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5. April 2020

Rofis R 3

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Es gibt Dinge, die gehen einfach nicht. Zu denen zählt es, eine Lampe, die man besonders lieb gewonnen hat, nach einem Test zu veräußern, obwohl man sogar persönlich aus dem Vatikanstaat die Absolution erhalten hat, selbiges tun zu dürfen. Besonders lieb gewonnen habe ich die Rofis R 3 aus dem Bestand des Heiligen Vaters.

 

Verpackung/Lieferumfang:
In einer stabilen Pappverpackung sind die Lampe, zwei Ersatz-O-Ringe, ein Akku zum Betrieb (bereits eingelegt), ein USB-Ladekabel, ein Trageclip, ein Lanyard, ein Stirnband, eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen, eine Garantiekarte sowie ein Kärtchen, auf dem Rofis allen Lampenkäufern dankt, enthalten.


In diesem Karton schlägt die Lampe beim Käufer auf.

 


Und das ist alles drin.

 


Mein zweiter Vorname lautet „Vergesslich“. Das im Lieferumfang enthaltene Stirnband darf natürlich nicht unterschlagen werden.

 

Beschreibung der Lampe:
Länge: 121,5 mm
Reflektoröffnung: 19,5 mm
Durchmesser Kopf: 24,5 mm
Durchmesser Tail: 24,5 mm
Gewicht: 71 g
Gewicht mit Akku: 119 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nur mit Clip (oder Stirnband).
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, an der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Stromversorgung: 1 x 18650 LiIon.


Materialstärke Batterierohr.

 


Rofis hat dem Tailcap-Gewinde, das rund und spielfrei läuft, ausreichend Fett spendiert.

 


Das Tailcap-Gewinde ist gefedert.

 


Lampe mit Trageclip.

 


Befestigungsmöglichkeit fürs Lanyard an der Tailcap.

 


Im Lampenfuß sitzt ein Magnet, der unter anderem zum Beispiel zum Parken eines Mini-Quadcopters genutzt werden kann.

 

Der Clou: der Knick.
Zwar hat Rofis das Prinzip der „Knicklampen“ nicht erfunden, aber meiner Meinung nach in den vergangenen Jahren mehr als revolutioniert.
Der Lampenkopf kann durch einfaches Drehen um 90 Grad abgewinkelt werden, was die Lampe mit dem mitgelieferten Stirnband auch als Arbeits- oder Kopflampe einsetzbar macht.


Der Lampenkopf kann abgewinkelt werden.

 


Nach dem Knicken ist die R 3 auch als Stirnlampe nutzbar.

 

Leuchteinheit:
Zum Einsatz kommt eine Cree XM-L2 mit einer Lichtfarbe von 5000 Kelvin, die in einem SMO-Reflektor sitzt.


Die Leuchteinheit.

 

Bedienung:
Ein- und durchgeschaltet wird die Lampe mit einem Seitenschalter, der gleichzeitig auch das einzige Bedienelement ist. Die Lampe verfügt über drei reguläre Leuchtstufen; dazu gesellen sich noch Turbo, Moonlight, Strobe und SOS.
Die regulären Leuchtstufen lassen sich durch einen kurzen Druck auf den Schalter aktivieren und sind von Rofis mit folgenden Werten angegeben:

Low: 20 Lumen – 83 Stunden
Mid: 230 Lumen – 10, 5 Stunden
High 560 Lumen – 205 Minuten

Durch Gedrückthalten des Schalters werden diese drei Leuchtstufen nacheinander durchlaufen. Ein Memory-Modus sorgt dafür, dass die Lampe immer in der Leuchtstufe einschaltet, in der sie zuvor ausgeschaltet wurde.
Hält man den Schalter beim Einschalten gedrückt, gelangt man in den Moonlight-Modus, angegeben mit 0,25 Lumen für 63 Tage.
Ein Doppelklick, egal ob bei ein- oder ausgeschalteter Lampe, aktiviert Turbo mit angegebenen 1250 Lumen, die von der Lampenelektronik, laut Bedienungsanleitung, innerhalb eines dort nicht definierten Zeitraums auf 560 Lumen heruntergeregelt werden sollen. Moonlight und Turbo werden nicht memorisiert und sind somit auch nicht ins UI integriert.

