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30. Januar 2017

TACLIGHT – kauft sie nicht!

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 02:27

Warnung: TACLIGHT
(Ausnahmsweise mal ein Test ohne Bilder, da ich keine Rechte an den offiziellen Produktfotos habe und mir die Lampe nicht zum Test vorliegt).

Nun ja – nicht ganz ohne Bilder – hier zumindest mal ein Bild einer vergleichbaren Taschenlampe:

TACLIGHT

Nachdem Eurosport in die Nachtpause gegangen ist, geht es dort immer in die Werbung.
Aktuell wird auf diesem Kanal über den Anbieter www.mediashop.deeine Taschenlampe beworben, die sich „TACLIGHT“ nennt.

Lasst bitte die Finger davon!

Lampen ähnlicher Bauart und Qualität werden seit Jahren über Anbieter aus China vertrieben.
Die Reichweitenangabe (5 Seemeilen – mehr als 9 Kilometer) ist völlig aus der Luft gegriffen. Bereits mehrere Hundert Meter sind absolut gestrunzt.
Die Lampe ist durch den Schiebefokus nicht wasserdicht und arbeitet mit einer völlig veralteten LED.
Beworben wird TACLIGHT als Lampe „der nächsten Generation“, kann allerdings nichtmal mit guten Lampen der aktuellen Generation auch nur annähernd mithalten.
Die Stromversorgung durch 3 AAA-Batterien ist hinterwäldlerisch, und die Lampe wird während des Betriebs kontinuierlich dunkler.

Die Leuchtmodi sind einfach hintereinandergeschaltet – die dümmste Bedienung, die es überhaupt gibt, und wenn man das „extrem blendende Schocklicht“ erreichen möchte, muss man alle Modi erst einmal durchschalten – für jeden Einbrecher Zeit genug, den Benutzer auszulachen, ihn zu erschießen oder ungesehen zu verschwinden.

Im Produktvideo wird die Lampe in einem Eisblock eingefroren und soll dabei dennoch kontinuierlich leuchten – völliger Blödsinn, denn die verwendeten Alkali-Batterien kommen mit Minusgraden überhaupt nicht zurecht. Im selben Video wird die Lampe von einem Auto überfahren, was jede Lampe, die aus Flugzeug-Aluminium gefertigt wird – und das macht das Gros aller aktuellen Taschenlampen aus – locker übersteht. Anschließend wird zum Vergleich eine billige Plastik-Lampe von einem Auto überfahren, die natürlich direkt zu Bruch geht.

Auf der Homepage des Anbieters wird die Lampe mit 5.000 Lux beworben – ein Wert, der nur bei maximaler Fokussierung erreicht werden kann und absolut jämmerlich ist. Je nach Modell schaffen aktuelle Serienlampen, auch ohne die völlig unsinnige Fokussierfunktion, locker das Zehn- bis Zwanzigfache oder mehr.

Absoluter Unfug ist auch die Behauptung „Taclight wird weltweit von Militär, Feuerwehr und Polizei genutzt“. Es gibt weltweit garantiert nicht einen einzigen Vertrag zwischen dem Hersteller, Distributor oder irgendeinem Verkäufer dieser Lampe mit den erwähnten Organisationen. Nicht eine dieser Organisationen würde es wagen, mit dieser Lampe bei Einsätzen aufzulaufen – selbst das, was professionellen Einsatzkräften bei Militär, Feuerwehr und Polizei im schlimmsten Fall von ihrer Behörde zur Vefügung gestellt wird, ist besser als dieser billige Kernschrott.

Verkauft wird die Lampe zu einem Preis von 39,90 Euro. Wer bei diesem Angebot schnell zuschlägt, erhält kostenlos eine zweite TACLIGHT dazu, was bereits einiges über den Spielraum beim Verkaufspreis und die tatsächliche Qualität der Lampe aussagt.
Meiner bescheidenen Meinung nach ist ein Preis von maximal 15 Euro für ein einzelnes Exemplar auf dem freien Markt eventuell gerade noch angemessen – mehr darf das Ding definitiv nicht kosten.

Es geht mir nicht darum, mich mit einem Internet-Verkaufsladen anzulegen, aber wenn ich ausnahmsweise schonmal von etwas Ahnung habe und ein Produkt zu einem völlig überteuerten Preis angeboten wird, sollte das auch jeder wissen.

Eine solche Lampe muss ich nicht in der Hand gehabt haben, um trotzdem mit Sicherheit behaupten zu können, dass der Verkaufspreis völlig überzogen ist.

Gerne erkläre ich mich bereit, ein Musterexemplar auf Herz und Nieren zu testen, aber das Ergebnis wäre für den Anbieter nicht nur ernüchternd, sondern vernichtend.

 

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