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5. Juni 2011

Geocaching-Special: Kombination Led Lenser P7 und H7

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Led Lenser P7 und H7 001
In einem Paket der Firma Zweibrüder mit Testlampen waren neben einigen neueren Modellen auch eine P7 und eine H7 enthalten – beides Lampen, die ich auf dieser Seite schon vor geraumer Zeit getestet habe.

 

So kam mir der Gedanke zu diesem Geocaching-Special, zumal sich ja gerade diese beiden Lampen in Cacherkreisen großer Beliebtheit erfreuen. Obwohl ich persönlich mit anderen Kalibern unterwegs bin, soll dieser Bereicht aufzeigen, dass auch eine Kombination beider Lampen durchaus Sinn machen kann.

Ausgangspunkt war die Überlegung, dass beide Lampen fokussierbar sind. „Schlimm genug!“, werden die einen sagen, „Super!“, die anderen. Dem Rest dürfte es egal sein, solange die Lampen Licht machen. Also habe ich versucht, möglichst unvoreingenommen an die ganze Sache heran zu gehen.

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Led Lenser H7 (links) und P7.


Der praktische Teil
Schauen wir uns zunächst mal die Lampen an. Die aktualisierte Version der P7 unterscheidet sich äußerlich nicht von der „alten“ P7, abgesehen davon, dass der Schalter jetzt gummiert ist. Angegeben ist die aktuelle Version mit 200 Lumen im Gegensatz zu 180 Lumen des Vorgängers. Die 20 Mehr-Lumen der neueren Ausführung der P7 sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Am Luxmeter wurde die aktualisierte Version mit 1.900 Lux mehr gemessen, allerdings bedingen bereits geringe Unterschiede in der maximalen Fokuseinstellung deutlich höhere Werte, wie an anderer Stelle noch zu sehen sein wird. Belassen wir es also dabei, dass es gut ist zu wissen, dass man eine hellere Lampe hat, wenn man die P7 jetzt neu kauft, aber sich diejenigen, die noch eine alte Version haben, nicht zu grämen brauchen. Und mal ganz davon ab – nach aktuellen Maßstäben ist „hell“ ohnehin eine andere Liga…

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Links die aktualisierte Version der P7 mit gummierter Endkappe und 20 Mehr-Lumen.

 

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Der Batteriehalter der P7. Ein Battriewechsel im Dunkeln gestaltet sich ein wenig fummelig.

 

Der einzige äußerliche Unterschied zwischen der H7 und der H7R besteht darin, dass bei der H7R eine Ladebuchse ins Kabel integriert wurde. Der passende Lader ist im Lieferumfang enthalten. Auch von den Leistungsdaten her sind beide Lampen identisch. Die Helligkeit kann bei beiden Lampen durch einen Schieberegler am Batterie/Akkufach stufenlos verstellt werden.

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Die H7R (links) verfügt über eine Ladebuchse.

 

Unschön gelöst ist die Verstellung des Neigunswinkels. Hier entpuppt sich die H7(R) als Wolf im Schafspelz. Von außen sieht alles, trotz Kunststoffs, noch vertrauenerweckend aus. Schaut man jedoch hinter die Kulissen, wird schnell klar, dass diese Lampe nicht für die Ewigkeit gebaut ist, zumindest dann nicht, wenn man sie häufig in der Neigung verstellt. Das Gegenstück zur Rasterung am Lampenkopf besteht aus einer dünnen Plastikzunge, die aus der Grundplatte ausgefräst wurde. Wie bei meiner privaten H7R ersichtlich, ist das keine gute Lösung.

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Kritikpunkt Verstellmechanismus. Von außen hui…

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…von innen pfui. Die dünne Plastikzunge, die für die Verstellung des Neigungswinkels zuständig ist, wurde aus der Grundplatte ausgefräst. Nicht sonderlich stabil, wie die Bruchstelle zeigt.


Der theoretische Teil
„Wichtig iss auffm Platz“ hat Fußball-Legende Adi Preißler gesagt. Und da darf auch schon mal gedopt… …nicht doch… …aber schließlich wollen wir die Lampe ja auch möglichst effektiv nutzen. Von offizieller Seite darf man die P7 nicht mit Akkus befeuern. Aber als hochoffizieller Lampentester kann man solche Experimente schon mal wagen (zumal meine private P7 schon seit zwei Jahren erfolgreich und ausschließlich mit Akkus betrieben wird).
Der Grund dafür, dass die Lampe eigentlich nicht mit Akkus betrieben werden soll, ist der, dass Led Lenser der Lampe keine Regelung mit auf den Weg gegeben hat und lediglich der Innenwiderstand der Batterien dafür sorgt, wieviel Strom an der LED ankommt. Der Innenwiderstand der im Test verwendeten Eneloop-Akkus ist deutlich geringer als der von Alkaline-Batterien, was zur Folge hat, dass die Akkus über einen längeren Zeitraum einen höheren Strom abgeben können, während Batterien wesentlich schneller einknicken und die Leuchtkraft schneller abnimmt. Bei einer angegebenen LED-Lebensdauer von 100.000 Stunden spielt es allerdings keine große Rolle, ob der Akku-Betrieb tatsächlich die Lebensdauer verkürzt. Selbst, wenn wir von einer übertriebenen Lebensdauer-Verkürzung von 50 Prozent ausgehen, bleiben noch 50.000 Betriebsstunden. Was im Klartext bedeutet, dass man mit der Lampe immer noch sechs Jahre ununterbrochen am Stück leuchten kann. Und so lange steht im Laufe eines Lebens noch nicht mal ein Berufskraftfahrer vor roten Ampeln.
Dass das „Akku-Doping“ den Nutzwert der Lampe deutlich steigert, zeigt die folgende Tabelle.

