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23. Februar 2012

JetBeam Jet-III Pro U

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JetBeam Jet-III Pro U 001
Drei Jahre sind für eine Taschenlampe mittlerweile schon ein beachtliches Alter. Nicht, was die Haltbarkeit, sondern die Aktualität angeht. Und so mutet die JetBeam JetIII Pro U bezüglich der verwendeten LED auf den ersten Blick heute bereits an wie ein leicht betagter PC.


Lieferumfang:
Ausgeliefert wurde die Lampe in einem stabilen Pappkarton mit einem Ersatz-Tailcap-Gummi, Ersatz-O-Ringen, Lanyard, Bedienungsanleitung und Garantiekarte.

Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 146 mm
Reflektoröffnung: 28 mm
Durchmesser Kopf: 36,5 mm
Durchmesser Tail: 26 mm
Gewicht: 134 g
Gewicht mit Akku: 180 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: durch den leicht erhabenen Schalter nur wackelig auf geraden Flächen.
Rollschutz: ja.
Löcher für Lanyard: Schlitze in der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Besonderheiten: Jede der drei Leuchtstufen kann individuell belegt werden.
Insgesamt macht die Lampe den Eindruck, auch härtester Beanspruchung standzuhalten. Die Verarbeitung ist in allen Punkten tadellos.

JetBeam Jet-III Pro U 002
Tailcap, Gehäuse und Lampenkopf.

 

JetBeam Jet-III Pro U 003
Knurling.

 

JetBeam Jet-III Pro U 004
Saubere Verarbeitung allenthalben.

 

JetBeam Jet-III Pro U 005
Mit dem Clip kann die Lampe Bezel-up und Bezel-down getragen werden.

 

JetBeam Jet-III Pro U 006
Nur leider kann man das Scheißding nicht abnehmen.

 

JetBeam Jet-III Pro U 007
Die Steuerungselektronik hat es in sich, wie wir später noch sehen werden.

 

JetBeam Jet-III Pro U 008
Größenvergleich. JetBeam Jet-III Pro U, 18650-Akku, AA-Akku, Surefire 6P.


Leuchteinheit:
Verbaut wurde eine Cree XR-E-Q5-LED. Die Linse besteht aus gehärtetem, ultraklarem, antireflex-beschichtetem Glas. Der Reflektor ist ein SMO aus Aluminium. In anderen Modellen der Serie kam auch ein OP-Reflektor zum Einsatz.

JetBeam Jet-III Pro U 009
Frontansicht.

 

JetBeam Jet-III Pro U 010
Die Linse ist durch einen Kunststoffring geschützt.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben werden kann die Lampe in einem Spannungsbereich bis 4,2 Volt mit einem 18650-Akku. In der hellsten Leuchtstufe gibt JetBeam die Lampe mit 225 Lumen für 90 Minuten an. In dieser Stufe trat sie auch zum Test an, bestückt mit einem AW-Akku mit einer Kapazität von 2.600mAh. Zur Kühlung wurde ein Ventilator zugeschaltet.
Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 10.900 Lux
nach 5 Minuten: 10.900 Lux
nach 15 Minuten: 10.500 Lux
nach 30 Minuten: 10.300 Lux
nach 45 Minuten: 9.800 Lux
nach 60 Minuten: 9.700 Lux
nach 75 Minuten: 9.600 Lux
nach 90 Minuten: 9.800 Lux
nach 105 Minuten: 9.400 Lux
Während des Tests wurde der Akku nach 90 Minuten entnommen und mit 3,68 Volt Leerlaufspannung gemessen, nach 105 Minuten mit 3,54 Volt. Prinzipiell sind dies zwar noch keine wirklich kritischen, aber dennoch Werte, bei denen der Akku eigentlich gewechselt werden sollte. Aber ich wollte sehen, ob und wie die Lampe einen nötigen Akkuwechsel anzeigt. Nach 110 Minuten und gemessenen 9.000 Lux ging die Lampe bei einer Leerlaufspannung von 3,39 Volt aus. Wie sich beim Test mit einem ungeschützten Akku zeigte, war nicht die Lampe, sondern der Akku fürs Abschalten zuständig.
Fazit: Die Regelung ist zwar nicht „State of the art“, aber okay. Nach 45 Minuten hat die Lampe 10 Prozent ihrer maximalen Leistung eingebüßt, anschließend wird der Output allerdings bis zum Ende der sinnvoll nutzbaren Akkukapazität nahezu konstant gehalten. Inwieweit der Verlust in der Praxis stört, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fürs Auge ist der Unterschied ohnehin kaum wahrnehmbar, es sei denn, man hat eine zweite Lampe zum direkten Vergleich. Nachteilig ist, dass die Lampe über keine Abschaltung verfügt. Ein geschützter Akku wird in die Schutzschaltung getrieben, ein ungeschützter über Gebühr leergesaugt.
Ohne Kühlung ist zwar eine deutliche Erwärmung der Lampe feststellbar, in freier Wildbahn sollte die Lampe durch die Umgebungsluft und den Blutkreislauf jedoch ausreichend gekühlt werden, um auch durchgängig in der hellsten Stufe betrieben werden zu können.

