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20. Mai 2012

Xeno E03 V3 XM-L

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Dieser Test ist der längeren einer. Denn es gilt, nicht nur die XM-L-Variante der Xeno E03 zu testen, sondern diese auch noch in allen verfügbaren Lichtfarben. Euch erwartet ein feines Testili mit vielen bunten Bilden. Schmiert euch also ein paar Butterbrote, bevor ihr weiterlest, und dann ab dafür!

 

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Die Lampe ist gleich in drei neckischen Farbvarianten erhältlich.


Verpackung/Lieferumfang:
In einer Plastik/Pappverpackung finden sich die Lampe mit nachleuchtendem Tailcap-Gummi, ein Ersatzschalter, ein Ersatz-Tailcap-Gummi in Schwarz, ein Ersatz-O-Ring, ein Lanyard und eine englischsprachige Bedienungsanleitung.
Ausnahme: Bei der Ausführung in „Deep-Sea Blue“ ist kein Ersatz-Tailcap-Gummi dabei, da bereits ein schwarzes Tailcap-Gummi verbaut wurde.

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Lieferumfang der Xeno E03 V3 XM-L.

 

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Während bei der Ausführung in Schwarz und „Rose Red“ nachleuchtende Schaltergummis verbaut sind und jeweils ein schwarzes Ersatz-Schaltergummin im Lieferumfang enthalten ist, hat man bei der Ausführung in Blau darauf verzichtet. Selbst, wenn man das Schaltergummi nicht aus optischen Gründen tauschen möchte, kann es nicht schaden, Ersatz zu haben. Hier wurde am falschen Ende gespart.


Beschreibung der Lampe(n)/erster Eindruck:
Länge: 97,5 mm
Reflektoröffnung: 17 mm
Durchmesser Kopf: 21,5 mm
Durchmesser Tail: 21 mm
Gewicht: 50 g
Gewicht mit Akku: 76 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: ja, Loch in der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Insgesamt gesehen, machen alle Testkandidaten einen guten Eindruck, sowohl, was die Verarbeitung, als auch die Anodisierung angeht.

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Die Wandstärke ist angemessen.

 

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Das Gewinde ist von Werk aus nicht gefettet. „Out of the Verpackung“ läuft es zwar spielfrei, aber nicht sonderlich weich. Ein wenig Schmierfett wirkt hier Wunder.

 

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Innenansicht Tailcap.

 

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Selbstverständlich dürfen die Xeno-typischen „Griffmulden“ nicht fehlen.


Leuchteinheit:
Alle Modelle haben eine beschichtete Mineralglaslinse und verwenden einen OP-Reflektor aus Alu.
Zu den verwendeten LEDs:
Bei der „Cool-white“-Version ist eine XM-L 1B T6 mit einer Farbtemperatur von 5.000-8.300 K verbaut.
Bei der „Neutral-white“-Version ist eine XM-L 3C T5 mit einer Farbtemperatur von 4.750-5.000 K verbaut.
Bei der „Warm-white“-Version ist eine XM-L 7B T4 mit einer Farbtemperatur von 2.600-3.700 K verbaut.

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Eine Cree XM-L-LED sorgt bei allen drei Varianten für Licht. Die Unterschiede liegen in den Farb- und Helligkeits-Bins. Das Bild zeigt eine XM-L 7B T4, die das wärmste Licht aller drei Lampen liefert. Das Schöne an diesem Bild: Ich könnte euch hier auch jede andere der oben genannten LEDs verkaufen, und keine Sau würd’s merken…

 

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Schön anzusehen: Der silberne Bezelring.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben werden kann die E03 V3 mit einem 1,2-Volt NiMh-Akku, einer 1,5-Volt-Batterie oder (bei höherer Leistung und kürzerer Laufzeit) mit einem LiIon 14500-Akku. Da die verbaute Elektronik bei allen Modellen identisch sein dürfte, habe ich mich darauf beschränkt, den Test nur mit der Cool-white-Version durchzuführen.

