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11. Juni 2012

Klarus XT20

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 00:13

Klarus XT20 001
Mit der Klarus XT20 stellt sich heute eine echte Hammerlampe im Taschenlampen-Tests-Labor vor. Denn die Lampe erinnert von ihrem äußeren Erscheinungsbild her in der Tat ein wenig an ein Werkzeug.


Verpackung/Lieferumfang:
In einer Blisterverpackung finden sich neben der Lampe ein taktischer Griffring, ein Holster, Ersatz-O-Ringe, ein Ersatz-Gummi für die Tailcap, ein Schlüsselring sowie eine Bedienungsanleitung. Zum Test stand nur die Lampe zur Verfügung, daher gibt es an dieser Stelle kein Bild.

Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 220 mm
Reflektoröffnung: 25 mm (x2)
Breite Kopf: 68 mm
Durchmesser Tail: 26 mm
Gewicht: 246 g
Gewicht mit Akkus: 340 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: nein.
Rollschutz: ja.
Befestigungsmöglichkeit für Lanyard: Schlitze in der Tailcap.
wasserdicht: laut Hersteller IPX-8, was ich der Lampe auch ohne Weiteres zutraue. Da es sich allerdings um eine vertrauensvolle Leihgabe handelt, habe ich auf den Unterwassertest verzichtet.
Um beim Werkzeug zu bleiben: Die Umsetzung ist gelungen. Kompromisslos, eckig, kantig und auf hohem Niveau verarbeitet.

Klarus XT20 002
Der „Doppelkopf“.

 

Klarus XT20 003
Die Gewinde sind sauber geschnitten und mit poppigen roten O-Ringen versehen.

 

Klarus XT20 004
Materialstärke Batterierohr zur Tailcap.

 

Klarus XT20 005
Materialstärke Batterierohr zum Lampenkopf.

 

Klarus XT20 006
Kopf abgeschraubt.


Leuchteinheit:
Zwei Cree XM-L-LEDs mit U2-Binning sitzen in zwei Reflektoren aus Aluminium. Interessant dabei ist, dass bei einer LED ein SMO- Reflektor und bei der anderen ein OP-Reflektor verwendet wird. Als Frontlinse wird laut Hersteller jeweils eine gehärtete und beschichtete ultraklare Glaslinse verwendet.

Klarus XT20 007
Ungewöhnlich: Ein SMO- und ein OP-Reflektor sorgen in friedlichem Einklang für die Lichtverteilung.

 

Klarus XT20 008
Zwei XM-L-U2-LEDs liefern reichlich Power.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Angetrieben wird der Hammer mit zwei 18650-Akkus oder vier CR123-Batterien. Klarus gibt die Lampe in der hellsten Stufe mit 1.200 Lumen bei einer Leuchtdauer von 2 Stunden an. Zum Test trat die Lampe mit zwei AW-Akkus mit einer Kapazität von 2.600mAh in der hellsten Stufe an. Gekühlt wurde mit einem Ventilator.
Wie ich beim Test festgestellt habe, regelt die Lampe, wenn sie im hellsten Modus betrieben wird, etwa alle drei Minuten um rund 4.000 Lux zurück (mit zunehmender Laufzeit wird der Unterschied geringer). Um die Laufzeit bei maximaler Leistung zu ermitteln, wurde die Lampe daher nach jedem Herunterregeln erneut eingeschaltet.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 20.500 Lux
nach 5 Minuten: 20.900 Lux
nach 15 Minuten: 19.700 Lux
nach 30 Minuten: 17.500 Lux
nach 45 Minuten: 16.100 Lux
nach 60 Minuten: 15.100 Lux
nach 75 Minuten: 12.700 Lux
Nach 81 Minuten begann die Lampe zu blinken und zeigte damit an, dass sich die Akkukapazität dem Ende zuneigt. Die Akkus wurden entnommen und mit 3,42 bzw. 3,54 Volt im Leerlauf gemessen. Testende.

Beim zweiten Testlauf wurde nach dem Herunterregeln nicht wieder hochgeschaltet, und die Lampe durfte machen, was sie wollte.
Laufzeitmessung ohne Wiederhochschalten:
Beim Einschalten: 20.500 Lux
nach 5 Minuten: 16.400 Lux
nach 15 Minuten: 15.300 Lux
nach 30 Minuten: 14.200 Lux
nach 45 Minuten: 13.300 Lux
nach 60 Minuten: 12.600 Lux
nach 75 Minuten: 12.000 Lux
nach 90 Minuten: 9.800 Lux
Nach 99 Minuten und angezeigten 6.600 Lux begann die Lampe zu blinken. Die Akkus wurden mit 3,31 und 3,38 Volt Leerlaufspannung gemessen. Testende.

