopf matt anodisiert, Body und Tailcap glänzend anodisiert. Die Anodisierung wurde gut und gleichmäßig ausgeführt, die Lampe ist komplett durchanodisiert.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: Loch in der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest bestätigt.
Besonderheiten: ungewöhnliche Optik durch Löcher im Bezel. Unbeabsichtigtes Einschalten kann durch leichtes Drehen der Tailcap gegen den Uhrzeigersinn vermieden werden.

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Die Löcher im Lampenkopf sollen der besseren Wärmeableitung dienen.

 

Stromversorgung/Laufzeittest:
Ein 18650-Akku (geschützt) betreibt die Lampe, die vom Hersteller mit 250 Lumen angegeben ist bei einer Laufzeit von 110 Minuten. Alternativ gibt es einen dunklen Modus mit 5 Lumen, in dem die Spear 200 Stunden leuchten soll. Der Betrieb mit zwei CR123A-Batterien ist nicht möglich. Der Laufzeittest erfolgte mit einem 2400mAh-Akku, die Lampe wurde dabei in der hellen Stufe betrieben.
Praxistest Luxmessung:
Unmittelbar nach dem Einschalten zeigte das Luxmeter 16.300 Lux.
Weitere Messergebnisse:
nach 10 Minuten: 15.700 Lux
nach 20 Minuten: 15.300 Lux
nach 30 Minuten: 15.100 Lux
nach 40 Minuten: 15.000 Lux
nach 50 Minuten: 14.900 Lux
nach 60 Minuten: 14.700 Lux
nach 70 Minuten: 14.500 Lux
nach 80 Minuten: 14.000 Lux
Innerhalb der nächsten Minuten fiel der Wert auf 11.000 Lux. Nach 90 Minuten begann die Lampe zu blinken, als Zeichen dafür, dass ein Akkuwechsel ansteht. Während des Tests funktionierte die Wärmeableitung übers Gehäuse gut. Die Lampe wurde zwar warm, in der Praxis sollte jedoch bereits die Umgebungsluft beim Laufen für eine ausreichende Kühlung sorgen. Aufgrund der Tatsache, dass die Lampe beim Test auf einem Stativ montiert war, wurde sie in regelmäßigen Abständen prophylaktisch mit einem Modellbau-Ventilator gekühlt. Ob die Löcher im Kopf tatsächlich, wie vom Hersteller beschrieben, zur besseren Wärmeableitung dienen, wage ich zu bezweifeln, da LEDs die meiste Hitze nicht nach vorne, sondern nach hinten abgeben. Allenfalls könnten die Löcher zur Kühlung durch die Luft beim Laufen dienen. (Halten wir das dem Hersteller mal zugute, sonst würde hier stehen, dass sie einzig und allein aus optischen Gründen vorhanden sind).
Fazit: Eine optimale Regelung sieht anders aus. Die Lampe baut über den gesamten Zeitraum der Laufzeit zwar langsam, aber kontinuierlich ab. Wirklich ins Gewicht fällt das nicht, denn insgesamt liegt der Verlust nach einer Stunde Dauerbetrieb bei gerade mal zehn Prozent, doch angesichts der Preisgestaltung darf man mehr erwarten.

Leuchteinheit:
Den Leuchtjob übernimmt eine Cree Q5-LED, die ihr Licht mittels eines OP-Reflektors aus Aluminium verteilt. Die Frontlinse besteht aus zweifach beschichtetem Glas.

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Statt des ursprünglich verbauten SMO-Reflektors sorgt bei den neueren Modellen ein OP-Reflektor für die Lichtverteilung.

 

Bedienung:
Eingeschaltet wird die Raidfire mit einem Forward-Clicky, der durch Antippen auch Momentlicht und Morsen ermöglicht. Der Druckpunkt ist mittelhart und der Clicky gut zu erreichen. Durch Drehen des Kopfes werden die beiden Leuchtstufen erreicht. Beim Praxisbetrieb offenbart sich hier ein Schwachpunkt: Die LED samt Elektronik sitzt in einem separaten Verbindungsstück zwischen Bezel und Body. Eigentlich eine gute Idee, denn so kann man die LED-Einheit im Bedarfsfall komplett austauschen. Dreht man jedoch den Kopf auf dem Verbindungsstück fest, leuchtet gar nix mehr. Nach leichtem Lösen des Kopfs funktioniert die Lampe wieder. Das Problem, das beim Festdrehen des Kopfs auftritt, ist folgendes: Der Reflektor liegt auf der LED-Platine auf, von dieser lediglich durch eine dünne Isolierfolie getrennt. Dreht man den Kopf komplett fest, wird die Folie durchgedrückt, und es entsteht ein Kurzschluss.

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Gut gedacht, schlecht gemacht: Der Kopf kann nicht komplett festgedreht werden, ohne einen Kurzschluss zu verursachen.

 

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Doppelt genäht hält besser: Zur Abdichtung hat Edgetac der Raidfire vorne und hinten am Body jeweils zwei O-Ringe spendiert.

 

Beam:
Durch den Orange-Peel-Reflektor geht der Hotspot ohne störende Ringe in den Spill über. So ergibt sich bereits ab wenigen Metern eine gute und ziemlich homogene Ausleuchtung im Nahbereich. Bedingt durch den tiefen und großen Reflektor verfügt die Lampe auch über einen guten Throw.

Resümee:
Mit der Raidfire Spear bietet Edgetac eine Lampe, die auch zwei Jahre nach Markteinführung noch locker mit der Konkurrenz mithalten kann. Obwohl die Lampe ursprünglich als Thrower konzipiert wurde (die ersten Serien wurden mit SMO-Reflektor ausgeliefert, der meines Wissens mittlerweile nicht mehr erhältlich ist), macht der OP-Reflektor sie zu einem guten Allrounder. Wünschenswert wäre ein mittlerer Modus, denn der Unterschied zwischen 250 Lumen und 5 Lumen ist schon sehr gravierend. Für die einen ein Nachteil, für die anderen ein Vorteil: Wer nur zwischen hellem Licht und einem Licht zur Schlüssellochsuche wechseln möchte, kann dies durch einfaches Drehen des Lampenkopfs tun. Dass man den Kopf nicht komplett festdrehen kann, ohne einen Kurzschluss zu verursachen, führt allerdings bei einer Lampe dieser Preiskategorie zur Abwertung, auch die Regelung ist nicht „State of the art“. Der Modus „Wenn ich schnell blinke, gebe ich gleich den Geist auf“ ist zwar nicht wirklich überzeugend, stellt aber gegenüber vielen anderen Lampen, bei denen man beim Betrieb mit einem geschützten Akku von einer Sekunde auf die andere im Dunkeln steht, einen entscheidenden Vorteil dar. Für Flashaholics ist die Raidfire Spear aufgrund ihres außergewöhnlichen Designs eigentlich ein Muss, auch wenn der Preis von rund 110 Euro (Stand: März 2010) ziemlich überzogen ist.

 

Die Beamshots wurden mit Blende 4 und einer Belichtungszeit von 2 Sekunden mit 800 ASA aufgenommen. Als Vergleichslampen dienen die Fenix TK11 R2, die Eastward XGR2 als Thrower und die Epsilon P71 als Fluter.

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Raidfire Spear

 

BeamFenix_TK11_R2
Fenix TK11 R2

 

BeamEastward_XGR2
Eastward XGR2

 

BeamEpsilon_P71
Epsilon P71

 

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