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14. Dezember 2011

Unilite PS-H5

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 17:58

Unilite PS-H5 001
Verehrte Badegäste! Sollte Ihnen hier jemand mit einer leuchtend gelben Stirnlampe entgegen kommen und gelegentlich Wischbewegungen vor dem Kopf ausführen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er gerade Spaß an seiner UniLite PSH5 Sensor Headlight gefunden hat!


Verpackung/Lieferumfang:
Die Lampe wird im Blister mit Kopfband, Überkopfband, drei Batterien zum Betrieb und einer mehrsprachigen Bedienungsanleitung ausgeliefert.

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Auf der Liegewiese wird das gute Stück ausgepackt.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Gewicht: 134 g
Gewicht mit Batterien: 205 g
wasserdicht: spritzwassergeschützt.
Besonderheiten: Die Lampe verfügt über zwei Infrarot-Sensoren im Kopf. Durch Bewegungen der Hand vor dem Sensor kann die Lampe ein- und ausgeschaltet werden. Die Lampe ist durch Vor- und Zurückschieben der Frontlinse fokussierbar. Zusätzlich zur zentralen LED sind im Kopf zwei 3mm-LEDs verbaut.

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„Oh, schade, ist ja gar keine Quark… aber wattdattdenn?“ Gelbe Reflektoren am Stirnband helfen, im Dunkeln besser gesehen zu werden.

 

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Die Stirnband-Experten-Kommission ist sich einig: Ärgerlich. Das Überkopfband wurde vernäht. Wer es entfernen will, muss es zerschneiden. Leider eine Unsitte bei vielen Herstellern.


Leuchteinheit:
Die Frontlinse besteht aus Kunststoff. Als Leuchtmittel wurde eine Cree XP-E-LED verbaut.

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Frontansicht der PS-H5. Mittig über der Haupt-LED sind zwei 3mm-LEDs die wahlweise Notlicht, dunkles Licht oder Blinklicht liefern können. Außen befinden sich die Infrarot-Sensoren.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Drei AA-Batterien/Akkus liefern den nötigen Strom. Die Lampe soll laut Hersteller 180 Lumen liefern. Die Laufzeit ist mit 18 Stunden angegeben. Was sagen diese nackten Zahlen dem erfahrenen Bademeister? Die Lampe wird ungeregelt sein. Bauchfletscher vom Dreier und Arschbombe vom Zehner zur Strafe!
Beim Test trat die Lampe in der hellsten Stufe an und wurde prophylaktisch durch einen Ventilator gekühlt.
Laufzeitmessung:
beim Einschalten: 4.030 Lux
nach 5 Minuten: 3.690 Lux
nach 15 Minuten: 3.140 Lux
nach 30 Minuten: 2.890 Lux
nach 45 Minuten: 2.840 Lux
nach 60 Minuten: 2.720 Lux
nach 75 Minuten: 2.610 Lux
nach 90 Minuten: 2.510 Lux
nach 105 Minuten: 2.420 Lux
nach 120 Minuten: 2.330 Lux
nach 135 Minuten: 2.260 Lux
nach 150 Minuten: 2.190 Lux
nach 165 Minuten: 2.110 Lux
nach 180 Minuten: 2.050 Lux
nach 195 Minuten: 2.010 Lux
nach 210 Minuten: 1.970 Lux
nach 225 Minuten: 1.930 Lux
nach 240 Minuten: 1.880 Lux
Nach 250 Minuten war die Lampe bei 1.840 Lux angelangt – 50 Prozent Verlust gegenüber des Wertes, der nach fünf Minuten erreicht war, was beim gnadenlosen Testverfahren von Taschenlampen-Tests.de den Abbruch bedeutete.
Fazit: In den ersten 30 Minuten bricht die Lampe von der Leistung her extrem ein. Anschließend geht der Verlust langsamer vonstatten. Legt man den „5-Minuten-LED-Eingoove-Wert“ von 3.690 Lux zugrunde, hat die Lampe nach 30 Minuten allerdings schon mehr als 20 Prozent ihrer Maximalleistung eingebüßt, nach 90 Minuten sind es 30 Prozent, nach 150 Minuten 40 Prozent. Nach vier Stunden und zehn Minuten waren 50 Prozent erreicht. Dunkler werdendes Restlicht wird noch für viele vergnügliche Stunden zur Verfügung stehen, aber das interessiert uns Bademeister-Wissenschaftler herzlich wenig.

