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19. Juni 2020

Olight S2R Baton II

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Mit der S2R Baton II hat Olight eine praktische EDC-Lampe abgeliefert, die als Komplettpaket mit Akku und USB-Magnetladekabel daherkommt.

 

Verpackung/Lieferumfang:
In einer Pappschachtel sind neben der Lampe ein Akku (bereits eingelegt), ein blauer Trageclip (bereits montiert), ein alternativer schwarzer Trageclip, ein Lanyard, ein Magnetladekabel, ein Aufbewahrungsbeutel sowie eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen enthalten.


Die Verpackung.

 


Das ist alles drin.

 


Der Akku wurde bereits eingelegt und ist durch eine Schutzfolie gegen versehentliches Einschalten der Lampe gesichert.

 

Beschreibung der Lampe:
Länge: 100 mm
Reflektoröffnung: 15 mm
Durchmesser Kopf: 23 mm
Durchmesser Tail: 23 mm
Gewicht: 48 g
Gewicht mit Akku: 96 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nur mit Clip.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Schlitze im Tail.
wasserdicht: gemäß IPX-8.
Stromversorgung: 1x 18650 LiIon.


Materialstärke des Batterierohrs.

 


Das Gewinde zum Lampenkopf läuft geschmeidig und wurde von Werk aus leicht gefettet.

 


Innenansicht Lampenkopf.

 


Der vormontierte blaue Clip in Kombination mit dem „Desert-Tan“-Farbton der Lampe ist Geschmackssache.

 


Wem diese Kombination nicht gefällt, der kann auch den mitgelieferten schwarzen Clip montieren. Ob schwarz oder blau – beide Clips halten bombenfest.

 


Hier kann das Lanyard befestigt werden.

 

Leuchteinheit:
Verbaut wurde eine Luminus SST-40-CW-LED, die hinter einer speziellen TIR-Optik sitzt.


Die Leuchteinheit.

 

Bedienung:
Olight-typisch. Mit einem kurzen Klick auf den Seitenschalter, der das einzige Bedienelement ist, wird die Lampe ein- und ausgeschaltet. Durch Gedrückthalten des Schalters bei eingeschalteter Lampe gelangt man nacheinander rotierend durch die Leuchtstufen Low-Mid-High. Die Lampe verfügt über Memory und schaltet in der Stufe wieder ein, in der sie zuletzt ausgeschaltet wurde.
Bei ausgeschalteter Lampe gelangt man durch Gedrückthalten des Schalters in den Moonlight-Modus. Ein Doppelklick bei ein- oder ausgeschalteter Lampe aktiviert den Turbo, ein Dreifachklick Strobe. Turbo und Strobe werden nicht memorisiert. Moonlight wird zwar memorisiert, aber beim nächsten Durchschalten der Leuchtstufen nicht ins reguläre UI integriert.

Im Klartext bedeutet das beim Durchschalten:
Variation 1 ohne Moonlight:
Low-Mid-High-Low usw.
Variation 2 mit Moonlight:
Moonight-Low-Mid-High-Low usw.

Gegen unbeabsichtigtes Einschalten gesperrt werden kann die Lampe, indem der Schalter bei ausgeschalteter Lampe etwa zwei Sekunden lang gedrückt gehalten wird. Das Entsperren funktioniert auf dieselbe Art und Weise.
Auf Wunsch kann auch ein Timer programmiert werden, der die Lampe wahlweise nach drei oder neun Minuten automatisch ausschaltet.

Die Leuchtstufen sind von Olight mit folgenden Werten angegeben:
Moonlight: 0,5 Lumen – 60 Tage
Low: 15 Lumen – 100 Stunden
Mid: 120 Lumen – 14 Stunden
High: 400 Lumen – 4 Stunden
Turbo: 1150/400 Lumen – 2 Minuten/230 Minuten


Bedient wird die S2R Baton II mit einem Seitenschalter, der in einer quadratischen Erhöhung eingefasst und somit auch im Dunkeln leicht zu ertasten ist. Während des Betriebs informiert eine LED im Schalter grob über die Restspannung des Akkus (außer im Moonlight-Modus, da leuchtet sie nicht). Solange der Akku noch halbwegs gut im Saft steht, leuchtet die LED grün. Die Farbe wechselt auf rot, wenn es mit dem Akku bergab geht, was im Test bei 3,11 Volt der Fall war. Gleichzeitig schaltete die Lampe herunter und ließ sich in den hellen Stufen nicht mehr einschalten.

Grundsätzlich ist es natürlich fein, wenn eine Lampe mangelnde Akkuleistung in irgendeiner Form ankündigt. Das ist auf jeden Fall besser, als plötzlich von einer Sekunde auf die andere im Dunkeln zu stehen. Unstrittig ist ebenfalls, dass ein Akku mit einer Leerlaufspannung von 3,11 Volt schleunigst gewechselt werden sollte.
Allerdings hätte ich es eleganter gefunden, wenn die Akkuwarnung früher erfolgen und man somit noch ein wenig „Luft nach oben“ haben würde. Bei der Olight-Lösung sieht man sich damit konfrontiert, von einem Augenblick auf den anderen mit einer nur noch in den niedrigen Leuchtstufen zu betreibenden Lampe herumlaufen zu müssen – nicht optimal.

