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19. Dezember 2010

Geocaching-Special: Led Lenser vs Fenix

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Bei Nachtcaches stellt sich unweigerlich die Frage nach der „ultimativen“ Lampe. Doch gibt es die überhaupt? Bezüglich der Hersteller fallen häufig zwei Namen: Led Lenser und Fenix, die durch eine Fokussierfunktion (Led Lenser) bzw. einen festen Fokus (Fenix) unterschiedliche Konzepte verfolgen. Sicherlich gibt es nicht nur von Fenix und Led Lenser noch zahlreiche weitere Lampen, die ebenfalls für einen Nachtcache geeignet sind, aber dieses Feld ist zu groß, um es „mal eben“ zu beackern. Daher beschränkt sich die Auswahl der vorgestellten Lampen auf einige, die häufig praktische Anwendung finden.
Dieser Vergleich war in ähnlicher Form bereits in der ersten Ausgabe des Geocaching-Magazins zu lesen. Obwohl die aktuelle Entwicklung auf dem LED-Sektor ständig voranschreitet, gehören die hier vorgestellten Lampen noch längst nicht zum alten Eisen, und dieser Vergleich kann Neueinsteigern zumindest eine kleine Orientierung bieten.


Die Kandidaten
Zum Test traten an: Die Zweibrüder-Lampen Led Lenser P7 und Led Lenser M1 sowie die Fenix-Modelle TK12 und LD20. Stellvertretend für die Led Lenser P7 steht auch die T7, die bis auf ein etwas anderes Gehäuse identisch ist. Die Testlampen wurden freundlicherweise vom Flashlightshop, von Zweibrüder und vom Taschenlampen-Papst zur Verfügung gestellt.
Verwendet werden bei den Zweibrüder-Lampen Cree 7090 XR-E-LEDs, bei Fenix sind es Cree 7090 XP-G-LEDs, die über eine etwas größere Helligkeit und einen breiteren Abstrahlwinkel verfügen.

Led Lenser vs Fenix 002
Die Testkandidaten. Von links: Led Lenser M1, Led Lenser P7, Fenix TK12, Fenix LD20.

Länge
Led Lenser M1: 96,5 mm
Led Lenser P7: 133 mm
Fenix TK12: 138 mm
Fenix LD20: 151,5 mm
Gewicht
Led Lenser M1: 74 g
Led Lenser P7: 196 g
Fenix TK12: 172 g
Fenix LD20: 114 g
Lumen laut Hersteller
Led Lenser M1: 155
Led Lenser P7: 200
Fenix TK12: 280
Fenix LD20: 205
Preis in Euro
Led Lenser M1: 45 – 69
Led Lenser P7: 45 – 69
Fenix TK12: 70 – 75
Fenix LD20: 53 – 60

 

Led Lenser vs Fenix 003
Die Werte der P7 gelten auch für die T7. Bis aufs Gehäuse sind die Lampen identisch.


Batterieversorgung
Bei der P7 und der LD20 kommen herkömmliche Alkali-Batterien bzw. Akkus der Baugröße AAA (P7: vier Stück) sowie AA (LD20: zwei Stück) zum Einsatz. Zwar wird von Zweibrüder der Einsatz von Akkus bei der P7 nicht empfohlen, da sie mehr Leistung abgeben als Batterien, die LED dadurch zuviel Strom bekommt und ihre Lebensdauer sinkt. In der Praxis indes ist das irrelevant, denn bis die LED, die von Led Lenser mit einer Lebensdauer von 100.000 Stunden angegeben ist (was fast 11 ½ Jahren Dauerbetrieb entspricht), aufgrund der Verwendung von Akkus das Zeitliche segnet, wird der Großteil der jetzigen Cacher allenfalls noch mit Rollator durch den Wald spazieren. Neben Kostenersparnis und Umweltschutz bietet die Verwendung von Akkus in der P7 noch einen weiteren Vorteil: Abgesehen von der Anfangshelligkeit, die mit Batterien höher ist, was sich allerdings bereits nach wenigen Minuten ändert, liefert die Lampe beim Akkubetrieb über fast die gesamte Laufzeit eine gleichbleibende Helligkeit, während sie mit Batterien kontinuierlich dunkler wird.
Eine von Beginn an gleichbleibende Helligkeit liefern die LD20 und die TK12. Beide Lampen verfügen dazu über eine elektronische Regelung. Die TK12 wird mit zwei CR123A-Batterien (3,0 Volt), hierzulande auch als „Fotobatterien“ bekannt, oder alternativ mit einem 18650-Lithium-Ionen-Akku (3,7 Volt) betrieben. Für diesen Akku ist ein spezielles Ladegerät erforderlich, das übers Internet bestellt werden kann oder auch in manchen Shops erhältlich ist. Preislich geht es bei etwa 20 Euro los. Verschiedene Shops bieten auch ein Gesamt-Lampenpaket inklusive Ladegerät und Akku an.

