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7. März 2012

Led Lenser X7R

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Led Lenser X7R 001
Beim Anblick der Led Lenser X7R wird man unweigerlich an einen kleinen, schrumpeligen Außerirdischen erinnert, der im letzten Jahrtausend die Redewendung „nach Hause telefonieren“ als geflügeltes Wort eingeführt hat.

 

Led Lenser X7R 002
Die Extra-Terristrische Lampe in ihrer vollen Pracht.


Verpackung/Lieferumfang:
In einem Hartplastikkoffer sind die Lampe, ein Akku zum Betrieb, ein Ladekabel zum Anschluss an einen USB-Port, ein Netzlader, ein Lanyard, ein Gürtelclip, ein Wandhalter/-lader inklusive Schrauben und Dübel zur Befestigung, eine Schlagbohrmaschine zum Bohren der Löcher, eine Bedienungsanleitung, eine kleine Karte, auf der die Bedienbefehle in Kurzform zusammengefasst sind, und eine Led-Lenser-Werbebroschüre enthalten.
An einer Stelle habe ich gelogen. Eines dieser Dinge ist nicht im Lieferumfang enthalten. Lampen-Profis werden es schon erahnen, alle anderen müssen auf dem Bild suchen, was nicht dabei ist.

Led Lenser X7R 003
Köfferchen mit Umverpackung.

 

Led Lenser X7R 004
Köfferchen ohne Umverpackung. Gut, ich hätte es nicht extra nochmal fotografieren müssen, aber einerseits finde ich es schnuckelig, andererseits ist Speicherplatz auf meinem Web-Dingens reichlich vorhanden und bedeutend günstiger als noch zu ETs Zeiten. Aber vor allem steigert es die Spannung ins Unermessliche, welches der oben genannten Dinge denn nun nicht zum Lieferumfang gehört.

 

Led Lenser X7R 005
So, getz abba! Das ist alles drin im Köfferchen.

 

Led Lenser X7R 006
Der Halter/Lader kann an der Wand befestigt werden. Passende Schrauben und Dübel sind ebenfalls dabei.

 

Led Lenser X7R 007
Unvermeidlich wie die Sommergrippe: Der Led-Lenser-Lampenknast (LLL). Offiziell heißt dieses Utensil „Intelligent-Clip“.

 

Led Lenser X7R 008
Mit dem intelligenten Clip kann die Lampe am Gürtel befestigt werden. Allerdings sitzt sie so stramm und fest im Clip, dass sie nur mit beiden Händen und viel Kraftaufwand entnommen werden kann – nicht gerade anwenderfreundlich.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge defokussiert: 171 mm
Länge fokussiert: 178 mm
Durchmesser Kopf breiteste Stelle: 39 mm
Kopfbreite: 70 mm
Durchmesser Tail: 29,5 mm
Gewicht: 196 g
Gewicht mit Akku: 244 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: nein.
Rollschutz: ja.
Löcher für Lanyard: ja, Öse in der Tailcap.
wasserdicht: spritzwassergeschützt.
Neben einigen anderen Dingen hatte ich im Vorfeld über die X7R zwei Dinge gehört. Erstens: Der Lampenkopf besteht aus Kunststoff. Zweitens: Der Lampenkopf besteht aus billigem Kunststoff. Ersteres stimmt, das Zweite nur bedingt. Als „billig“ würde ich das Material nicht bezeichnen. Dafür, ob es auch bruchsicher ist, würde ich meine Hand jedoch nicht ins Feuer legen. In jedem Fall sticht das Argument von Zweibrüder, dass der Kopf aus Gründen der Gewichtsreduzierung aus Kunststoff besteht, denn die Lampe ist erheblich leichter als sie aussieht und als ich erwartet hätte (244 Gramm mit Akku. Zum Vergleich: Led Lenser M7R: 205 Gramm; Led Lenser M14: 365 Gramm). Dennoch wären mir persönlich ein paar Gramm an Mehrgewicht durch einen Alu-Kopf lieber gewesen und damit die Gewissheit, dass die Lampe im Praxiseinsatz auch mal etwas härter auf den Boden knallen kann.

Led Lenser X7R 009
Der Lampenkopf besteht aus Kunststoff.

 

Led Lenser X7R 010
Led-Lenser-Größenvergleich. Von links: P7, M7, M7R, M14, X7R.

