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18. März 2022

Fireflies E07

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Eine günstige und für ihre Größe recht helle Lampe, die in mehreren Variationen erhältlich ist, bietet Fireflies mit der E07 an. Im Testlabor wurde die Edelstahl-Version mit sieben Osram-KW-CSLNM1.TG-LEDs unter die Lupe genommen.

 

Verpackung/Lieferumfang:
In einem Pappkarton sind neben der Lampe ein Trageclip, ein Lanyard, zwei Ersatz-O-Ringe, ein Reduzierröhrchen zum Betrieb mit einem 18650-Akku und eine kleine Karte, auf der die Funktionsweise der Lampe erklärt wird, enthalten. Zum regulären Lieferumfang zählt darüber hinaus auch noch eine Bedienungsanleitung, die beim Testmodell allerdings nicht dabei war.


Ausgeliefert wird die E07 in einem Pappkarton.

 


Der Inhalt der Verpackung.

 

Beschreibung der Lampe:
Länge: 113 mm
Linsenöffnung: 32,5 mm
Durchmesser Kopf: 37,5 mm
Durchmesser Tail: 28 mm
Gewicht: 114 g
Gewicht mit Akku: 182 g
Tailstand: ja.
Rollschutz: nur mit Trageclip.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: ja, Schlitze in der Tailcap, Öse am Lampenkopf.
wasserdicht: laut Hersteller gemäß IPX-6.
Stromversorgung: 1x 21700 LiIon, 1x 18650 LiIon.

 

Erstes Kennenlernen:
Da ich der Lampe durchaus mehr zutraue als die Wasserdichtigkeit gemäß IPX-6 (geschützt gegen starkes Strahlwasser) habe ich einen Test im Waschbecken durchgeführt. Und siehe da – die E07 hat ihn klaglos überstanden. Die IPX-7-Norm (Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen) erfüllt die Lampe auf jeden Fall, wenn nicht sogar die IPX-8-Norm (Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen). Aber so lange wollte ich nicht warten und begnüge mich mit der Auskunft, dass die Lampe auch mal in einen Bach oder Fluss fallen darf, ohne Schaden zu nehmen, denn dauerhaft wird man sie dort eher nicht liegen lassen.


Materialstärke Batterierohr.

 


Auf eine Schmierung der Gewinde hat man bei Fireflies komplett verzichtet. Aber auch komplett trocken gibt es keinerlei Probleme beim Auf- und Zuschrauben. Sowohl das Gewinde zur Tailcap (Bild) als auch das zum Lampenkopf läuft sauber ohne auch nur ansatzweise zu kratzen.

 


Lampenkopf, Batterierohr und Tailcap.

 


Die E07 mit montiertem Trageclip. Am Clip kann auch das mitgelieferte Lanyard befestigt werden.

 


Eine weitere Möglichkeit, ein Lanyard anzubringen, bietet eine Öse im Lampenkopf. Das im Lieferumfang enthaltene Lanyard kann hier allerdings nicht befestigt werden, da es lediglich über einen kleinen Karabiner und keine Schlaufe verfügt. Reingewürgt bekommen habe ich das Ding trotzdem, aber beim Versuch, den Karabiner wieder herauszubekommen, ist das Ding direkt zerbrochen. Kein Zeichen für Qualität, aber scheißt der Hund drauf – ich mag Lanyards sowieso nicht. Dennoch frage ich mich, warum Fireflies der Lampe zwei Möglichkeiten offeriert, ein Lanyard zu befestigen, und dann ein Lanyard mitliefert, mit dem die Öse im Lampenkopf überhaupt nicht genutzt werden kann. Darüber sollte der Hersteller vielleicht mal nachdenken.

 

Leuchteinheit:
Beim Testmodell kommen sieben Osram-KW-CSLNM1.TG-LEDs zum Einsatz, von denen jede in einer eigenen kleinen Optik hinter einer vergüteten Glaslinse sitzt. Die Farbtemperatur ist mit 6.500 Kelvin angegeben. Zusätzlich wurden zwölf Auxiliary-LEDs in „Ice Blue“ verbaut.


Beim Testmodell kommen sieben KW-CSLNM1.TG-LEDs von Osram zum Einsatz.

 

Bedienung:
Die E07 ist mit der Anduril-Firmware ausgestattet, die eine umfangreiche Programmierung ermöglicht. Alle Möglichkeiten dieser Programmierung hier zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Tests sprengen, daher beschränke ich mich auf die wesentlichen Punkte. Eine tolle deutschsprachige Anleitung, was mit Anduril alles möglich ist, hat steidlmick aus dem Taschenlampen-Forum verfasst. Diese Anleitung kann kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Einziges Bedienelement ist ein Seitenschalter im Lampenkopf, der über einen konkreten Druckpunkt verfügt. Ein- und ausgeschaltet wird die Lampe durch einen kurzen Druck auf den Schalter; die Helligkeit wird durch Gedrückthalten des Schalters verändert.


