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23. Juli 2011

Xeno E03 V2

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Die Xeno E03 V2 passt in jede Handtasche. Ist sie mehr als eine Ergänzung zum Schminkzeug? Und: Ist sie sexy?


Verpackung/Lieferumfang:
Ausgeliefert wird die Lampe in einer Metallbox, die ebenfalls noch in eine Handtasche passt. Dabei sind ein Ersatzschalter, zwei Ersatz-O-Ringe und eine englischsprachige Bedienungsanleitung. Die Lampe ist in mehreren Farben und Lichtfarben erhältlich. Zum Test stand das Modell in „Rose Red“ mit „Cool White“-LED zur Verfügung.

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Lieferumfang der E03 V2. Wenn man den Inhalt entfernt, können in der praktischen Box auch Lippenstift, Wimperntusche und Nagellack aufbewahrt werden. Oder für den Herren: Schrauben und Nägel. Oder für Kinder: Sammelbilder und Zahnspangen. Oder Fischfutter. Oder…


Beschreibung der Lampe:
Länge: 96,5 mm
Reflektoröffnung: 17 mm
Durchmesser Kopf: 21,5 mm
Durchmesser Tail: 21 mm
Gewicht: 49 g
Gewicht mit Akku: 75 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: ja, in der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.

Nach dem Auspacken entpuppte sich die Lampe zunächst als kleine Diva, die sich von mir nicht anmachen lassen wollte. Wenn man hinten drückte, kam vorne nichts raus. Kurz überbrückt – Licht. Aha, also der Schalter. Auseinandergeschraubt – kein Fehler zu entdecken. Wieder zusammengeschraubt – angeschaltet – immer noch Diva. Der Fehler fand sich schließlich in der Tailcapfeder, die keinen Kontakt herstellte. Nach einigen kleinen Dehnübungen wollte die Diva dann auch wie sie sollte.

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Nein, hier hat niemand zu feste gedrückt. Die „Griffmulden“ sind auch bei anderen Xeno-Lampen zu finden.

 

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„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste…“ Beim Auf- und Zuschrauben quietschte die Lady freudig erregt. Ein wenig Vaseline half ihr auf die Sprünge.

 

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Für eine kleine Lampe ist die Materialstärke mehr als ausreichend.

 

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Soso, in der Kleinen steckt also ein Tiger…


Leuchteinheit:
Eine Cree XP-G-R5-LED macht die Lady helle. Wenig ladylike ist die Orangenhaut des Reflektors, die hier allerdings ausnahmsweise mal einen Sinn hat. Bei der Linse geht’s ans Eingemachte. Der Hersteller spricht von einer „High quality toughened mineral-glass-lens, precision polish the edge for impact-resistant.“ Mehrere Übersetzungsprogramme sprechen von einer „Hohe Qualität härtete Mineral Glaslinse, Präzision polieren den Rand für schlagfest.“ Ein Mädel der härteren Gangart mit Sprachfehler also…

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Ein OP-Reflektor sorgt für eine gleichmäßige Lichtverteilung. Und welche Frau kann schon von sich behaupten, dass sie einen nachleuchtenden Dichtring hat?


Stromversorgung/Laufzeittest:
Ihre Geheimnisse entlocken kann man der Dame auf zwei Arten: Sanft und schmeichelnd mit einem NiMh-Akku/einer AA-Batterie oder auf die harte Tour mit einem 14500-LiIon-Akku. Mit beiden Stromversorgern soll das kleine Luder eine Stunde am Stück können. Der Unterschied liegt in der Helligkeit. Während mit einer AA-Zelle 140 Lumen erreicht werden, geht die Kleine richtig ab, wenn sie mehr gefordert wird. Scharfe 220 Lumen entströmen ihr bei dieser Behandlung. Zum Test musste das Baby selbstverständlich auf alle erdenklichen Arten ran, und ebenso selbstverständlich bei voller Belastung. Damit es nicht zu heiß herging, wurde ein Ventilator zugeschaltet.
Praxistest Laufzeitmessung LiIon 14500 (750mAh):
beim Einschalten: 2.900 Lux
nach 5 Minuten: 2.500 Lux
nach 10 Minuten: 2.400 Lux
nach 20 Minuten: 2.100 Lux
nach 30 Minuten: 1.900 Lux
nach 40 Minuten: 1.300 Lux
Nach 45 Minuten wurden noch 500 Lux gemessen, der Akku entnommen und mit 3,01 Volt Leerlaufspannung gemessen.

Praxistest Laufzeitmessung NiMh-Akku (2.000 mAh):
beim Einschalten: 1.400 Lux
nach 5 Minuten: 1.200 Lux
nach 10 Minuten: 1.200 Lux
nach 20 Minuten: 1.100 Lux
nach 30 Minuten: 1.100 Lux
nach 40 Minuten: 1.000 Lux
nach 50 Minuten: 800 Lux
Nach 55 Minuten wurden noch 200 Lux gemessen. Der Akku wurde nach Entnahme noch mit 0,89 Volt Leerlaufspannung gemessen.

