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9. September 2011

HDS Systems EDC Rotary

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HDS Systems EDC Rotary 001
Die HDS Systems EDC Rotary verfügt über einen Drehring zur stufenlosen Einstellung der Helligkeit, der gleichzeitig Namensgeber für das neueste Modell aus der Taschenlampen-Schmiede von Henry Schneiker ist.


Verpackung/Lieferumfang:
In zwei Tütchen sind neben der Lampe mit bereits eingelegter Batterie eine englischsprachige Bedienungsanleitung und eine kleine Karte mit den wichtigsten Kurzbefehlen enthalten.

HDS Systems EDC Rotary 002
Lieferumfang der EDC Rotary.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 94,5 mm
Reflektoröffnung: 18 mm
Durchmesser Kopf: 25,5 mm
Durchmesser Tail: 25,5 mm
Gewicht: 86 g
Gewicht mit Akku: 104 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja, allerdings recht wackelig, da der Schalter leicht erhaben ist.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: nein.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Besonderheiten: Die Lampe ist durch einen Drehring dimmbar. Und falls es eine Besonderheit sein sollte, dass ein Zubehörteil nicht dabei ist, sei erwähnt, dass der Clip, der bei anderen HDS-Systems-Lampen mitgeliefert wird, bislang bei der EDC Rotary nicht zum Lieferumfang gehört. Ein Prototyp ist allerdings in Entwicklung. Im Gegensatz zu früheren HDS-Lampen sind die Bohrungen im Body für die Befestigung des alternativen Trageclips nicht mehr vorhanden.

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EDC Rotary (unten) und EDC High CRI. Das Rotary-Modell ist einen Millimeter länger und hat keine Löcher mehr im Body zur Befestigung des schraubbaren Trageclips.

 

HDS Systems EDC Rotary 004
Gefederte Kontakte im Lampenkopf…

HDS Systems EDC Rotary 005
… und im Batterierohr.


Leuchteinheit:
In einem OP-Reflektor aus Aluminium sitzt eine Cree XP-G-LED. Die Frontlinse besteht aus ultraklarem, antireflex-beschichtetem Glas.

HDS Systems EDC Rotary 006
Eine Cree XP-G-LED sorgt fürs Licht.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben werden kann die Lampe wahlweise mit einer CR123-Batterie oder einem LiIon-16340-Akku. Angegeben ist sie vom Hersteller mit 200 Lumen in der hellsten Einstellung. In dieser trat sie auch zum Test an. Da die Lampe im hellsten Modus im „Burst output“ startet und nach 40 Sekunden eine Stufe zurückschaltet, wurde der Test im „Burst output“ begonnen und in der Stufe fortgeführt, die nach dem Herunterschalten verfügbar ist.

Praxistest Laufzeitmessung LiIon 16340 (AW, 750mAh):
nach 40 Sekunden: 2.270 Lux (beim Einschalten 3.350 Lux)
nach 5 Minuten: 2.270 Lux
nach 10 Minuten: 2.270 Lux
nach 20 Minuten: 2.270 Lux
nach 30 Minuten: 2.270 Lux
nach 40 Minuten: 2.270 Lux
nach 50 Minuten: 2.270 Lux
Nach 55 Minuten blinkte die Lampe kurz und schaltete die Lampe herunter auf angezeigte 1.600 Lux, zwei Minuten später auf 1.100 Lux. Anschließend ging es in Intervallen weiter herunter. Nach 60 Minuten zeigte das Luxmeter einen Wert von 180 Lux an. Der Akku wurde entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 3,10 Volt gemessen.

