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14. Februar 2011

Led Lenser M14

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Led Lenser M14 001
Die M14 von Led Lenser bietet eine breite Nahbereichsausleuchtung und eine ordentliche Reichweite bei noch handlichen Abmessungen.


Verpackung/Lieferumfang:
In einem stabilen Karton sind neben der Lampe vier Batterien zum Betrieb, ein Gürtelclip, ein Lanyard, eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen, eine kleine Karte mit den Kurzbefehlen für die einzelnen Betriebsmodi und eine Led-Lenser-Werbebroschüre enthalten.

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Lieferumfang der M14.


Beschreibung der Lampe:
Länge defokussiert: 160,5 mm
Länge fokussiert: 172 mm
Linsenöffnung: 37 mm
Durchmesser Kopf: 47 mm
Durchmesser Tail: 39 mm
Gewicht: 261 g
Gewicht mit Akkus: 365 g
Gewicht mit Batterien: 355 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: nein.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: ja, Öse an der Tailcap.
wasserdicht: spritzwassergeschützt.
Besonderheiten: Die Verbindung zwischen Batteriemagazin und LED-Einheit erfolgt über eine Cinch-Buchse. Auf einen Reflektor wurde verzichtet, stattdessen wurde eine Linse verbaut, die mit dem Lampenkopf stufenlos vor- und zurückgeschoben werden kann, um zwischen Streulicht und stark fokussiertem Licht zu wechseln. Und noch mal stattdessen: Das ehemals bei Led-Lenser-Lampen mitgelieferte Holster wurde auch bei der M14 durch einen Gürtelclip ersetzt.

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Ein Cinch-Kontakt sorgt für den Stromfluss.

 

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Im Gürtelclip kann die Lampe rundum gedreht werden. Mein persönlicher Freund ist dieses Utensil nicht, denn die Lampe sitzt darin derart stramm und fest, dass es einiges an Kraft bedarf, sie daraus zu befreien.

 

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Größenvergleich. Oben: Led Lenser M7, unten: Led Lenser M14.


Bedienung:
Eingeschaltet wird die M14 mit einem Forward-Clicky, der auch die gesamte Steuerung der Helligkeitsstufen übernimmt. Der Clicky hat einen weichen Druckpunkt und ist angenehm zu bedienen; ein versehentliches Einschalten ist dennoch ausgeschlossen. Die Lampe verfügt über insgesamt drei Modi. Im ersten, von Zweibrüder als „Professional Mode“ bezeichnet, stehen nach dem Einschalten durch mehrmaliges Antippen des Schalters folgende Leuchtstufen zur Verfügung: hell; dunkel (15%); Blinken; SOS; Strobe. Im „Easy Mode“ wechselt die Lampe zwischen den Leuchtstufen hell und dunkel (15%), und im „Tactical Defense Mode“ zwischen hell und Strobe. Der jeweils zuletzt eingestellte Modus wird nach dem Ausschalten gespeichert. Der Wechsel zwischen den drei Modi geschieht durch viermaliges Antippen und anschließendes Durchdrücken des Clickys und wird von der Lampe durch Blinken bestätigt. Die Modi werden in der Reihenfolge Professional-Easy-Tactical aktiviert. Das Antasten des Schalters, ohne ihn durchzudrücken, gibt bei ausgeschalteter Lampe für die Dauer des Haltens 130 Prozent Helligkeit in allen drei Modi. Im Professional- sowie im Easy-Modus ist zusätzlich eine stufenlose Dimmung möglich. Wenn man bei eingeschalteter Lampe auf heller Stufe den Clicky leicht antippt und hält, schaltet die Lampe in den dunklen Modus und rampt von dort herauf und wieder herunter.
Übergeordnet sind allen drei Modi zwei so genannte „Energieprogramme“. Im „Energy Saving Modus“ fällt die Ausgangshelligkeit nach etwa zwei Minuten auf 50 Prozent und nach etwa 25 Minuten auf 15 Prozent, die zur Verfügung stehen, bis die Batterien leer sind. Im „Constant Current Modus“ fällt die Ausgangshelligkeit nach etwa zwei Minuten auf 60 Prozent. Durch Aus- und Wiedereinschalten bzw. zweimaliges Antippen des Clickys bei eingeschalteter Lampe stehen wieder 100 Prozent zur Verfügung. Der Wechsel zwischen den Energieprogrammen geschieht durch achtmaliges Antippen und anschließendes Durchdrücken des Clickys und wird ebenfalls durch Signale von der Lampe bestätigt. Was sich kompliziert lesen mag, ist in der Praxis schnell erlernt. In der Regel wird man sich ohnehin in den meisten Fällen dauerhaft für eines der Energieprogramme und einen der drei Modi entscheiden.
Durch Vor- und Zurückschieben des Lampenkopfs kann zwischen Streulicht und fokussiertem Licht gewechselt werden. Dreht man den Lampenkopf gegen den Uhrzeigersinn, wird er arretiert und kann sich nicht ungewollt verstellen. Bedingt durch den Schiebefokus ist die Lampe allerdings lediglich spritzwassergeschützt. Ein Regenguss macht der Lampe jedoch nichts aus.

