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13. März 2011

Led Lenser M7R

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Led Lenser M7R 001
Die M7R von Led Lenser ist die Akkuvariante der M7. Doch die beiden Modelle unterscheiden sich nicht nur durch die Stromversorger.

Da die M7 bereits im April 2010 auf dieser Seite in einem Preview getestet wurde, beschränkt sich dieser Test auf die M7R und die Unterschiede zwischen den beiden Lampen.

Verpackung/Lieferumfang:
In einem Hartplastikkoffer finden sich neben der Lampe ein Akku zum Betrieb, ein Ladeadapter, ein Gürtelclip, ein Lanyard, eine Halterung zur Wandbefestigung nebst Dübeln und Schrauben, eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen, eine kleine Karte, auf der die Schaltbefehle für die einzelnen Modi kurz erklärt werden sowie eine Werbebroschüre des Herstellers.

Led Lenser M7R 002
Lieferumfang der M7R.


Beschreibung der Lampe:
Länge defokussiert: 157 mm
Länge fokussiert: 165,5 mm
Reflektoröffnung: 31 mm
Durchmesser Kopf: 37 mm
Durchmesser Tail: 29,5 mm
Gewicht: 157 g
Gewicht mit Akku: 205 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: nein.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: ja, Loch in der Tailcap.
wasserdicht: spritzwassergeschützt.
Besonderheiten: Die Lampe verfügt statt eines Reflektors über eine Linse. Durch Vor- und Zurückschieben des Lampenkopfs ist der Lichtkegel fokussierbar.

Led Lenser M7R 003
Nicht wirklich dickwandig, aber ausreichend stabil für ein Lampenleben: der Body der M7R.


Bedienung:
Ein Forward-Clicky schaltet die Lampe ein. Durch Antippen und Halten desselben wird für die Dauer des Haltens der „Boost-Modus“ mit 130 Prozent Lichtausbeute aktiviert. Drückt man den Clicky durch, schaltet die Lampe in der hellsten Leuchtstufe (100 Prozent) ein. Die M7R verfügt über insgesamt drei Modi. Werkssetig voreingestellt ist der „Professional Modus“, der über die Leuchtstufen hell-dunkel-Blinken-SOS-Strobe verfügt. Im „Easy Modus“ kann zwischen hell und dunkel gewählt werden und im „Tactical Defense Modus“ zwischen hell und Strobe. Das Anwählen der Modi geschieht durch viermaliges Antippen und anschließendes Durchdrücken des Clickys. Die Modus-Reihenfolge ist „Professional Modus“-„Easy Modus“-„Tactical Defense Modus“. Der jeweils zuletzt angewählte Modus wird gespeichert. Im Professional Mode und im Easy Mode verfügt die Lampe über eine Dimm-Funktion. Wenn bei eingeschalteter Lampe in der hellen Stufe der Clicky leicht gedrückt und gehalten wird, wechselt die Lampe in den dunklen Modus und rampt von dort herauf und wieder herunter. Ist die gewünschte Helligkeit erreicht, lässt man den Clicky los, und die gewählte Helligkeit wird als Dauerlicht aktiviert, allerdings nicht gespeichert.
Allen drei Modi übergeordnet sind die beiden Energieprogramme „Energy Saving Modus“ und „Constant Current Modus“. Während im Energiesparmodus die maximale Helligkeit für etwa zwei Minuten gehalten wird, die Lampe dann mit 50 Prozent Leuchtkraft leuchtet und nach etwa 25 Minuten mit 15 Prozent, die bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden, wird die Helligkeit im „Constant Current Modus“ nach etwa zwei Minuten auf 60 Prozent reduziert und bis Laufzeitende gehalten.
Durch Vor- und Zurückschieben des Lampenkopfs kann zwischen Streulicht und fokussiertem Licht gewechselt werden. Wenn man den Lampenkopf nach links dreht, wird er arretiert und kann sich nicht ungewollt verstellen. Erreicht wird das durch einen Kunststoffring, der unter der LED-Einheit sitzt und über eine kleine Nase verfügt. Die entsprechende Aufnahme befindet sich im Verbindungsstück zwischen Lampenkopf- und Körper. Durch eine Linksdrehung wird der Ring geöffnet und drückt von innen gegen das Verbindungsstück.

Led Lenser M7R 004
Die Feststellfunktion: Eine Kunststoffnase in einem Ring unter der LED-Einheit…

Led Lenser M7R 005
…sitzt in einer entsprechenden Aufnahme.