Praxistest Laufzeitmessung CR123A:
nach 40 Sekunden: 2.400 Lux (beim Einschalten 3.520 Lux)
nach 5 Minuten: 2.400 Lux
nach 10 Minuten: 2.400 Lux
nach 20 Minuten: 2.400 Lux
nach 30 Minuten: 2.400 Lux
nach 40 Minuten: 2.400 Lux
nach 50 Minuten: 2.400 Lux
nach 60 Minuten: 2.400 Lux
nach 70 Minuten: 2.400 Lux
Nach 72 Minuten blinkte die Lampe kurz und schaltete herunter auf gemessene 1.730 Lux. Zwei Minuten später blinkte die Lampe erneut; diesmal wurden anschließend 1.670 Lux angezeigt. Weitere zwei Minuten später blinkte die Lampe wieder, blieb aber anschließend bei 1.670 Lux. Diese Prozedur wiederholte sich noch einige Male bei konstanten 1.670 Lux, bis der Wert nach 83 Minuten auf 1.180 Lux fiel. Warten… warten…warten… Nach 2 Stunden und mehreren Blinkwarnungen war die Lampe schließlich bei 380 Lux angekommen. Die Batterie wurde entnommen und mit 2,10 Volt Leerlaufspannung gemessen.

Fazit: Die Lampe verfügt sowohl beim Batteriebetrieb als auch beim Betrieb mit einem LiIon-16340-Akku über eine exzellente Regelung, die besser nicht sein könnte. Optimiert ist der Treiber offenbar für den Batteriebetrieb, was sich in einem etwas höheren Gesamtoutput äußert, der allerdings fürs Auge nicht wahrnehmbar ist. Durch Blinkzeichen gibt die Lampe zu verstehen, dass sie neues Futter braucht, wobei dem Benutzer genügend Zeit gelassen wird, den Stromversorger zu wechseln. Im Dunkeln steht man mit der EDC Rotary also nicht, wenn die Spannung nachlässt. Im Fall des Akkubetriebs sollte man mit dem Wechsel allerdings nicht allzu lange warten, wie die gemessene Leerlaufspannung von 3,1 Volt nach 60 Minuten zeigt. In der Praxis dürften deutlich längere Laufzeiten drin sein, da man die Lampe selten so lange im hellen Modus nutzen wird.

Bedienung:
Werksseitig verfügt die Lampe über die vier voreingestellten Stufen (Slots) A: 200 Lumen; B: Dimm-Modus; C: 13 Lumen; D: Emergency Strobe. Alle Stufen können frei programmiert werden.
Zur Bedienung muss man einige wenige Schaltbefehle verinnerlichen, was allerdings schnell gemacht ist und im Praxisbetrieb nach kurzer Zeit ohne Nachdenken funktioniert, ähnlich dem Schalten beim Autofahren. Ein einfacher Druck auf den Schalter schaltet die Lampe ein und aus. Drücken und Halten gibt Momentlicht, ein Doppelklick wechselt zwischen den Stufen B und C hin und her, und die Kombination Doppelklick-Halten-Loslassen führt in den hellsten Modus, der auch bei ausgeschalteter Lampe direkt angewählt werden kann. Dieser Modus ist als „Burst output“ ausgelegt. Nach 40 Sekunden schaltet die Lampe zur Schonung des Stromversorgers eine Stufe zurück. Durch Doppelklick-Halten-Loslassen kann der hellste Modus direkt wieder aktiviert werden.
Bei den werksseitig gewählten Einstellungen ist die Lampe wie eine „normale“ Lampe mit Twisty bedienbar. Ein Druck auf den Knopf schaltet die Lampe ein, wobei nun alle Leuchtstufen über den Drehring angewählt werden können. Die Helligkeit ist in diesem Modus unmittelbar von der Stellung des Drehrings abhängig. Insgesamt gibt es 24 Leuchtstufen, die von 0,08 bis 200 Lumen reichen. Auch im Rotary-Modus können die voreingestellten Stufen A, C und D durch die oben genannten Schaltbefehle direkt erreicht werden.
Jede der vier voreingestellten Stufen kann frei programmiert werden. Die Programmierung selbst setzt einigermaßen gute Englischkenntnisse voraus und ist nicht unbedingt als intuitiv zu bezeichnen. Andererseits macht man das in der Regel einmal, und ich bin fest davon überzeugt, dass derjenige, der die Lampe aus Versehen umprogrammiert, auch in der Lage ist, das Gesetz der Schwerkraft aufzuheben und Scheiße in pures Gold zu verwandeln. Weiterhin verfügt die Lampe über einen „Factory reset“, der die Lampe auf die Werkseinstellungen zurücksetzt. Im Gegensatz zu den ersten ausgelieferten Modellen der Serie, bei denen der Reset nicht funktionierte, tat er das beim Testmodell problemlos und zuverlässig.
Über die regulären Funktionen hinaus bietet die Lampe unter anderem noch die Möglichkeit des „Button locks“ gegen unbeabsichtigtes Einschalten oder den „Automatic turn off“, zu aktivieren, der die Lampe nach 10 Minuten ausschaltet.

