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5. Mai 2020

Olight Warrior X Pro

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Eine faktisch praktische taktische Lampe hat Olight mit der Warrior X Pro im Programm. Beim Testmodell handelt es sich um ein Exemplar im Farbton „Gunmetal Grey“, das in Deutschland in limitierter Auflage von 500 Stück erhältlich ist. Alternativ ist die Warrior X Pro noch in grün (Auflage auf 200 Stück in Deutschland limitiert), „Desert Tan“ (Auflage auf 250 Stück in Deutschland limitiert), „Desert Camouflage“ (Auflage auf 600 Stück in Deutschland limitiert) und schwarz erhältlich.

 

Verpackung/Lieferumfang:
In einem stabilen Karton mit Magnetverschluss finden sich die Lampe mit bereits montiertem Trageclip und Combat-Ring, ein Akku zum Betrieb (bereits eingelegt), ein USB-Ladekabel, ein alternativer Combat-Ring, ein Holster, ein Lanyard und eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen.


In einem solchen Karton wird die Lampe ausgeliefert.

 


Inhalt der Box.

 

Beschreibung der Lampe:
Länge: 150 mm
Reflektoröffnung: 30,5 mm
Durchmesser Kopf: 39 mm
Durchmesser Tail: 30 mm
Gewicht: 163 g
Gewicht mit Akku: 236 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja, allerdings sehr wackelig und nur auf ebenen Flächen.
Rollschutz: nur mit dem werksseitig montiertem Combat-Ring.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, am Clip.
wasserdicht: gemäß IPX-8.
Stromversorgung: 1x 21700 LiIon.


Olight-typisch: Der Akku ist bereits in die Lampe eingelegt. Die gelbe Schutzfolie verhindert, dass sich die Lampe auf dem Weg zum Käufer aus Versehen einschalten kann.

 


Materialstärke Batterierohr.

 


Für eine ausreichende Schmierung des Gewindes zur Tailcap, das weich und spielfrei läuft, wurde werksseitig bereits gesorgt.

 


Innenansicht Tailcap.

 


Im Auslieferungszustand sind ein eckiger Combat-Ring und ein Trageclip bereits montiert.

 


Alternativ kann auch der runde Combat-Ring montiert werden. Der Rollschutz geht damit allerdings flöten.

 


Lampe im Holster. Im Gegensatz zu den meisten üblichen Holstern schließt dieses nicht per Klett-, sondern per Magnetverschluss, was mir persönlich sehr gut gefällt. Ganz ohne Klett kommt dennoch auch dieses Holster nicht aus, was gut ist. Auf der Rückseite, die ich vergessen habe zu fotografieren, ist ein Druckknopf mit Klettverschluss angebracht, mit dem sich das Holster schnell und unkompliziert zum Beispiel an Rucksäcken, Jacken oder Westen, die mit dem Molle-System ausgestattet sind, befestigen lässt.

 


Im Notfall leuchtet die Lampe sogar im Holster.

 


Im Lampenfuß wurde ein Magnet verbaut, der stark genug ist, damit die Lampe ihr eigenes Gewicht hält. Der Einsatz als Arbeitslampe ist allerdings nur bedingt möglich, da die Magnetkraft für eine 90-Grad-Montage nicht ausreicht.

 

Leuchteinheit:
Eine neutralweiße Cree-XHP35-LED, die in einem SMO-Reflektor (glatt, ohne Strukturierung) sitzt, sorgt dafür, dass die Lampe leuchtet.


Die Leuchteinheit der Warrior X Pro.

 

Bedienung:
Einfacher geht’s nimmer: Bedient wird die Warrior X Pro über einen Heckschalter. Die Lampe verfügt über zwei Leuchtstufen, die von Olight mit 300 und 2250 Lumen angegeben sind. Durch kurzes Antippen des Schalters wird die dunkle Stufe aktiviert. Drückt man den Schalter ganz durch, landet man in der hellen Stufe. Ausgeschaltet wird die Lampe in beiden Leuchtstufen durch leichtes Drücken oder Durchdrücken (nur helle Stufe) des Schalters.
Momentlicht in beiden Stufen ist ebenfalls möglich, indem der Schalter leicht (dunkel) oder fest (hell) gedrückt gehalten wird.

Eine Besonderheit ist die Art der Akkuwarnung, die durch einen – man lese und staune – eingebauten Vibrationsmotor erfolgt. Liegt die Leistung unter 30 Prozent, vibriert die Lampe alle fünf Minuten. Liegt die Leistung unter zehn Prozent, vibriert die Lampe einmal pro Minute, und bei weniger als fünf Prozent einmal alle zehn Sekunden.


Die Bedienung erfolgt komplett über den Heckschalter.

 

Stromversorgung:
Zum Einsatz kommt ein Spezialakku der Baugröße 21700 mit einer Kapazität von 5000 mAh. Geladen wird der Akku über USB und kann dabei in der Lampe verbleiben. Das ist schön und praktisch. Der Begriff „Spezial“ in „Spezialakku“ impliziert allerdings, dass es auch einen Haken gibt: Normale 21700-Akkus können zum Betrieb der Lampe nicht verwendet werden. Beim Ersatz muss man also immer das zwar hochwertige, aber auch hochpreisige Olight-Produkt erwerben, das immerhin fast 33 Ocken kostet, während nicht minder schlechte geschützte und hochstromfähige Akkus bereits für etwa die Hälfte dieses Preises erhältlich sind.
Der maximale Ladestrom ist mit 2 Ampere angegeben, die Ladezeit mit 5,5 Stunden. Während des Ladens leuchtet eine rote LED, bei vollgeladenem Akku wechselt die Farbe auf grün.