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Sämtliche Funktionen werden über den Clicky gesteuert.

 

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Der eigentliche Schalter sitzt hinten am Batteriemagazin.

 

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Die Arretier-Funktion: Ins Gegenstück zum Lampenkopf wurde eine Aussparung gefräst.

 

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Ein Kunststoffring unter der LED-Einheit ist mit einer Nase versehen, die in die Aussparung greift. In der abgebildeten Stellung kann die Lampe fokussiert werden.

 

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Wenn man den Lampenkopf gegen den Uhrzeigersinn dreht, drückt der Ring dagegen und sorgt dafür, dass sich der Lampenkopf nicht ungewollt verstellen kann.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben wird die M14 mit vier AA-Batterien/Akkus, die in eine entsprechende Halterung eingesetzt werden. Laut Hersteller liefert die Lampe im hellsten Modus 225 Lumen. Die Laufzeit ist mit 95,5 Stunden angegeben, bezieht sich allerdings darauf, bis die Lampe noch einen Lichtstrom von 1 Lumen liefert und ausgeht, was für einen Praxistest irrelevant ist.
Gemessen wurde in Test 1 die Gesamtlaufzeit im Constant Current Modus mit Alkalines und LSD-Akkus (Sanyo Eneloop mit einer Kapazität von 2.000mAh) sowie in Test 2 die Gesamtlaufzeit bei Maximalleistung, ebenfalls mit beiden Stromversorgern. Da die Lampe automatisch nach etwa zwei Minuten die Helligkeit herunterregelt, wurde sie bei Test 2 unmittelbar zu Beginn jedes Herunterregelns aus- und wieder eingeschaltet, um durchgängig die maximale Leistung zur Verfügung zu haben.
Bei allen Tests war die Lampe komplett fokussiert und wurde durch einen Ventilator gekühlt.

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Nach etwas mehr als zwei Minuten begann die Lampe mit beiden Stromversorgern, herunterzuregeln. Nach sieben Minuten lag der gemessene Wert mit Alkalines bei 16.400 Lux, mit Eneloops bei 16.200 – quasi die „60-Prozent-Stufe“, obwohl es anhand der gemessenen Werte etwas mehr als 60 Prozent der Maximalleistung waren. Während diese Stufe mit Alkalines nicht gehalten wurde – die Werte stiegen anschließend wieder an – harmonierte die Lampenelektronik mit den Eneloops wesentlich besser.
Nach 67 Minuten wurde mit Alkalines ein Wert von 20.700 Lux erreicht. Ab diesem Punkt wurde die Lampe schnell dunkler. Nach 96 Minuten schaltete sie ab. Beim Betrieb mit Eneloops stieg der Wert erst zum Ende der Laufzeit an. Nach 135 Minuten wurden 20.000 Lux gemessen, anschließend wurde die Lampe dunkler und schaltete nach 161 Minuten ab. Ausgehend von der „60-Prozent-Stufe“ ist die Laufzeit mit Eneloops annähernd doppelt so hoch wie mit Alkali-Batterien.

 

Led Lenser M14 012
Ersichtlich wird aus der Tabelle nicht nur die deutlich längere Laufzeit mit den LSD-Akkus; auch die während der Messung angezeigten Werte sind deutlich konstanter als mit Alkaline-Batterien. Interessant ist, und das wird nicht aus der Tabelle ersichtlich, wie diese zustande kamen: Während beim Betrieb mit Alkalines der Wert schon nach wenigen Minuten nach jedem Aus- und Wiedereinschalten bei 16.400 Lux lag (so lange die Batterien noch entsprechend Leistung abgeben konnten) und von der Elektronik erst wieder hochgeregelt werden musste, lag der Wert mit Eneloops bei jedem Einschalten über 22.000 Lux. Mit Alkalines schaltete die Lampe nach 89 Minuten ab, mit Eneloops nach 121. Dennoch ist beim Betrieb mit Eneloops ein Akkuwechsel schon bei stark nachlassender Helligkeit ratsam. Bei beiden Testläufen lag die Leerlaufspannung der Akkus unmittelbar nach dem Abschalten bereits bei knapp unter 1 Volt.
Fazit: Die Regelelektronik der Lampe funktioniert im Großen und Ganzen so, wie sie soll. Am Luxmeter sind zwar Schwankungen messbar; im Praxisbetrieb indes fällt das nicht weiter störend ins Gewicht. Lediglich beim Betrieb mit Alkali-Batterien kann die „60-Prozent-Stufe“ nicht gehalten werden, was im Praxisbetrieb allerdings kein Nachteil ist, da die Lampe über einen längeren Zeitraum nicht dunkler, sondern heller wird und sich das lediglich in einer verkürzten Laufzeit äußert. LSD-Akkus sind bezüglich Laufzeit und Konstanz gegenüber Alkali-Batterien die deutlich bessere Wahl. Ein Wärmeproblem hat die Lampe nicht, auch ohne zusätzliche Kühlung ist ein Dauerbetrieb in der hellsten Stufe möglich.

