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15. Juni 2020

Manker MK34

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Ein schnuckeliges, kleines und vom Formfaktor her „verliebenswertes“ Lämpchen hat Manker mit der MK34 abgeliefert. Hell ist der kleine Knubbel zweifellos – aber kann er auch in anderen Punkten punkten?

 

Verpackung/Lieferumfang:
Um es kurz zu machen: Sehr schlicht. Neben der Lampe sind in einem Pappkarton lediglich noch ein Lanyard und eine Bedienungsanleitung in englischer und chinesischer Sprache enthalten.


Noch schlichter als der Lieferumfang ist dieses Bild. Die Verpackung habe ich nicht mehr, das Lanyard finde ich nicht mehr, und die Lampe habe ich vergessen, mitzufotografieren. Aber zumindest kommt die Bedienungsanleitung dadurch besonders gut zur Geltung.

 

Beschreibung der Lampe:
Länge: 100,5 mm
Reflektoröffnung(en): 21,9 mm
Durchmesser Kopf: 62 mm
Durchmesser Tail: 47 mm
Gewicht: 274 g
Gewicht mit Akkus: 411 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Aussparung im Body.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Stromversorgung: 3x 18650 LiIon.


Die Akkus werden direkt in den Lampenkörper eingesetzt.

 


Schlecht gelöst: Die Akkus schleifen mit dem Pluspol am güldenen Metallring und tragen dort bei jedem Auf- und Zuschrauben der Lampe Material ab.

 


Hier kann das Lanyard befestigt werden.

 


Ein Gewinde zur Stativ-Befestigung ist ebenfalls vorhanden.

 

Leuchteinheit:
Beim Testexemplar sorgen zwölf Nichia-219B-LEDs, die auf drei Leuchtgruppen mit jeweils vier LEDs aufgeteilt sind, für Licht. Alternativ ist die Lampe auch mit zwölf Cree XP-G3-LEDs erhältlich, die zwar mehr Dampf, dabei allerdings eine wesentlich kältere Lichtfarbe haben.


Die Leuchteinheit. Der kleine Schleier über den beiden LEDs ganz links unten ist in der Realität nicht vorhanden und lediglich irgendwelchen Reflexionen geschuldet.

 

Unverhofft kommt oft:
Eigentlich ist eine Serienlampe nicht dazu bestimmt, auseinandergenommen zu werden. Bei meinem Testexemplar war das allerdings nötig, da sich irgendwann eine Leuchtgruppe von heute auf morgen komplett verabschiedet hatte. Die Lampe war weder heruntergefallen, noch war Wasser eingedrungen, noch hatte ich böse Lampengeister ins Haus gelassen. Vier LEDs wollten schlicht und einfach plötzlich nicht mehr leuchten.


So sah das dann aus.

 

Das Rätsels Lösung fand sich in der schlampigen Lötarbeit an der LED-Platine. Die Kabel sind mehr geklebt als gelötet, und eines davon hatte sich gelöst.
Ich habe keine Ahnung von den Preisen für Lötzinn in China, aber sollten sie nicht exorbitant hoch sein, müsste man demjenigen, der diese Kabel angedingst hat, solange mit eingeschaltetem Lötkolben in der Nase bohren, bis er in akzentfreiem Deutsch sagen kann „Ich gelobe Besserung.“ Und zwar mit gerolltem „R“ bei „Besserung“!


Mehr geklebt als gelötet.

 

Bedienung:
Manker hat der MK34 sechs Leuchtstufen mit auf den Weg gegeben. Bei der hier getesteten Nichia-Variante gibt es lediglich eine Angabe für den Turbo-Modus: 6500 Lumen. Die XP-G3-Version ist mit folgenden Werten angegeben:

Moonlight: 0,1-30 Lumen (ohne Laufzeitangabe)
Low: 120 Lumen – 30 Stunden
Medium 1: 500 Lumen – 7,5 Stunden
Medium 2: 1000 Lumen – 3,5 Stunden
High: 2500 Lumen – 2 Stunden
Turbo: 8000 Lumen (ohne Laufzeitangabe)

Die komplette Bedienung erfolgt über einen Schalter/Taster im Lampenkopf. Die Lampe verfügt über Memory und schaltet immer in der Leuchtstufe ein, in der sie zuletzt ausgeschaltet wurde (außer Moonlight).


Die komplette Bedienung erfolgt über einen Schalter im Lampenkopf.