Laufzeitmessung NiMh-Akku (Sanyo Eneloop, 2.000mAh):
Beim Einschalten: 1.160 Lux
nach 5 Minuten: 870 Lux
nach 10 Minuten: 850 Lux
nach 15 Minuten: 840 Lux
nach 20 Minuten: 840 Lux
nach 30 Minuten: 810 Lux
nach 40 Minuten: 760 Lux
nach 45 Minuten: 700 Lux
nach 50 Minuten: 600 Lux
Innerhalb der nächsten Minuten sank der Wert drastisch. Nach 54 Minuten wurden noch 190 Lux gemessen. Der Akkus wurde mit einer Leerlaufspannung von 0,93 Volt gemessen – Ende des Tests.

Laufzeitmessung LiIon 14500 (Trustfire, angegeben mit 900mAh):
Beim Einschalten: 3.690 Lux
nach 5 Minuten: 2.870 Lux
nach 10 Minuten: 2.640 Lux
nach 15 Minuten: 2.420 Lux
nach 20 Minuten: 2.080 Lux
Anschließend sanken die Werte schnell. Nach 20 Minuten betrug die Leerlaufspannung des Akkus 3,61 Volt, fünf Minuten später lag sie bei 3,17 Volt. Testabbruch, da ich den Akku nicht in die Schutzschaltung treiben wollte.

Fazit: Eine Regelung ist offenbar nicht vorhanden. Mit beiden Stromversorgern wird die Lampe mit zunehmender Laufdauer dunkler. Auch, wenn mich das persönlich bei einer EDC-Lampe, die meist immer nur kurzfristig betrieben wird, nicht sonderlich stört: Ideal sieht sicher anders aus. Mehr stört mich allerdings, dass die Lampe über keine Abschaltung verfügt. Sie saugt munter an den Akkus und nuckelt sie leer, wenn man nicht aufpasst. Beim Betrieb mit einem NiMh-Akku sollte man den Akku spätestens dann wechseln, wenn die Lampe fürs Auge sichtbar erheblich dunkler wird. Gleiches gilt bei Verwendung eines LiIon-Akkus. Hier sollten am besten ausschließlich geschützte Akkus zum Einsatz kommen.

Der Vollständigkeit halber hier noch die gemessenen Luxwerte mit vollen Akkus:

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Dazu gesagt werden muss allerdings, dass es sich hier nur um Annäherungswerte handelt, da der Lichteinbruch bei allen Modellen, gerade in den ersten Sekunden nach dem Einschalten, drastisch ist und bereits vor der optimalen Ausrichtung der Lampe auf den Sensor des Messgeräts begonnen hat.
Dazu kommt, dass es sich beim verwendeten LX1330B um ein Luxmeter handelt, bei dem die Farbtemperatur Einfluss auf das Messergebnis haben und die Messung somit zusätzlich leicht verfälschen könnte.

Bedienung:
Eingeschaltet wird die Lampe mit einem leichtgängigen Reverse-Clicky. Insgesamt stehen drei Leuchtstufen zur Verfügung, die in der Reihenfolge Low – Ultra Low – High angewählt werden. Durchdrücken des Clickys schaltet die Lampe ein, durch Antippen werden die Leuchtstufen gewechselt. Die Lampe hat keine Memory-Funktion und startet immer in der mittleren Stufe.
Die Stufen sind von Xeno für die Cool-white-Version wie folgt angegeben:

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Für die Neutral-white- und die Warm-white-Version gibt Xeno nur die maximale Leistung beim Betrieb mit einem LiIon-Akku an. Bei der NW-Variante sind das 400 Lumen, bei der WW-Variante 350 Lumen.
Interessant ist in jedem Fall die dunkelste Stufe beim Betrieb mit einem LiIon-Akku: 80 Lumen und die Bezeichnung „Ultra Low“ entbehrt nicht einer gewissen Komik, und mit einem „Low“ mit 280 Lumen ist die Lampe, zumindest für Einbrecher, nicht das geeignete Werkzeug. Abgesehen von der etwas unglücklich gewählten Bezeichnung der Leuchtstufen (auch mit 20 Lumen beim Betrieb mit einem NiMh-Akku) ist ein „Low“ nicht wirklich „Ultra“, finde ich die Abstufungen von Xeno nicht gut gewählt. Beim Betrieb mit einem LiIon-Akku sind die beiden dunklen Stufen einfach zu hell, und der Unterschied zwischen der mittleren und der hellen Stufe ist fürs Auge eher marginal.

