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2. April 2012

Niteye Eye 30

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Es gibt gewisse Lampen, die bei mir einen „Muss-ich-unbedingt-haben-sonst-macht-das-Leben-keinen-Sinn-mehr“-Effekt auslösen. Die Niteye Eye 30 ist so eine Lampe.


Verpackung/Lieferumfang:
In einem stabilen Alukoffer sind die Lampe, ein Ersatz-O-Ring, ein Ladekabel mit Anschluss für einen 12-Volt-Zigarettenanzünder, ein Tragegriff, ein Holster, eine englischsprachige Bedienungsanleitung und eine Garantiekarte enthalten.

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Die Eye 30 wird in einem schicken Köfferchen geliefert.

 

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Lieferumfang der Eye 30.

 

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Ein Ladekabel fürs Auto ist ebenfalls dabei.

 

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Zum Laden muss der Gummistopfen entfernt werden. Mit Stopfen ist die Lampe wasserdicht – verifiziert durch das Taschenlampen-Tests.de-eigene Labor-Waschbecken. Allerdings ist der Gummistopfen winzig und neigt dazu, bei der Entnahme aus dem Loch zu ploppen – abgesehen davon, dass man leicht vergessen kann, ihn nach dem Laden wieder einzusetzen. Somit dürfte dieses praktische Dichtutensil eines der verlustreichsten Zubehörteile der gesamten Taschenlampengeschichte werden.

 

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Lampe im Holster.

 

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Im Lampenkopf findet sich ein Gewinde zur Befestigung des Tragegriffs. Wenn man den Tragegriff nicht montieren möchte, kann man stattdessen die silberne Schraube einschrauben, die auch im Auslieferungszustand montiert ist.

 

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Lampe mit montiertem Griff. Der Wechsel erfordert nicht einmal Werkzeug. Wem der Griff, per Hand angezogen, nicht fest genug sitzt, kann die Schraube mit einem Geldstück nachziehen.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 146 mm
Reflektoröffnung: 25 mm pro Reflektor
Durchmesser Kopf: 66 mm
Durchmesser Tail: 52 mm
Gewicht: 420 g
Gewicht mit Akkus: 610 g
Gewicht mit Akkus und Tragegriff: 642 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Löcher für Lanyard: jein. Wenn man mag, kann man ein Lanyard an den Schlitzen des Tragegriffs befestigen. Ob ein Lanyard in Verbindung mit der Lampe allerdings sinnvoll ist, muss jeder selbst entscheiden.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Insgesamt macht die Lampe beim Auspacken einen wertigen Eindruck. Alles wirkt robust und gut verarbeitet, das Gewinde zum Lampenkopf läuft sauber und spielfrei.

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Die Linsen sind in Edelstahlringe eingefasst.

 

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Die Kühlrippen sind sehr dezent ausgefallen.

 

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Innenansicht Lampenkopf.

 

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Der Popo der Eye 30.

 

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Lampenkörper mit Dichtring.

 

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Für den nötigen Druck aufs Batteriemagazin sorgt eine große Feder.


Leuchteinheit:
Drei Cree XM-L-U2-LEDs sitzen hinter drei SMO-Reflektoren aus Aluminium. Die Frontlinsen bestehen aus Glas, über dessen Beschaffenheit/Vergütung der Hersteller keine Angaben macht.