 

Led Lenser X7R 011
Das Batterierohr.


Leuchteinheit:
Zwei Cree-XR-E-LEDs sitzen hinter jeweils einer Plastiklinse. Ein Reflektor wurde nicht verbaut. Zum Fokussieren wird der Lampenkopf nach vorne geschoben. Von Werk aus heißt das Prinzip X-Lens-Technology. Warum Zweibrüder auch bei aktuellen Lampen an Plastiklinsen festhält, ist mir ein Rätsel. Sie verkratzen schneller als Glaslinsen und bieten keinerlei Vorteile.
Edit: In Anlehnung an den Ausspruch eines schwulen Bürgermeisters möchte ich verkünden: Ich bin doof, und das ist gut so! Ein findiges Mitglied aus dem Taschenlampen-Forum hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Fertigung baugleicher Linsen aus Glas nicht möglich, respektive nur mit enormen Mehrkosten möglich ist. Hier habe ich Zweibrüder offenbar (auch bei vergangenen Tests) Unrecht getan. Sorry, liebe Brüder, Asche über mein Haupt, kommt nicht wieder vor, und Solingen ist wirklich eine wunderschöne Stadt! Dennoch ist Plastik vorne keine gute Lösung. Sinnvoll wäre eine Vorsatzlinse aus Glas, die, bei Verwendung hochwertigen Materials, keinen fürs Auge merklich sichtbaren Helligkeitsverlust mitbrächte.

Led Lenser X7R 012
X7R defokussiert.

 

Led Lenser X7R 013
Schnauze! X7R fokussiert.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Zur Verwendung kommt ein 18650-Akku. Beigelegt ist vom Hersteller ein Akku mit einer Kapazität von 2.200mAh, der beim Laden in der Lampe verbleiben kann (Floating-Charge-System). Angegeben ist die Lampe in der hellsten Stufe, in der sie auch getestet wurde, mit 500 Lumen. Da die X7R zwar über eine Regelung verfügt, aber nach wenigen Minuten Dauerbetrieb automatisch herunterregelt, wurde sie zweimal gemessen. Beim ersten Test habe ich die X7R im „Constant-Current“-Modus sich selbst überlassen. Beim zweiten Testlauf wurde die Lampe zu Beginn jeden Herunterregelns aus- und wieder eingeschaltet. Zur Kühlung lief bei beiden Testläufen ein Ventilator.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 32.700 Lux
nach 5 Minuten: 27.900 Lux
nach 10 Minuten: 16.800 Lux
nach 20 Minuten: 16.000 Lux
nach 30 Minuten: 15.800 Lux
nach 40 Minuten: 15.800 Lux
nach 50 Minuten: 16.000 Lux
nach 60 Minuten: 16.200 Lux
nach 70 Minuten: 16.400 Lux
nach 80 Minuten: 16.200 Lux
nach 90 Minuten: 15.000 Lux
nach 100 Minuten: 4.500 Lux
Der Akku wurde entnommen und mit 3,01 Volt Leerlaufspannung gemessen, Testende.

Laufzeitmessung mit Wiedereinschalten:
Beim Einschalten: 32.300 Lux
nach 5 Minuten: 31.900 Lux
nach 10 Minuten: 30.600 Lux
nach 20 Minuten: 29.100 Lux
nach 30 Minuten: 27.500 Lux
nach 40 Minuten: 27.000 Lux
nach 50 Minuten: 25.900 Lux
nach 60 Minuten: 22.800 Lux
nach 70 Minuten: 2.800 Lux
Der Akku wurde entnommen und mit 2,91 Volt Leerlaufspannung gemessen, Testende.