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Die Lampen und ihre Batterieversorgung. Die M1 wird mit einer CR123A-Batterie betrieben. Die P7 benötigt vier AAA-Batterien oder Akkus. Bei der LD20 kommen zwei AA-Batterien oder Akkus zum Einsatz. Die TK12 kann wahlweise mit einem 18650-Akku oder zwei CR123A-Batterien gespeist werden.


Die Led Lenser M1 wird ausschließlich mit einer CR123A-Batterie betrieben. Während diese Batterien in Fotoläden oder Elektronik-Fachmärkten zu horrenden Preisen angeboten werden, sind sie im Internet schon für etwa 1,50 Euro pro Stück erhältlich. Beim Umgang mit diesen Zellen ist allerdings Vorsicht geboten, vor allem bei Verwendung mehrerer Batterien in einer Lampe, da sie eine enorme Energiedichte haben und im schlimmsten Fall sogar „explodieren“ können. Doch keine Angst – besagten Fällen ging immer grobe Fahrlässigkeit oder Unwissenheit der Benutzer voraus. Wer die drei Grundsätze beherzigt, keine Billigprodukte zu verwenden, niemals Zellen verschiedener Hersteller zusammen zu nutzen und niemals Batterien mit unterschiedlicher Restkapazität zusammen zu verwenden, ist auch mit CR123A-Batterien auf der sicheren Seite.
Beim Batterie/Akkuwechsel offenbart sich ein Nachteil der P7. Während bei den anderen Testkandidaten lediglich der Akku/die Akkus in den Lampenkörper gesteckt wird/werden, müssen bei der P7 vier Batterien aus einer entsprechenden Halterung gefummelt und wieder eingesetzt werden. Bei Tageslicht ist das noch ohne Probleme möglich, aber nachts, im dunklen Wald…

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Bei der P7 müssen vier Batterien in diese Halterung eingesetzt werden. Im Dunkeln kann das zu einem Geduldsspiel werden.


Bedienung
An dieser Stelle eine detaillierte Bedienung aller Lampen zu beschreiben, würde den Rahmen des Tests sprengen, daher kann sie nur grob angerissen werden. Beide Fenix-Lampen verfügen über vier Helligkeitsstufen, die durch Festziehen und Lösen des Lampenkopfs (TK12) bzw. Antippen des Clickys sowie Festziehen und Lösen des Lampenkopfs (LD20) angewählt werden. Zusätzlich verfügt die TK12 über einen Strobe-Modus und die LD20 über Strobe und SOS.
Die Modi der Led-Lenser-Lampen werden durch Drücken/Antippen des Clickys durchgeschaltet. Beide Lampen verfügen über zwei Helligkeitsstufen. Darüber hinaus gibt es noch den „Turbo-Modus“ bei der P7, der eine um 15 Prozent höhere Lichtausbeute ermöglicht sowie eine Strobe-Funktion bei der M1.
Vielseitig einsetzbar sind alle vier Testkandidaten. Die beiden Fenixe haben einen festen Fokus und verfügen über einen Reflektor. Das Lichtbild ist homogen und durch die verschiedenen Helligkeitsstufen sowohl als Lauflicht als auch zur Reflektorsuche gut geeignet. Die höhere Reichweite erzielt die TK12.

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Die Kandidaten von vorne. Von links: Led Lenser M1, Led Lenser P7, Fenix TK12, Fenix LD20.

 

Die Led-Lenser-Lampen haben keinen Reflektor, sondern verfolgen ein gänzlich anderes Konzept: Vor der LED sitzt eine Plastiklinse, die in einem Tubus vor und zurück geschoben werden kann. Dadurch lässt sich der Lichtstrahl stufenlos von Streulicht auf Punktlicht verstellen. Von der Ausgewogenheit des Lichtbilds her können beide Lampen nicht mit den Fenix-Modellen mithalten, da die Fokussierfunktion durch zahlreiche Ringe im Lichtbild erkauft wird. Dafür kann die P7 durch Reichweite punkten, die bei kompletter Fokussierung höher ist als bei den Fenix-Modellen. Auch die kleinste Lampe im Test, die M1, kommt für ihre Größe erstaunlich weit und übertrifft die LD20.