Led Lenser M7R 006
Wenn man den Lampenkopf nach links dreht, öffnet sich der Ring, drückt von innen gegen das Verbindungsstück und sorgt dafür, dass sich der Lampenkopf nicht ungewollt verstellen kann.



Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben wird die Lampe mit einem 18650-Akku, der mit dem mitgelieferten Ladeadapter, aber auch mit jedem herkömmlichen LiIon-Akku-Ladegerät, geladen werden kann. Allerdings gestaltet sich die Entnahme des Akkus aus der Lampe nicht ganz einfach. Der Akku sitzt derart fest im Halter, dass er nur mit Werkzeug oder einem flachen Gegenstand wieder heraus zu bekommen ist, was einen Akkuwechsel im Dunkeln erschwert. Angegeben ist die M7R mit maximal 220 Lumen für 20,5 Stunden, wobei sich letzterer Wert auf den Energiesparmodus bezieht und zwar darauf, bis die Lampe noch einen Lichtstrom von 1 Lumen liefert und ausgeht. Zum ersten Test trat die Lampe gemäß ihrer „Bestimmung“, nach zwei Minuten herunterzuregeln, an. Beim zweiten Test wurde die Laufzeit beim durchgängigen Betrieb in der hellsten Stufe getestet. Dazu wurde die Lampe, sobald der Maximalwert beim Herunterregeln um mehr als 500 Lux unter den nach jeder Messung erreichten Höchstwert fiel, aus- und wieder eingeschaltet. Beide Messreihen wurden im „Constant Curent Modus“ durchgeführt. Als Stromversorger diente der mitgelieferte Akku mit einer angegebenen Kapazität von 2.200mAh. Zur prophylaktischen Kühlung wurde ein Ventilator zugeschaltet.
Praxistest Laufzeitmessung Constant Current Modus:
beim Einschalten: 16.400 Lux
nach 3 Minuten: 15.700 Lux
nach 5 Minuten: 14.500 Lux
nach 10 Minuten: 12.300 Lux
nach 15 Minuten: 12.300 Lux
nach 30 Minuten: 12.500 Lux
nach 45 Minuten: 12.800 Lux
nach 60 Minuten: 12.900 Lux
nach 75 Minuten: 13.000 Lux
nach 90 Minuten: 13.100 Lux
nach 105 Minuten: 13.200 Lux
nach 120 Minuten: 13.300 Lux
nach 135 Minuten: 13.400 Lux
nach 150 Minuten: 13.600 Lux
nach 165 Minuten: 13.800 Lux
Nach 170 Minuten wurde die Lampe merklich dunkler. Nach 180 Minuten wurden noch 6.400 Lux gemessen. Der entnommene Akku hatte eine Leerlaufspannung von 3,18 Volt. Nachdem die Lampe dunkler wird, sollte man den Akku also besser direkt wechseln.
Anhand der gemessenen Werte fällt einerseits auf, dass die 60-Prozent-Stufe des Constant Current Modus in der Praxis eine 75-Prozent-Stufe ist. Die 12.300 Lux, die nach zehn Minuten erreicht wurden, entsprechen genau einer Einbuße von 25 Prozent gegenüber des Ausgangswertes. Im weiteren Verlauf der Messung stieg der Wert wieder leicht an, bis der Akku den entsprechenden Strom nicht mehr liefern konnte, in der Praxis also bis zum Ende der sinnvoll nutzbaren Akkukapazität.
Praxistest Laufzeitmessung bei maximaler Helligkeit:
beim Einschalten: 16.400 Lux
nach 15 Minuten: 16.700 Lux
nach 30 Minuten: 17.300 Lux
nach 45 Minuten: 17.800 Lux
nach 60 Minuten: 16.800 Lux
nach 75 Minuten: 16.200 Lux
nach 90 Minuten: 16.000 Lux
nach 105 Minuten: 15.500 Lux
nach 120 Minuten: 14.800 Lux
nach 135 Minuten: 14.100 Lux
nach 150 Minuten: 10.500 Lux
Nach 155 Minuten wurden nach dem Hochregeln der Lampe noch 7.700 Lux gemessen und damit mehr als fünfzig Prozent Verlust an Leistung gegenüber dem Ausgangswert – Testabbruch. Die gemessene Leerlaufspannung des Akkus unmittelbar nach Entnahme betrug 3,30 Volt.
Interessant zu beobachten war, dass die Luxwerte zunächst nach jedem Wiedereinschalten auf zunehmend höhere Maximalwerte anstiegen als zu Beginn der Messung. Nach 50 Minuten lieferte der Akku nicht mehr die dafür nötige Kapazität, was zur Folge hatte, dass die Maximalwerte ab diesem Punkt fielen.
Fazit: Die Lampe ist gut geregelt, lediglich die eingebaute Elektronik sorgt dafür, dass die M7R nicht durchgängig „volle Pulle“ darf. Betreibt man die Lampe kontinuierlich mit maximaler Helligkeit, hat sie nach 100 Minuten fünf, nach zwei Stunden zehn Prozent ihrer Ausgangshelligkeit eingebüßt, was überdurchschnittlich gute Werte sind. Wenn die Helligkeit im Praxisbetrieb nachlässt, genügt es, die Lampe ein- und wieder auszuschalten, damit die volle Power wieder zur Verfügung steht. Die bei praktischen Anwendungen erzielten Laufzeiten dürften deutlich länger sein als die im Test ermittelten, da man die Lampe nicht ständig in der hellsten Stufe betreiben wird. Ein thermisches Problem hat die Lampe nicht; auch ohne jegliche Kühlung wird sie nicht mehr als handwarm.

