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23. April 2020

Fenix TK35 2018 vs TK35UE 2018

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Frisch im Testlabor eingetroffen sind die 2018-Versionen der TK35 von Fenix, die nach wie vor aktuell sind und in diesem Test verglichen werden. Die TK35 (ohne den Zusatz „UE“) setzt dabei auf Reichweite, während die TK35UE (Ultimate Edition) mit deutlich mehr Licht aufwartet. Welche TK35 für wen besser geeignet ist, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

 

Verpackung/Lieferumfang:
Verpackung und Lieferumfang sind bei beiden Lampen identisch: Lampe, Ersatz-O-Ring, Ladekabel, Holster, Lanyard, Bedienungsanleitung, Garantiekarte, Fenix-Werbeblättchen.


Das alles ist bei beiden Lampis dabei.

 

Beschreibung der Lampen (in Klammern die Werte der UE-Version, falls abweichend):
Länge: 159,5 mm (164,5)
Reflektoröffnung: 39 mm
Durchmesser Kopf: 48 mm
Durchmesser Tail: 45 mm (44,5)
Gewicht: 275 g (279)
Gewicht mit Akku: 371 g (375)
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja, allerdings wackelig. (ja, allerdings noch wackeliger).
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Schlitze am Lampenende.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Stromversorgung: 2x 18650 LiIon.


Materialstärke der Batterierohre.

 


Am Gewindefett hat Fenix bei beiden Lampen nicht gespart.

 


Beim Blick ins Innere der Lampenköpfe ist kein Unterschied zu sehen.

 


Das Holster erfüllt grundsätzlich seinen Zweck, da die TK35 hineinpasst. Mir persönlich ist das Ein- und Austüten der Lampe allerdings zu fummelig. Alles, was nicht mit einem einfachen Griff möglich ist, nervt, und der Nerv-Faktor dieses Holsters liegt auf einer Skala von 1 bis 10 ungefähr bei 43.

 

Leuchteinheit:
Bei der TK35 kommt als LED eine Cree XHP35 HI zum Einsatz, die in einem SMO-Reflektor werkelt. Die TK35UE ist mit einer Cree XHP70-LED und einem OP-Reflektor ausgestattet.


Links TK35, rechts TK35UE.

 

Bedienung:
Die Grundbedienung ist bei beiden Modellen identisch. Mit dem großen Schalter, der einen konkreten Druckpunkt hat, wird die Lampe eingeschaltet. Mit dem kleinen Schalter werden die Leuchtstufen angewählt.


Links TK35, rechts TK35UE.

 

Beide Lampen verfügen über 5 Leuchtstufen, die mit folgenden Werten angegeben sind:

Sowohl die TK35 als auch die TK35UE schalten von dunkel nach hell durch die Modi. Nach Turbo folgt wieder Eco. Wird der kleine Schalter bei eingeschalteter Lampe gedrückt gehalten, wechseln die Lampen zu Strobe mit wechselnder Frequenz. Durch kurzes Drücken kann man nun zwischen Strobe und SOS hin- und herschalten, durch Gedrückthalten gelangt man in die zuvor aktivierte Leuchtstufe zurück.
Strobe kann als Momentlicht auch per Direktzugriff erreicht werden, indem man den kleinen Schalter bei ausgeschalteter Lampe gedrückt hält.

In den kleinen Schaltern der Lampen informiert eine LED, die beim und bis kurz nach dem Einschalten leuchtet, grob über den Zustand der Akkus. In der Bedienungsanleitung wird darüber Folgendes berichtet:

grün konstant: sehr gut
grün blinkend: ausreichend
rot konstant: gering
rot blinkend: kritisch

Wenn es kritisch wird, blinkt die LED nicht nur beim Einschalten, sondern auch während des Betriebs rot.


LEDs in den kleinen Schaltern informieren den Nutzer darüber, wie es um die Akkus bestellt ist.

 

Der Unterschied beider Schaltkonzepte ist schnell erklärt. Die TK35UE verfügt über einen zusätzlichen Drehring, der in drei Stellungen einrastet.


Die UE-Version ist mit einem zusätzlichen Drehring ausgestattet.

