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24. August 2020

Olight RN800/RN120

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Mit der RN800 hat Olight eine neue Fahrradlampe im Programm, die durch die RN120 als Rücklicht ergänzt wird. Bevor der Testspaß losgeht, erwähne ich allerdings direkt, dass beide Lampen nach Paragraph Soundso der StVZO keine Zulassung für den Straßenverkehr in Deutschland besitzen.

 

Verpackung/Lieferumfang RN800:
In einem stabilen Pappkarton finden sich neben der Lampe ein Ladekabel von USB auf USB-C, Befestigungsmaterial zur Befestigung am Fahrradlenker, ein kleiner Inbusschlüssel und eine sehr, sehr knapp gehaltene Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen, die sich auf drei Sätze beschränkt.


Lieferumfang der RN800.

 

Beschreibung der Lampe:
Länge: 107,5 mm
Gewicht: 160 g
Stromversorgung: fest verbauter 21700-LiIon-Akku.


So sieht die RN800 aus der Nähe aus.

 


Den schraffierten Bereich nennt Olight „Blendschutzlinse“. Dadurch soll vermieden werden, dass der Gegenverkehr geblendet wird. Eine offizielle Zulassung für den Straßenverkehr hat die Lampe trotzdem nicht.

 


Lampenunterseite mit Befestigungsmöglichkeit am Fahrradlenker oder zur Nutzung als Helmlampe. Alle nötigen Adapter sowie ein kleiner Inbusschlüssel als Werkzeug liegen der Verpackung bei.

 

Verpackung/Lieferumfang RN120:
In einem stabilen Pappkarton sind neben der Lampe ein Ladekabel von USB auf Micro-USB, Befestigungsmaterial zur Befestigung am Fahrradrahmen und eine ebenfalls sehr, sehr knapp gehaltene Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen enthalten, die sich ebenfalls auf drei Sätze beschränkt.


Auch bei der RN120 ist alles dabei.

 

Beschreibung der Lampe:
Abmessungen: 34,9 mm x 32,7 mm x 32 mm
Gewicht: 26 g
Stromversorgung: interner Akku.


So sieht das kleine Rücklicht aus der Nähe aus.

 


Frontansicht.

 


Auf der Rückseite können die Adapter zur Befestigung am Radl-Rahmen angebracht werden.

 

Grundsätzliches:
Lampen mit fest verbauten und per Kabel ladbaren Akkus sind für den Endverbraucher zunächst mal einfach zu handhaben. Man bekommt ein Komplettpaket, bei dem nichts dazugekauft werden muss und muss sich dementsprechend erstmal keine Gedanken machen – zumindest solange nicht, bis die Akkus anfangen zu schwächeln und irgendwann überhaupt keine Kapazität mehr haben. Dann ist man darauf angewiesen, die Lampen an den Hersteller einzuschicken und gegen teures Geld die Akkus wechseln zu lassen.
Etwas unglücklich gelöst finde ich es, dass Scheinwerfer und Rücklicht zwei unterschiedliche Ladekabel benötigen. So muss man ständig mit zwei Kabeln hantieren, wenn man die RN800 und die RN120 als Bundle erwirbt. Darüber sollte Olight vielleicht langfristig mal nachdenken.

 

Bedienung RN800:
Ein- und ausgeschaltet wird die Lampe durch Gedrückthalten des Schalters auf der Oberseite. Durch einen kurzen Druck auf den Schalter bei eingeschalteter Lampe gelangt man rotierend durch drei Leuchtstufen, die von Olight wie folgt angegeben sind:

Low: 200 Lumen für 8 Stunden
Mid: 400 Lumen für 4 Stunden
High: 800 Lumen für 2 Stunden

Die Lampe verfügt über Memory und schaltet immer in der Leuchtstufe ein, in der sie zuletzt ausgeschaltet wurde.

Führt man während des Betriebs einen Doppelklick aus, kann man zwei weitere Modi aktivieren: mittelschnelles Blinken und eine Mischung aus Blinken und Strobe. Zwischen diesen beiden Modi kann durch einen Einfachklick gewechselt werden. Ein erneuter Doppelklick, und man gelangt in die dunkelste Leuchtstufe. Auch die Blinkstufen werden memorisiert – war die Lampe beim Ausschalten in einer dieser beiden Stufen aktiv, beginnt sie auch in dieser Stufe wieder.

Während des Betriebs informiert eine LED im Schalter grob über die Restspannung des Akkus. Folgende Informationen werden dabei von der Lampe herausgerückt:

grün = alles klar
rot = niedriger Akkustand
rot blinkend = Akku schleunigst nachladen


Bedient wird die RN800 mit einem Schalter auf der Lampenoberseite. Während des Betriebs informiert eine LED im Schalter über die Restspannung des Akkus. Bei ausgeschalteter Lampe kann man den Schalter kurz drücken, um ebenfalls über den Akkustand informiert zu werden.