Fazit: Die Regelung der X7R geht in Ordnung, ist aber sicherlich kein Meilenstein der Taschenlampenhistorie. Wünschenswert wäre ein Modus gewesen, in dem die Lampe nicht ständig herunterschaltet, denn grundsätzlich verfügt die X7R über die entsprechende Fähigkeit, wie der zweite Testlauf zeigt.
Dadurch, dass die LEDs eine Menge Abwärme produzieren und die Lampe bei durchgängiger maximaler Leistung entsprechend warm würde, hat das automatische Herunterregeln zwar durchaus auch einen praktischen Aspekt. Allerdings ist die Erwärmung nicht so gravierend, dass sie der Lampe im Praxisbetrieb in Bewegung allzu viel ausmachen sollte. Wer die maximal verfügbare Leistung dauerhaft länger als ein paar Minuten abrufen will, muss immer über den Umweg gehen, die Lampe aus- und wieder einzuschalten. Somit bleiben diejenigen, die es gewohnt sind, komplett geregelte Lampen zu nutzen, außen vor. Hier wurde in meinen Augen durchaus nutzbares Potenzial verschenkt.
Zum Ende der Laufzeit zeigt die Lampe durch Dunklerwerden an, dass ein Akkuwechsel ansteht. Dieser sollte dann auch vorgenommen werden, um den Akku nicht zu sehr zu strapazieren. Laut Zweibrüder soll die Lampe kurz vor Ende der Akkulaufzeit blinken. Vermutlich tut sie das auch, aber da die sinnvoll nutzbare Kapazität des Akkus schon bei den Testläufen unterschritten wurde, habe ich darauf verzichtet, ihn noch mehr leerzunudeln.

Led Lenser X7R 014
Der Akku wird, wie bei Led Lenser üblich, nicht direkt in den Lampenkörper, sondern in eine Halterung eingesetzt.

 

Led Lenser X7R 015
Der Akku kann mit dem USB-Stecker an einem Laptop oder Computer geladen werden oder alternativ mit dem Netzadapter an einer Steckdose.

 

Led Lenser X7R 016
Die Ladebuchse ist magnetisch und bleibt so automatisch haften. Während des Ladens leuchtet die Anzeige Rot und schaltet bei vollgeladenem Akku auf Grün um. Etwaige Probleme werden durch rotes Blinken angezeigt.

 

Led Lenser X7R 017
Der Kontakt vom Akku zur Leuchteinheit wird durch eine Cinch-Verbindung hergestellt.


Bedienung:
Da ich erst kürzlich die X21R getestet habe und die Bedienung mit der der X7R identisch ist, habe ich mir an dieser Stelle ausnahmsweise das Leben einfach gemacht und mich selbst beklaut, indem ich die Beschreibung in weiten Teilen kopiert habe.
Mit einem Forward-Clicky wird die Lampe eingeschaltet, Antippen gibt für die Dauer des Angetippthaltens Momentlicht mit „Boost“-Funktion (einige Prozent an Zusatzleistung, die fürs Auge deutlich wahrnehmbar sind).
Der Nutzer kann zwischen drei Leuchtprogrammen wählen: „Professional“, „Easy“ und „Defence“. Werksseitig eingestellt ist „Professional“. Durch einen Druck auf den Schalter startet die Lampe in der hellsten Stufe und durchläuft durch mehrmaliges Antippen nacheinander die Stufen Dunkel (15%), Blinken, SOS und Strobe. In „Easy“ stehen „Hell“ und „Dunkel“ zur Verfügung, in „Defence“ Hell und Strobe. Der Wechsel zwischen den Leuchtprogrammen geschieht durch viermaliges Antippen des Schalters und anschließendes Einschalten der Lampe. Bestätigt wird der Wechsel durch Blinken. Einmaliges Blinken = Professional; zweimaliges Blinken = Easy; dreimaliges Blinken = Defence.
Weiterhin verfügt die X7R über eine Dimmfunktion. Wenn die Lampe in der hellsten Stufe leuchtet und der Schalter gedrückt gehalten wird, wechselt die Lampe in die dunkelste Einstellung und rampt von dort hoch bis zur maximalen Leistung und wieder zurück. Lässt man den Schalter los, wenn die gewünschte Helligkeit erreicht ist, wird diese für die Dauer des Einschaltens als Dauerlicht aktiviert. Drückt man den Schalter ganz durch, schaltet die Lampe aus. Dabei blitzt sie vor dem Ausgehen kurz in der Stufe auf, die der vor dem Ausschalten aktivierten folgt, was zwar in der Praxis meist nicht störend, aber dennoch alles andere als optimal gelöst ist.
Allen Leuchtprogrammen übergeordnet sind zwei so genannte „Energy-Modes“. Im „Energy-Saving-Mode“ hält die Lampe die Maximalleistung zwei Minuten und regelt dann innerhalb von fünf Minuten auf 50 Prozent und nach etwa 25 Minuten auf 15 Prozent herunter. Im „Constant-Current-Mode“ hält die Lampe die Maximalleistung ebenfalls zwei Minuten und regelt dann innerhalb der nächsten fünf Minuten auf 60 Prozent herunter. Um zwischen diesen Programmen zu wechseln, muss der Schalter acht Mal angetippt und die Lampe anschließend eingeschaltet werden. Die Lampe signalisiert wie folgt, welches Programm aktiviert wird: Leuchten und anschließendes Dunklerwerden: Energy-Saving-Mode; Leuchten und anschließendes Ausgehen: Constant-Current-Mode. Die Möglichkeit, die Leuchtprogramme und Energie-Modi zu wechseln, heißt bei Zweibrüder Smart-Light-Technology.

