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27. Oktober 2017

Olight X7 Marauder

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„Marauder“ kann mit „Plünderer“ oder „Räuber“ übersetzt werden. Wenn man die Olight X7 mit ebendiesem Beinamen in den beiden hellsten Stufen betreibt, wird überall dort geplündert und geräubert, wo es dunkel ist – und zwar richtig. Aber stimmen auch Qualität, Bedienkonzept und andere Faktoren?

 

Um diese Frage zu beantworten, habe ich einen Gastdozenten zu Rate gezogen, der in einem Sumpf lebt. Da es an seinem Wohnort meist extrem dunkel ist, kann viel Licht dort nicht schaden.

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Da kommt er. Wer könnte es sein?

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Kommt euch der Typ auch bekannt vor?

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Na klar, es ist Shrek, der tollkühne Held. Freundlicherweise hat er sich dazu bereit erklärt, den Test der X7 auf dieser fabulösen Seite durchzuführen. Zum Glück hat Shrek den nervigen Esel nicht mitgebracht, denn der hätte garantiert den ganzen Test zerquatscht.


Verpackung/Lieferumfang:
In einer stabilen Verpackung mit Magnetverschluss sind die Lampe, ein Holster und eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen enthalten. Ferner finden sich dort auch noch eine Werbebroschüre und ein Olight-Aufkleber.

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Oger und Verpackung.

 

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Das Zubehör ist recht spartanisch ausgefallen. Zum Lieferunfang zählt lediglich ein Holster. Die Bedienungsanleitung ist ebenfalls auf dem Bild zu sehen, Werbebroschüre und Aufkleber schenken wir uns an dieser Stelle.

 

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Kaum ist die Lampe ausgepackt, hat Shrek sich offenbar auch schon in sie verliebt.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 128 mm
Reflektoröffnung: 57 mm
Durchmesser Kopf: 68 mm
Durchmesser Tail: 52 mm
Gewicht: 460 g
Gewicht mit Akkus: 654 g
Anodisierung: HA-III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: nein.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Stromversorgung: 4x 18650 LiIon.

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Der blaue Bezelring ist hübsch anzusehen und steht der Lampe gut.

 

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Lampenpopo mit Tailcap.

 

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Riecht nach nix, ist aber von Werk aus bereits ausreichend gefettet: das Gewinde zur Tailcap, das butterweich und spielfrei läuft.

 

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Innenansicht Tailcap.

 

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Lampe im Holster.


Leuchteinheit:

Verbaut wurden drei XHP70-LEDs von Cree, von denen jede in einem eigenen OP-Reflektor sitzt.

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Olight hat dem Räuber drei LEDs vom Typ XHP70 spendiert.


Bedienung:

Ein-, aus- und durchgeschaltet wird die X7 mit einem Seitenschalter (Taster). Durch einen kurzen Druck auf diesen Taster schaltet die Lampe ein. Werksseitig macht sie das in der Low-Stufe, die von Olight mit 300 Lumen angegeben ist. Hält man den Schalter gedrückt, gelangt man in die Stufen Medium (1000 Lumen) und High (3000 Lumen).
Ein Doppelklick, egal aus welcher Stufe heraus, aktiviert den Turbo, der mit 5500 Lumen angegeben ist. Ein weiterer Doppelklick, und man gelangt in den Turbo S mit 9000 Lumen. Wenn man weiter doppelklickt, wechselt die Lampe zwischen den beiden Turbo-Stufen hin und her, hält man ihn gedrückt, gelangt man immer in die Low-Stufe.

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Die komplette Bedienung erfolgt über den Seitenschalter.

Wird die Lampe in einer der drei regulären Leuchtstufen ausgeschaltet, schaltet sie in der Stufe wieder ein, die vor dem letzten Ausschalten aktiviert war. Wird sie aus einer der beiden Turbo-Stufen ausgeschaltet, schaltet sie auf High wieder ein.
Ein nettes Feature ist der Moonlight-Mode, den Olight der Lampe spendiert hat. Erreicht wird er, indem der Schalter beim Einschalten gedrückt gehalten wird. In diesem Fall leuchtet die X7 mit gerade mal drei Lümchen – sehr praktisch für den nächtlichen Gang zum Klo, oder wenn man mit einem dicken Brummer wie dieser Lampe in anderen Situationen mal wirklich wenig Licht benötigt, ohne eine weitere Lampe mitschleppen zu müssen, weil die X7 ohne Moonlight dafür bereits in der dunkelsten Stufe viel zu hell wäre. Danke, Olight!