 

Mit einem einfachen Klick landet man grundsätzlich immer im Moonlight-Modus, der in mehreren Helligkeitsabstufungen programmiert werden kann. Wie das funktioniert, mag jeder, der Interesse an dieser Lampe hat, gerne in der Bedienungsanleitung nachlesen. Es ist nicht wirklich schwierig, aber es würde den Rahmen dieses Tests sprengen, dies auch noch zu beschreiben.
Jeder weitere Einfach-Klick schaltet die Lampe in den nächsthelleren Modus, sodass sich die Schaltreihenfolge Moonlight – Low – Med1 – Med2 – High ergibt. Drückt man im High nun erneut kurz auf den Taster, beginnt die Lampe nicht etwa wieder bei Moonlight, sondern schaltet in der Reihenfolge Med2 – Med1 – Low – Moonlight wieder zurück. Warum, bitteschön?
Bei ein- oder ausgeschalteter Lampe gelangt man mit einem Doppelklick in den Turbo-Modus.
Je nachdem, aus welcher Stufe man die Lampe in den Turbo schaltet, gelangt man durch einen erneuten Doppelklick in eine der zuvor aktivierten Leuchtstufen zurück. Um zu veranschaulichen, was, wann, wenn, wie beim Doppelklicken passiert, habe ich die einzelnen Leuchtstufen mal farblich markiert.


Das Doppelklick-Desaster.

 

Wie man sieht, ist die Bedienung nur bedingt intuitiv. Aber zumindest beim Hochschalten in den Turbo gelangt man in den ersten drei Leuchtstufen beim Zurückschalten immer verlässlich wieder in selbige zurück.
Als wäre das nicht schon genug Chaos, hat die Lampe zusätzlich auch noch einen Bug. Schaltet man aus Med2 in den Turbo, landet man zunächst im Low. Lässt man die Lampe weiter laufen, überlegt sie sich nach etwa dreiundzwanzig Sekunden, dass sie eigentlich im Turbo laufen sollte und schaltet dorthin. Beim Zurückschalten erwartet einen dann erneut Med2. Wenn man aus High in den Turbo-Modus und wieder zurück schaltet, landet man in Med1.
Beim Runterschalten gelangt man nach einem Doppelklick in den Turbo-Modus und einem anschließenden Doppelklick, um die Lampe zurückzuschalten, grundsätzlich immer in Leuchtstufen, die man nicht erwartet hätte. Hier hilft nur: Vergessen, dass die Lampe einen Downstep – Turbo – Downstep-Modus hat, oder aber: den ganzen Klumpatsch auswendig zu lernen. Am besten, man schaltet die Lampe niemals in den Turbo, wenn sie im Runterschalt-Modus ist, dann erspart man sich viele Unannehmlichkeiten.
Verlässlich ist zumindest wieder das direkte Aktivieren des Turbos durch einen Doppelklick beim Einschalten. Nach dem Zurückschalten landet man grundsätzlich immer im High-Modus.

 

Und dann war da noch…
… das Geblinke. Nach einem einfachen Klick im Turbo-Modus schaltet die Lampe zuerst in den Strobe, nach einem weiteren Einfach-Klick in SOS, nach weiteren Einfach-Klicks folgen kurzes Blinken und eine Ladestands-Anzeige, die grob über den Ladezustand der Akkus informiert.
Die Art und Weise, in der das Blinkzeug ins UI integriert wurde, ist sicherlich der größte Knackpunkt der Lampe. Denn in jedem anderen Modus bedeutet ein Einfachklick Hoch- oder Runterschalten. In Turbo dagegen gelangt man mit einem Einfachklick ins unsägliche, nervige Geblinke. Und damit vertut man sich dauernd.
Mit diesem UI hat Manker sicherlich eine der kreativsten Bedienmöglichkeiten erschaffen, die eine Lampe je hatte – aber leider auch eine der dümmsten, die es je gegeben hat.

 

Stromversorgung/Laufzeittest:
Für die nötige Power sorgen drei 18650-LiIon-Zellen. Aufgrund der engen Abmessungen des Bodys passen nur ungeschützte Zellen. Beim Test kamen die guten Samsung-30-Q-Akkus zum Einsatz. Eingeschaltet wurde die Lampe im Turbo-Modus und dabei durch einen Ventilator gekühlt.

Der Turbo-Modus ist nur für sehr kurze Zeit verfügbar. Bereits nach 20 Sekunden schaltete die Lampe von 10.600 auf 4.300 Lux herunter. Anschließend wurde die Leistung über fast anderthalb Stunden fast konstant gehalten. Nach 88 Minuten schaltete die Lampe auf 2.300 Lux herunter, nach 94 Minuten auf 800 Lux – Testabbruch. Die Akkus wurden entnommen und mit jeweils 3,11 Volt im Leerlauf gemessen. Höchste Zeit also, den Test abzubrechen.

