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7. September 2012

Südlicht Investigator L3

Gespeichert unter: Taschenlampen-Tests — 208730 @ 22:00

Suedlicht Investigator L3 001
„Südlicht ist eine junge Firma, die sich auf das Thema LED spezialisiert.“ So zu lesen auf der Südlicht-Homepage. „Die Produkte von Südlicht werden in China gefertigt, nach den Vorgaben und Designvorschlägen aus Deutschland“, steht etwas weiter unten. Mit der Investigator L3 kam eines dieser Produkte auf den Seziertisch des Hauses.


Verpackung/Lieferumfang:
In einer Papp/Plastikverpackung sind die Lampe, ein Lanyard und zwei kleine Heftchen, in denen die Bedienung in deutscher und englischer Sprache erklärt wird, enthalten.

Suedlicht Investigator L3 002
Lieferumfang der Investigator L3.


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 231 mm
Reflektoröffnung: 32 mm
Durchmesser Kopf: 40,5 mm
Durchmesser Tail: 35 mm
Gewicht: 208 g
Gewicht mit Akkus: 424 g
Anodisierung: gleichmäßig ausgeführt, kein HA III.
Tailstand: ja.
Rollschutz: nur bedingt. Auf ungeraden Flächen oder wenn man sie anschubst, rollt die Lampe weg.
Löcher für Lanyard: ja, Schlitze in der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.
Die Materialstärke des Batterierohrs ist okay; auch was den Clicky betrifft, hatte ich schon wensentlich schlechteres China-Material in der Hand. Das Tailcap-Gewinde hat in den ersten Gewindegängen sehr viel Spiel, erst kurz vor „komplett zu“ packt es richtig. Zudem wurde das Tailcap-Gewinde nicht mitanodisiert, der Tailcap-Lockout ist somit nicht möglich.

Suedlicht Investigator L3 003
Großzügig bemessene Rühlkippen sorgen für eine kühlreichende Ausung.

 

Suedlicht Investigator L3 003
Scheiße, Kackdreck, Fehler! Es sollte heißen: Großzügig bemessene Kühlrippen sorgen für eine ausreichende Kühlung. Sorry! Vommt nicht wieder kor.

 

 

Suedlicht Investigator L3 004
Auch die Wandstärke ist für eine Lampe dieser Größe angemessen.


Leuchteinheit:
Eine Cree XP-G-LED sitzt in einem SMO-Reflektor aus Aluminium. Die Frontlinse besteht aus Kunststoff. Was an sich schon einen Nachteil gegenüber einer Glaslinse darstellt, da eine Kunststofflinse schneller verkratzt. Dazu kommt noch, dass in der Bedienungsanleitung, der Verpackung und auf der Homepage ausdrücklich die Rede von „gehärtetem Glas“ ist. Hierfür muss ich Südlicht kräftig in den Hintern treten. So etwas gehört sich nicht.

Suedlicht Investigator L3 005
Investigator L3 von vorne.

 

Suedlicht Investigator L3 006
Reflektor, Plastiklinse, Bezelring. Ich möchte Südlicht keine böse Absicht unterstellen, wenn sie die Linse als „gehärtete Glaslscheibe“ tituliert, denn der Internetz-Auftritt der jungen Firma wirkt auf mich sehr sympathisch. Vermutlich haben die Chinesen bei der Fertigung lediglich etwas missverstanden. Nichtsdestotrotz gilt der Grundsatz „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, daher sollten solche Details im Vorfeld besser geprüft werden, bevor falsche Angaben auf die Verpackung und in die Bedienungsanleitung gedruckt, respektive auf der Homepage veröffentlicht werden.

 

Suedlicht Investigator L3 007
Eine Kunststoffscheibe unterbindet die Kurzschluss-Gefahr. Das ist sicherlich nicht „State of the art“, aber mir fällt in diesem Zusammenhang ein vielgelobter Klassiker ein, beim dem dies auf ein- und dieselbe Art, aber wesentlich schlechter gelöst wurde: die Edgetac Raidfire Spear.