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Das Batteriemagazin wurde ebenfalls aus Kunststoff gefertigt.


Bedienung:
Ein Reverse-Clicky oberhalb des Lampenkopfs schaltet die Lampe in der hellsten Leuchtstufe ein. Beim Einschalten leuchten auch die beiden mittleren LEDs über der Haupt-LED rot (Notlicht). Drückt man den Schalter innerhalb von zwei Sekunden durch, werden nacheinander alle weiteren Stufen durchgeschaltet. Die Schaltreihenfolge ist 1. Haupt-LED hell + mittlere LEDs Rotlicht; 2. Haupt-LED hell; 3. Haupt-LED dunkel; 4. Mittlere LEDs; 5. Mittlere LEDs Blinken. Wird länger als zwei Sekunden kein Schaltbefehl ausgeführt, schaltet der nächste Druck auf den Schalter die Lampe aus. Die Lampe hat keine Memory-Funktion und startet immer in der hellsten Stufe + Rotlicht = Notlicht.
In der ersten Stufe ist auch die Bedienung mithilfe der Infrarot-Sensoren möglich, was folgendermaßen vonstatten geht: Lampe einschalten und dann mit der Hand vor den Sensoren hin- und herfahren, um sie auszuschalten. Das Wiedereinschalten funktioniert genauso. Entscheidend ist dabei nicht die Geschwindigkeit, sondern vielmehr der Abstand. Bis zu einer Entfernung von etwa 15 Zentimetern geht das problemlos und zuverlässig. Ist die Lampe in dieser Stufe ausgeschaltet, leuchten die beiden roten Notlicht-LEDs weiter. Wer die Lampe lieber auf herkömmliche Art und Weise bedienen möchte, schaltet eine Stufe weiter. In dieser und den nachfolgenden Stufen ist die Bedienung per „Wischen“ nicht möglich.
Unterhalb des Lampenkopfs befindet sich ein Drehmechanismus zur Fokussierung. Im Gegensatz zu den meisten fokussierbaren Lampen wird hier allerdings nicht die Linse vor- und zurückgeschoben, sondern die LED-Einheit auf die Linse zu- und von ihr wegbewegt. Ein geschlossenes System also, das die Lampe, wenn auch nicht vom Hersteller nach IPX-8 angegeben, doch deutlich resistenter gegen mögliches Eindringen von Wasser macht.
In der Ausgangsstellung links liefert die Lampe Streulicht, rechts ist die Fokussierung am stärksten. Für Tätigkeiten im unmittelbaren Nahbereich ist das Umschalten auf die mittleren LEDs am sinnvollsten, da sie breit streuendes, dunkleres Licht liefern.
Seitlich am Batteriemagazin befindet sich ein Knopf, der bei einmaligem Drücken ein rotes Notlicht hinten am Batteriemagazin einschaltet. Bei zweimaligem Drücken blinkt das Licht rot.
In Neigungswinkel kann die Lampe bis 90 Grad verstellt werden. Dazu verfügt sie über eine Kunststoffverzahnung. Erfahrungsgemäß sind diese Konstruktionen bei besseren Lampen relativ langlebig.

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Der Einschaltknopf ist leichtgängig und reagiert präzise.

 

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Die große LED hat zwei Leuchtstufen.

 

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Richtig „floodig“ wird es mit den kleinen LEDs, die die Lampe ideal für alle Tätigkeiten im unmittelbaren Nahbereich machen.

 

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Da leuchtet der Frosch! Einschalten per Wischbewegung dank Infrarot. Die Unschärfe liegt darin begründet, dass der Bademeister höchstselbst sowohl das Wischen als auch die Kameraführung übernehmen musste.

 

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Wird die Lampe ausgewischt, leuchten die roten Notlicht-LEDs weiter.

 

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Ist der Fokusregler in der Stellung ganz links, wie hier im Bild (vom Tragefrosch aus gesehen), liefert die Lampe Streulicht. Dem kleinen Frosch scheint der Fokussiermechanismus zu gefallen.

 

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Äähm… ja, natürlich. In der rechten Einstellung (also der linken vom Betrachter aus gesehen), ist die Lampe maximal fokussiert.