Led Lenser M7R 007
Der Ladevorgang: Der magnetische Ladeadapter wird einfach auf das Endstück gesetzt.

 

Led Lenser M7R 008
Während des Ladens leuchtet die Anzeige rot. Ist der Ladevorgang beendet, wechselt die Farbe auf grün.

 

Led Lenser M7R 009
Knackpunkt Akkuwechsel: Die Feder im Akkuhalter…

Led Lenser M7R 010
…sorgt dafür, dass der Akku extrem stramm im Halter sitzt. Ohne Hilfswerkzeug ist er nicht wieder herauszubekommen. Eine Tatsache, die im Praxisbetrieb nervt und einen eventuell nötigen Akkuwechsel unnötig erschwert. Auch mit kürzeren 18650-Akkus ergibt sich das gleiche Bild. Eine Feder, die weniger Druck auf den Akku ausübt, wäre eine sinnvolle Lösung.

 

Led Lenser M7R 011
Wie bei (meines Wissens) allen aktuellen Modellen, hat Zweibrüder der Lampe eine Regelelektronik spendiert, die im Kopf sitzt.


Leuchteinheit:
Eine Cree XR-E-LED sorgt für Licht. Die Linse besteht aus Kunststoff. Ein Reflektor wurde nicht verbaut.

Led Lenser M7R 012
Kein aktuelles Bild, aber auch keine Veränderung gegenüber der abgebildeten M7: Die Linse besteht nach wie vor aus Kunststoff. Warum Zweibrüder keine Glaslinse verwendet, die längst nicht so anfällig gegenüber Verkratzen ist, erschließt sich mir nicht.


Beam:
Durch den verschiebbaren Lampenkopf kann der Abstand von der LED zur Linse variiert werden. Dementsprechend liefert die Lampe fokussiertes Licht oder Streulicht. Je nach Einstellung sind mehr oder weniger Ringe zu sehen, die allerdings für eine fokussierbare Lampe normal sind. Manche Nutzer mag das stören, andere nicht.

Led Lenser M7R 013
„White-wall-beamshot“ M7R defokussiert.

 

Led Lenser M7R 014
„White-wall-beamshot“ M7R fokussiert.


Zubehör:
Wer möchte, kann seine Lampe auch an die Wand nageln. Ein entsprechender Halter samt Dübeln und Schräubchen zählt ebenso zum Lieferumfang wie ein Gürtelclip. Im Gürtelclip kann die Lampe gedreht werden, sodass man auch aus der Hüfte leuchten kann. Wer die Lampe lieber in der Hand hält, sollte vom Gürtelclip als Transportmittel absehen. Denn man braucht einiges an Kraft, um die Lampe aus dem Clip zu befreien. Mit einer Hand ist das äußerst mühselig, mit zwei Händen umständlich. Verlieren kann man die Lampe im Gürtelclip nicht, aber das galt auch für das Holster, das bei älteren Led-Lenser-Modellen statt des Clips zum Lieferumfang gehörte und die weitaus bessere Lösung war.