Olight X7 Marauder 015
Im Moonlight-Modus kann man sogar in die Lampe hineinschauen. Einen solchen Modus sucht man bei Olight-Lampen leider oft vergebens.

Stroben kann die Lampe auch, und das sogar so, wie es sich gehört – per Direktzugriff. Dazu muss man einen Dreifachklick ausführen. Wer nicht bis drei zählen kann oder Angst hat, beim Zählen in Panik zu geraten, darf auch öfter als dreimal auf den Taster tippen – die X7 schaltet immer zuverlässig in den Strobe-Modus, der durchs selbe Prozedere auch bei eingeschalteter Lampe aktiviert werden kann, was die sinnvollste und beste Art, in einen Strobe-Modus zu gelangen ist, die ich bisher bei einer Lampe gesehen habe.
Auch ein Lockout gegen unbeabsichtigtes Einschalten wurde nicht vergessen. Wie wir erfahren haben, schaltet die Lampe im Moonlight-Modus ein, wenn wir den Schalter gedrückt halten. Halten wir den Schalter noch länger gedrückt, wird der Lockout aktiviert, und wir können den Räuber nicht mehr einschalten. Das Entsperren erfolgt auf dieselbe Weise: Einfach den Schalter solange gedrückt halten, bis die Lampe im Moonlight-Modus wieder einschaltet – schon kann sie wieder bedient werden, wie zuvor beschrieben.

Stromversorgung/Laufzeittest:
Im Test wurde die Lampe mit vier Olight-Akkus vom Typ ORB-186S35 mit einer Kapazität von 3500 mAh betrieben. Die Kapazität ist zunächst mal unbedeutend und lediglich für die Laufzeit entscheidend. Wichtig ist vor allem, dass es sich bei diesen Akkus um hochstromfähige Zellen handelt. Denn die X7 zieht in den beiden Turbo-Modi richtig viel Strom. Mit Zellen, die nicht in der Lage sind, diesen hohen Strom dauerhaft zu liefern, werden die beiden Turbo-Modi (vor allem der Turbo S) entweder gar nicht oder nur für sehr kurze Zeit erreicht.

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Beim Test kamen vier Olight-Akkus des Typs ORB-186S35 zum Einsatz.

Zum Schutz der LEDs aufgrund der beträchtlichen Hitzeentwicklung in den beiden Turbo-Modi regelt die Lampe herunter. Dieses Herunterregeln erfolgt über eine Temperatursteuerung, was durch zwei Tests festgestellt werden konnte: Beim ersten Test wurde die Lampe in ein Waschbecken mit kaltem Wasser gelegt und im Turbo-S-Modus eingeschaltet. Nach vier Minuten war weder fürs Auge, noch fürs Luxmeter ein Helligkeitsverlust festzustellen. Beim zweiten Test wurde die Lampe bei einer Umgebungstemperatur von 14 Grad Celsius in der Hand gehalten (Blutkühlung) und ebenfalls in Turbo S laufengelassen. Nach zweieinhalb Minuten regelte die Lampe dezent, aber auch fürs Auge sichtbar, langsam herunter.

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Der Waschbecken Test stellte unter Beweis, dass die Lampe über eine temperaturgesteuerte Regelung verfügt.

Laut Hersteller soll die X7 im Turbo-S-Modus mit 9.000 Lumen zweieinhalb Minuten konstant leuchten, anschließend auf 1.800 Lumen zurückschalten und diese Leistung für 200 Minuten konstant halten.
Beim Test wurde die Lampe auf einem Stativ montiert und durch einen Ventilator gekühlt. Obwohl die X7 kein Thrower ist, erfolgte die Messung aufgrund der schieren Leistung der Lampe sicherheitshalber auf eine Entfernung von zwei Metern. Die ermittelten Werte wichen allerdings von einer Vergleichsmessung auf einen Meter nur geringfügig ab.