 

Suedlicht Investigator L3 008
Die LED-Einheit.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben wird die Lampe mit drei C-Zellen (Baby). Das lässt mich frohlocken! Denn so kann ich endlich mal die Akkus nutzen, die ich vor langer Zeit gekauft habe, weil sie im Angebot waren. Soll heißen: Für moderne Taschenlampen ist dieses Format eher ungewöhnlich. Nichtsdestotrotz bieten C-Zellen den Vorteil, dass man sie in jedem Super- oder Baumarkt bekommt.
In der hellen Stufe ist die Lampe mit 330 Lumen für fünf Stunden angegeben. Zum Test kamen LSD-Akkus von Tronic (die guten von Lidl) mit einer Kapazität von 4.000mAh ins Batterierohr. Gekühlt wurde die Lampe während des Tests durch einen Ventilator.

Laufzeitmessung:
Beim Einschalten: 12.100 Lux
nach 5 Minuten: 10.900 Lux
nach 15 Minuten: 9.800 Lux
nach 30 Minuten: 8.800 Lux
nach 45 Minuten: 8.300 Lux
nach 60 Minuten: 8.000 Lux
nach 75 Minuten: 7.800 Lux
nach 90 Minuten: 7.600 Lux
nach 105 Minuten: 7.400 Lux
nach 120 Minuten: 7.400 Lux
nach 135 Minuten: 7.300 Lux
nach 150 Minuten: 7.300 Lux
nach 165 Minuten: 7.200 Lux
nach 180 Minuten: 7.100 Lux
nach 210 Minuten: 7.000 Lux
nach 240 Minuten: 6.900 Lux
nach 270 Minuten: 6.700 Lux
nach 300 Minuten: 6.300 Lux
Die Leerlaufspannung der Akkus lag zu diesem Zeitpunkt zwischen 1,18 und 1,2 Volt. Die Lampe dürfte somit noch für einige Zeit dunkler werdendes Restlicht spenden.

Fazit: Nach dem Einschalten wird die Lampe ständig dunkler. Ausgehend vom Wert, den die Lampe nach fünf Minuten Laufzeit erreicht hat, hat sie nach 15 Minuten 10 Prozent der Leistung eingebüßt, nach 30 Minuten 20 Prozent, nach 90 Minuten 30 Prozent. Anschließend hält sich der Verlust über lange Zeit in Grenzen.
Obschon dies ein Nachteil ist, wird es sicherlich auch Nutzer geben, denen das egal ist, oder auch Nutzer, die diesen Nachteil sogar für sich persönlich als Vorteil sehen, da die Lampe zwar immer dunkler wird, dafür aber über lange Zeit Licht liefert und nicht irgendwann einfach ausgeht.

Suedlicht Investigator L3 009
Yeah, Baby! Drei C-Zellen liefern den nötigen Strom. Das ist ungewöhnlich und macht die Lampe „groß“, ist aber für den deutschen/europäischen Endverbraucher nicht unbedingt von Nachteil. Denn die entsprechenden Batterien bekommt man nahezu überall zu kaufen.


Bedienung:
Die Investigator L3 verfügt über zwei Leuchtstufen und einen Strobe-Modus. Ein Reverse-Clicky mit mittelhartem Druckpunkt schaltet die Lampe ein. Dabei startet sie immer in der hellen Leuchtstufe. Tippt man den Clicky an, wechselt die Incestigator L3 in die dunkle Stufe, die mit 20 Prozent bei einer Laufzeit von 35 Stunden angegeben ist. Nochmaliges Antippen aktiviert den Strobe-Modus. Durchdrücken des Clickys, unabhängig von der gewählen Leuchtstufe/vom Strobe schaltet die Lampe aus.
Bei einem UI, in das der Strobe-Modus direkt integriert wurde, ist die Tatsache, dass die Lampe keine Memory-Funktion hat, ein Segen, da man so beim Durchschalten nicht immer über das Geblinke gehen muss. Allerdings ist das bei der L3 Investigator nur bedingt der Fall: Wenn man die Lampe ausschaltet und innerhalb der nächsten fünf Sekunden wieder einschaltet, schaltet sie immer eine Stufe weiter. Das ist nicht ideal, obgleich diese Nutzungskadenz in der Praxis nicht häufig der Fall sein dürfte.