 

Bedienung RN120:
Die Grundbedienung ist bei beiden Lampen identisch. Auch die RN120 wird durch Gedrückthalten des Schalters oben auf dem Lampengehäuse ein- und ausgeschaltet. Durch einen kurzen Druck auf den Schalter wechselt sie rotierend zwischen folgenden Leuchtstufen (Herstellerangaben):

Low: 20 Lumen für 5:10 Stunden
Mid: 45 Lumen für 2:50 Stunden
High: 80 Lumen für 1:30 Stunden

Ein weiterer Modus nennt sich „Auto Brake“ und ist mit 120 Lumen angegeben. Dieser Modus kann offenbar ausschließlich durch Erschütterungen der Lampe und nicht mittels des Schalters erreicht werden. Vermutlich schaltet die Lampe bei starkem Bremsen oder wenn man irgendwie mit dem Rad umfällt, automatisch in diesen Modus. Wenn man während des Betriebs auf die Lampe haut, wechselt sie ebenfalls in diesen Modus.
Durch einen Doppelklick bei eingeschalteter Lampe landet man in einem Modus, in dem die Lampe runter- und wieder hochdimmt, durch zwei einzelne Klicks blinkt sie schnell, durch einen weiteren Doppelklick blinkt sie in der Mitte und leuchtet außen relativ hell.
Meine ganz bescheidene Meinung: Too much. Wofür braucht man dermaßen viel Blinkzeug hinten an einem Fahrrad? Die zweite Ebene hätte man sich durchaus auch sparen können. Schließlich tanzt man mit einem Fahrrad nicht in der Disco; vielmehr geht es es einzig und allein darum, im Dunkeln von hinten gesehen zu werden, und dafür hätten die drei unterschiedlich hellen Leuchtmodi völlig ausgereicht.

Bei ausgeschalteter Lampe informiert ein kurzer Druck auf den Schalter durch eine LED im Schalter grob über die Restspannung des Akkus.


Durch einen kurzen Druck auf den Schalter bei ausgeschalteter Lampe informiert eine LED darüber, wie es um den Akku bestellt ist.

 

Stromversorgung RN800:
Olight verwendet in der Lampe einen fest verbauten 21700-Akku mit einer angegebenen Kapazität von 4.000 mAh, der über ein USB-C-Kabel geladen wird.
Während des Ladevorgangs blinkt eine rote LED im Schalter. Bei komplett geladenem Akku leuchtet die LED dauerhaft grün.

Stromversorgung RN120:
Beim Rücklicht kommt ein fest verbauter Akku zum Einsatz, über den ich bisher noch nichts in Erfahrung bringen konnte, der via USB auf USB Micro geladen wird. Den Satz, den ich bezüglich des Ladevorgangs der RN800 geschrieben habe, kann ich 1:1 beim RN-120-Akku übernehmen. Also mache ich das auch und zitiere mich selbst: „Während des Ladevorgangs blinkt eine rote LED im Schalter. Bei komplett geladenem Akku leuchtet die LED dauerhaft grün.“

 

Es fehlt was…
Lampenfreunde dürften an dieser Stelle den Laufzeittest vermissen; Radler die Information, wie die beiden Lampen denn nun genau am Fahrrad befestigt werden. Zu beidem bin ich in der Kürze der Zeit, in der dieser Test stattfinden musste, leider nicht gekommen, da mir nur anderthalb Tage zur Verfügung standen, um den kompletten Text zu schreiben und die Bilder zu schießen, und obendrein habe ich auch noch ein Leben neben der Lampenwelt.
Ich gehe aber davon aus (für die Lampenfreunde), dass die Lampen ebenso exzellent geregelt sind wie alle anderen Olight-Lampen, die ich bisher unter meinen Fittichen hatte, (und für die Radler), dass die Befestigungen die Lampen bombenfest sowie dauerhaft in Position halten.

 

Resümee:
Mit der RN800 (Scheinwerfer) und RN120 (Rücklicht) bietet Olight eine Kombination fürs Fahrrad an, die für sämtliche Alltagssituationen mehr als ausreichend sein dürfte – nicht ohne einige kleine Schwächen zu offenbaren. Nicht wechselbare Akkus sind nach mehreren Jahren mit erheblichen Zusatzkosten verbunden, da sie im Normalfall nur vom Hersteller ersetzt werden können. Und zwei unterschiedliche USB-Kabel – falls man die Lampen als Bundle erwirbt – finde ich ein wenig unglücklich gelöst. Abgesehen davon, bekommt man mit der RN800 und der RN120 ein leistungsstarkes Paket, das sich nicht hinter anderen Fahrradbeleuchtungen verstecken muss.
Dazu kommt die Verarbeitungsqualität von Olight, die unbestritten sein dürfte. Nicht zuletzt deswegen ist dieser Hersteller schon seit Jahren erfolgreich auf dem hart umkämpften Markt vertreten und von selbigem nicht mehr wegzudenken.
Ob man die nicht vorhandene Zulassung für den Straßenverkehr als Manko wertet, ist Gewissenssache. Mich persönlich stört es nicht, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es Polizisten gibt, die einem bei einer Kontrolle deswegen an die Karre – respektive den Rahmen – pissen. Meist sind die Gesetzeshüter einfach nur froh, wenn ein Fahrrad überhaupt über eine Beleuchtung verfügt.
Die RN800 ist zu einem regulären Verkaufspreis von 59,95 Euro erhältlich, die RN120 für 34,95 Euro (Stand: August 2020). Zur Verfügung gestellt wurden die Testlampen freundlicherweise von Olight.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.


Bei Tageslicht

 


Kontroll-Shot im Dunkeln

 


Olight RN800 Low

 


Olight RN800 Mid

 


Olight RN800 High

 


Kontroll-Shot im Dunkeln: Garagentor auf 20 Meter Entfernung

 


Olight RN120 20 Lumen

 


Olight RN120 45 Lumen

 


Olight RN120 80 Lumen

 


Olight RN120 120 Lumen

 

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