Led Lenser P7 und H7 008
Unsere „100-Prozent-Marke“ ist nicht der Wert unmittelbar nach dem Einschalten, sondern der nach fünf Minuten gemessene Wert, wenn die LED ihre Betriebstemperatur erreicht hat. Beim Betrieb mit Batterien hat die P7 bereits nach 20 Minuten mehr als zehn Prozent des Ausgangswertes eingebüßt (beim Akkubetrieb nach 50 Minuten), nach etwas mehr als einer halben Stunde fast 20 Prozent. Beim Betrieb mit Eneloops sind es zu diesem Zeitpunkt gerade mal sechs Prozent – ein Unterschied, der auch mit bloßem Auge deutlich erkennbar ist. Nach 70 Minuten lag der Lichtverlust mit Alkalines bei 50 Prozent – Testabbruch. Mit LSD-Akkus wurden die 50-Prozent nach 81 Minuten erreicht. Zwar funzelt die Lampe mit beiden Stromversorgern dunklerwerdenderweise noch eine Weile vor sich hin, aber das kann nicht Sinn und Zweck einer Taschenlampe sein.

Auch bei den beiden Stirnlampen wirkt die richtige Stromversorgung Wunder. Die H7 funktioniert ebenfalls problemlos mit Akkus, sogar besser als mit Batterien, auch wenn die maximale Helligkeit zu Beginn etwas unter der beim Betrieb mit AAA-Batterien liegt. Dafür fällt sie beim Akkubetrieb deutlich langsamer ab.
Gemessen wurden beide Lampen mit LSD-Akkus (Sanyo Eneloop, 800 mAh) als Stromversorger. Alternativ wurde die H7R mit den mitgelieferten Akkus von Led Lenser getestet und die H7 mit herkömmlichen Alkali-Batterien. Bei allen Messungen wurden beide Lampen auf maximalen Fokus eingestellt. Als 100-Prozent-Wert wurde auch hier der nach fünf Minuten gemessene Wert zugrunde gelegt.
Die deutlich unterschiedlichen Werte zwischen der H7 und der H7R in der Tabelle sind darauf zurückzuführen, dass die H7 sich stärker fokussieren ließ. Dies dürfte jedoch weniger ein spezifischer Unterschied zwischen der H7 und der H7R sein, sondern vielmehr auf eine gewisse Serienstreuung der gesamten Baureihe zurückzuführen sein. Der Gesamtoutput ist bei beiden Testkandidaten annähernd gleich.

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Ein direkter Vergleich zwischen den gemessenen Luxwerten macht den Sinn und Zweck der Messung aufgrund besagter stärkerer Fokussierung der H7 im Test nicht wirklich deutlich. Betrachtet man jedoch die grün eingefärbten Zahlen (Werte gerundet), die den tatsächlichen Leistungsverlust gegenüber der Maximalhelligkeit darlegen, werden auch hier zwei Dinge klar.
Erstens: Die Werte beim Betrieb mit LSD-Akkus sind bei der H7 und der H7R ähnlich. Die Toleranzen zwischen beiden Lampen liegen während der ersten 50 Minuten immer innerhalb von maximal vier Prozent. Was zeigt, dass auch die H7 keinen Deut schlechter mit Akkus funktioniert.
Zweitens: Vergleicht man diese prozentualen Werte nun mit denen, die beim Betrieb mit herkömmlichen NiMh-Akkus (in diesem Fall den mitgelieferten von Led Lenser) oder AAA-Alkali-Batterien gemessen wurden, fällt auf, dass letztere Werte deutlich schneller fallen und sinnvoll nutzbares Licht schon nach kurzer Zeit nicht mehr verfügbar ist. Vor allem beim Betrieb mit Alkalines ist das drastisch: Nach 20 Minuten hat die Lampe bereits 25 Prozent ihrer Ausgangsleistung eingebüßt, während es beim Akkubetrieb gerade mal 1,3 Prozent (bzw 3.8 Prozent bei der H7R) sind. Nach 70 Minuten lagen die Werte mit allen Stromversorgern bei unter 50 Pozent, was den Testabbruch zur Folge hatte.

