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28. August 2012

ThruNite Neutron 1C

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Mit der Neutron 1C hat ThruNite eine gut verarbeitete EDC im Programm, die mit einer Fotobatterie oder einem LiIon 16340-Akku betrieben werden kann.

 

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Verpackung/Lieferumfang:
In einer Pappverpackung mit Plastikinnenleben sind die Lampe, Ersatz-O-Ringe, ein Holster, ein Lanyard und eine englischsprachige Bedienungsanleitung enthalten.

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Lieferumfang der Neutron 1C.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 90 mm
Reflektoröffnung: 17 mm
Durchmesser Kopf: 22 mm
Durchmesser Tail: 22 mm
Gewicht: 46 g
Gewicht mit Akku: 64 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: Schlitze in der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Beim Auspacken hatte meine Wenigkeit sofort den Eindruck, ein hochwertiges Lämpchen in den Händen zu halten. Alles wirkt robust und gut verarbeitet.

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Lampenkopf, Body, Tailcap.

 

 

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Das Battereirohr ist der Kürzeren eines.

 

 

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Die Materialstärke reicht dennoch mehr als aus.

 

 

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Lampenkopf mit Elektronik.


Leuchteinheit:
Verbaut wurde eine Cree XM-L-T6-LED. Der Reflektor ist ein OP aus Aluminium, die Frontlinse besteht aus beschichtetem Glas.

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Frontansicht.

 

 

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Mit dem silbernen Bezelring sieht das Köpfchen schon ein wenig edel aus.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Die Neutron 1C kann in einem Spannungsbereich von 0,9 bis 4,2 Volt betrieben werden, was die Verwendung einer CR123-Batterie, eines adäquaten Akkus oder eines LiIon 16340-Akkus erlaubt. Die hellste Leuchtstufe, in der die Lampe bei den Testläufen betrieben wurde, ist vom Hersteller mit 255 ANSI-Lumen angegeben. Zur Kühlung diente ein Ventilator.

Laufzeitmessung CR123A-Batterie (Panasonic):
Beim Einschalten: 880 Lux
nach 5 Minuten: 360 Lux
nach 10 Minuten: 320 Lux
nach 20 Minuten: 310 Lux
nach 30 Minuten: 310 Lux
nach 40 Minuten: 310 Lux
nach 50 Minuten: 310 Lux
nach 60 Minuten: 310 Lux
nach 90 Minuten: 320 Lux
nach 120 Minuten: 330 Lux
nach 150 Minuten: 330 Lux
nach 180 Minuten: 330 Lux
nach 210 Minuten: 320 Lux
nach 240 Minuten: 310 Lux
nach 270 Minuten: 300 Lux
nach 300 Minuten: 290 Lux
nach 330 Minuten: 280 Lux
nach 360 Minuten: 250 Lux
An dieser Stelle war die zweite Flasche Wein leer und die Grenze meiner physischen und psychischen Belastbarkeit erreicht. Daher habe ich die Batterie entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 2,80 Volt gemessen. Was im Klartext heißt: Die Lampe sollte nicht mehr allzulange leuchten, sollte bald rasch dunkler werden oder abschalten oder nichts von alldem tun, sondern die Batterie bis zur Unkenntlichkeit auslutschen und noch weitere zehntausend Jahre leuchten.. Ich werde es nie erfahren und ihr auch nicht, falls ihr die Lampe nicht selbst mal mit einer CR123-Batterie füttert. Auf jeden Fall läuft die Lampe lange, lange, lange mit einer Tankfüllung.

Laufzeitmessung LiIon 16340 (AW, 750mAh):
Beim Einschalten: 2.590 Lux
nach 5 Minuten: 2.590 Lux
nach 10 Minuten: 2.570 Lux
nach 20 Minuten: 2.330 Lux
nach 30 Minuten: 1.690 Lux
nach 40 Minuten: 360 Lux
Der Akku wurde entnommen und mit einer Leerlaufspannung von 2,81 Volt gemessen. Testende.

Fazit: Die Möglichkeit, zwischen einer hellen EDC (bei deutlich kürzerer Laufzeit) und einer dunkleren Lampe, bei der man im normalen Betrieb mit einer Batterie ewig auskommen dürfte, gefällt mir persönlich sehr gut. Mit einer CR123-Batterie befüllt, reicht das Licht für alle Anwendungen im Nahbereich bereits locker aus, und wer es gerne richtig hell hat, greift zu einem LiIon-Akku. Zwar bleiben so diejenigen, die ausschließlich Primärzellen nutzen und trotzdem das Maximum aus der Lampe herausholen wollen, außen vor, aber schließlich kann man es auch nicht jedem recht machen.
Beim Akkubetrieb wird die Lampe nach 10 Minuten Dauerbetrieb in der hellsten Stufe kontinuierlich dunkler. Erreicht wird dadurch eine längere Laufzeit, was generell nicht verkehrt ist, aber sicherlich nicht jedermanns Sache.
Leider hat die Lampe keinen Tiefentladungsschutz. Vom Betrieb mit ungeschützen Akkus ist daher abzuraten. Auf jeden Fall sollte man die Lampe beim Akkubetrieb gut im Auge behalten und den Akku lieber früher wechseln, um ihn nicht in die Schutzschaltung zu treiben.