Die nackten Fakten:

Fazit:
Die MK34 ist grundsätzlich sehr ordentlich geregelt. Der Stepdown von Turbo auf High erfolgt bereits nach zwanzig Sekunden und ist nicht temperatur-, sondern zeitgesteuert. Das wurde durch einen weiteren Test, bei dem die Lampe in einer Schüssel mit Eiswasser eingeschaltet wurde, unterstrichen. Auch hier erfolgte das Zurückschalten nach 20 Sekunden.
Anschließend hält die Lampe die Leistung ohne Einbußen und regelt bei schwächelnden Akkus schließlich herunter. Wie weit es mit ungeschützten Akkus mit einer Leerlaufspannung von 3,11 Volt nach 94 Minuten noch heruntergeht, bevor die Lampe abschaltet – falls sie abschaltet – wollte ich lieber nicht ausprobieren. Den Indikator im Schalter, der zu diesem Zeitpunkt in einem herrlichen Rot leuchtete, sollte man auf jeden Fall ernst nehmen.


Wenn die LED im Schalter rot leuchtet, ist schleunigst ein Akkutausch angesagt.

 

Beam:
Die Ausleuchtung ist, bedingt durch die Anordnung der LEDs in drei Vierergruppen im Lampenkopf, sehr ausgewogen und homogen. Kein sichtbarer Hotspot, lediglich massig Flutlicht, aber durch die schiere Leistung ergibt sich dennoch eine ordentliche Reichweite, die bei der XP-G3-Version mit 280 Metern angegeben ist. Für die getestete Nichia-Variante existieren keine Angaben; nach der Umrechnung des Luxwertes komme ich auf 205 Meter.


Schuss auf die Scheibe.

 

Resümee:
Die Manker MK34 ist ein handlicher Knubbel mit einer sehr angenehmen Lichtfarbe. Das Gesamtkonzept hätte schön und stimmig sein können, hätte man nicht irgendeinen Hirni an die Programmierung gelassen, der meinte, die Lampe müsse, nachdem sie im hellsten Modus weitergeschaltet wird, zurückschalten, anstatt wieder im dunkelsten Modus anzufangen. Dazu kommt, dass die Lampe im „Runterschalt-Modus“ beim Aktivieren des Turbos und anschließendem Zurückschalten alle Facetten der Schwachsinnigkeit durchläuft – dämlicher geht’s nimmer, denn wohin die Lampe dann zurückschaltet, ist zwar nicht dem Zufall überlassen, es macht allerdings genau den Eindruck.
Absolut ätzend ist das Geblinke, in das man aufgrund des Bedienkonzepts nur allzu schnell gerät und dann die Lampe nur noch gegen die Wand schleudern möchte.
Die Verarbeitung ist ebenfalls nicht „erste Sahne“. Die Lötarbeiten an der LED-Platine wurden ziemlich schlampig ausgeführt, und auch die Tatsache, dass die Pluspole der Akkus dem Metallring im Lampenkopf bei jedem Auf- und Zuschrauben der Lampe mehr und mehr zusetzen, ist suboptimal.
Ich liebe die Lampe trotzdem, wegen ihres relativ niedrigen Gewichts für eine Lampe ihrer Größe, ihrer Lichtfarbe und ihres niedrigen Preises. Ich liebe die Lampe, weil Manker ihr einen Low-Modus spendiert hat, der programmierbar und in der dunkelsten Stufe wirklich richtig dunkel ist – davon können sich andere Hersteller eine Scheibe abschneiden. Und ich liebe die Lampe, weil sie einfach toll und satt in der Hand liegt, egal, ob man sie in einer taktischen oder nicht-taktischen Haltung bedient. Aktuell (Stand: Juni 2020) ist die Lampe für knapp unter 100 Euro erhältlich.


Größenvergleich. Von links: Manker MK34, Skyray King, Astrolux MF 01.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.


Aufnahme bei Tageslicht

 


Kontroll-Shot. Wie man sehen kann, war es noch nicht richtig dunkel – selbst der Mond, der aufdringlich und unnachgiebig von der falschen Seite schien, meinte es nicht gut mit der MK34. Egal – ich bleibe hart und nicht minder unnachgiebig.

 


Moonlight

 


Low

 


Med1

 


Med2

 


High

 


Turbo

 

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