 

Die helfende Hand des Lampentesters zeigt deutlich, wo rechts und wo links ist.


Was wäre diese Seite ohne die herrlichen Bebilderungen, die allen Unklarheiten Zweifel angedeihen lassen?

 

Beginnen wir mit der Mitte. Befindet sich der Drehring in dieser Stellung, ist die Bedienung mit der der TK35 (ohne UE) absolut identisch.
In der Stellung rechts ist die Lampe ausgelockt und kann nicht mehr bedient werden. Eine zusätzliche Funktion in dieser Stellung gibt es dennoch. Wenn der große Schalter gedrückt wird, leuchtet die LED im Schalter kontinuierlich, was hilfreich sein kann, die Lampe wiederzufinden, wenn man sie unterwegs verloren hat. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man davon ausgeht, die Lampe verlieren zu können und den Schalter vor dem Verlieren gedrückt hat.
In der Stellung links wird das Wirken des kleinen Schalters außer Kraft gesetzt. Durch Durchdrücken des großen Schalters kann ausschließlich eine Leuchtstufe aktiviert werden, die von Fenix mit 2000 Lumen für eine Dauer von 2 Stunden angegeben ist.
Sinn und Zweck des Drehrings erschließen sich mir auch nach reiflicher Überlegung nicht. Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach ist das Ding eher ein Gimmick als ein Mehrwert, aber wenigstens gibt es dadurch ein zusätzliches Bauteil, das kaputtgehen kann.

 


Dreht man den Lampentester auf den Kopf, ist übrigens rechts links und links rechts.

 

Stromversorgung:
Beide Lampen werden mit jeweils zwei 18650-Akkus gefüttert, die in ein Magazin eingesetzt werden. Oben an diesem Magazin sitzt eine Ladebuchse mit Mini-USB-Anschluss, an der die Akkus geladen werden können, was, wie ich finde, eine gute Lösung ist. Der Zukauf eines externen Ladegeräts erübrigt sich dadurch. Zwar muss das Magazin der Lampe zum Laden der Akkus entnommen werden; eine potenzielle Undichtigkeit durch eine Lademöglichkeit außen an der Lampe kann aber somit komplett ausgeschlossen werden.


Links Magazin TK35, rechts Magazin TK35UE.

 


Die Akkus können direkt am Magazin geladen werden.

 

Laufzeittest:
Zum Einsatz kamen Olight-Akkus mit einer Kapazität von 3500 mAh. Beide Lampen wurden im Turbo eingeschaltet und durch einen Ventilator gekühlt.

Diagramm TK35 2018:


Nach 90 Minuten habe ich den Test beendet. Die Akkus wurden entnommen und mit Leerlaufspannungen von jeweils 3,25 Volt gemessen. Die rote LED im Schalter blinkte bereits seit geraumer Zeit.

 

Diagramm TK35UE 2018:


Diesen Test habe ich nach einer Stunde beendet, die Akkus entnommen und mit einer Leerlaufspannung von jeweils 3,03 Volt gemessen. Auch bei der TK35UE blinkte die Warn-LED im kleinen Schalter bereits seit längerer Zeit.

Wie die Diagramm-Kurven zeigen, laufen beide Lampen zunächst temperaturgesteuert. Ab einer gewissen Akkuspannung, bei der die Stromversorger nicht mehr die nötige Power haben, um die Lampen wieder hochzukitzeln, überlassen die Lampen komplett den Akkus die Herrschaft über die Helligkeit.

Die Warnanzeige in den Schaltern ist sicherlich eine gute Möglichkeit, dem Benutzer mitzuteilen, dass ein Akkuwechsel dringend ansteht. Ich befürchte jedoch, dass auch die 2018-Versionen der TK35 das altbekannte Fenix-Problem haben: Die Lampen schalten einfach nicht ab. Irgendwann ist die Akkuspannung soweit im Keller, dass die Schutzschaltung eines der Akkus greift und die Lampe abschaltet. Das ist zwar nicht wirklich schlimm, denn schließlich dient eine Schutzschaltung ja genau dazu, den Akku bei Unterspannung zu schützen (daher der Name), aber wirklich mögen mag es kein Akku, in die Schutzschaltung getrieben zu werden.
Das größere Problem: Wird die Lampe mit Akkus ohne Schutzschaltung betrieben, saufen die Akkus komplett ab, bis nix mehr geht und schalten die Lampe erst aus, wenn sie komplett leer sind. In diesem Fall können sie direkt dem Restmüll beim Discounter oder beim Wertstoffhof zugeführt werden, denn sie sind schlicht und einfach Schrott.

