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4. Juni 2020

RovyVon Angel Eyes E700U

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Eine nicht nur vom Formfaktor her interessante Lampe ist die neue Angel Eyes E700U von RovyVon.

 

Verpackung/Lieferumfang:
In einer Plastiktüte finden sich die Lampe in einem stabilen Kunststoffkoffer, ein 21700-Akku zum Betrieb (eingelegt), ein Trageclip (vormontiert), ein Ersatz-O-Ring, eine Ersatzabdeckung für den USB-Ladeport, ein Lanyard, ein USB-A-C-Kabel, ein USB-C-C-Kabel, eine Bedienungsanleitung in englischer und chinesischer Sprache sowie eine Garantiekarte.


Die Umverpackung.

 


Die Lampe wird in einer stabilen Kunststoffbox geliefert.

 


Und das ist sonst noch dabei.

 

Beschreibung der Lampe:
Länge: 112,5 mm
Linsenöffnung: 23 mm
Durchmesser Kopf: 30 mm
Durchmesser Tail: 27,5 mm
Gewicht: 158 g
Gewicht mit Akku: 226 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, am Trageclip.
wasserdicht: gemäß IP68.
Stromversorgung: 1x 21700 LiIon.


Materialstärke Batterierohr.

 


Das Tailcap-Gewinde läuft weich und spielfrei.

 


In der Tailcap sitzt ein starker Magnet, der auch ausgebaut werden kann.

 


Ansicht der Tailcap bei zugeschraubter Lampe.

 


Der Lampenpopo.

 


Der Clip greift einmal komplett ums Gehäuse. Dadurch kann die Lampe nicht verloren gehen. Das Tragen ist sowohl „Bezel up“ als auch „Bezel down“ möglich.

 


Das Gewinde unterhalb des Lampenkopfs macht die Befestigung auf einem Stativ möglich.

 

Leuchteinheit:
Die Lampe kann zwei Dinge: leuchten und töten. Und zwar Bakterien. Denn neben den vier Cree-XP-G3-LEDs, von denen jede eine eigene Optik spendiert bekommen hat, verfügt die Lampe über drei UV-LEDs, deren Wellenlänge 270 Nanometer beträgt. In diesem Bereich der UV-C-Strahlung werden Keime und Bakterien abgetötet. Aber Vorsicht! Dieser kurzwellige Bereich ist auch der für den Menschen gefährlichste. Direkt in die LEDs zu schauen oder sich länger auf die Haut zu leuchten, sollte man auf jeden Fall vermeiden.


Vier XP-G3-LEDs von Cree sorgen in Kombination mit jeweils einer TIR-Optik fürs Licht. Davor hat RovyVon eine ultraklare, anti-reflex-beschichtete, gehärtete Glaslinse gesetzt.

 


Taschenlampen, die Weißlicht- mit UV-LEDs kombinieren, gibt es etliche auf dem Markt. Allerdings liegt die Strahlung so gut wie immer im langwelligen Bereich (UV-A), meist zwischen 360 und 400 nm. RovyVon geht einen anderen Weg und hat die E700U mit drei LEDs bestückt, die mit 270 nm im kurzwelligen UV-C-Bereich leuchten. Viren werden bei der Bestrahlung inaktiv.

 


Anwendungsbeispiel: Mit der E700U kann man seine geliebte Corona-Maske desinfizieren.

 

Bedienung:
Bedient wird die Lampe komplett über einen Seitenschalter. Eingeschaltet wird sie mit einem Doppelklick. Sie verfügt über vier Leuchtstufen, die vom Hersteller mit folgenden Werten angegeben sind:

Low: 200 Lumen – 12 Stunden
Mid: 800 Lumen – 4 Stunden
High: 1800 Lumen – 3 Stunden
Turbo: 2800 Lumen – 2 Stunden
Die Leistung der UV-LEDs ist mit 18 mW für fünf Stunden angegeben.

Eines vorweg: In der Bedienungsanleitung ist die Low-Stufe mit 200 Lumen angegeben. Dabei handelt es sich offenbar um einen Druckfehler. Ich kann, mangels Ulbrichtkugel, zwar keine Lumenmessungen vornehmen, aber per Ceiling-Bounce im Vergleich mit anderen Lampen kann man getrost eine Null wegstreichen. In der Praxis dürften es also etwa 20 Lumen sein, was ich für ein Low wesentlich geeigneter finde.

Bei eingeschalteter Lampe gelangt man durch einen kurzen Druck auf den Schalter, rotierend von dunkel nach hell, durch die Leuchtstufen. Hält man den Schalter gedrückt, schaltet die Lampe aus. Hält man den Schalter bei ausgeschalteter Lampe gedrückt, leuchtet die Lampe für die Dauer des Gedrückthaltens im Turbo.
Die UV-LEDs werden durch einen Dreifachklick bei ausgeschalteter Lampe aktiviert. Durch einen Mehrfachklick gelangt man in die regulären Leuchtstufen zurück; ein kurzer oder langer Klick schaltet die UV-LEDs ab.
Die Angel Eyes E700U verfügt über Memory, wobei die Art und Weise dieser Funktion recht ungewöhnlich und eigenwillig ist. Von Werk aus startet die Lampe immer in Mid als Dauerlicht. Wenn man möchte, dass die Lampe in einer anderen Leuchtstufe als Dauerlicht einschaltet, muss man sie in der gewünschten Stufe mindestens eine Minute laufen lassen und ausschalten. Danach ist diese Stufe bei jedem Einschalten programmiert. Wird der Akku entnommen, schaltet die Lampe nach dem Wiedereinlegen wieder mit Mid als Dauerlicht ein.
Das hört sich alles recht kompliziert an, ist es aber eigentlich nicht. Einfacher liest es sich vielleicht als Tabelle.