Fazit:
Auch wenn die P7 und die H7 offiziell nicht für den Akkubetrieb „freigegeben“ sind, machen doch beide mit Akkus eine wesentlich bessere Figur als beim Betrieb mit Alkaline-Batterien. Während die Lampen mit Alkaline-Batterien vom Zeitpunkt des Einschaltens an über die gesamte Laufzeit immer dunkler werden, wird die Helligkeit mit LSD-Akkus über einen längeren Zeitraum wesentlich konstanter aufrechterhalten. Was schlicht und einfach daran liegt, dass die Eneloops quasi den Job übernehmen, für den bei anderen Lampen die Regelelektronik zuständig ist, auf die Zweibrüder bei diesen Lampen (und auch bei der H7R) leider verzichtet hat.
Zur Ehrenrettung der Alkalis sei gesagt, dass alle Werte im Dauerbetrieb auf der hellsten Stufe gemessen wurden. Nachts, auf Cachetour im dunklen Wald werden die wenigsten die Lampe(n) ständig auf Vollgas betreiben, sodass man auch mit Alkali-Batterien durchaus einen Nachtcache bestreiten kann.
Am Herzen liegt mir noch, dass ich die Verwendung von Akkus in der P7 und der H7 ausdrücklich empfehle, aber keine Haftung für irgendwelche Folgeschäden übernehme, die aus dieser Empfehlung resultieren könnten. Feige? Nein, nur nicht doof! Und noch was: Bei Verwendung von Akkus in Led-Lenser-Lampen, die vom Hersteller nicht für den Betrieb mit Akkus ausgelegt sind, erlischt die Garantie.

Die Kombination P7/H7(R) in der Praxis:
Was können wir also nun mit zwei fokussierbaren Lampen an der Stirn und in der Hand anfangen? Eine Möglichkeit ist, jeweils eine der beiden Lampen als Hauptlampe zu benutzen und die andere als Ergänzung, etwa an Stationen oder bei der Reflektorsuche. Durch die Fokussierbarkeit ist bei beiden Lampen beides möglich, sowohl die Ausleuchtung direkt vor den Füßen als Lauflampe oder zum Lesen von Beschreibungen oder am Final als auch die Suche nach Reflektoren.
Denkbar ist auch die Kombination Lauflicht/Fernlicht, bei der eine der beiden Lampen defokussiert für die Wegausleuchtung sorgt und die andere, auf maximalen Fokus eingestellt, für die Reflektorsuche zuständig ist. Für alles andere gilt: selbst ein wenig experimentieren.

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Einsatz als Lauflampe: Bei defokussierter Einstellung werden der Bereich vor den Füßen… …oh Mist, falsches Schuhwerk… …und der Nahbereich gleichmäßig ausgeleuchtet.

 

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Einsatz bei der Reflektorsuche: In fokussierter Einstellung erzielen beide Lampen eine ordentliche Reichweite.

 

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Kombination beider Lampen. In diesem Fall fungiert die H7 in defokussierter Einstellung als Lauflicht, die P7 fokussiert als Suchlampe.


Gesamtfazit:
Wer nachts im dunklen Wald mit der P7 und der H7 bzw. der H7R unterwegs ist, hat nicht die schlechteste Kombination zwischen Hand- und Stirnlampe gewählt. Durch die Fokussierbarkeit beider Lampen bietet diese Kombination viele Möglichkeiten. Nachteilig ist, dass Led Lenser Plastik- statt Glaslinsen verwendet. Sogar bei den meisten billigen Chinalampen ist eine Glaslinse mittlerweile Standard. Weiterhin sind beide Lampen durch den verstellbaren Fokus nicht wasserdicht (einen Regenguss überstehen sie jedoch problemlos), und die Verstellung des Neigungswinkels bei den Kopflampen ist schlecht gelöst, weil der Mechanismus eine Sollbruchstelle darstellt. Angesichts der in Cacherkreisen immer noch weit verbreiteten Maglites mit Birnchen ist die Helligkeit immens; im Vergleich zu dem, was Lampen gleicher Größe mit aktuellen LEDs zu leisten vermögen, eher durchschnittlich. Zum Cachen reicht das, was vorne an Licht herauskommt, allerdings für jeden Nachtcache mehr als aus. Die Listenpreise liegen bei 69,90 Euro für die P7 und 59,90 Euro für die H7 bzw. 79,90 Euro für die H7R (Stand: Juni 2011). Da alle Lampen allerdings längst fast überall erheblich günstiger angeboten werden, bekommt man die Kombination aus Hand- und Stirnlampe bereits für deutlich weniger als 100 Euro.
Die aktuelle P7 und die H7 wurden freundlicherweise von Zweibrüder zur Verfügung gestellt und für den Vegleichstest durch meine privaten Lampis ergänzt. Weitere Infos finden sich auf der Herstellerseite www.zweibrueder.com Günstig kann man die Lampen in der Regel bei Amazon schießen.
Led Lenser H7
Led Lenser H7R
Led Lenser P7

 

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