Fazit: Bei maximaler Leistung ist die Regelung nicht wirklich überzeugend. Nach 30 Minuten hat die Lampe mehr als 10 Prozent ihrer maximalen Leistung eingebüßt, nach 45 Minuten sind es 20 Prozent.
In der Praxis stellt das automatische Herunterregeln sicherlich in den meisten Fällen kein Problem dar, da man die maximale Leistung in der Regel kaum länger als drei Minuten am Stück brauchen dürfte. Darüber hinaus werden die LEDs auf diese Weise vor einer möglichen Überhitzung geschützt. Dennoch bleibt unterm Strich die Tatsache, dass die Lampe, wenn man die maximale Leistung abruft, über den gesamten Laufzeitraum nachlässt. Hier besteht noch Verbesserungspotenzial, zumal die Lampe auch beim zweiten Testlauf nach dem automatischen Herunterregeln langsam, aber stetig dunkler wurde. Die Akkuwarnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, der die Akkus nicht stresst.

Bedienung:
Bedient wird die XT20 über zwei Schalter am Heck. Mir dem größeren der beiden Schalter wird die Lampe ein- und ausgeschaltet. Der Schalter ist als Forward-Clicky ausgelegt; Momentlicht und Morsen sind möglich.
Mit dem kleineren Schalter werden bei eingeschalteter Lampe die Helligkeitsstufen in der Reihenfolge High – Medium – Low angewählt. Wird der kleine Schalter bei eingeschalteter Lampe gedrückt gehalten, gelangt man in den Strobe-Modus. Ebenfalls aktiviert werden kann Strobe durch Drücken und Halten des kleinen Schalters bei ausgeschalteter Lampe.
Prinzipiell ist das Schaltkonzept simpel und durchdacht. Lediglich an der Ausführung hapert es ein wenig. Denn den kleinen Schalter zu finden bzw. zu ertasten, gestaltet sich, zumindest für mich, als Geduldsspiel. Es mag sein, dass meine Daumen nicht die filigransten und gefühlvollsten sind, aber selbst für Daumenartisten dürfte sich die intuitive Bedienung schwierig gestalten, da beide Schalter sehr eng nebeneinander liegen und die Lampe durch ihre konstruktionsbedingte Kopflastigkeit ohnehin immer nach vorne abhauen will.
Die Leuchtstufen gibt Klarus wie folgt an: High (1.200 Lumen für 2 Stunden), Medium (370 Lumen für 5,3 Stunden), Low (10 Lumen für 205 Stunden) und Strobe (1.200 Lumen für 4 Stunden). Um ein versehentliches Einschalten zu vermeiden, kann die Tailcap leicht gelöst werden.

Klarus XT20 009
Ein großer und ein kleiner Schalter sind nichts für den kleinen Walter. Zumindest für meine Wenigkeit ist diese Art der Bedienung eine ziemlich fummelige Angelegenheit und alles andere als stressresistent.

 

Klarus XT20 010
Die Tailcap von innen.


Beam:
Ein definierter Hotspot setzt sich sauber vom Sidespill ab. Die Ausleuchtung auf die Entfernung ist homogen, dabei liefert die Lampe immer noch eine passable Reichweite.

Klarus XT20 011
„White-wall-beamshot“ der Klarus XT20.


Resümee:
Die XT20 von Klarus ist eine interessante Lampe, die neben ihren Stärken allerdings auch einige Schwächen hat. Dazu zählen die Kopflastigkeit und die beiden eng nebeneinander liegenden Schalter zur Bedienung, die selbige erschweren – stressresistent und einfach sieht anders aus. Auch die Regelung ist nicht das Gelbe vom Ei. Dafür greift die Akkuwarnung zu einem Zeitpunkt, an dem die Akkus noch lange nicht im kritischen Bereich sind. Von der Verarbeitung, vom Leuchtbild, vom UI und von der gelungenen Abstufung der Leuchtstufen her ist die XT20 rundum gelungen – und sie macht richtig viel Spaß. Der Anschaffungspreis von knapp 150 Euro (Stand: Juni 2012) ist sicherlich kein Pappenstiel, aber als Gegenwert bekommt man auf jeden Fall eine außergewöhnliche Lampe.
Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise von ersecu aus dem Taschenlampen-Forum, noch mal vielen herzlichen Dank dafür! Weitere Informationen sind auf der Herstellerseite zu finden. Erhältlich ist die Lampe unter anderem hier.

Klarus XT20 012
Viellinsen unter sich. Von links: Klarus XT20, Led Lenser X7R, Fenix TK45.

 

Klarus XT20 013
Und der ganze Spaß nochmal von vorne.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 1,5 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Klarus XT20 014
Klarus XT20

 

Klarus XT20 015
Fenix TK45

 

Klarus XT20 016
Fenix TK35

 

Klarus XT20 017
Niteye Eye 30

 

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