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Drei Cree XM-L-U2-LEDs sorgen für Licht.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben wird die Eye 30 mit vier 18650-Akkus, die in ein separates Batteriemagazin eingesetzt werden. Mit dem mitgelieferten Ladestecker kann die Lampe im Auto geladen werden. Während des Ladens blinken die LEDs, sind die Akkus komplett geladen, leuchten die LEDs dauerhaft. Beim Test mit vier gleichalten, gleichweit entladenen Akkus wurden alle auf 4,20 Volt gebracht. Die Möglichkeit, die Lampe im Auto zu laden, ist eine praktische Option für unterwegs. Da allerdings kein Balancer verbaut wurde, sollte man die Akkus regelmäßig einzeln laden und auf den gleichen Ladestand bringen.
Über die ungefähre Restkapazität gibt eine Anzeige mit vier orangefarbenen LEDs Aufschluss. Wenn man den Selektorring dreimal kurz hintereinander nach links dreht, wird die Leerlaufspannung angezeigt. Wählt man die einzelnen Leuchtstufen an, wird kurzzeitig die Restkapazität unter Last angezeigt. Wiewohl die Anzeige natürlich keine exakten Ergebnisse liefern kann, ist sie doch eine nützliche Hilfe für unterwegs.
Der Laufzeittest erfolgte in der hellsten Stufe, die mit 2.000 Lumen für zwei Stunden angegeben ist. Zur Kühlung diente ein Ventilator. Zum Test wurden vier neue Tank007-Akkus mit einer angegebenen Kapazität von 2.600mAh eingelegt.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 33.300 Lux
nach 5 Minuten: 32.900 Lux
nach 10 Minuten: 32.800 Lux
nach 20 Minuten: 32.700 Lux
nach 30 Minuten: 32.700 Lux
nach 40 Minuten: 32.700 Lux
nach 50 Minuten: 32.700 Lux
nach 60 Minuten: 32.600 Lux
nach 70 Minuten: 32.600 Lux
nach 80 Minuten: 32.600 Lux
Eine Minute später schaltete die Lampe auf 6.700 Lux herunter. Die Akkus wurden zu diesem Zeitpunkt mit Leerlaufspannungen zwischen 3,40 Volt (3 Zellen) und 3,37 Volt (eine Zelle) gemessen. Obwohl die Akkus keine sinnvoll nutzbare Restkapazität mehr hatten, habe ich sie in Dienste der Wissenschaft nochmals eingelegt, um zu sehen, wie sich die Lampe weiter verhält. Zunächst stand aufgrund der kurzen „Erholungsphase“ der Akkus wieder die maximale Leistung zur Verfügung. Eine Minute später schaltete die Lampe erneut herunter. Testende.
Fazit: Die Regelung funktioniert hervorragend. Die maximal verfügbare Helligkeit wird über den gesamten Laufzeitraum nahezu konstant gehalten. Ob für das Herunterschalten die Lampe verantwortlich war, oder die Akkus, die bei niedriger Spannungslage nicht mehr die erforderliche Leistung für den Turbo-Modus bringen, weiß ich nicht. Aufgrund der relativ geringen Laufzeit und der Tatsache, dass es sich qualitativ sicherlich nicht um die allerbesten Akkus handelt, die obendrein noch nicht ihre maximale Kapazität hatten, vermute ich eher Letzteres.
Im Praxisbetrieb wird die Lampe ordentlich warm. Wird sie ohne Kühlung betrieben, hat Niteye der Lampe einen Überhitzungsschutz spendiert, der in den beiden hellsten Stufen bei 80 Grad Celsius greift und die Lampe auf 60 Prozent der Leistung herunterregelt. Wenn die Temperatur anschließend weniger als 70 Grad Celsius beträgt, wird auf High oder Turbo zurückgeregelt.
Auch während des Tests griff die Regelung – trotz des Ventilators. Nach jeweils ziemlich genau 20 Minuten schaltete die Lampe auf 24.600 Lux herunter. Nach kurzer Abkühlzeit stand dann wieder die volle Leistung zur Verfügung. Der Übersichtlichkeit der Laufzeitmessung wegen habe ich das an dieser Stelle vermerkt und nicht weiter oben bei der Laufzeitmessung selbst.

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Batteriemagazin mit Alustreben.

 

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Die Kapazitäzsanzeige ist im Praxisbetrieb hilfreich.


Bedienung:
Bedient wird die Lampe ausschließlich über einen Magnet-Drehring, der in jeder Position sicher einrastet. Dreht man den Ring im Uhrzeigersinn, werden nacheinander die Leuchtstufen Low (angegeben mit 60 Lumen für 55 Stunden), Middle (angegeben mit 300 Lumen für 12 Stunden), High (angegeben mit 1.000 Lumen für 3 Stunden) und Turbo (angegeben mit 2.000 Lumen für 2 Stunden) angewählt. Beim Betrieb in Low leuchtet eine LED, in Middle zwei LEDs, in High und Turbo alle drei. In den beiden dunkleren Leuchtstufen wechseln die LEDs bei jedem Einschalten reihum, um die LED-Belastung/Abnutzung gleichmäßig zu halten. Feine Sache.
Dreht man den Ring gegen den Uhrzeigersinn, gelangt man in den Strobe-Modus (mit wechselnder Frequenz). Dreht man den Ring zurück in die „Aus“-Stellung und erneut gegen den Uhrzeigersinn, kommt man in einen Modus, der von Niteye als „Cruise warning“ bezeichnet wird und der sich durch langsames Aufblinken in Intervallen äußert. Wiederholt man die Prozedur ein drittes Mal, leuchtet die Lampe nicht; stattdessen zeigen die vier orangefarbenen LEDs die Akku-Leerlaufspannung an.
Gegen versehentliches Einschalten reicht es bereits, den Lampenkopf etwa eine Achtelumdrehung zu lösen.