Bedienung:
Übernommen und leicht abgewandelt wurde hier ein bewährtes Fenix-Prinzip: Eingeschaltet wird die Lampe mit einem leichtgängigen Reverse-Clicky. Die Lampe verfügt über zwei Ebenen, die durch Fest- bzw. leichtes Losdrehen des Lampenkopfs angewählt werden. Ebene 1 (bei gelöstem Lampenkopf) beinhaltet die Leuchtstufen Moonlight-Low-Mid-High-SOS, die in dieser Reihenfolge durch Antippen des Clickys ausgewählt werden. Ebene 2 (bei festgezogenem Lampenkopf) beinhaltet die Leuchtstufen Turbo und Strobe, zwischen denen ebenfalls durch Antippen des Clickys gewechselt wird.
Die Leuchtstufen sind von ThruNite wie folgt angegeben: Moonlight: 0,09 Lumen für 100 Stunden; Low: 9 Lumen für 33 Stunden; Mid: 50 Lumen für 6 Stunden; High: 120 Lumen für 2,1 Stunden; Turbo: 260 Lumen (ohne Laufzeitangabe).
Während bei Ebene 1 die Leuchtstufen gespeichert werden (beim Einschalten startet die Lampe immer in dem Modus, der vor dem letzten Ausschalten aktiviert war), startet sie bei Ebene 2 immer im hellsten Modus, was zugleich Vorteil und Nachteil ist. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Man muss nicht übers Geblinke gehen, um in die Turbo-Stufe zu gelangen. Der Nachteil: Strobe kann nicht direkt angewählt werden. Aber genau die Direktanwahl von Strobe ist meiner Meinung nach die einzige Berechtigung für diesen Modus. Sinnvolle wäre gewesen, Strobe auf Ebene 1 zu legen und SOS auf Ebene 2, dann hätte man zumindest die Möglichkeit des Direktzugriffs auf Strobe bei gelöstem Lampenkopf.
Aber selbst, wenn Strobe und SOS vertauscht wären – ein Nachteil bleibt auf jeden Fall: Um von dunkel, mittel oder hell wieder in den Moonlight-Modus zu gelangen, muss man in jedem Fall über Geblinke gehen. Hier wäre mir persönlich ein Verzicht auf Memory lieber gewesen. Aber sicherlich gibt es genug Nutzer, die die Lampe auf Ebene 1 vorrangig immer in derselben Stufe betreiben, und für die ist es sicherlich von Vorteil, nicht erst mehrmals auf den Clicky drücken zu müssen.
Eine Besonderheit bietet der SOS-Modus. Die Lampe blinkt nicht „SOS“ in einem durch; vielmehr liegen die Intervalle zwischen den einzelnen „SOS-Hilferufen“ bei etwa 10 Sekunden. In einer Notsituation dürfte die Lampe somit auch dann noch blinken, wenn man selbst schon lange verhungert, verdurstet oder den Geiern zum Opfer gefallen ist. Aber so abwegig das vielleicht auch klingen mag: Die Tatsache, dass die Lampe das Notsignal in Intervallen aussendet, verlängert die Laufzeit in diesem Modus enorm. In einer extremen Notsituation kann genau dies unter Umständen lebensrettend sein.

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Tailcap mit Clicky.

 

 

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Tailcap von innen.


Beam:
Ein verhältnismäßig großer Hotspot setzt sich weich und ohne Ringe vom Sidespill ab, wodurch die Lampe auf kurze und mittlere Entfernungen ein sehr gleichmäßiges Lichtbild liefert. Für größere Reichweiten ist die Lampe konstruktionsbedingt weniger geeignet, aber das ist hier schließlich auch nicht das Ziel.

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„White-wall-beamshot“ der Neutron 1C.


Resümee:
Der erste Eindruch der ThruNite Neutron 1C täuscht nicht. Die Lampe ist gut verarbeitet und liegt gut in der Hand. Das Lichtbild passt hervorragend zu einer EDC, und durch mehrere sinnvoll aufeinander abgestimmte Leuchtstufen ist die Neutron 1C vielseitig einsetzbar. Vor allem der Moonlight-Modus gefällt mir sehr gut, einen solchen Modus sollten eigentlich alle EDCs haben. Zu bemängeln ist, dass die Lampe keinen Tiefentladeschutz hat und den Stromversorger einfach leernudelt, darüber sollte man sich bei ThruNite auf jeden Fall mal Gedanken machen.
Über die etwas unglückliche Verteilung von Stobe und SOS sowie die Memory-Funktion kann man geteilter Meinung sein. Während Ersteres definitiv durch Vertauschen von Strobe und SOS sinnvoller gewesen wäre, wird es bei Memory ähnlich viele Befürworter wie Gegner geben.
Der Verkaufspreis liegt bei 49 Euro (Stand: August 2012). Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise vom Taschenlampen-Papst www.taschenlampen-papst.de, wo sie auch erhältlich ist.

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Größenvergleich einiger CR123-Monster. Von links: ThruNite Neutron 1C, Spark SK7, 4Sevens Quark Mini123, Nitecore SR3, Lumapower D-Mini EX2.

 

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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ThruNite Neutron 1C (3 Volt)

 

 

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ThruNite Neutron 1C (4,2 Volt)

 

 

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Spark SL5 220CW (4,2 Volt)

 

 

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EagleTac P20A2 MKII

 

 

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Fenix PD32

 

 

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Xeno E03 V3 XM-L (4,2 Volt)

 

 

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