Bedienung:
Eingeschaltet wird die Lampe mit einem Reverse-Clicky mit weichem bis mittelhartem Druckpunkt. Verfügbar sind drei Leuchtstufen, die mit vier Helligkeitsstufen (laut Hersteller Max: 225 Lumen für 90 Minuten; High: 180 Lumen für 135 Minuten; Low: 20 Lumen für 21 Stunden; und Min: 2 Lumen für 150 Stunden) sowie mehreren Blinkmodi individuell belegt werden können.
Ein Druck auf den Clicky schaltet die Lampe ein (und aus). Durch Antippen des Clickys gelangt man in die Leuchtstufen zwei und drei und wieder zurück. Im Auslieferungszustand ist Stufe eins mit High belegt, Stufe zwei mit Low und Stufe drei mit schnellem Doppelblinken.
Die Programmierung funktioniert wie folgt: Die zu programmierende Leuchtstufe auswählen und in dieser Leuchtstufe den Clicky dreimal antippen. Die Lampe beginnt nun, von Min nach Max in zahlreichen feinen Abstufungen hochzurampen. Ist die gewünschte Helligkeitsstufe erreicht, schaltet man die Lampe aus und wartet zwei Sekunden. Nun ist diese Helligkeitsstufe gespeichert. Die Lampe gibt beim Hochrampen übrigens einige Anhaltspunkte über die Helligkeitsstufen. Um Min zu speichern, muss die Lampe unmittelbar nach Beginn des Hochrampens ausgeschaltet werden. Zweimaliges schnelles Blinken zeigt an, dass High erreicht ist. Blinkt die Lampe dreimal, ist Max erreicht. Anschließend beginnt das Hochrampen wieder von vorne. Low hat kein eigenes „Blinksignal“ und liegt irgendwo zwischen Min und High. Es können nicht nur die vier angegebenen Helligkeitsstufen, sondern auch die zahlreichen Zwischenstufen gespeichert werden.
Tippt man während des Hochrampens den Clicky an, gelangt man in die Blinkmodi, die ebenfalls im gewünschten Modus durch Ausschalten der Lampe gespeichert werden können. Zweimaliges Antippen des Clickys und anschließendes Ausschalten der Lampe während des Hochrampens setzt die Lampe auf die Werkseinstellung zurück.

JetBeam Jet-III Pro U 011
Tailcap mit Schalter.

 

JetBeam Jet-III Pro U 012
Innenansicht Tailcap.


Beam:
Ein kleiner Hotspot setzt sich deutlich vom Sidespill ab. Dabei sind die, für den LED-Typen charakteristischen, „Cree-Ringe“ auf kurze Entfernungen deutlich zu sehen. Durch die Kombination aus LED und Reflektor ist die Lampe der – ich nenne sie mal „handlichen, leichten Thrower-Fraktion“ – zuzuordnen.

JetBeam Jet-III Pro U 013
„White-wall-beamshot“, der Jet-III Pro U. Die „Ausbuchtungen“ außen sind durch den Kunststoffring bedingt, der die Linse schützt.


Resümee:
Orientiert man sich am aktuellen LED-Standard, ist die Lampe sicherlich nicht mehr aktuell. Orientiert man sich am Qualitätsstandard, ist sie aktueller denn je. Die Verarbeitung ist auf sehr hohem Niveau angesiedelt und gibt keinerlei Anlass zur Kritik. Und genau genommen ist auch das ganze Produkt, obwohl nicht mehr erhältlich, dennoch immer noch aktuell. Denn die Nächte sind heute nicht dunkler als noch vor drei oder fünf oder zehn Jahren. Lediglich die LEDs sind leistungsstärker geworden, aber das, was aus der Jet-III Pro U vorne rauskommt, reicht immer noch für die meisten aller auszuübenden Tätigkeiten aus. Zudem erlaubt die freie Belegung aller Leuchtstufen die individuelle Anpassung an die eigenen Bedürfnisse. Die Regelung ist nicht das Optimum, aber für mein Dafürhalten immer noch sehr akzeptabel. Einen fest montierten Clip empfinde ich allerdings als Manko, ähnlich wie neue Autos, bei denen man das Licht nicht ausschalten kann. Dieses wie jenes sollte dem Benutzer überlassen bleiben. Der Neupreis lag seinerzeit knapp unter 100 Euro, in diversen Internet-Shops finden sich noch Restbestände zu unterschiedlichen Preisen.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

JetBeam Jet-III Pro U 014
JetBeam Jet-III Pro U

 

JetBeam Jet-III Pro U 015
Fenix TK11

 

JetBeam Jet-III Pro U 016
Edgetac Raidfire Spear OP

 

JetBeam Jet-III Pro U 017
Tiablo A9

 

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