 


Die komplette Bedienung erfolgt über einen seitlichen Schalter.

 

Stromversorgung:
Zum Einsatz kommt ein 21700-LiIon-Akku. Im Lieferumfang enthalten ist ein ungeschützter INR21700-50E von Samsung mit einer Kapazität von 5.000 mAh, der über einen USB-C-Anschluss an der Lampe geladen werden kann. RovyVon hat dazu gleich zwei Kabel mitgeliefert: USB-B-C und USB-C-C.
Während des Ladevorgangs leuchten abwechselnd zwei rote LEDs neben den UV-LEDs. Wenn der Ladevorgang beendet ist, leuchten beide LEDs dauerhaft blau. Der Akku der Testlampe wurde bis auf 4,15 Volt geladen, was ich für einen gesunden Kompromiss halte.


Der mitglieferte Akku ist hochstromfähig und hat sich in der Praxis bewährt.

 


Die Abdeckung der Ladebuchse…

 


… und die Ladebuchse selbst.

 


Während des Ladevorgangs leuchten abwechselnd zwei rote LEDs.

 


Bei komplett geladenem Akku leuchten zwei blaue LEDs. Falls jemand behaupten sollte, das Bild sei unscharf, möchte ich ihn zwar nicht des Lügens bezichtigen, aber eines klarstellen: Das Bild ist bewusst unscharf gehalten, um einen künstlerischen Aspekt einzubringen. Hier hat mich die Muse geküsst, respektive die Kuse gemüsst, oder eine Kombination aus beidem. Nein, selbstverständlich ist das Bild erbarmungslos unscharf, aber ich hatte keinen Bock, die Kamera nochmal aufzubauen. Hauptsache, es leuchtet blau.

 

Laufzeittest:
Der im Turbo angegebene Wert bezieht sich auf die Gesamtlaufzeit in diesem Modus. Denn dass die Lampe nicht zwei Stunden lang mit 2800 Lumen leuchtet, ist von vornherein klar, ansonsten würden die LEDs gegrillt. Beim Test wurde die Lampe im Turbo eingeschaltet und durch einen Ventilator gekühlt.
Der maximale Wert wird nur für wenige Sekunden gehalten. Nach einer Minute liefert die Lampe noch knapp 90 Prozent der Maximalleistung, nach zwei Minuten noch knapp 80 Prozent, und nach etwas weniger als drei Minuten noch 50 Prozent. Dieser Wert wird anschließend konstant gehalten. Nach 20 und nach 55 Minuten ging es jeweils noch mal 100 Lümchen hoch, was man der Lampenelektronik gerne zugestehen darf.
Nach einer Stunde habe ich den Test beendet, den Akku entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 3,58 Volt gemessen.

Fazit:
Um die LEDs vor Überhitzung zu schützen, regelt die Lampe innerhalb der ersten drei Minuten herunter und läuft dann mit konstanter Leistung durch. Bei einer Restspannung von 3,58 Volt ist der Akku zwar theoretisch fast leer, aber der praktische Erfahrungswert zeigt, dass eine Lampe damit noch eine ganze Weile läuft.

 

Beam:
Durch die Kombination aus LEDs und Optiken ist die Lampe ein fast reinrassiger Fluter und liefert ein sehr ausgewogenes Lichtbild. Dadurch, dass sie allerdings auch einiges an Wumms hat, ist zu Beginn der Laufzeit eine Reichweite von mehr als 170 Metern drin. Nach dem Herunterregeln sind es immer noch fast 130 Meter.


Schuss auf die Scheibe.

 

Resümee:
Mit der Angel Eyes E700U hat RovyVon ein starkes Stück Lampe abgeliefert. An der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln. Die Bedienung ist schnell erlernt und geschieht nach kurzer Zeit, ohne nachzudenken. Das Design ist eigenständig und eigenwillig, genauso wie die ungewöhnliche Art der Memory-Funktion. Und Viren killen kann die Lampe auch noch. Unterm Strich ist die E700U eine der innovativsten Lampen, die ich in letzter Zeit bespielt habe. Alternativ ist die Lampe auch als E700S mit seitlichen Weißlicht-LEDs verfügbar.
Zur Verfügung gestellt wurde das Testmodell freundlicherweise von RovyVon. Dort ist die Lampe zu einem Preis von 149,95 US-Dollar auch erhältlich.


Größenvergleich. Von links: RovyVon Angel Eyes E700U, Surefire 6P, Olight i5T EOS.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.


Aufnahme bei Tageslicht

 


Kontroll-Schuss bei Dunkelheit

 


Angel Eyes E700U low

 


Angel Eyes E700U mid

 


Angel Eyes E700U high

 


Angel Eyes E700U Turbo

 

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