Praxistest Laufzeitmessung AA-Batterie (Alkaline):
beim Einschalten: 1.400 Lux
nach 5 Minuten: 1.000 Lux
nach 10 Minuten: 900 Lux
nach 20 Minuten: 300 Lux
Die Batterie hatte zu diesem Zeitpunkt eine Leerlaufspannung von 1,26 Volt. Wie bei vielen aktuellen Lampen bricht die Spannung der Batterie unter Leistung ein. Zwar erholt sie sich nach einiger Ruhezeit wieder zumindest soweit, dass für einen kurzen Zeitraum wieder mehr Helligkeit zur Verfügung steht, bricht aber anschließend umso schneller wieder ein.
Fazit: Am besten kommt der Treiber mit NiMh-Akkus klar. Die Lichtausbeute ist damit zwar geringer, dafür über die gesamte Laufzeit konstanter als bei Verwendung eines LiIon-Akkus. Von einem Batteriebetrieb ist abzuraten, da die Batterie den Saft, den die Lady fordert, nicht über einen längeren Zeitraum liefern kann, was zeigt, dass dieser Stromversorger antiquiert und für aktuelle Lampen immer weniger geeignet ist. Aber wen wundert’s? Warum sollte ein knackiges junges Ding wie die Xeno E03 auch auf alte, potenzschwache Säcke stehen? Steckt dagegen ein 14500-LiIon-Akku im Rohr, wird die Kleine richtig heiß, baut dafür aber auch schneller ab. Ohne Kühlung ist von einem Dauerbetrieb mit voller Leistung abzuraten. Grundsätzlich sollte man den Akku wechseln, wenn das Baby deutlich nachlässt, ansonsten saugt es mehr an ihm als er vertragen kann.

Bedienung:
Ein Druck auf den Reverse-Clicky, der einen weichen Druckpunkt hat, bringt die Lady in Stimmung. Sie verfügt über drei Leuchtstufen, die wie folgt angegeben sind: High (220lm/1h-LiIon; 140lm/1h-NiMh), Low (110lm/2h-LiIon; 40lm/4H-NiMh), Ultra Low (50lm/5h-LiIon; 10lm/20h-NiMh). Zu den Leuchtstufen ist zu sagen, dass der geneigte Tester den Angaben nicht so recht Glauben schenken mag. Zwischen dem High beim Betrieb mit NiMh-Akku (140 Lumen) und dem Ultra Low beim Betrieb mit LiIon-Akku (50 Lumen) ist kaum ein Unterschied feststellbar, und das Mid beim Betrieb mit 14500-Akku (110 Lumen) ist bereits deutlich heller. Die Bezeichnung „Ultra Low“ beim Betrieb mit einem 14500-Akku passt überhaupt nicht, da man nicht mal eine Karte blendfrei lesen kann. Beim NiMh-Akku-Betrieb ist das zwar möglich, aber mit „Ultra Low“ hat das ähnlich viel zu tun wie Alice Schwarzer mit Hardcore-Pornos.
Beim Einschalten startet die Lampe in der mittleren Stufe. Durch Antippen des Schalters wechselt sie in den dunklen Modus, bei zweimaligem Antippen gibt die Kleine Vollgas. Sie hat keine Memory-Funktion; nachdem die Lampe länger als drei Sekunden ausgeschaltet war, startet sie beim Einschalten immer im mittleren Modus.

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Das Gummi ist, wie der Dichtring im Bezel, nachleuchtend. Im Dunkeln siehr die Kleine damit durchaus reizvoll aus.

 

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Frauen zicken manchmal rum. Bei der Testkandidatin musste zunächst die Feder gedehnt werden, bevor sie wollte wie ihr Lampenprofessor.


Beam:
Sollte man ihn fraulich nennen dürfen? Er ist sehr harmonisch, mit weichem Übergang vom Spot zum Spill, es gibt keine harten Konturen. Und vor allem: Keine Ringe trüben das Gesamtbild!

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„White-wall-beamshot“ der Xeno X03 V2.

 

Resümee:
Die Lampe ist sicherlich kein One-night-stand, sondern ein Partner, der auch auf längere Sicht Spaß bereiten kann. Wer es gerne sanft und gleichmäßig mag, sollte zu einem NiMh-Akku greifen. Aber mit einem LiIon-Akku kann die Kleine auch hart und heftig. Die HA-III-Anodisierung sorgt dafür, dass bei der Lady nicht so schnell der Lack ab ist, und der Body ist ebenfalls so gut gebaut, dass man auch länger Spaß daran hat. Das anfängliche Problem mit der zickigen Tailcapfeder dürfte ein Einzelfall sein. Die Probandin wurde freundlicherweise vom Taschenlampen-Papst www.taschenlampen-papst.de zur Verfügung gestellt. Weitere Infos bietet der Hersteller www.xenoled.com Zu einem Preis von 32 Euro (Stand: Juli 2011) kann man mit der Kleinen viele vergnügliche Stunden verbringen.

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Größenvergleich. Von links: Surefire 6P, Xeno E03, Fenix LD10, 4Sevens Quark Mini 123.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Zum Vergleich: Einige andere Lampen mit Cree XP-G-R5-LED, alle jeweils auf hellster Stufe.

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Kontroll-Shot

 

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Xeno X03 NiMh-Akku Ultra Low

 

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Xeno E03 NiMh-Akku Low

 

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Xeno E03 NiMh-Akku High

 

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Xeno E03 LiIon-Akku Ultra Low

 

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Xeno E03 LiIon-Akku Low

 

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Xeno E03 LiIon-Akku High

 

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Sunwayman V10A

 

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EagleTac P20A2 MKII

 

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Lumapower D-Mini VX

 

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Lumintop TD-15

 

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