Für die nötige Power ist ein 21700-LiIon-Akku zuständig.

 


Plus ist innen, minus außen.

 


Geladen wird via USB. Der Akku kann dabei in der Lampe verbleiben. Wenn die Lampe am Lader hängt, leuchtet dort, wo der nachträglich professionell ins Bild eingefügte Pfeil hinzeigt, eine LED in roter oder grüner Farbe. Rot bedeutet: Der Akku wird geladen. Grün bedeutet: Der Akku ist vollgeladen. Dass hier nix leuchtet, bedeutet: Das Bild ist ein Fake, denn geladen wird hier in Wirklichkeit nicht, was schlicht und einfach daran liegt, dass ich dort, wo das Bild entstanden ist, keine Lademöglichkeit habe. Dennoch sollte das Bild ausreichen, um zu veranschaulichen, wie der Akku geladen wird. Sollte es das nicht tun, kauft euch bitte niemals eine Taschenlampe, sondern leuchtet bis ans Ende aller Zeiten mit eurem Smartphone, sofern ihr wisst, wie das funktioniert.

 

Laufzeitmessung:
Die Laufzeit ist von Olight in der dunklen Stufe mit 8 Stunden angegeben.
Für die helle Stufe stehen in der Bedienungsanleitung folgende Angaben:

– 2 Minuten maximale Leistung.
– anschließend 44 Prozent der maximalen Leistung für 100 Minuten.
– anschließend 13 Prozent der maximalen Leistung für 23 Minuten.

Beim Test wurde die Lampe in der hellen Stufe eingeschaltet und durch einen Ventilator gekühlt. Gemessen wurde auf 2 Meter.

Nach 90 Minuten habe ich den Test beendet. Wie lange die Lampe noch mit 11200 Lux herumdümpelt, dürfte allenfalls Chronisten interessieren und ist für die praktische Nutzung völlig unerheblich. Außerdem wäre das Diagramm immer schlechter vernünftig lesbar, je länger die Akkuquälerei dauert.
Nach 90 Minuten betrug die Leerlaufspannung des Akkus 3,05 Volt – also eigentlich schon mehr als leer. Die Idee, den Test an dieser Stelle zu beenden, war also gar nicht so dumm.

Gekitzelt haben mich die extrem genauen Angaben des Herstellers bei ungekühlter Lampe: 44 und 13 Prozent nach 2 beziehungsweise 100 Minuten Laufzeit. Daher habe ich einen weiteren Test, diesmal ohne jegliche Kühlung der Lampe, durchgeführt.

Den zweiten Test habe ich nach 105 Minuten beendet. Die Leerlaufspannung des Akkus lag zu diesem Zeitpunkt bei 3,07 Volt. Der etwas höhere Maximalwert beim Einschalten erklärt sich dadurch, dass die Lampe nicht exakt so auf dem Stativ befestigt war wie bei der ersten Messung.
Die von Olight angegebenen Laufzeiten bzw. Werte wurden nicht ganz erreicht. Ein möglicher Grund ist, dass die Lampe auf dem Stativ komplett ungekühlt war und es ihr dabei offenbar zu warm wurde. Im Praxisbetrieb wird man die Lampe allerdings selten auf einem Stativ durch die Gegend tragen, sondern in der Hand halten. Bereits die Kühlung durch die Körperwärme (Blutkühlung) wird in der Praxis dafür sorgen, dass die Werte nicht kontinuierlich in den Keller gehen.

Legt man beide Kurven übereinander, sieht das so aus:

Fazit:
Der Mix aus temperatur- und zeitgesteuerter Regelung funktioniert recht gut, wobei das erste Herunterregeln bereits sehr schnell und vermutlich zeitgesteuert erfolgt. Ansonsten macht die Lampe über die gesamte Laufzeit einen guten Job und schaltet erst bei schwächelndem Akku herunter.

 

Beam:
Der Hotspot setzt sich ziemlich drastisch vom Sidespill ab. Auf die Distanz verliert sich die extreme Punktstrahlung zwar ein wenig, zur Ausleuchtung des Nahbereichs ist die Warrior X Pro aufgrund ihres dominanten Hotspots allerdings eher weniger geeignet. Die Stärke dieser Lampe liegt eindeutig in der Reichweite, die vom Hersteller mit 600 Metern angegeben ist. Hier hat Olight nicht übertrieben. Nach der Umrechnung meiner gemessenen Werte komme ich auf etwas mehr als 630 Meter.


Scheiben-Shot der Warrior X Pro.

 

Resümee:
Die Warrior X Pro von Olight ist eine hervorragend verarbeitete taktische Lampe, die simpel zu bedienen ist. Die Regelung ist eine Kombination aus Zeit- und Temperatursteuerung und geht in Ordnung. Einziger Knackpunkt ist der Spezialakku – mit regulären 21700-Akkus kann die Lampe nicht betrieben werden – aber das ist bei den meisten anderen Spezialakkus auch nicht anders. 155,95 Euro für die schwarze Version bzw. 167,95 Euro für die Sonderetitionen (Stand: Mai 2020) sind stolze Preise, aber dafür bekommt man ein Komplettpaket, bei dem weder Akku noch Ladegerät dazugekauft werden müssen. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Olight.

Größenvergleich. Von links: Olight Warrior X Pro, Armytek Predator, Nitecore EA4, Solarforce L2x, Emisar D4Ti.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.


Tageslicht

 


Kontroll-Shot

 


Olight Warrior X Pro dunkel

 


Olight Warrior X Pro hell

 

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