Fazit:
Prinzipiell sind beide Lampen gut geregelt. Allerdings schummelt Fenix bei den Laufzeitangaben. Die herstellerseitig angegebenen Laufzeiten werden auf keinen Fall erreicht – zumindest nicht ohne ein Herunterregeln der Lampen. Selbst bei Ventilatorkühlung regeln beide Modelle herunter, was durchaus sinnig ist, damit die LEDs nicht irgendwann überhitzen. Ohne Kühlung würden die Lampen allerdings sehr viel schneller herunterregeln und kämen so vielleicht sogar auf die angegebenen Laufzeiten – allerdings nicht, ohne dabei halt deutlich dunkler zu werden.

 

Beam:
Die TK35 ohne „UE“ kommt mit einem hellen Spot daher, der sich stark vom Sidespill absetzt, was auch auf die Entfernung so bleibt. Die TK35UE haut mehr Licht raus, das sich gleichmäßiger verteilt. Was die Lichtfarbe betrifft, ist die TK35 ohne „UE“ deutlich wärmer. Die vom Hersteller angegbenen Reichweiten der TK35 mit 480 Metern und der TK35UE mit 300 Metern passen recht gut. Nach Umrechnung der Messergebnisse in den Tests sind die Werte bei beiden Lampen sogar noch etwas höher.


Fenix TK35 2018.

 


Fenix TK35UE 2018.

 

Resümee:
Beide Lampen sind gut verarbeitet und geregelt. Anders kenne ich es von Fenix auch nicht. Die angegebenen Laufzeiten im Turbo werden allerdings von keiner Lampe erreicht, und eine Abschaltung seitens der Lampen gibt es vermutlich ebenfalls nicht. Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Stellt sich die Frage, welche Lampe für wen besser geeignet ist. Die deutlich vielseitigere Lampe ist in meinen Augen die „UE“-Version, die mit höherer Leistung punkten kann und dabei immer noch eine passable Reichweite hat.
Die Version ohne den Zusatz „UE“ macht wesentlich mehr Meter. Mich persönlich stört bei ihr allerdings der sehr konzentrierte Spot (ohne den sie natürlich nicht wesentlich mehr Meter machen könnte). Dadurch scheidet sie, zumindest für mich, als Lampe, mit der auch in den dunklen Stufen der Weg möglichst eigenblendfrei ausgeleuchtet werden kann, aus. Das muss nix heißen, denn Meinungen sind zum Glück verschieden. Fakt ist allerdings folgende Formel:
Reichweite = TK35 2018
Leistung = TK35UE 2018
Zur Verfügung gestellt wurden die Lampen freundlicherweise vom Taschenlampen-Papst. Dort sind die TK35 2018 zu einem Preis von 109,90 Euro und die TK35UE 2018 zu einem Preis von 139,90 Euro (Stand: April 2020) auch erhältlich.


Am Design hat Fenix seit der Markteinführung der Lampe vor neun Jahren nichts großartig verändert. Warum auch? Von links: Fenix TK35 (erstes Modell), Fenix TK35 2018, Fenix TK35UE 2018.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.


Tageslicht

 


Kontroll-Shot

 


Fenix TK35 2018 Eco

 


Fenix TK35UE 2018 Eco

 


Fenix TK35 2018 Low

 


Fenix TK35UE 2018 Low

 


Fenix TK35 2018 Mid

 


Fenix TK35UE 2018 Mid

 


Fenix TK35 2018 High

 


Fenix TK35UE 2018 High

 


Fenix TK35 2018 Turbo (Spot leider zu weit rechts, sorry!)

 


Fenix TK35UE 2018 Turbo

 

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