Der Schalter hat einen konkreten Druckpunkt und ist auch im Dunkeln gut zu ertasten.

 

Grundsätzlich gibt es zwei Bedienmöglichkeiten – per Ramping oder mit mehreren festen Leuchtstufen. Zwischen diesen beiden Möglichkeiten wechselt man, indem man bei eingeschalteter Lampe einen Dreifachklick ausführt.
Die Lampe verfügt über Memory und schaltet in beiden Modi immer in der Stufe ein, in der sie zuletzt ausgeschaltet wurde.

Apropos ausgeschaltet: Ist die Lampe ausgeschaltet, leuchten im Lampenkopf insgesamt zwölf blaue Aux-LEDs, die beim Auffinden der Lampe im Dunkeln oder beim nächtlichen Gang zum Klo hilfreich sind. Durch einen siebenfachen Klick auf den Schalter im ausgeschalteten Zustand kann die Lampe so programmiert werden, dass die Aux-LEDs blinken oder gar nicht leuchten. Was immer leuchtet, sind blaue LEDs im Schalter. Eine komplette Unterbrechung der Stromzufuhr wird durch leichtes Lösen der Endkappe erreicht. Großartig viel Strom aus dem Akku ziehen die sechs blauen LEDs indes nicht; nach zehn Stunden Dauerbetrieb habe ich anstatt der anfänglichen 4,20 Volt noch 4,19 Volt gemessen.


Hübsch anzusehen und durchaus nützlich – die Aux-LEDs.

 


Im ausgeschalteten Zustand der Lampe leuchten neben den Aux-LEDs auch vier LEDs im Schalter.

 


Ist die Lampe eingeschaltet, leuchten zwei LEDs im Schalter. Komplett unterbrochen werden kann die Stromzufuhr nur, indem man die Lampe leicht aufdreht.

 

Unabhängig vom gewählten Betriebsmodus startet die Lampe immer im dunkelsten Modus, wenn man den Schalter etwas weniger als eine Sekunde gedrückt hält.
Mit einem Doppelklick bei ausgeschalteter Lampe schaltet die Lampe in der hellsten Leuchtstufe ein.
Ein weiterer Doppelklick aktiviert den Turbo, der allerdings lediglich ein „Dragster-Modus“ ist. Denn die Lampe regelt einerseits schnell herunter und erwärmt sich andererseits extrem schnell, sodass man sie in einer taktischen Haltung schon nach wenigen Sekunden nicht mehr anfassen kann, weil man das Gefühl hat, der Handballen wird geröstet. In einer regulären Haltung kann man es etwas länger aushalten, da man den Lampenkopf nicht zwangsläufig anfassen muss. Aber zumindest zum Spielen und Auf-die-Kacke-Hauen ist der Turbo-Modus, der mit 6.500 Lumen angegeben ist, ein schönes Gimmick. Mangels Bedienungsanleitung kann ich die hellste Leuchtstufe unter dem Turbo nur grob per Ceiling-Bounce schätzen. Sie dürfte etwa um die 3.000 (plusminus 500) Lumen liegen.

Wird die Lampe im Ramping-Modus betrieben, rampt sie von dunkel nach hell. Wenn das Ramping unterbrochen und der Schalter innerhalb einer Sekunde erneut gedrückt und gehalten wird, ändert sich die Richtung. Genau so verhält sich die Lampe auch, wenn sie mit festen Leuchtstufen betrieben wird. Gedrückthalten = Lampe schaltet kontinuierlich hoch. Gedrückthalten unterbrechen und innerhalb einer Sekunde drücken und gedrückt halten = Lampe schaltet kontinuierlich runter.

Über Strobe und weiteres Geblinke verfügt die E07 ebenfalls. Zum Glück ist dieses Zeug aber so gut im UI versteckt, dass man es nicht aus Versehen aktivieren kann.

Da die Beschreibung der grundsätzlichen Bedienung schon deutlich länger ist als bei den meisten anderen getesteten Lampen auf dieser fabulösen Seite, gehe ich nicht weiter ins Detail, sondern beschränke mich darauf, stichpunktartig noch einige weitere Kunststücke aufzuführen, die die Lampe noch beherrscht.
– Akkustand anzeigen
– Momentlicht
– thermische Konfiguration
– Muggelmodus (Lampe funktioniert nur in den dunklen Leuchtstufen)
– Tastensperre

All das sind zusätzliche Features, die man nutzen kann aber nicht muss. Die Grundbedienung ist auf jeden Fall denkbar einfach und geht auch Menschen, die noch nie eine Taschenlampe in der Hand hatten, schnell in Fleisch und Blut über.

 

Stromversorgung:
Die Lampe kann wahlweise mit einem 21700-LiIon-Akku oder einem 18650-LiIon-Akku betrieben werden.


Mit dem Reduziehrrohr passt auch ein 18650-Akku in die Lampe.