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Mit dem Selektorring werden die Leuchtstufen angewählt. Bei der „Special Edition“ ist der Ring silbern und aus Edelstahl, bei der regulären Version in der Farbe der Lampe gehalten und aus Aluminium.

 

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In den beiden dunkleren Modi werden eine LED (Low) bzw. zwei LEDs (Middle) immer reihum geschaltet.


Beam:
Bedingt dadurch, dass in den beiden dunkleren Leuchtstufen nicht alle drei LEDs leuchten, ist das Lichtbild in Low und Middle an der weißen Wand nicht wirklich homogen. Aber da wir in der Praxis keine weißen Wände anleuchten (okay, einige Spezialisten ausgenommen…), ist das vernachlässigbar. In den beiden hellen Stufen sieht man an der weißen Wand einige Ringe im Beam. Aber auch hiervon bleibt im Praxisbetrieb nicht viel übrig. Die Eye 30 liefert ein ausgewogenes Lichtbild mit ordentlicher Reichweite und einem ganz kleinen Donuthole in der Mitte, das aber nur dann auffällt, wenn man es unbedingt sehen will.

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„White-wall-beamshot“ der Eye 30.


Resümee:
Ich wollte die Niteye Eye 30 haben, ich habe sie, und ich bereue nichts. Nicht die drei Wochen ohne Nahrungsaufnahme, die für die Anschaffung der Lampe notwendig waren. Nicht den Verlust des Führerscheins wegen mehrfachen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, da die Eye 30 einfach besseres Licht macht als meine Autoscheinwerfer. Nicht, dass meine engsten Freunde kein Wort mehr mit mir sprechen. Nicht, dass Tina und ich jetzt getrennte Schlafzimmer haben. Die Eye 30 entschädigt für alles. Sie hat meinem Leben, das mir trostlos und leidvoll erschien, wieder einen Sinn gegeben. Halleluja!
Das Gesamtpaket stimmt. Bei einem Preis von 269 Euro für das Standardmodell und 279 Euro für die „Special Edition“ (Stand: April 2012) bekommt man neben dem praktischen Trageköfferchen auch ein Holster und einen Haltegriff dazu, der bei anderen Lampen für teures Geld dazugekauft werden muss. Die Möglichkeit, die Akkus unterwegs im Auto zu laden, ist eine nützliche Option, wie auch die vier orangefarbenen LEDs, die einen ungefähren Aufschluss über die Kapazität der Akkus geben. Die Lampe selbst ist robust und hochwertig verarbeitet und macht für ihre Größe mächtig viel Licht. Auch das Bedienkonzept kann überzeugen. Das Geblinke liegt nicht am Ende des UIs, sondern in entgegengesetzter Drehrichtung. Das hat zum einen den Vorteil, dass Strobe nicht aus Versehen aktiviert werden kann, zum anderen den, dass der Direktzugriff auf Strobe möglich ist. Einziges kleines Manko aus meiner Sicht: Was fehlt, ist eine wirklich dunkle Stufe, denn die 60 Lumen, die die Eye 30 in der dunkelsten Einstellung liefert, sind mir persönlich schon viel zu hell.
Weitere Infos finden sich auf der Herstellerseite www.niteyelight.com Erhältlich ist die Lampe unter anderem hier.

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Größenvergleich. Von links: Surefire 6P, Niteye Eye 30, Led Lenser M14, Fenix TK45.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von einer Viertelsekunde bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Zum Vergleich sind auch die TK35 und die TK45 von Fenix dabei, die ja auch schon nicht gerade dunkel sind.

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Niteye Eye 30

 

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Led Lenser X21R halb fokussiert

 

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Fenix TK70

 

Niteye Eye 30 025
Fenix TK45

 

Niteye Eye 30 026
Fenix TK35

 

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