Beam:
Bedingt durch die Kombination aus kleinem Lampenkopf, OP-Reflektor und XM-L-LED liefern alle drei Testkandidaten ein ausgewogenes Lichtbild. Der Nahbereich wird homogen ausgeleuchtet. Dass die Lampen nicht für größere Reichweiten ausgelegt sind, versteht sich von selbst.
Die Lichtfarbe der NW-Version wirkt schon eine ganze Ecke wärmer als die der CW-Variante. Die 30 „Mehr-Lumen“ der Cool-white-LED fallen fürs Auge nicht sonderlich ins Gewicht.
Ziemlich aus dem Rahmen fällt das Modell mit der warmweißen LED. Die Helligkeit, die das Auge wahrnimmt, liegt deutlich unter der der anderen beiden Lampen. Die Lichtfarbe ist dabei so warm, dass man glauben könnte, eine Glühbirnen-Lampe in der Hand zu haben.

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„White-wall-beamshot“ Xeno E03 XM-L cool white.

 

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„White-wall-beamshot“ Xeno E03 XM-L neutral white.

 

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„White-wall-beamshot“ Xeno E03 XM-L warm white.


Resümee:
Die Xeno E03 V3 XM-L ist eine brauchbare EDC-Lampe zum kleinen Preis. Sie liefert in allen drei Lichtfarben viel Licht für eine Lampe ihrer Größe, wobei die warmweiße Version die mit Abstand dunkelste ist – so man denn 350 Lumen als „dunkel“ bezeichnen will.
Die Verarbeitung geht in Ordnung. Dass auf eine Regelung verzichtet wurde, ist meiner Ansicht nach bei einer EDC-Lampe zu verschmerzen. Unschön ist die Tatsache, dass auch auf eine Abschaltung verzichtet wurde – hier ist aktives Aufpassen des Benutzers gefordert.
Für welches Modell man sich entscheidet, ist letztlich reine Geschmackssache – sowohl bei der Wahl der Gehäuse- als auch der Lichtfarbe, hier sind alle Kombinationen möglich.
Mir persönlich gefällt die warmweiße Version am besten – vielleicht auch, weil ich mit dieser Lichtfarbe groß geworden bin und das Gefühl habe, eine extrem helle Lampe mit Glühbirne in der Hand zu halten. Und nicht zuletzt liegt die gefühlte Umgebungstemperatur beim warmweißen Licht gleich um ein paar Grad höher (was wissenschaftlich allerdings nicht belegbar ist). Der Preis für die E03 V3 XM-L liegt bei allen Modellen bei 32 Euro (Stand: Mai 2012). Zur Verfügung gestellt wurden die Lampen freundlicherweise vom Taschenlampen-Papst www.taschenlampen-papst.de, wo sie auch erhältlich sind.

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Größenvergleich. Von links: 4Sevens Q-Mini AA, Spark SL5, Xeno E03 V3 XM-L, Fenix LD10, Led Lenser P5R.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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Xeno E03 XM-L cool white 1,2 Volt-Akku

 

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Xeno E03 XM-L neutral white 1,2 Volt-Akku

 

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Xeno E03 XM-L warm white 1,2 Volt-Akku

 

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Xeno E03 XM-L cool white 4,2 Volt-Akku

 

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Xeno E03 XM-L neutral white 4,2 Volt-Akku

 

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Xeno E03 XM-L warm white 4,2 Volt-Akku

 

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Spark SL5 190 NW 4,2-Volt-Akku

 

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HDS Systems EDC High CRI

 

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Vergleich mit einer „richtig“ warmen Lampe mit Birnchen: Surefire G2 Nitrolon mit Diffusor, Belichtungszeit: 4 Sekunden.

 

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