 


Ob das Röhrchen mit dem güldenen Kontakt voran zum Plus- oder Minuspol der Lampe eingesetzt wird, spielt keine Rolle. Wichtig ist allerdings, dass der Pluspol des Akkus immer zum Lampenkopf zeigt. Sowohl beim Betrieb mit 21700-Akkus als auch beim Betrieb mit 18650-Akkus sollte man auf die Länge – respektive Kürze – der Stromversorger achten. Mit Flattop-Akkus funktioniert die Lampe problemlos. Akkus mit erhabenem Pluspol passen nur bedingt, vor allem dann, wenn es sich um geschütze Akkus handelt, die immer ein Stückchen länger sind. In diesen Fällen lässt sich die Lampe nicht mehr zuschrauben und leuchtet nicht.

 

Laufzeitmessung:
Der Test erfolgte mit einem Samsung INR-21700-40-T-Akku, wobei die Lampe in der hellsten Leuchtstufe betrieben und durch einen Ventilator gekühlt wurde.

Selbstverständlich durfte auch ein Test im „Dragster-Modus“ nicht fehlen.
Das entsprechende Diagramm seht ihr hier:

Fazit:
Das, was vorne aus der Lampe herauskommt, scheint eine Kombination aus Temperaturregelung und verbleibender Rest-Akkuspannung zu sein. Die Lampe möchte grundsätzlich immer wieder hochregeln, sobald eine bestimmte Temperatur unterschritten wird, darf dies aber nur, solange die verbleibende Akkuspannung es zulässt. Ab einer gewissen Restspannung des Akkus ist Schluss mit lustig, und es geht mit der Leuchtleistung einfach nur noch kontinuierlich bergab, wie im oberen Diagramm zu sehen ist. Beim „Dragster-Modus“-Test, der nicht auf Laufzeit ausgelegt war und den ich nach zehn Minuten beendet habe, geht es nach diesen zehn Minuten mit der Leuchtleistung selbstverständlich noch nicht kontinuierlich bergab.

 

Beam:
Bedingt durch die spezielle Optik ist der Hotspot nicht sonderlich ausgeprägt und geht sauber in einen breiten Sidespill über. Somit liefert die Lampe ein homogenes Lichtbild, und durch die schiere Leistung ist sogar ein wenig Reichweite drin. Tendenziell ist die E07 allerdings eher der Fluter-Fraktion zuzuordnen mit leichter Tendenz zum Allrounder.


Schuss auf die Scheibe mit der FF E07.

 

Resümee:
Mit der E07 von Fireflies bekommt man eine gut verarbeitete Taschenlampe zu einem absolut fairen Preis. Dank des Anduril-UIs sind die Möglichkeiten, die Einstellungen individuell zu gestalten, sehr vielfältig, aber bereits die Werkseinstellungen reichen für eine sinnvolle und problemlose Bedienung mehr als aus.
Durch die Möglichkeit, die Lampe in verschiedenen Gehäusefarben und mit verschiedenen LEDs zu ordern, kann sich jeder „seine“ E07 bestellen. Das von Fireflies freundlicherweise zum Test zur Verfügung gestellte Modell liegt bei 75 US-Dollar, die Grundausführungen sind bereits für 50 US-Dollar erhältlich (Stand: März 2022).
Da die Taschenlampenindustrie mittlerweile dazu übergegangen ist, einen Großteil der Produkte als Komplettpaket mit Akku und Lademöglichkeit per USB direkt an der Lampe auszuliefern, sollte erwähnt werden, dass die E07 ohne Akku und USB-Lademöglichkeit daherkommt. Akku und Lader müssen also zusätzlich erworben werden, falls nicht bereits vorhanden. Mich persönlich stört das nicht – ganz im Gegenteil, denn so bin ich beim Akku-Nachkauf nicht auf teure Spezialakkus angewiesen und muss nicht ständig nach irgendwelchen Kabeln suchen, die ich irgendwo verschlampt habe. Einfach den Akku in den Lader hauen, und schon wird alles gut.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.


Bei Tageslicht kurz vor dem großen Regen

 


Kontroll-Shot im Dunkeln nach dem großen Regen

 


Fireflies E07 im dunkelsten Modus. Wenn man im dunkelsten Modus keinen Unterschied zum Kontroll-Shot sieht, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass dieser Modus wirklich dunkel ist.

 

Da die einzelnen Leuchtstufen (im Auslieferungszustand sind es sieben) beliebig aus dem UI entfernt oder wieder reinprogrammiert werden können, erspare ich mir an dieser Stelle die ganzen Zwischenstufen und mache da weiter, wo es interessant wird.

 


Fireflies E07 hellste Stufe

 


Fireflies E07 Turbo

 


Emisar D4 XP-L Hi V2 5D

 


Lupine Betty TL2

 


Olight X7 Marauder Turbo

 


Olight X7 Marauder Turbo S

 

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