Olight X7 Marauder 018
Auf eine solche Lampenbefestigung kann nur ein Oger kommen – hat aber funktioniert.


Laufzeitmessung:

Beim Einschalten: 27200 Lux
nach 5 Minuten: 24800 Lux
nach 10 Minuten: 13600 Lux
nach 15 Minuten: 14000 Lux
nach 20 Minuten: 14000 Lux
nach 25 Minuten: 14000 Lux
nach 30 Minuten: 14000 Lux
nach 35 Minuten: 14000 Lux
nach 40 Minuten: 14000 Lux
nach 45 Minuten: 14000 Lux
nach 50 Minuten: 14000 Lux
nach 55 Minuten: 8000 Lux
nach 60 Minuten: 8400 Lux
nach 65 Minuten: 8400 Lux
nach 70 Minuten: 8400 Lux
nach 75 Minuten: 8400 Lux

Innerhalb der ersten fünf Minuten war lediglich ein geringfügiges Abfallen der Maximalleistung messbar. Nach 5,55 Minuten begann die Lampe, langsam bis auf 13.200 Lux herunterzuregeln. Ein weiteres Herunterregeln erfolgte nach 52 Minuten.
In Minute 64 begann die Status-LED (die sich 45 Grad links neben dem Schalte befindet und die der vergessliche Shrek leider vergessen hat, für diesen Test zu fotografieren), rot zu blinken, nach 72 Minuten leuchtete sie rot. Vier Minuten später schaltete die Lampe ab. Die Akkus wurden unmittelbar danach mit Leerlaufspannungen zwischen 3,05 und 3,07 Volt gemessen.

Im Diagramm sieht das dann so aus:
Olight X7 Marauder 019


Fazit:

Die X7 Marauder ist exzellent geregelt. Laut Hersteller schaltet sie nach zweieinhalb Minuten herunter. Beim Test war das, aufgrund der Ventilatorkühlung, erst nach fast sechs Minuten der Fall. Da die Lampe im hellsten Modus extrem an den Akkus nuckelt, erklärt sich dadurch ein Teil der deutlich kürzeren Laufzeit gegenüber den Herstellerangaben.
Bei einer Angabe hat Olight allerdings geflunkert: Die Lampe läuft nach dem ersten Herunterschalten nicht konstant mit gleicher Leistung bis zum Abschalten durch. Um die angegebene Gesamtlaufzeit zu erreichen, erfolgt nach dem ersten Herunterschalten ein zweites Herunterschalten, wenn die Akkus in den Keller gehen, was im Test nach 52 Minuten der Fall war.
Was die angegebene Laufzeit betrifft, hat Olight sicherlich übertrieben, denn die Akkus, mit der die Lampe diese Laufzeit erreichen könnte, müssen erst noch entwickelt werden. Dennoch gehen auch die Testwerte in Ordnung für die Leistung, die die Lampe liefert, denn solange wie im Test wird man die Lampe sicherlich nicht dauerhaft in den hellen Modi betreiben.
Die Abschaltung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Akkus noch nicht in einen kritischen Bereich getrieben werden.

Beam:
Die Lampe ist als Fluter ausgelegt und liefert im Nahbereich einen großen Hotspot mit nur wenig Streulicht. Auf die Entfernung ergibt sich ein homogenes Lichtbild. Die Reichweite ist vom Hersteller mit 313 Metern angegeben. Rechnet man den Lux-Maximalwert im Test in Meter um, kommt man beim Einschalten sogar auf 329 Meter. Nach fünf Minuten Dauerbetrieb wird der angegebene Herstellerwert ziemlich genau erreicht (314 Meter). Danach regelt die Lampe herunter.

Olight X7 Marauder 020
„Scheiben-Beamshot“ der X7 Marauder. Ein wenig verdeckt Shreks Konstruktion die Zahlen beim Abstrahlwinkel. Aber okay – man kann nicht alles haben, und alleine die Tatsache, dass der Esel zu Hause geblieben ist, entschädigt bereits mehr als ausreichend für diesen kleinen faux pas.