HDS Systems EDC Rotary 007
Die Schaltzentrale ist nach wie vor der Clicky mit weichem, aber konkretem Druckpunkt, der auf jeden Schaltbefehl präzise reagiert. Versehentliches Einschalten ist so gut wie ausgeschlossen.

 

HDS Systems EDC Rotary 008
Die Schraube dient als Anschlag für die dunkelste und die hellste Einstellung. Die Ausfräsung im Rotary-Ring markiert die Mittelstellung.

 

HDS Systems EDC Rotary 009
Anschlagsstellung für die hellste Stufe. Die maximale Helligkeit ist allerdings bereits kurz vorher erreicht (Pfeil). Gleiches gilt für die dunkelste Stufe.


Beam:
Der Hotspot setzt sich schon auf kurze Entfernungen weich vom Sidespill ab. Ein leichtes Donuthole ist lediglich auf eine Distanz von unter 10 Zentimetern bemerkbar. Bereits ab wenigen Metern liefert die Lampe ein homogenes Lichtbild, das nicht viele kleine Lampen mit XP-G-LED bieten.

HDS Systems EDC Rotary 010
„White-wall-beamshot“ der EDC Rotary, der nicht nur das ausgewogene Lichtbild zeigt, sondern auch, dass meine Mustertapete unter dem ständigen Zusammen- und Auseinanderrollen für die Beamshots schon arg gelitten hat. Ich sollte sie demnächst mal austauschen oder vielleicht doch mal wieder eine Wand weiß streichen. In Natura wirkt das Licht etwas wärmer, als das Bild es wieder gibt.


Resümee:
Das in meinen Augen ohnehin schon geniale Bedienkonzept der HDS-Lampen wird durch die EDC Rotary noch mal erweitert. Man hat die Wahl, alle Bedienfunktionen über den Clicky abzurufen, oder alternativ drei der vier programmierbaren Leuchtstufen über den Clicky und dazu alle Stufen über den Drehring anwählen zu können. Dadurch, dass der Twisty am Tail ist, kann die Lampe in einer taktischen Haltung mit einer Hand gedimmt werden. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau, und die Lampe liegt gut in der Hand. Rund 200 Euro sind sicherlich kein Pappenstiel, aber einerseits bekommt man dafür eine Lampe, die im Vergleich zum „Mainstream“ nur in relativ geringer Stückzahl gefertigt wird, und wer einmal eine HDS-Systems-Lampe sein eigen nennt, wird sie nicht mehr missen wollen. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von HDS-Systems, weitere Informationen finden sich auf der Seite www.hdssystems.com

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Zum Vergleich: einige kleine Lampen, bei denen ebenfalls eine XP-G-LED verbaut wurde sowie die Spark SL5-220CW mit XM-L-LED.

HDS Systems EDC Rotary 011
HDS Systems EDC Rotary

 

HDS Systems EDC Rotary 012
Eagle Tac P20A2 MKII

 

HDS Systems EDC Rotary 013
Lumapower D-Mini VX

 

HDS Systems EDC Rotary 014
Spark SL5-220CW 14500-Akku

 

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