 

Stromversorgung:
Als Stromquelle dient ein 18650-Akku mit einer Kapazität von 3.200 mAh, der mit dem mitgelieferten USB-Kabel direkt in der Lampe geladen werden kann. Der im Lieferumfang enthaltene Akku hatte bei Auslieferung eine Spannung von 3,68 Volt und wurde auf 4,21 Volt geladen. Hier wäre ein wenig weniger mehr gewesen.
Während des Ladevorgangs leuchtet eine rote LED am Ende des Ladekabels, bei vollgeladenem Akku wechselt die Farbe auf grün.
Voll toll – nur leider setzt Olight auch bei der S2R Baton II wieder auf einen Spezialakku. Wer also die Lampe ein paar Jahre oder länger nutzen möchte, muss beim Nachkauf tiefer in die Tasche greifen als eigentlich nötig. Andererseits – alle paar Jahre mal einen Zehner aus dem Fenster zu schmeißen, bringt einen auch nicht wirklich um.


Der mitgelieferte Akku hat eine Kapazität von 3.200 mAh.

 


Leider handelt es sich dabei wieder mal um einen Spezialakku.

 


Aufgeladen werden kann der Akku über einen Magnetladekontakt am Lampenende. Apropos Magnet: Ein starker Vertreter dieser Gattung wurde ebenfalls verbaut und macht die Lampe somit auch als Arbeitslampe nutzbar, indem man sie an metallenen Gegenständen befestigt.

 


Der Ladekontakt wird einfach aufs Lampenende aufgesetzt.

 

Laufzeittest:
Die Lampe wurde mit dem mitgelieferten Akku betrieben, im Turbo eingeschaltet und durch einen Ventilator gekühlt.

Pünktlich nach zwei Minuten begann die Lampe herunterzuregeln. Knapp anderthalb Minuten später war sie im High-Modus angekommen und lief dort bis zum Testende mit konstanter Leistung durch.
Zur besseren Lesbarkeit des Diagramms habe ich den Test nach 45 Minuten beendet, die Lampe aber noch bis Minute 60 durchlaufen lassen. Nach einer Stunde lag der Wert immer noch bei 2.400 Lux, die Leerlaufspannung des Akkus bei 3,90 Volt. Das Hochschalten in den Turbo-Modus war immer noch möglich; der maximale Wert wurde erneut zwei Minuten lang gehalten.

Fazit:
Was die Regelung betrifft, hält Olight Wort. Ich hatte allerdings auch nichts anderes erwartet. Nach dem ersten Herunterregeln, das bei der S2R Baton II zeitgesteuert erfolgt, wird die Leistung dauerhaft gehalten. Genug Leistung für eine längere Laufzeit ist noch vorhanden, und auch der Turbo kann noch aktiviert werden. Besser kann eine Lampe nicht geregelt sein.

 

Beam:
Bedingt durch die spezielle Optik ergibt sich ein großer Hotspot mit ein wenig Streulicht. In der Praxis liefert die Lampe ein homogenes und ausgewogenes Lichtbild, das ideal für die Ausleuchtung des Nahbereichs ist. Die maximale Reichweite ist mit 135 Metern angegeben. Nach Umrechnung des Höchstwerts, der bei der Messung erzielt wurde, komme ich beim Einschalten sogar auf 169 Meter und nach dem Herunterregeln auf 2.400 Lux immer noch auf fast 98 Meter.


Schuss auf die Scheibe.

 

Resümee:
Mit der S2R Baton II bekommt man eine hervorragend verarbeitete EDC, die einfach zu bedienen ist und mit kurzfristigen 1150 Lumen richtig hell macht. Die anschließenden 400 Lumen im High-Modus sollten eigentlich für sämtliche Alltagssituationen ausreichen, denn schließlich ist eine EDC keine Lampe, mit der man stundenlang auf Großwildjagd geht. Sollte man mit der Lampe dennoch auf Großwildjagd gehen, kann sie auch nach einer Stunde Dauerbetrieb im High-Modus noch hochgeschaltet werden.
Für einen Preis von 89,95 (Stand: Juni 2020) für die hier vorgestellte Ausführung im Farbton „Desert Tan“ bekommt man ein Komplettpaket, bei dem nichts dazugekauft werden muss. Einziger Haken: der Spezialakku, der zwar nicht besser ist als andere gute Markenakkus, aber wesentlich mehr kostet. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Ladestansanzeige, die eher eine Akkuwarnung darstellt, da erst dann von grün auf rot umgeschaltet wird, wenn die Lampe nicht mehr in den hellen Stufen betrieben werden kann. Zur Verfügung gestellt wurde das Testmodell freundlicherweise vom Olight-Store.


Größenvergleich. Von links: Olight S2R Baton II, Emisar D4, Olight Warrior X Pro.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.


Bei Tageslicht

 


Kontroll-Schuss im Dunkeln.

 


Moonlight

 


Low

 


Mid

 


High

 


Turbo

 

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