Resümee:
Als bekennender Flashaholic habe ich die X7 natürlich bereits öfter in der Hand gehabt und bespielt, bevor dieser Test zustande kam. Die Leistung hat mich zwar beeindruckt, aber vielmehr auch nicht, da es mittlerweile einige dieser hellen Klopper in ähnlicher Größe gibt. Aber ich hatte die Lampe halt nur bespielt, nicht getestet.
Nach dem Test muss ich mein Urteil revidieren. Ich bin absolut begeistert von der X7. Das Bedienkonzept ist intuitiv und durchdacht. Es gibt einen Moonlight-Modus. Der Strobe ist völlig paniksicher. Die Verarbeitung ist klasse. Das Herunterregeln erfolgt nicht tumb durch eine Zeitschaltung, sondern ist von der Umgebungstemperatur abhängig. Die Abschaltung erfolgt zu einem sinnvollen Zeitpunkt, sodass auch ungeschützte Akkus keinen Schaden nehmen, und die Akkus werden gleichmäßig entladen.
Für mein Dafürhalten ist die Olight X7 Marauder eine in allen Punkten gut konzipierte und entsprechend umgesetzte Lampe, die ihren Preis von derzeit 149 $ im Olight-Storeund im Olight Amazon Store absolut wert ist. Zum Test zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Olight.
Nicht außer Acht lassen möchte ich an dieser Stelle natürlich auch die Negativpunkte, die zu dieser Lampe in manchen Reviews proklamiert worden sind. Dazu zählt einerseits der Kritikpunkt, dass die Lampe über keinen Rollschutz verfügt. Dem ist tatsächlich so. Mir stellt sich allerdings die Frage, warum ich eine Lampe hinlegen soll, wenn ich sie genausogut auch hinstellen kann. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass an der Lampe kein Lanyard befestigt werden kann. Wozu auch? Warum sollte sich freiwillig jemand mehr als ein halbes Kilo Lampe ums Handgelenk binden? Das ist sicherlich nicht Sinn und Zweck der X7 Marauder. Insofern hat Olight auch hier, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, keinerlei Fehler gemacht. Alles passt, und mehr als eine „Tragetasche“ in Form des mitgelieferten Holsters braucht die X7 tatsächlich nicht.

Olight X7 Marauder 021
Größenvergleich. Von links: Manker MK34, Lupine Betty TL2S, Olight SR Mini II, Olight X7 Marauder, Fire-Foxes FF4, Surefire 6P, dahinter: glücklicher Shrek.


Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 1,5 Sekunden bei Blende 4 und 400 ASA aufgenommen.

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Kontroll-Shot

 

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Olight X7 Marauder Moonlight
Einen Unterschied zum Kontroll-Shot sieht man nicht, da die Belichtungszeit relativ kurz gewählt wurde, damit die Bilder der Lampen in den hellen Stufen nicht überbelichtet werden. Generell wäre eine etwas längere Belichtung angebracht gewesen, denn auch die hellsten Bilder sind noch nicht überstrahlt. Insgesamt wirken die Bilder dunkler, als das menschliche Auge den Vergleich in der Praxis wahrnimmt. Ich persönlich hätte auch länger belichtet, aber Shrek wollte es genau so. Der Vergleich zwischen den einzelnen Lampen wird trotzdem sehr schön herausgestellt.

 

Olight X7 Marauder 024
Olight X7 Marauder Low

 

Olight X7 Marauder 025
Olight X7 Marauder Medium

 

Olight X7 Marauder 026
Olight X7 Marauder High

 

Olight X7 Marauder 027
Olight X7 Marauder Turbo

 

Olight X7 Marauder 028
Olight X7 Marauder Turbo S

 

Olight X7 Marauder 029
Olight SR Mini II

 

Olight X7 Marauder 030
Manker MK 34

 

Olight X7 Marauder 031
Lupine Betty TL2S

 

Olight X7 Marauder 032
Fire-Foxes FF4

 

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