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Während Led Lenser-Lampen eine Linse verwenden, die in einem Tubus vor- und zurückgeschoben werden kann (links), kommt bei Fenix ein Reflektor aus Aluminium zum Einsatz.


Leuchtdauer
Gemessen wurde die Leuchtdauer unter „Extrembedingungen“, sprich in der jeweils höchsten Stufe der Lampen, bis die Helligkeit merklich nachließ (20%). Die beiden Fenix-Lampen lieferten bis zum Ende der Laufzeit ein gleichbleibend helles Licht, während die Led-Lenser-Konkurrenz bereits vorher in der Helligkeit nachließ, was der fehlenden Regelung geschuldet ist. Wird die Led Lenser P7 mit Batterien betrieben, beginnt die Helligkeitsabnahme direkt nach dem Einschalten und setzt sich über die gesamte Laufzeit kontinuierlich fort. Die M1 stellte beim Test einen Sonderfall dar. Um die LED vor Überhitzung zu schützen, regelt die Lampe nach zwei Minuten Dauerbetrieb in der hellsten Stufe die Helligkeit herunter. Durch Ausschalten und Wiedereinschalten steht die volle Helligkeit anschließend wieder zur Verfügung. Um die Werte dennoch halbwegs vergleichen zu können, wurde die Lampe im Abstand von wenigen Minuten regelmäßig aus- und wieder eingeschaltet und dabei durch einen Ventilator gekühlt.
Test Leuchtdauer
Led Lenser M1: 60 Minuten (CR123A-Batterie)
Led Lenser P7: 75 Minuten (AAA-Akkus, 800mAh)
Fenix LD20: 115 Minuten (AA-Akkus, 2100mAh)
Fenix TK12: 140 Minuten (18650-Akku, 2400mAh)

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Lichtbilder im Vergleich. Von links: Led Lenser M1, Led Lenser P7 (beide komplett fokussiert), Fenix LD20, Fenix TK12.

 

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Led Lenser M1 defokussiert

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Led Lenser M1 fokussiert

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Led Lenser P7 defokussiert

Led Lenser vs Fenix 012
Led Lenser P7 fokussiert

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Fenix LD20

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Fenix TK12


Verarbeitung/Praxistauglichkeit
Hier hat Fenix die Nase vorn. Die Lampen sind besser verarbeitet, und auch die Anodisierung (Beschichtung) ist hochwertiger, da beim Kontakt mit harten Gegenständen kratzfest. Darüber hinaus sind beide Fenix-Lampen wasserdicht, während die Zweibrüder-Produkte lediglich spritzwassergeschützt sind. Einem Regenguss oder einer Pfütze trotzen auch die Led-Lenser-Lampen, aber falls sie in eine Pfütze oder einen Bach fallen sollten, ist Vorsicht geboten. Denn durch den Schiebefokus wird Wasser in die Lampe eingesogen. In einem solchen Fall gilt: Lampe trocknen und erst dann wieder fokussieren. Auch in Punkto Handling können die Fenix-Produkte Vorteile verbuchen. Sie sind griffiger (insbesondere mit nassen oder feuchten Händen) und verfügen über einen Rollschutz, während die Led Lensers beim Hinlegen gerne eine Eigendynamik entwickeln und davon rollen.

Led Lenser vs Fenix 015
Bei den Wasserspielen sind die Zweibrüder-Lampen nur Zuschauer. Die Fenix-Modelle sind wasserdicht, während die Led-Lenser-Lampen lediglich spritzwassergeschützt sind. Durch den Schiebefokus kann Wasser in die Lampen eindringen.


Fazit
Led Lenser oder Fenix – hier werden sich auch weiterhin die Geister scheiden, da beide Hersteller unterschiedliche Konzepte verfolgen. Was Verarbeitung, Handling, Lichtbild und Leuchtdauer betrifft, sind die Fenix-Lampen die bessere Wahl. Dafür sind die Zweibrüder-Lampen durch die Fokussierfunktion vielseitiger. Eine eindeutige Kaufempfehlung kann daher nicht ausgesprochen werden. Denn letztlich muss jeder für sich abwägen, wo er die Prioritäten setzt. Ein Fehlkauf jedenfalls ist keiner der Testkandidaten. Ich persönlich verwende in der Praxis ausschließlich Lampen mit Fixfokus, da mich das Lichtbild fokussierbarer Lampen ziemlich nervt, aber das ist bekanntlich Geschmackssache. Günstig erhältlich sind die Lampen in der Regel bei Amazon.
Led Lenser M1
Led Lenser P7
Fenix LD20
Fenix TK12

 

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