Led Lenser M14 013
Das Batteriemagazin wirkt, trotz jeder Menge Kunststoff, gut verarbeitet. Die Batterien/Akkus können nicht von alleine herausfallen und sitzen stramm im Magazin.


Leuchteinheit:
Hinter einer Kunststofflinse verrichtet eine Cree 7090 XR-E-LED ihre Dienste.

Led Lenser M14 014
Die Leuchteinheit der M14.

 

Led Lenser M14 015
Die Linse ist aus Kunststoff gefertigt. Im rauhen Praxiseinsatz ein Nachteil, der mindestens genau so schlimm ist wie die Schreibweise „rau“ nach der Rechtschreibreform, da eine Plastiklinse deutlich anfälliger für Kratzer ist als eine Glaslinse. Hier wurde nicht nur am Gewicht, sondern auch an der falschen Stelle gespart.


Beam:
Durch das Fokussiersystem bedingt, sind in allen Einstellungen einige Ringe im Beam zu sehen. Die Einen mag das stören, die Anderen weniger. Je nach Fokuseinstellung wird entweder ein großes Areal im Nahbereich oder ein kleines auf die Entfernung ausgeleuchtet.

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„White-wall-beamshot“ M14 defokussiert. Das „Ei“ links oben ist nicht der Lampe, sondern meiner schlechten Retusche der Flecken an der Wand geschuldet.

 

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„White-wall-beamshot“ M14 fokussiert.


Resümee:
Um die zahlreichen Funktionen der Led Lenser M14 zu beschreiben, bedarf es schon einer ganzen Menge Text, wie dieser Test zeigt. Dabei ist die M14 jedoch keinesfalls kompliziert zu bedienen, sondern einfach nur sehr vielseitig. Die Programmierung der einzelnen Modi geht einem schnell in Fleisch und Blut über. Wünschenswert wäre ein zusätzlicher Modus, in dem die maximale Helligkeit über die gesamte Laufzeit konstant gehalten wird, ohne nach zwei Minuten automatisch abzufallen. Auch eine Glaslinse sollte in dieser Preisklasse Pflicht sein. Die M14 ist kompakt, liegt gut in der Hand und ist auch mit Handschuhen problemlos zu bedienen, dabei aufgrund der durchgängig glatten Oberfläche allerdings nicht sonderlich griffig. Für jemanden, der möglichst viel Licht benötigt, ist die Lampe weniger interessant, denn die verwendete LED stammt aus der vorletzten Generation. Andere aktuelle Lampen gleicher oder kleinerer Baugröße liefern wesentlich mehr Licht als die M14. Doch dies ist sicherlich auch nicht die Zielgruppe, zumal die Helligkeit für fast alle praktischen Anwendungen mehr als ausreichen dürfte. Freizeitaktivisten, Leute, die mit dem Hund Gassi gehen, Angler, Polizisten, die zusätzlich zur Dienstlampe eine Zweitlampe suchen oder Geocacher, die eine einzige Lampe zur Wegausleuchtung und Reflektorsuche nutzen, dürften an der Lampe ihren Spaß haben. Der ist allerdings nicht ganz billig: Die Lampe steht derzeit für 119 Euro (Stand: Februar 2011) in den Regalen.
Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Zweibrüder, weitere Infos sind auf der Herstellerseite www.zweibrueder.com zu finden. Erhältlich ist die Lampe unter anderem hier.

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Als Vergleich: die Led Lenser M7 als „kleinerer Bruder“ und die Fenix TK11 als Vergleichsmodell mit herstellerseitig ähnlich angegebenem Lumenwert (240) als Lampe mit Reflektor und Fixfokus.

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Led Lenser M14 defokussiert

 

Led Lenser M14 019
Led Lenser M7 defokussiert

 

Led Lenser M14 020
Led Lenser M14 fokussiert

 

Led Lenser M14 021
Led Lenser M7 fokussiert

 

Led Lenser M14 022
Fenix TK11

 

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