Vor, während und nach Krisenzeiten ist bei den meisten Lampen schon längst Geblinke obligatorisch. Als normal leuchtender Mensch ist man davon wenig angetan, aber da die Amis das so wünschen und weltweit den größten Markt ausmachen, hat Rofis auch hier vorgesorgt und der Lampe zusätzlich Strobe und SOS spendiert. Glücklicherweise ist das Zeug gut im UI untergebracht. Ein Dreifachklick, unabhängig davon, ob die Lampe ein- oder ausgeschaltet ist, aktiviert Strobe, anschließendes Gedrückthalten des Seitenschalters SOS. Ein kurzer Klick in jedem dieser beiden Modi befreit uns aus der Misere, und die Lampe kann wieder vernünftig bedient werden.


Die Lampe wird komplett über einen Seitenschalter (Taster) bedient.

 


Gegenüber befindet sich ein Magnet-Ladekontakt.

 


Auf diesen Kontakt wird das Ladekabel aufgesetzt. Das Laden erfolgt über USB. Der Akku muss somit nicht entnommen werden, und der Zukauf eines Ladegeräts erübrigt sich.

 


Im Paket enthalten ist ein 18650-Akku mit einer angegebenen Kapazität von 3400 mAh.

 

Stromversorgung/Laufzeittest:
Der Test erfolgte im Turbo-Modus. Die Lampe wurde dabei durch einen Ventilator gekühlt.
Beim Einschalten wurden 7700 Lux gemessen. Nach einer Minute regelte die Lampe innerhalb der nächsten 15 Sekunden auf 3500 Lux – den herstellerseitig angegebenen Wert im High-Modus – herunter. Dieser Wert wurde etwas mehr als 125 Minuten konstant gehalten. Dann schaltete die Lampe schlagartig auf 1400 Lux herunter. Der Akku wurde kurz entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 3,398 Volt gemessen.
Warum die Lampe an dieser Stelle herunterregelt (was durch einen weiteren Test unter denselben Bedingungen bestätigt wurde), weiß ich nicht. Ich vermute aber mal, dass Rofis der R 3 eine Elektronik verpasst hat, die bei einer bestimmten Akku-Spannung erneut herunterregelt, um die Laufzeit zu erhöhen. Ein temperaturbedingtes Herunterschalten kann ich definitiv ausschließen, denn dafür wird die Lampe im High-Modus nicht warm genug.
Nachdem die Lampe in den folgenden 50 Minuten mit konstanten 1400 Lux weiterlief, habe ich den Test nach insgesamt 180 Minuten beendet. Die Leerlaufpannung des Akkus betrug zu diesem Zeitpunkt 3,167 Volt.

 

Fazit:
Die R 3 ist astrein geregelt. Nach einer Minute schaltet die Lampe vom Turbo- in den High-Modus, wobei sie durch einen Doppelklick wieder hochgeschaltet werden kann.
Der High-Wert wird über einen langen Zeitraum konstant und ohne Verluste gehalten, bevor die Lampe erneut herunterregelt, vermutlich, um die Laufzeit zu erhöhen, was angesichts eines schwächelnden Akkus gar keine so doofe Idee ist.

 

Beam:
Der Hotspot grenzt sich durch eine leichte, nicht ansteckende Corona vom Sidespill ab. Dadurch ergibt sich ein ziemlich lebensbejahendes Lichtbild.


Scheiben-Shot der Rofis R 3.

 

Resümee:
Die R 3 von Rofis ist gewiss keine Lampe, die aus dem aktuellen Markt durch extreme Leistung herausragt. Dennoch habe ich mich in diese Lampe verliebt, weil sie grundsolide, ehrlich und vielseitig einsetzbar ist. Bei den Laufzeitangaben wird nichts verfälscht oder beschönigt, und die Verarbeitung muss sich in keinster Weise hinter der Verarbeitung sogenannter „renommierter“ Hersteller verstecken. Kurzum: Das Ding ist einfach nur geil! Für weniger als 80 Euro bekommt man mit der Rofis R 3 ein Komplettpaket, das Lampe, Akku, Lademöglichkeit und reichlich Zubehör beinhaltet.


Größenvergleich. Von rechts nach links: Streamlight Knucklehead, moderne britische Militärlampe, Stylish Cree Q5 NEW 898, Rofis R 3, Rofis R 1.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.


Tagsüber

 


Kontroll-Shot im Dunkeln

 


Rofis R 3 Moonlight

 


Rofis R 3 low

 


Rofis R 3 mid

 


Rofis R 3 high

 


Rofis R 3 Turbo

 

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