 

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Der Knopf am Batteriemagazin…

Unilite PS-H5 017
…schaltet die Notbeleuchtung ein. Keine schlechte Idee, wenn man in der Dämmerung oder im Dunkeln unterwegs ist.

 

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Befestigung Lampenkopf/Gehäuse.

 

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Schaut dieser Badegast nun kritisch oder verzückt? Scheißt der Frosch drauf, jedenfalls hat der Bademeister beim Frosch-Racing… pardon: Slot-racing die Erfahrung gemacht, dass derartige Verzahnungen aus robustem Kunststoff einiges aushalten, und zwar ganz andere Belastungen als bei einer solchen Lampen-Anwendung. Und ich meine nicht diesen Ninco-, Fly- und Carrera-Pisselkram, sondern echtes Slot-racing für echte Männer! Nicht auf Plastikschienen, sondern auf echten Holzbahnen, mit Hochgeschwindigkeits-Fahrzeugen. Sie verfügen über ein Federstahl-Chassis und eine Lexan-Karosserie und haben gewuchtete Anker in den Motoren. Und Trimmblei. Und natürlich Moosgummireifen. Und…


Beam:
Je nach Einstellung liefert die Lampe eine brauchbare Nahbereichsausleuchtung oder lässt Objekte in der Ferne erkennen. Der Bereich, innerhalb dessen fokussiert werden kann, ist kleiner als bei den meisten anderen fokussierbaren Lampen. Das Lichtbild ist auf kurze Distanzen in allen Einstellungen unsauber, auf die Entfernung relativiert sich dies. Die homogenste Ausleuchtung wird mit den beiden 3mm-LEDs erzielt, die zum Lesen von Karten, etc, aber auch zur nicht allzu hellen Wegausleuchtung geeignet sind.

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„White-wall-beamshot“ Unilite PS-H5 defokussiert.

 

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„White-wall-beamshot“ Unilite PS-H5 fokussiert.

 

Unilite PS-H5 022
„White-wall-beamshot“ Unilite PS-H5 3mm-LEDs.


Resümee:
Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär‘, hätte die Unilite Prosafe-H5 durchaus das Zeug zum Rettungsschwimmer. So gibt es leider nur das Seepferdchen. Warum man einer ansonsten guten Lampe keine vernünftige oder zumindest überhaupt eine Regelung mit auf den Weg gegeben hat, ist mir unverständlich. Die Lampe wird vom Zeitpunkt des Einschaltens rasch dunkler. Erst nach einer halben Stunde Laufzeit hält sich der weitere Verlust in Grenzen. Für Flashaholics ist die Lampe aufgrund der fehlenden Regelung eher uninteressant, aber unter „normalen“ Anwendern gibt es sicherlich etliche, denen eine lange Laufzeit wichtiger ist als eine Lampe mit gleichbleibender Leuchtstärke.
Davon abgesehen, bietet die PS-H5 ein paar interessante Features, wie das Ein- und Ausschalten mittels Bewegungssensor oder eine „Zebralight-mäßige“ Ausleuchtung im Nahbereich durch die beiden 3mm-LEDs. Die Zoomfunktion durch Innenfokussierung wurde gut gelöst. Und auch die Idee mit den Notlichtern vorne und hinten sowie den gelben Reflektoren am Stirnband ist nicht die verkehrteste, wenn man als Jogger oder Spaziergänger im Dunkeln unterwegs ist. Erhältlich ist die Lampe für rund 50 Euro (Stand: Dezember 2011). In Deutschland kann sie derzeit über RS Components http://de.rs-online.com/web/c/?sra=oss&searchTerm=uni-lite&x=0&y=0 bezogen werden. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Unilite www.uni-lite.com

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Unilite PS-H5 023
Kontroll-Shot

 

Unilite PS-H5 024
Unilite PS-H5 3mm-LEDs

 

Unilite PS-H5 025
Unilite PS-H5 defokussiert

 

Unilite PS-H5 026
Unilite PS-H5 fokussiert

 

Unilite PS-H5 027
Led Lenser H7R defokussiert

 

Unilite PS-H5 028
Led Lenser H7R fokussiert

 

Unilite PS-H5 029
Spark ST5-150CW

 

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