Led Lenser X7R 018
Über den Einschaltknopf wird die gesamte Elektronik gesteuert. Der Druckpunkt ist mittelhart, der Weg weit genug, damit die Lampe sich im Rucksack nicht aus Versehen von selbst einschaltet.

 

Led Lenser X7R 019
Wie man sieht, beherbergt die Tailcap nur den Einschaltknopf.

 

Led Lenser X7R 020
Der eigentliche Schalter sitzt am Akkuhalter. (Nein, das war kein erzwungener Reim, sondern einfach nur Text. Wenn ich reime, dann bestimmt nicht so schlecht!)

 

Led Lenser X7R 021
Mit diesem Drehknopf kann der Lampenkopf gegen ungewolltes Verstellen arretiert werden.


Beam:
Je nach Einstellung liefert die Lampe gleichmäßiges Streulicht im Nahbereich oder lässt sich auf einen weiter entfernten Punkt fokussieren. Die typischen Ringe im Beam sind auch bei der X7R in allen Einstellungen deutlich ausgeprägt. Bei Zweibrüder heißt das Advanced-Focus-System.
Positiv überrascht war ich über die Reichweite, die die Lampe fokussiert erzielt. Klar, man kann davon ausgehen, dass zwei XR-E-LEDs mit Linsen ordentlich Meter machen. Wie sich das in der Praxis äußert, steht auf einem anderen Blatt. Und hier kann die X7R überzeugen und locker mit Lampen ähnlicher Größe, die explizit auf Throw ausgelegt sind, mithalten. Auch bei defokussierter Einstellung sorgen die zwei LEDs für reichlich Dampf. Der Nahbereich wird großzügig und hell ausgeleuchtet. Eine der größten Schwächen des Fokussiersystems, das „schwarze Loch“ in der Mitte des Lichtkegels bei defokussierter Einstellung, kann die X7R ein wenig durch Leistung ausgleichen. Der Unterschied zu einer Lampe mit Fixfokus ist dennoch deutlich ausgeprägt.

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„White-wall-beamshot“ Led Lenser X7R defokussiert.

 

Led Lenser X7R 023
„White-wall-beamshot“ Led Lenser X7R fokussiert.


Resümee:
Abgesehen von den Kunststofflinsen (Edit: ohne Vorsatzlise) und dem Kunststoffkopf, der mich nicht wirklich überzeugen kann, ist die Led Lenser X7R eine insgesamt gut verarbeitete Lampe. Diejenigen Nutzer, die ein Fokussiersystem bevorzugen, werden mit der X7R nicht nur zufrieden, sondern von ihr begeistert sein. Komplett fokussiert erzielt die Lampe eine ausgezeichnete Reichweite. Und auch bei defokussierter Einstellung macht sie keine schlechte Figur. Erhältlich ist die X7R für 189 Euro (Stand: März 2012), was – und hier schließt sich der Kreis – ein wahrlich außerirdischer Preis ist. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von Zweibrüder www.zweibrueder.com.
Der Test erfolgte im Auftrag von hallimash (Blog Marketing Blog-Marketing ad by hallimash). Weitere Links: Led-Lenser-Gallery, Led-Lenser-Forum, Facebook, Twitter, Led-Lenser-X7R-Produktseite. Erhältlich ist die Lampe unter anderem hier.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 1,5 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Led Lenser X7R 024
Led Lenser X7R defokussiert

 

Led Lenser X7R 025
Led Lenser X7R fokussiert

 

Led Lenser X7R 026
Led Lenser M7R

 

Led Lenser X7R 027
Lumintop TD15

 

Led Lenser X7R 028
Xeno G42

 

Led Lenser X7R 029
Fenix TK35

 

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