Led Lenser M7R 015
Das schwedische Möbelhaus mit dem Elch lässt grüßen: Mit dem, im Lieferumfang enthaltenen, Zubehör kann der Lampenhalter an der Wand befestigt werden.

 

Led Lenser M7R 016
Sekt oder Selters? Der Gürtelclip.

 

Led Lenser M7R 017
Keine optimale Lösung. Denn die Lampe kann nur mühselig aus diesem unpraktikablen Utensil befreit werden.


M7R vs M7:
Der äußerlich auffallendste Unterschied ist zunächst mal die Länge. Die M7R ist rund 20 Millimeter länger als die M7, was durch die Länge des Akkus bedingt ist. Mit 205 Gramm inklusive Akku ist die M7R auch zwölf Gramm schwerer als ihr Zweibrüder-Bruder.
Die Lampenköpfe sind identisch, wie auch der verwendete LED-Typ. Bei der M7R wurde ein anderer Schalter verbaut, da über selbigen der Akku geladen wird.
Der am wenigsten sichtbare Unterschied ist der gravierendste: Die Stromversorgung. Im Gegensatz zum 18650-Lithium-Ionen-Akku der M7R wird die M7 durch vier AAA-Zellen mit Strom versorgt. Die M7R ist dabei auf Grund der fortschrittlicheren Stromversorgung klar im Vorteil. Während bei der M7 bereits nach einer Stunde im Constant Current Modus Schicht im Schacht ist, bringt es die M7R auf fast die dreifache Laufzeit.

Led Lenser M7R 018
Größenvergleich. Links die M7R, rechts die M7.

 

Led Lenser M7R 019
Der Größenunterschied ist durch die unterschiedlichen Stromversorger bedingt. Während die M7R (oben) von einem 18650-Akku gespeist wird, sorgen bei der M7 vier AAA-Zellen für Licht.

 

Led Lenser M7R 020
Die Schaltzentralen. M7 (links), M7R (rechts).


Resümee:
Die M7R ist eine vielseitig verwendbare Lampe mit handlichem Format. Die Verarbeitung ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange, aber ausreichend für ein langes Lampenleben. Laufzeit und Regelung überzeugen. Schade ist nur, dass man der Lampe keinen Modus spendiert hat, in dem sie mit kontinuierlicher Helligkeit betrieben werden kann. Allerdings reicht auch die Leistung nach dem automatischen Herunterregeln für die meisten Anwendungen aus. Wer es gerne richtig hell mag, wird ohnehin zu einer stärkeren Lampe greifen. Größter Kritikpunkt ist die Linse, die bei einer Lampe dieser Preisklasse nicht aus Kunststoff gefertigt sein darf. Wer ein Freund von Lampen mit verstellbarem Fokus ist und den Einstieg in die LiIon-Technik sucht, wird mit der M7R zufrieden sein. Für Nutzer, die bereits über entsprechende Akkus und ein Ladegerät verfügen, lohnt sich der Kauf aufgrund des hohen Mehrpreises für Akku und Ladeadapter nicht. Wünschenswert wäre eine alternative Variante der M7R, die ohne Ladeadapter und Akku angeboten wird und das zu einem moderateren Preis, was den potentiellen Käuferkreis sicherlich erweitern würde. Ein Nachteil ist, dass der Akku so fest in der Aufnahme des Batteriehalters sitzt, dass er nur mit Hilfswerkzeug heraus zu bekommen ist. Erhältlich ist die Lampe zu einem Preis von knapp 150 Euro (Stand: März 2011).
Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Zweibrüder. Weitere Informationen finden sich auf der Herstellerseite www.zweibrueder.com Erhältlich ist die Lampe unter anderem hier.

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 1,5 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Als Vergleich: Die Wolf-Eyes Krait als Lampe mit ebenfalls verstellbarem Fokus sowie die Inova T4 als Lampe mit Fixfokus und gleichmäßiger Ausleuchtung und die Solarforce Skyline1 als Lampe mit Fixfokus aus der Thrower-Abteilung.

Led Lenser M7R 021
M7R defokussiert

 

Led Lenser M7R 022
M7R fokussiert

 

Led Lenser M7R 023
Wolf-Eyes Krait defokussiert

 

Led Lenser M7R 024
Wolf-Eyes Krait fokussiert

 

Led Lenser M7R 025
Inova T4

 

Led Lenser M7R 026
Solarforce Skyline1

 

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