Suedlicht Investigator L3 010
Der Tailcapschalter.

 

Suedlicht Investigator L3 011
Innenansicht Schalter.

 

Suedlicht Investigator L3 012
Das Tailcap-Außengewinde alleine ist schon ungewöhnlich. Dazu kommt, dass es nicht anodisiert wurde. Der Tailcap-Lockout ist somit nicht möglich.


Beam:
Der Hotspot setzt sich deutlich, aber ohne Ringe, vom Sidespill ab. Die Lampe schafft eine ordentliche Reichweite und liefert dabei ausreichend Streulicht im Nahbereich.

Suedlicht Investigator L3 013
„White-wall-beamshot“ der Investigator L3.


Resümee:
Die Südlicht Investigator L3 ist sicherlich keine „Flashaholiker-Lampe“, sondern richtet sich in erster Linie an Verbraucher, die mit dem Thema Taschenlampen nur oberflächlich zu tun haben und die eine Lampe mit nachlassender Leuchtkraft, aber langer Laufdauer einer geregelten Lampe vorziehen. Die Investigator L3 ist robust, so schnell dürfte sie nichts aus der Fassung bringen, und sie sollte lange Zeit zuverlässig ihren Dienst verrichten. Allerdings – ungeachtet der Zielgruppe – machen das Lampen anderer Hersteller auch. Daher muss sich die Lampe auch an dem messen lassen, was sie im Vergleich zu anderen Lampen kann und was sie kostet. Im Internetz wird die Lampe zu Verkaufspreisen zwischen 49,99 und 79,99 Euro angeboten. Zu diesem Preis darf man eine Lampe erwarten, die über eine Glaslinse verfügt. Ebenfalls erwarten darf man eine halbwegs vernünftige Regelung. Und auch die Anodisierung nach HA III sollte in dieser Preisklasse Standard sein. Kleinigkeiten wie ein stramm laufendes Tailcap-Gewinde oder die Durchanodisierung desselben gehören bei den meisten Lampen auch zum guten Ton.
Und bei all diesen Punkten muss man bei der Investigator L3 Abstriche machen.
Angesichts dessen halte ich persönlich einen Verkaufspreis von 35 bis maximal 40 Euro für angemessen, und da liegt selbst das günstigste Angebot im Netz noch deutlich darüber.
Wer explizit nach einer etwas größeren Lampe mit dieser Stromversorgung sucht und dem eine lange Laufzeit wichtiger ist als eine gleichbleibende Helligkeit, kann dennoch durchaus mit dieser Lampe glücklich werden.
Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise vom deutschen Vertrieb, der Klaus Stephan GmbH www.stephan-gmbh.de. Weitere Informationen finden sich unter www.südlicht.net im Internetz. Erhältlich ist die Lampe unter anderem hier

Suedlicht Investigator L3 014
Größenvergleich. Von links: Südlicht Investigator L3, Varta 4 Watt Outdoor Pro, Maglite 3-D-Cell, Fenix TK45. Das unscheinbare Ding neben der TK45 links des Holzspans ist die Lummi Wee.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

Suedlicht Investigator L3 015
Südlicht Investigator L3 dunkle Stufe

 

Suedlicht Investigator L3 016
Südlicht Investigator L3 helle Stufe

 

Suedlicht Investigator L3 017
Tank007 TR01

 

Suedlicht Investigator L3 018
Armytek Predator OP

 

Suedlicht Investigator L3 019
Lumintop TD-15

 

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